Allgemeine News

10.08.2010: Ökumenische Sommerakademie 2010: Univ. Prof. Dr. Teodoro D. Cocca
Von Ground-Zero bis zum Griechenland-Desaster – eine kritische Analyse der Gesetze der Finanzmärkte.
"Finanzmärkte sind äußerst komplexe Wesen. Sie benötige intelligente Regultierungsformen. Worauf wir achten sollten ist, dass die Reformvorschlage nicht schlimmer sind als wir hatten."
Aktuelle Krise des Euros
Erste Untersuchungen zeigen: Die Spekulanten haben mit der aktuellen Krise des Euros im Wesentlichen sehr wenig bis gar nichts zu tun.
"Erhalten wir unser Geld jemals zurück?"
Die Ursachen für den Vertrauensverlust in den Euro und in die Zahlungsfähigkeit einiger EU-Länder hängen schlichtweg mit dem Auftürmen zu hoher Schuldenberge zusammen, was bei den Gläubigern irgendwann unausweichlich zur Frage führen musste: "Erhalten wir unser Geld jemals zurück?".
Wenn man den Märkten einen Vorwurf machen will, dann den, dass sie dem undisziplinierten Frönen so lange zugeschaut und durch Käufe (süd-) europäischer Staatsanleihen die Misere solidarisch mitgetragen haben.
Der Irrglaube besteht nun darin, dass ohne Spekulanten die Euro-Krise nicht ausgelöst worden wäre. Ohne Spekulanten wäre die Krise nicht jetzt ausgelöst worden, sondern zu einem späteren Zeitpunkt – womöglich zu einem zu späten Zeitpunkt.
"Generell ist die Assoziierung von Spekulation und Schädlichkeit für Finanzmärkte einer genaueren Analyse zu unterziehen." so Cocca.
Druck der Märkte
Insofern wird man im Nachhinein den "bösen" Spekulanten ein Monument in Brüssel oder Frankfurt als Dank für die Rettung der Euro-Zone erbauen müssen. Glaubt irgendjemand, dass die EU-Politik ohne den aktuellen Druck der Märkte jemals den Weg zurück zur Haushaltsdisziplin gefunden hätte?
Generell ist die Assoziierung von Spekulation und Schädlichkeit für Finanzmärkte einer genaueren Analyse zu unterziehen.
Was heißt Spekulation
Zuerst wäre die Frage zu klären, was eigentlich "Spekulation" heißt. Aus dem lateinischen Wort speculari abgeleitet (auf dt. spähen, beobachten; von einem erhöhten Standpunkt aus in die Ferne spähen) bezeichnet man damit das frühzeitige Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes.
Korrigiert der Markt anschließend diese Fehleinschätzungen, resultieren daraus Spekulationsgewinne. Schlägt die Spekulation fehl, so entstehen Spekulationsverluste. Essentiell ist dabei, dass Spekulation nur dort erfolgreich sein kann, wo fundamentale Fehlbewertungen existieren.
Spekulanten sind nur Überbringer
Spekulanten sind nur die Überbringer der schlechten Nachricht indem sie unsere Aufmerksamkeit auf die Problemzonen richten. Insofern kann man Spekulanten auch als die Feuermelder der Finanzmärkte bezeichnen.
Damit ist auch klar, wie sinnvoll die aktuelle Kritik an Spekulanten ist: Es würde auch niemanden in den Sinn kommen, Feuermelder nach einem Brand abzumontieren, nur weil sie ohrenbetäubende Alarmsignale abgegeben haben.
Finanzmarkt ist der Spiegel
Die eigentliche unangenehme Frage ist, warum es erst die Spekulanten brauchte, um das Ausmaß der Probleme in der EU sichtbar zu machen. Anscheinend ist auf politischer Ebene für das gigantische Finanz-Fiasko niemand verantwortlich – ein unerträglicher Skandal.
Der Finanzmarkt ist in dieser Krise nur der Spiegel, welcher den Politikern hingehalten wird und unmissverständlich deren eigene Schwächen aufzeigt. Das schmerzt und soll nun unterbunden werden. Die Politik kritisiert, bemängelt und massregelt die Finanzmärkte – ohne zu erkennen, dass sie dabei eigentlich sich selbst meint.
Für Cocca ist es bemerkenswert, wie viel Geduld das Volk bisher gezeigt hat.
Verzerrtes Bild der Märkte
Der Vorwurf, auf fallende Kurse zu spekulieren sei besonders verwerflich, spricht Bände über das verzerrte Bild der Märkte, welches in den Köpfen mancher Politiker umhergeistert. Wenn schon verwerfliche Spekulation, dann sind es wohl eher die politischen Entscheidungen auf Kosten unserer Kinder "auf Pump" zu leben.
In diesem Kontext sei die Diskussion in Erinnerung gerufen, welche rund um die Internet-Bubble und die US-Subprime-Krise geführt wurde. In diesen Fällen erwies sich gerade das Fehlen von Möglichkeiten gegen den Markt zu wetten, als ein Mitgrund für die Blasenbildung.
Reformbedarf im Banken- und Finanzsystem
Es gibt ohne Zweifel viel Reformbedarf im Banken- und Finanzsystem. Eine unkritische Huldigung des Marktmechanismus ist genauso unangebracht wie der überhastete Reflex der Alles- und Überregulation.
Leider sind die Lösungen nicht so einfach wie dies z.B. die Einführung einer Transaktionssteuer suggeriert. Es ist gerechtfertigt, von den Banken eine Beteiligung an den Kosten der Finanzkrise einzufordern. Zu wenig sensibel haben sich einige Banken in den letzten Monaten gegenüber dem verständlichen Unmut und dem Zorn der Öffentlichkeit gezeigt und durch Masslosigkeit die Bürger und Politiker provoziert.
Politik muss reagieren
Dass die Politik nun reagieren muss, ist letztlich nur die selbstverschuldete Reaktion auf die zunehmende gesellschaftliche Entfremdung der Groß-Bankenwelt. Es ist bemerkenswert, wie viel Geduld das Volk bisher gezeigt hat. Um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, muss sich die Politik – durch die zuvor vermisste – Weitsicht auszeichnen. Offenbar will die Politik aber dem Volk nur Lösungen präsentieren, welche nicht mehr als trügerischen Halt geben können.
|
|
15.07.2010: Österreichs Wirtschaft wächst wieder kräftig
Nach einer konjunkturellen Verschnaufpause zu Beginn des Jahres wird sich die Erholung der österreichischen Wirtschaft zur Jahresmitte 2010 fortsetzen. Gemäß den aktuellen Ergebnissen des Konjunkturindikators der Österreichischen Nationalbank (OeNB) ist für das zweite und dritte Quartal 2010 mit einem Wachstum des realen BIP von 1,0 Prozent bzw. 0,7 Prozent (saison- und arbeitstägig bereinigt, im Vergleich zum Vorquartal) zu rechnen. Damit sollte das Wirtschaftswachstum 2010 etwas über 1½ Prozent liegen. Gegenüber der letzten Veröffentlichung des Konjunkturindikators vom März 2010 konnte die Wachstumsprognose für das zweite Quartal 2010 deutlich – um 0,5 Prozentpunkte – angehoben werden.
Trotz zahlreicher positiver Vorgaben – wie der Erholung auf den Finanzmärkten, den stark gestiegenen Vertrauensindikatoren und der Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt – stagnierte Österreichs Wirtschaft zu Jahresbeginn. Wettereffekte und die entgegen dem europäischen Trend überraschend schwache Industriekonjunktur zeichneten hierfür verantwortlich; aber auch nachträgliche Aufwärtsrevisionen der Wachstumszahlen scheinen nicht ausgeschlossen.
Mit dem Wegfall dieser – teils temporären – dämpfenden Effekte und angesichts der positiven Signale von zahlreichen Vorlaufindikatoren wird sich das Wirtschafswachstum zur Jahresmitte deutlich beschleunigen. Die erwartete kräftige Konjunkturbelebung beim wichtigsten Handelspartner Deutschland sowie der niedrigere Außenwert des Euro sollten das exportgetriebene Wachstum in Österreich zusätzlich stützen. Die aktuellen Ergebnisse des auf LKW-Fahrleistungsdaten basierenden OeNB-Exportindikators bekräftigen, dass die Exporte die wichtigste Stütze im aktuellen Aufschwung sind. Im zweiten Quartal dürften die Güterexporte um rund vier Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen sein. Das saisonbereinigte Güterexportvolumen wird aber auch im Juni noch immer etwas mehr als 15 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen. Gegenüber dem Tiefststand der Güterexporte vor einem Jahr bedeutet das jedoch einen Anstieg von knapp 15 Prozent.
Von der Inlandsnachfrage dürften hingegen keine kräftigen Konjunkturimpulse ausgehen. Das exportgetriebene Wachstum wird nur langsam auf die Investitionstätigkeit übergreifen. Die Entwicklung der Kapazitätsauslastung lässt aber zumindest für den weiteren Jahresverlauf ein Ende der rezessiven Phase der Investitionskonjunktur erwarten. Angesichts der steigenden Zahl von offenen Stellen und des Anstiegs der Leiharbeiter sollte sich die schrittweise Erholung am Arbeitsmarkt fortsetzten. Mit einem substantiellen Anstieg der Konsumausgaben kann jedoch nicht gerechnet werden. Vielmehr signalisieren sinkende Kfz-Zulassungen und zuletzt enttäuschende Einzelhandelsumsätze, dass die Konsumfreude der privaten Haushalte gegenwärtig eher verhalten ist.
Mit dem Abklingen von temporären Wachstumsfaktoren und in Folge der 2011 beginnenden Sanierung der Staatshaushalte wird sich jedoch das Wirtschaftswachstum ab Jahresende möglicherweise wieder etwas verlangsamen.
Quelle: FONDS professionell
fc_KurzfristprognosefrdasrealeBruttoinlandsproduktinsterreich.JPG
|
|
01.06.2010: Studie: Österreicher bevorzugen Honorarberatung
Die Österreicher bevorzugen Honorarberatung: 56 Prozent der Befragten ziehen diese Form der Abrechnung gegenüber klassischen Fondsgebühren (35 Prozent) vor, so die Ergebnisse der aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Studie von AXA Investment Managers.
Vor allem Frauen (60 Prozent), Jüngere (62 Prozent), sowie Geringverdiener (60 Prozent) würden lieber ein Honorar für die Beratung zahlen als die klassischen Fondsgebühren. 48 Prozent der Fondsbesitzer ziehen dagegen die Abrechnung über Fondsgebühren vor. „Es ist klar zu erkennen, dass der wahre Kundennutzen der Honorarberatung noch nicht in der Bevölkerung angekommen ist. Die Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse wird hier der zentrale Erfolgsfaktor sein“, so Karin Kleinemas, die für Nordeuropa zuständige Marketing-Chefin bei AXA Investment Managers.
Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) sind bereit, für die Beratung zu zahlen, wenn die Gebühren für den Kauf einzelner Wertpapiere entfallen. Es scheint jedoch eine Grenze zu geben: 75 Prozent der Österreicher möchte dafür nicht mehr als 100 Euro aufbringen.
Beratung hat insgesamt eine hohe Relevanz in Österreich.
Gerade Personen, die sich gut mit Fonds auskennen, halten eine Beratung bei Fonds für wichtig. Ganze 97 Prozent der Fondsbesitzer und auch 91 Prozent der Nicht-Fondsbesitzer stimmen dieser Aussage zu. Insgesamt bejahen dies 91 Prozent der Österreicher. „Es scheint so als hätte die „Do it yourself“-Variante bei der Anlage in Fonds an Bedeutung verloren. Durch die Krise sind die Menschen vorsichtiger geworden und nehmen bei der Anlageentscheidung wieder eher professionellen Rat an“, so Kleinemas.
Die Studie zeigt weiterhin Wissenslücken beim Thema Fonds auf. Nur 63 Prozent kennen den Ausgabeaufschlag. Knapp die Hälfte (47 Prozent) meint sogar eine Bereitstellungsgebühr zu kennen – eine Gebühr, die es im Fondsgeschäft gar nicht gibt. Dennoch können 74 Prozent den Begriff Management Fee einordnen und 71 Prozent kennen die Depotführungsgebühr. Zusammenfassend kann man sagen, dass die gängigen Fondsgebühren den meisten bekannt sind.
Quelle: FONDS professionell
|
|
07.05.2010: Die griechische Tragödie – ansteckend oder begrenzt?
Das Rettungspaket für Griechenland ist geschnürt. Es ist größer als erwartet und beinhaltet Sparprogramme und quartalsweise Prüfungen durch den Internationalen Währungsfonds. Es scheint glaubwürdig zu sein. Trotzdem bleibt abzuwarten, inwiefern es die europäischen Anleihemärkte beruhigt und den Euro nachhaltig stärkt, zumal sich viele Marktakteure auch die Frage stellen, inwieweit die Griechenland-Krise andere europäische Wirtschaftsnationen anstecken kann, meinen die Finanzmarktexperten von Fidelity.
Natürlich sei die Herunterstufung der griechischen und portugiesischen Anleihen keine Überraschung gewesen, wie Firmino Morgado, Manager des Fidelity Iberia und des Fidelity European Aggressive Fund anmerkt. Dennoch sei die Reaktion der Märkte heftig und möglicherweise übertrieben gewesen. Denn dank der Hilfen der EU und des IWF sollte Griechenland die bevorstehenden Tilgungen leisten können, ist Morgado überzeugt, wobei die Zahlungsfähigkeit Griechenlands aber auch davon abhänge, ob die Regierung den Markt überzeugen kann, dass es seine Sparprogramme tatsächlich umsetzt.
Die Sorge um Griechenland hat auch auf andere potenzielle ‚Wackelkandidaten-Länder’ abgefärbt. „Da die Märkte eine mögliche Ansteckung anderer Länder durch Griechenland fürchteten, standen Portugal und Spanien plötzlich im Fokus“, so Morgado, wobei das Duo ihm zufolge aber noch bessere Karten habe, als die Hellenen. Denn beide Länder stünden zwar ebenfalls vor harten fiskalpolitischen Maßnahmen und wirtschaftlichen Reformen, allerdings besteht seitens der Märkte mehr Vertrauen. „Beide Länder haben sehr viel bessere Fundamentaldaten als Griechenland. Außerdem sind die spanischen Unternehmen international ausgerichtet. Nur 42 Prozent ihres Umsatzes stammt aus Geschäftstätigkeiten in Spanien, während über 30 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas erzielt wird“, merkt Morgado an.
Als Stock Picker sieht er angesichts der derzeit hohe Volatilität die Chance, Aktien zu kaufen, die willkürlich nur aufgrund der Ratings der Länder verkauft wurden, in denen die Unternehmen ihren Geschäftssitz haben. „Denn dies führt dazu, dass fundamental starke, international aufgestellte Unternehmen attraktiv bewertet sind", so Morgado.
Europa nicht in Sippenhaft nehmen
Auch Alexander Scurlock, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, warnt davor, wegen der Probleme in Griechenland direkt ganz Europa in Sippenhaft zu nehmen und europäische Aktien zu meiden. Denn es gäbe auch durchaus gute Nachrichten aus den Volkswirtschaften Europas. „Die Euro-Zone profitiert weiterhin von der Erholung des weltweiten Handels, wachsenden Lagerbeständen und einer wettbewerbsfähigeren Währung“, hebt Scurlock hervor.
Zudem laufe die Industrieproduktion in Europa auf einem erstaunlich hohen Niveau. Wenn die Erholung weiter andauere, dürften starke Exporte und hohe Margen die Unternehmensgewinne steigern, ist Scurlock überzeugt. „Bleibt die Inflation niedrig, könnte die Geldpolitik zudem für längere Zeit expansiv bleiben. Die Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung sollte sich erheblich verringern, da das Hilfspaket der EU und des IWF anläuft und die Bedenken über eine Kreditvergabe an Länder wie Portugal oder Spanien abklingen. Folglich sollte Europa eine Erholung der Märkte mit einem starken Umsatzwachstum und attraktiven Bewertungen erleben", führt Scurlock weiter aus.
Quelle: FONDS professionell
|
|
19.04.2010: Studie: Schwellenländer bleiben langfristig attraktiv
An den Schwellenländern kommen chancenorientierte Investoren auch in Zukunft nicht vorbei. Dies ist das Ergebnis einer detaillierten Untersuchung der aufstrebenden Volkswirtschaften durch die Deutsche Bank nach den Auswirkungen der Finanzkrise. Zu den zentralen Triebfedern des Wachstums zählen der Reichtum an Rohstoffen, die vorteilhafte demografische Struktur, die weit fortgeschrittenen wirtschaftlichen und sozialen Reformen sowie eine stabile Geld- und Fiskalpolitik.
Wohlstand verlagert sich
Während die alten Industrienationen in Europa, Japan und Nordamerika stagnierende Einkommen, niedrigere Wachstumsraten oder teilweise schrumpfende Bevölkerungszahlen aufweisen, können die Schwellenländer mit ihrer günstigen Demografie und einem dynamischen Wirtschaftspotenzial punkten. Diese Faktoren bewirken eine Verlagerung des Wohlstandes zu den aufstrebenden Ländern.
In der Studie werden sowohl die Emerging Markets als Ganzes als auch einzelne Länder und Regionen einer Stärken-Schwächen-Analyse unterzogen. Im Fokus stehen neben den großen Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China auch die so genannte zweite und dritte Reihe mit Taiwan, Südkorea, Vietnam oder Kuwait. Die Ergebnisse können Investoren helfen, eine Anlageentscheidung unter strategischen und taktischen Gesichtspunkten vorzubereiten.
Die genannten Parameter wirken sich nachhaltig auf die Verteilung der weltweiten Wirtschaftsleistung aus. Während die vier größten Volkswirtschaften unter den Schwellenländern – Brasilien, Russland, Indien und China – im Jahr 2008 etwa 13,8 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung beisteuerten, steigt ihr Anteil nach den Hochrechnungen von DB Research im Jahr 2050 auf 47 Prozent.
Der Aufschwung der Emerging Markets hat sich damit trotz der Verwerfungen der Finanzkrise fortgesetzt. Ein Beleg sind die Wachstumsraten der Emerging Markets in den Jahren 1999 bis 2008 von durchschnittlich 6,5 Prozent per annum, deutlich mehr als in den Industriestaaten mit einer Wachstumsrate von 2,6 Prozent. So ist es beispielsweise Indien und China gelungen, sich von der wirtschaftlichen Talfahrt der Vereinigten Staaten sowie Europa zum großen Teil abzukoppeln. China wird 2041 in absoluten Zahlen eine ebenso hohe jährliche Wirtschaftleistung wie den USA zugetraut.
Diversifikation als Riskopuffer
In der Vermögensallokation sprechen die Fundamentaldaten für eine Ausweitung des Anteils der Emerging Markets. Das hohe Wirtschaftswachstum und steigende Unternehmensgewinne bildet die Basis für steigende Aktienkurse. Jedoch können politische Instabilitäten und makroökonomische Veränderungen zu Kurschwankungen führen. Eine regionale Diversifikation kann diese Risiken deutlich abfedern.
Quelle: FONDS professionell
|
|
16.04.2010: Inflation durch den Hintereingang?
Die Inflationsraten sind in den letzten Wochen in vielen Ländern stärker als erwartet gestiegen. „Die ultralockere Geldpolitik wirkt sich über den Hintereingang der Rohstoffpreise auf die allgemeine Geldentwertung aus. Wenn sich das so fortsetzt, werden die Zentralbanken gezwungen sein, bei der Normalisierung der Geldpolitik einen Zahn zuzulegen“, schreibt Dr. Martin Hüfner, volkswirtschaftlichter Berater der direktanlage.at, in einem aktuellen Marktkommentar. Nachfolgend der Originalbericht:
Die Preissteigerung hat in den letzten zwei Monaten überraschend zugelegt. Jeder rechnete damit, dass sich die Raten erhöhen würden. Aber kaum jemand dachte, dass es so stark sein würde. In Europa belief sich die Inflation im März auf 1,5 Prozent. Vor fünf Monaten waren wir noch im negativen Bereich. Im gesamten letzten Jahr waren es nur 0,3 Prozent. In der Schweiz stieg die Geldentwertung im März auf 1,4 Prozent. In den USA waren es 2,1 Prozent, in China 2,7 Prozent. Besonders in den Schwellenländern gingen die Preise in die Höhe. Zum Teil wurden die Raten dort sogar zweistellig (Indien 16 Prozent, Venezuela 27 Prozent, Türkei 10 Prozent). Allerdings spielen in diesen Staaten zum Teil Sonderfaktoren eine Rolle. In Indien gab es den schlimmsten Monsun seit langem. In Südchina und in Hinterindien führt die schwere Dürre zu Ernteausfällen.
Müssen wir bei dieser Entwicklung nervös werden? Kündigt sich hier schon der Schub der Inflation durch die hohe Staatsverschuldung und die ultralockere Geldpolitik an, mit dem eigentlich erst in den Jahren 2011/2012 zu rechnen war (mit der dann besseren Konjunktur)? Um die Antwort vorweg zu nehmen: Wirkliche Sorgen muss man sich noch nicht machen. Dafür ist es zu früh und dafür halten sich die Preissteigerungen noch zu sehr in Grenzen. Man sollte die Entwicklung aber auch nicht so ganz einfach ignorieren, wie das derzeit vielfach geschieht. Es sind erste Warnzeichen.
Der jüngste Anstieg der Preise ist auf zwei Gründe zurückzuführen. Der eine ist die Normalisierung nach den außergewöhnlichen Preisbewegungen der vergangenen Jahre. Bis Mitte 2008 war die Inflation wegen der Ölpreisexplosion stark angestiegen. Bis Anfang 2009 ging sie dann in der Finanzkrise wieder zurück. Jetzt laufen die Basiseffekte aus. Wenn sich die Rohstoffpreisentwicklung wieder auf Normalmodus einpendelt, dann müsste sich die Inflation bei 1 bis 1,5 Prozent stabilisieren. Die so genannte Kernrate der Inflation, die sich ergibt wenn man Öl und saisonabhängige Nahrungsmittel aus dem Index heraus rechnet, liegt in Europa derzeit bei 0,8 Prozent. Das ist nicht weiter beunruhigend.
Anders der zweite Grund. Die Öl- und Rohstoffpreise normalisieren sich nämlich nicht nur. Sie gehen im Gegenteil wieder kräftig nach oben. Öl kostet am Weltmarkt heute 65 Prozent mehr als vor einem Jahr, Aluminium und Kupfer ebenfalls rund 60 Prozent, Nickel sogar mehr als 100 Prozent. Im März kam noch einmal ein kräftiger Schub dazu. Auch die Stahlpreise werden durch das vor kurzem veränderte System der Preisfestsetzung nach oben gehen mit negativen Auswirkungen zum Beispiel auf die Autoindustrie.
Hinter dieser Entwicklung stehen nicht nur die bessere Weltkonjunktur und die Nachfrage der Schwellenländer. Es ist auch eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen auf den Finanzmärkten. Das ist das Problem. Denn hier zeigen sich die Folgen der überreichlichen Liquiditätsversorgung durch die Zentralbanken. Lange Zeit haben wir geglaubt, dass die hohe Liquidität im Finanzsystem keine Auswirkungen auf die Verbraucherpreise hat. Denn die Geldmenge kommt nicht bei Wirtschaft und Privaten an und kann damit nicht zu effektiver Nachfrage werden. Im Übrigen, so glaubten wir, sei die Konjunktur zu schwach, um Preissteigerungen auf den Märkten zu ermöglichen. Jetzt müssen wir lernen, dass das so nicht mehr ganz richtig ist. Die hohe Liquidität kommt sehr wohl bei den Verbrauchern an. Freilich nicht über den Vordereingang der Nachfrage nach Gütern und Diensten, sondern über den Hintereingang der Rohstoffpreise.
Glücklicherweise sind die Effekte bisher noch nicht so groß. Die Inflationserwartungen halten sich in Grenzen. Die Lohnsteigerungen sind gering. Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen liegt in Euroland in der Industrie bei nur 72 Prozent. Das verhindert eine weitere Beschleunigung der Inflation. Wenn sich die Konjunktur allerdings – wie wir alle hoffen – bessern sollte, dann könnte sich auch das Klima bei den Preisen verändern.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich die Situation bei den Wechselkursen verschoben hat. In der Vergangenheit wurde der Anstieg der Rohstoffpreise in Europa stets durch die Aufwertung des Euro gebremst. Als Folge der Griechenland-Krise und der Verletzung der Stabilitätskriterien dürfte das in Zukunft nicht mehr, jedenfalls nicht mehr in diesem Maße der Fall sein. Damit schlagen die Verhältnisse an den Rohstoffmärkten vermehrt auf die Verbraucherpreise durch. In Deutschland steigen die Importpreise derzeit um 2,6 Prozent. Im vorigen Jahr waren sie noch um 8,6 Prozent gefallen. Der Preis für den Liter Superbenzin ist in Deutschland elf Prozent höher als vor einem Jahr. Nur die Schweiz kann sich gegen den Rohstoffpreisanstieg durch den starken Franken schützen.
Vier Schlussfolgerungen daraus für den Anleger
Erstens, die Deflation ist vorbei. Entsprechende Befürchtungen, die es vor allem in den USA zum Teil immer noch gibt, können ad acta gelegt werden. Damit entfällt ein wichtiges Motiv zum Kauf von langlaufenden Bonds.
Zweitens, die Inflation ist schneller zurückgekommen als viele es erwartet hatten. Wenn es nicht gelingt, den Anstieg der Rohstoffpreise in Grenzen zu halten, sondern er sich wie in den letzten Monaten fortsetzt, dann werden noch im Laufe dieses Jahres Preissteigerungsraten erreicht, die an die Grenzen der Stabilität (in Euroland knapp unter 2 Prozent) stoßen. Dann ändert sich das Klima an den Märkten und die Prioritäten verschieben sich.
Drittens, die Zentralbanken werden unter solchen Umständen bei der Normalisierung der Geldpolitik einen Zahn zulegen müssen. Bisher war es wegen der schlechten Konjunktur gängige Meinung, dass die Geldpolitik sehr vorsichtig agieren sollte. Wenn sich jetzt aber an den Rohstoffmärkten eine neue Blase bildet und diese auf die Verbraucherpreise überschwappt, dann muss diese Strategie überdacht werden. Dann reicht es nicht aus, wenn in diesem Jahr nur die Liquidität knapper gehalten und damit die sehr niedrigen Marktzinsen auf das Niveau der Leitsätze angehoben werden. Dann müssen auch die Leitzinsen selbst erhöht werden, und zwar sicher nicht nur einmal.
Viertens: Auf den Bondmärkten wird es ungemütlicher. Schon seit Mitte März sind die Renditen in den USA deutlich angestiegen. Das hängt sicher zum Teil mit den Sorgen über die hohe Staatsverschuldung zusammen. Es ist aber auch ein Zeichen für steigende Nervosität der Anleger. Sie wird in Zukunft vermutlich noch durch die höhere Inflation geschürt. Die Zinsen können dann auch in Euroland bei Bundesanleihen steigen.
Quelle: FONDS professionell
|
|
29.03.2010: Diskussion: Kommt die Inflation?
Die staatlichen Schuldenberge steigen ebenso wie die Geldmenge. Es gibt gute Gründe, langfristig von einer steigenden Inflation auszugehen, meinen die Experten von Scope.
Die Europäische Zentralbank (EZB) definiert Preisstabilität so: „Das Inflationsziel liegt bei 2 Prozent per annum, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreis- Index.“ Die Preisentwicklung in der Eurozone soll also nach der Zielvorstellung der obersten Währungshüter in etwa bei 2 Prozent liegen – und nicht etwa darunter.
Die EZB beabsichtigt damit zweierlei: Erstens soll verhindert werden, dass die Inflationsrate zu stark ansteigt. Das zweite ausgewiesene Ziel ist die Verhinderung einer Deflation. Denn sinkende Preise sind für die Volkswirtschaft sogar gefährlicher als Inflation, da aufgrund der Erwartung weiter sinkender Preise ein Teufelskreis entstehen kann: Wenn weiter sinkende Preise erwartet werden, dann geht der Konsum zurück, was sich wiederum negativ auf die Unternehmen auswirkt. Die Folge ist eine steigende Arbeitslosigkeit.
Preisentwicklung in der Eurozone quo vadis?
Wohin geht es nun mit der Preisentwicklung in der Eurozone – dies kurz- und mittelfristig? Kurzfristig rechnet die EZB eher mit einer Deflation. Mit ihrer gegenwärtigen Niedrigzinspolitik weitet sie die Geldmenge deutlich aus und steuert dem deflationären Szenario entgegen.
Diese Vorgehensweise passt auch in die derzeitige Marschrichtung der Politik. Denn die aktuelle Krise des Bankensektors wirkt sich auch auf die übrigen Wirtschaftsbereiche aus. Das zwingt die Politik zum Eingreifen. Durch eine expansive Schuldenpolitik werden hohe Geldsummen in das Wirtschaftssystem gepumpt und Banken vor dem Konkurs bewahrt. Gleichzeitig erhöht dies langfristig die Inflationsgefahren.
Es gibt zwar einige Argumente, die dagegen sprechen; bei näherer Prüfung greifen sie aber allesamt zu kurz. Beispielsweise argumentieren einige Marktbeobachter, dass eine Geldmengenerhöhung erst dann in eine Inflation münde, wenn das Geld die Konsumenten erreiche und in eine erhöhte Nachfrage umgesetzt werde. Da sich die steigende Arbeitslosigkeit hemmend auf die Lohnentwicklung und damit auf den Konsum auswirke – so die Argumentation –, komme die erhöhte Liquidität erst gar nicht in der Realwirtschaft an.
Bevorstehende Inflation: Meinungen gehen auseinander
Tatsächlich führt eine langfristige Geldmengenerweiterung jedoch ob kurz oder lang stets zu einer Inflation. Das Lohnniveau ist hierfür nicht unbedingt entscheidend. So kann die Inflation auch bei stagnierendem Lohnniveau steigen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn importierte Güter teurer werden („importierte Inflation“) oder Rohstoffpreise steigen.
Letzteres stellt derzeit tatsächlich eine Gefahr dar. Zwar liegt der Erdölpreis aktuell noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Doch die Mehrzahl der Rohstoffexperten rechnet aufgrund der bereits wieder steigenden weltwirtschaftlichen Nachfrage mittel- bis langfristig mit einem deutlichen Anstieg des Ölpreises. Ausgehend von dem derzeitig niedrigen Niveau bedeutet das eine Verteuerung von Produktion und somit auch von Waren.
Von anderen Marktbeobachtern ist das Argument „contra Inflation“ zu hören, die Wirtschaft befinde sich im Moment auf einem so niedrigen Niveau, dass eine Inflation allein deswegen praktisch ausgeschlossen sei. Doch auch sinkende Wirtschaftsleistung und abnehmende Produktionskapazitäten können zu Inflation führen. Dies gilt gerade in der aktuellen Situation. Banken vergeben derzeit – trotz Geldschwemme – eher restriktiv Kredite. Mittel- bis langfristig werden sich also vor allem diejenigen Unternehmen am Markt behaupten, die eine ausreichende Kapitalreserve haben. Unternehmensschließungen und Konkurse sind die Folge dieser Entwicklung im Zuge der aktuellen Wirtschaftskrise. Gleichzeitig bedeutet dies, dass die Wettbewerbsintensität auf den Märkten abnimmt und teilweise Monopolstellungen entstehen können. Schon kleine Nachfrage- oder Angebotsänderungen, beispielsweise aus dem Ausland, können zu Preissteigerungen führen.
Das Hauptargument gegen eine zu erwartende Inflation zielt auf die EZB selbst, die als unabhängige Institution darauf festgelegt ist, sich ausschließlich an der Inflationsentwicklung zu orientieren und der darüber hinaus auch die entsprechenden Möglichkeiten zur Verfügung stehen, rechtzeitig zu intervenieren. Grundsätzlich ist das richtig – in der Theorie zumindest. In der Praxis allerdings ist der politische Druck auf die EZB hoch, so dass sie in der Regel neben der Inflation auch andere Kriterien bei ihren Entscheidungen nicht ganz vernachlässigen kann. Zum einen wäre es politisch wohl nicht vermittelbar, bei einem leichten Anstieg der Konjunktur diese wieder durch steigende Zinsen zu drosseln. Und das wäre unweigerlich der Fall, denn verteuertes Geld schadet dem Wirtschaftswachstum nicht nur, sondern kann dieses sogar ganz zum Erliegen bringen.
Des weiteren herrscht unter den Mitgliedern des Euro-Raumes keine Einigkeit über das weitere Vorgehen. Zu groß ist die Versuchung, steigende Staatsschulden durch Inflation langfristig abschmelzen zu lassen. Ein steigendes Zinsniveau bedeutet nämlich einen zusätzlichen Anstieg der Zinsbelastung, was die ohnehin gebeutelten Staatshaushalte noch weiter schwächen würde. Insbesondere Staaten mit einer hohen Verschuldung werden also auf eine Strategie der EZB drängen, die Inflation in einem bestimmten Ausmaß toleriert.
Anlagevehikel: Potenzielle Puffer gegen Inflation
Für Anleger steht nun die Frage im Vordergrund, wie sie ihre Investments vor diesen Inflationsgefahren schützen oder von diesen sogar profitieren können. In inflationären Phasen sind bei Anlegern seit jeher Gold oder Immobilien sehr beliebt. Und ein Schutz durch Sachwerte ist tatsächlich gegeben. Zu bedenken ist jedoch, dass sich Preisblasen bilden können: Durch die steigende Nachfrage klettern auch die Preise für diese Sachwerte. Wollen bei abklingender Inflation viele Anleger diese Investments wieder veräußern, sinken die Preise. Einen anderen Lösungsansatz in inflationären Zeiten bieten Inflationsanleihen. Diese Produkte funktionieren grundsätzlich so, dass sich die Auszahlung der Papiere nach der Höhe der Inflation richtet. Aktuell ist zu beobachten, dass Emittenten ein breites Produktspektrum an Inflationsanleihen anbieten.
|
|
19.03.2010: Wo ist das nächste Griechenland?
Vor einem Jahr waren Unternehmensanleihen der große Renner am Kapitalmarkt. Gute Adressen brachten Kupons, die in Euroland zum Teil um drei bis vier Prozentpunkte über denen der deutschen Bundesanleihen lagen. Für Anleger war das ein Dorado. Im Verlauf des Jahres verringerten sich die Risikoaufschläge für diese Anleihen. Investoren bekamen daher nicht nur einen guten Zins, sondern auch erhebliche Kursgewinne. Zusammen addierte sich das nicht selten zu einer Rendite von 15 Prozent und mehr.
„Könnte sich das jetzt in ähnlicher Form wiederholen? Diesmal aber nicht mit Anleihen von Unternehmen, sondern von Staaten?“, fragt sich Dr. Martin Hüfner, volkswirtschaftlicher Berater der direktanlage.at in einem aktuellen Marktkommentar. Nachfolgend der Originalbericht:
In den nächsten Monaten wird eine Reihe von höher verzinslichen Bonds an den Markt kommen. Den Anfang machte Griechenland mit einer 5jährigen Anleihe und einer Rendite von über sechs Prozent. Sie war mehr als dreifach überzeichnet. Wer sind die neuen Emittenten? Wie steht es mit den Risiken?
Vorweg: Es geht hier nicht um Bonds schlecht beleumdeter Schuldner wie etwa Argentinien, Venezuela, Ukraine oder Island. Solche Hochzinsanleihen waren bei Unternehmen zu riskant, um sie dem „Normalanleger“ zu empfehlen. Sie sind es auch bei Staaten.
Gemeint sind Anleihen der entwickelten Staaten, die nicht zu den Hochzinsländern zählen und von den Rating-Agenturen mit Investment Grade bewertet werden. Das nächste Griechenland also. Die meisten nennen hier natürlich Spanien, Portugal, Irland und vielleicht Italien. Die Risikoaufschläge ihrer Anleihen sind bisher noch relativ gering. Spanien muss für 10jährige Anleihen eine Rendite von 3,8 Prozent bezahlen, Italien von 3,9 Prozent und Portugal von 4,2 Prozent. Sie konnten dafür in den letzten Wochen schon erhebliche Mittel aufnehmen. Wenn es jedoch enger wird, werden sie höhere Renditen berappen müssen.
Aber wer kommt sonst noch in Betracht? Um diese Frage zu beantworten, kann man einen einfachen Verschuldungsindex errechnen. Er besteht zum einen aus der Höhe der öffentlichen Defizite. Sie zeigen, wie viel Geld das Land netto braucht. Daneben geht in den Index der Saldo der Leistungsbilanz ein. Dieser entscheidet, ob bei der Finanzierung der Budgetdefizite auf den internationalen Kapitalmärkten Schwierigkeiten zu erwarten sind oder nicht.
Ein Land mit einem Überschuss in den laufenden Posten tut sich mit der Finanzierung von Haushaltsdefiziten erfahrungsgemäß leichter. Es ist nicht auf ausländische Gläubiger angewiesen, weil es keinen Kapitalimport braucht. Das erklärt, weshalb Japan bisher trotz eines öffentlichen Defizits von über zehn Prozent kaum Probleme mit der Refinanzierung hat. Auch China kann den Fehlbetrag in Staatshaushalt (knapp 3 Prozent) einfach finanzieren. Anders dagegen bei Ländern mit defizitärer Leistungsbilanz.
Addiert man die Budgetsalden zu den außenwirtschaftlichen Salden, jeweils in Prozent des Bruttoinlandsprodukts, so erhält man eine Vorstellung von der Verschuldungssituation eines Landes. Natürlich sind das nur erste Hinweise. Bei der Bewertung der einzelnen Länder spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Aufgrund der Schätzungen des Internationalen Währungsfonds für die Verhältnisse im Jahr 2010 ergibt sich
- Unter den 32 Industrieländern gibt es nur sieben, die einen positiven Wert des Index aufweisen (darunter die Schweiz, Norwegen und Singapur). Hier existieren keine Verschuldungsprobleme, sondern Überschüsse. Diese Staaten sind damit die sicheren Häfen, in die das Geld fließt.
- Am anderen Extrem stehen fünf Länder mit einem Index von -15 und darunter. Hier stehen die Ampeln auf dunkelrot. Dazu gehört neben Griechenland, Spanien und Portugal auch Großbritannien. In all diesen Regionen ist mit Zinserhöhungen zu rechnen (außer in Griechenland, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist).
- Bei sieben Ländern stehen die Ampeln auf gelb (Indexwerte zwischen – 10 und – 15).
- Dazu gehören unter anderem die Slowakei, aber auch Australien und Neuseeland und – ganz wichtig – die USA. In diesen Staaten sind ebenfalls risikobedingte Zinssteigerungen zu erwarten. Australien ist dabei wegen seiner Rohstoffe weniger gefährdet.
- Auf der Kippe stehen Länder wie Frankreich, Italien, Belgien oder Tschechien, aber auch Japan (mit Indexwerten jeweils knapp besser als – 10). Sie könnten noch mit einem blauen Auge davon kommen.
Die Anpassungen bei den Renditen konnten bisher herausgeschoben werden, weil es auf den Märkten viel Liquidität gab. Das wird sich aber mit dem Exit aus der ultra-lockeren Geldpolitik sukzessive ändern. Zunächst werden die Notenbanken weniger Papiere auf dem offenen Markt kaufen. Das wirkt sich vor allem in Großbritannien aus, wo die Bank von England einen großen Teil des Staatsdefizits finanziert hat. In einem zweiten Schritt wird sich die Versorgung der Banken mit Liquidität verringern. Damit fällt eine wichtige Käufergruppe von Staatspapieren aus.
Für den Anleger: Die Renditen für Anleihen einzelner Staaten werden sich in den kommenden Monaten verstärkt nach Risiken differenzieren. In Ländern mit guter Bonität können sie noch sinken. In Ländern mit schlechter Bonität werden sie steigen. Die Rating-Agenturen werden ihre Bewertungen entsprechend korrigieren.
Die sich für einzelne Staaten ergebenden höheren Zinsen sind für Anleger jedoch mit Vorsicht zu „genießen“. Die Erhöhung beruht nämlich nicht auf marktbedingten Verklemmungen bei unveränderter Bonität, wie das bei den Unternehmensanleihen im vorigen Jahr der Fall war. Er ist vielmehr Ausfluss der verschlechterten Bonität. Das ist ein schlechtes Omen. Niemand sollte sich darauf verlassen, dass es einen Staatsbankrott in unserer Zeit nicht mehr geben kann. Es ist gerade erst 20 Jahre her, dass fast die Hälfte aller Staaten dieser Welt überschuldet waren. Das hing damals mit der Lateinamerika-Krise zusammen.
Wenn der Markt die Risiken in Großbritannien und den USA ins Visier nimmt, wird sich wegen der Bedeutung dieser Länder für die Kapitalmärkte auch das Klima für Aktien und die jeweiligen Devisen verschlechtern.
Quelle: FONDS professionell
|
|
10.02.2010: Immo-Ranking: München und Wien top, Moskau stürzt ab
Eine aktuelle PwC-Studie zum Immobilienmarkt zeigt: Deutsche Städte etablieren sich in Europas Top-10-Immobilienranking/München wieder unter den Top-Städten / Wien steigt auf, Moskau stürzt ab
Die Immobilienmärkte in München und Hamburg bieten auch im Jahr zwei nach Beginn der Finanzkrise im europäischen Vergleich sehr gute Perspektiven für Immobilieninvestoren. Nach Einschätzung von über 640 befragten Immobilienexperten liegen die beiden Städte gemessen an den Ertragschancen in 27 europäischen Metropolen auf den Plätzen eins und drei. Hinter die bayerische Landeshauptstadt schiebt sich London auf den zweiten Rang, wie aus der Studie "Emerging Trends in Real Estate Europe 2010" von PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Urban Land Institute (ULI) hervor geht. Auch Berlin und Frankfurt konnten ihre Vorjahresplatzierungen unter den Top-Ten-Märkten verteidigen.
"Die Immobilienmärkte in den vier deutschen Städten zeichnen sich nach wie vor durch eine überdurchschnittliche Stabilität aus. Allerdings müssen die Spitzenplatzierungen vor dem Hintergrund einer insgesamt weiterhin schwachen Immobilienkonjunktur in Europa gesehen werden", kommentiert Jochen Brücken, verantwortlicher Partner für den Bereich Real Estate bei PricewaterhouseCoopers in Deutschland.
So bewerten die Experten die Rendite von Immobilieninvestitionen (bestehende Portfolios und Zukäufe) auf einer Skala von neun ("hervorragend") bis eins ("katastrophal") im gesamteuropäischen Durchschnitt nur mit 4,74 und damit nur etwas besser als 2009 (4,71).
Allerdings gibt es Anzeichen für eine Erholung des europäischen Immobilienmarktes. So liegt die Durchschnittsnote für die Rendite von Immobilienakquisitionen bei 4,94 und damit über der Bewertung für Bestandsimmobilien von 4,54. Attraktivster Markt für Käufer ist derzeit London (5,98). München (5,66) und Hamburg (5,56) folgen in diesem Ranking auf den Plätzen zwei und drei.
Schlechte Noten für Moskau
Während die deutschen Städte ihre Platzierungen im Immobilienranking zumeist halten oder leicht verbessern konnten, gab es auf den übrigen Positionen zum Teil starke Verschiebungen. Zu den Gewinnern zählen London und Paris, die 2010 wieder deutlich positive Ertragsperspektiven bieten. Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg Wiens. Die österreichische Hauptstadt kletterte im Ranking um elf Positionen auf den sechsten Rang.
Absteiger des Jahres ist Moskau. Nach Einschätzung der befragten Immobilienexperten leidet die Metropole unter einem hohen Leerstand, der vor allem auf das Abflauen des Ölbooms und die verbundenen volkswirtschaftlichen Probleme Russlands zurückzuführen ist. Die Benotung für die Ertragsperspektiven fiel im Jahresvergleich von 5,02 auf 4,17, im Ranking fiel Moskau damit um 17 Plätze auf Rang 23.
Kredite bleiben knapp
Wie bereits im Krisenjahr 2009 ist Kapital nach Einschätzung der Immobilienexperten knapp. Für 2010 erwarten rund 85 Prozent der Befragten eine nicht ausreichende Versorgung mit Fremdkapital, fast die Hälfte sieht die Branche sogar in einer Kreditklemme. Etwas besser sind die Perspektiven bei der Eigenkapitalfinanzierung.
Immerhin jeder vierte sieht Kapitalangebot und -nachfrage im Gleichgewicht, knapp 14 Prozent registrieren sogar ein Überangebot an verfügbarem Kapital.
"Nachdem sich viele institutionelle Investoren im vergangenen Jahr kaum am Markt engagiert haben, suchen sie 2010 intensiv nach neuen Anlagemöglichkeiten für die aufgestaute Liquidität. Insbesondere für so genannte opportunistische Investoren, die auf die Übernahme notleidender Investments spezialisiert sind, haben sich im vergangenen Jahr nicht die von vielen Marktteilnehmern erwarteten Investitionsmöglichkeiten ergeben", erläutert Brücken.
Büroraum in München, Wohnungen in Berlin
Während sich alle analysierten deutschen Städte durch eine vergleichsweise stabile Renditeentwicklung auszeichnen, unterscheiden sich die Immobilienmärkte im Detail zum Teil erheblich von einander.
München ist nicht nur der europaweit attraktivste Immobilienstandort, die Ertragsperspektiven für die Stadt haben sich gegenüber 2009 auch weiter verbessert (Note 5,61 gegenüber 5,51 im Vorjahr). Die befragten Investoren bevorzugen in München Büroobjekte. Gut jeder Dritte (33,8 Prozent) würde vor allem in diesem Segment aktiv werden.
Auch Einzelhandelsimmobilien (29,6 Prozent) und Wohnraum (21,8 Prozent) gelten als attraktiv.
In Hamburg haben sich die Renditeaussichten gegenüber 2009 leicht von 5,41 auf 5,38 verschlechtert, dennoch bleibt die Stadt im europäischen Vergleich ein Top-Standort. Bevorzugte Investments sind neben Logistikimmobilien Einzelhandelsobjekte (29,9 Prozent), zu Büro- und Wohnimmobilien würden jeweils gut 22 Prozent der Befragten raten.
Berlin profitiert nach Ansicht der Immobilienexperten von seinem Image als Kultur-metropole und der hohen Anziehungskraft für private Investoren. Eine Investition in Wohnraum empfehlen 30,6 Prozent der Befragten. Dies ist der höchste Wert für diese Immobilienkategorie im Vergleich aller europäischen Städte. In Büros würden demgegenüber nur knapp 16 Prozent bevorzugt investieren.
Frankfurt konnte sich im Vorjahresvergleich zwar in den Top-Ten halten, leidet aber nach Einschätzung vieler Befragter unter der starken Abhängigkeit vom Finanzsektor. Die Folgen sind fallende Mieten und steigende Leerstände. Auf der anderen Seite eröffnen sich längerfristig orientierten Anlegern Kaufgelegenheiten. Insgesamt bleiben Büroflächen für die relativ meisten Befragten (35,4 Prozent) die bevorzugten Investitionsobjekte in der Main-Metropole, während gut 30 Prozent eher im Einzelhandelssegment investieren würden.
Europas Top-Ten-Märkte
Rang 2010 (Rang 2009 in Klammern) Stadt Bewertung der Ertragsperpektiven*
1 (1) München 5,61
2 (5) London 5,52
3 (2) Hamburg 5,38
4 (8) Paris 5,32
5 (3) Istanbul 5,14
6 (17) Wien 5,09
7 (9) Berlin 5,05
8 (18) Mailand 4,98
9 (10) Frankfurt 4,93
10 (13) Warschau 4,89
* Durchschnittsnote auf einer Skala von 1 ("katastrophal") bis 9 ("hervorragend")
Alexander Otto, Vorsitzender von ULI Europe und CEO der ECE Projektmanagement kommentiert: "Die Studie von ULI und PwC spiegelt den allgemeinen Trend wider. Die europäische Wirtschaft ist dabei, sich zu erholen, doch der Prozess wird langsam und uneben sein. Wie sich die Werte dabei entwickeln ist abhängig davon, wie sich Europa wirtschaftlich im weltweiten Wettbewerb schlägt." (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
19.01.2010: "Diversifikation 2.0"
„Diversifikation allein reicht nicht aus"
„Der Aufbau eines sinnvoll und angemessen diversifizierten Portfolios gilt als Basisdisziplin für all jene Anleger, die einen dauerhaften und kontinuierlichen Anlageerfolg anstreben. Nach Ansicht von Lothar Eller, Geschäftsführer der Schweizer Vermögensverwaltung "Vermögens-Manufaktur", hat jedoch das Ausnahmejahr 2008 die Grenzen und Risiken vieler Modelle aufgezeigt. In einer aktuellen Studie hat Eller deshalb jene Annahmen auf den Prüfstand gestellt, die bis dahin als Standard galten. Dabei geht es ihm in erster Linie um die Frage, ob die Diversifikation über Märkte allein ausreichend ist, um der zunehmenden Volatilität an den Finanzmärkten künftig gerecht zu werden. Lesen Sie nachfolgend seine Einschätzung:
„Wenn es möglich wäre, aus allen verfügbaren Finanzanlagen die profitabelste ausfindig zu machen, dann würde jeder rational denkende Anleger dort sein ganzes Geld investieren. Allerdings nur dann, wenn er sicher sein kann, dass diese Anlage auch in Zukunft die profitabelste bleibt. Da es diese Sicherheit leider nicht gibt, neigen Anleger bereits seit dem Altertum rein intuitiv dazu, ihr Geld über verschiedene Anlagen zu streuen. Heutzutage wird dies als Diversifikation bezeichnet. Wissenschaftlich hat sich Harry Markowitz bereits 1952 in seiner Arbeit „Portfolio Selection“ dem Thema Diversifikation gewidmet. Er kam zu dem Schluss, dass ein richtig diversifiziertes Portfolio aus langfristig profitablen Einzelanlagen ein geringeres Risiko aufweist als jedes Investment in eine der Einzelanlagen allein. Die Arbeit von Markowitz bildet den Ausgangspunkt für die „Moderne Portfoliotheorie“, die im Vermögensmanagement weit verbreitet ist und auch die Grundlage des passiven Investmentansatzes bildet.
Passiver Investmentansatz
Der passive Investor geht davon aus, dass er sein Kapital nur über verschiedene, möglichst unabhängige Anlageklassen, wie Aktien, Rohstoffe und Renten, streuen muss, um langfristig eine angemessene Rendite bei vertretbarem Risiko zu erzielen. Er verzichtet auf aktive Anlagestrategien wie zum Beispiel das Timing. Als Risiko- und Money- Management wird dem passiven Investor neben der Diversifikation das so genannte Rebalancing empfohlen.
Der passive Investmentansatz erscheint auf den ersten Blick genial einfach zu sein. Aber macht er ein Portfolio wirklich wetterfest? Ist das wirklich alles was ein Anleger tun kann? Welche Annahmen müssen erfüllt sein, damit dieser Ansatz funktioniert. Und sind diese Annahmen realistisch?
Rebalancing
Unter „Rebalancing“ wird das periodische Wiederherstellen der ursprünglichen Risikostruktur eines Portfolios verstanden. Durch die unterschiedlichen Renditen der einzelnen Portfoliobestandteile verschiebt sich im Zeitablauf die Gewichtung der einzelnen Komponenten. In regelmäßigen Abständen, meist alle 12 oder 24 Monate, wird von den Positionen mit höherer Rendite in die Positionen mit niedrigerer Renditeumgeschichtet, bis die ursprüngliche Gewichtung wieder hergestellt ist. Rebalancing impliziert allerdings eine antizyklische Anlagestrategie, was die Annahme zu Grunde legt, dass sich die in der Vergangenheit renditeschwächeren Investments in Zukunft besser als die bisher renditestarken Positionen entwickeln. Das Rebalancing macht den passiven Ansatz natürlich auch ein Stückweit aktiv, denn der Anleger muss ja immer wieder Transaktionen durchführen und damit auch Transaktionskosten zahlen.
Wechselkursrisiken
Neben der Diversifikation über unterschiedliche Märkte sollte der Anleger bei Fremdwährungsanlagen auch auf eine Diversifikation im Währungsbereich achten. Man sollte beachten, dass die meisten Rohstoffe und damit auch der CRB-Index in US-Dollar notiert werden und somit eine Kombination mit dem US-Aktienmarkt zu einem Klumpenrisiko im US-Dollar führt. Wer dann noch Gold und Silber als Inflationsschutz hinzufügt, verstärkt die Abhängigkeit vom US-Dollar weiter.
Alles steigt langfristig?
Eine Voraussetzung, die bei der modernen Portfoliotheorie und auch beim passiven Investmentansatz erfüllt sein muss, ist die Annahme, dass jede eingesetzte Anlageklasse langfristig steigt. Hier ist langfristig sicher ein sehr dehnbarer Begriff. Viele Anleger empfinden 10, 15 oder 20 Jahre schon als sehr langfristig. In der Theorie müssen mittlerweile längere Zeiträume herangezogen werden, um die Annahme aufrecht zu erhalten. Betrachtet man beispielsweise den deutschen Aktienmarkt gemessen am DAX, so lassen sich mittlerweile 10-Jahres-Zeiträumefinden, in denen ein Anleger in diesem Markt Verluste gemacht hätte. Ein weiteres Beispiel ist der japanische Aktienmarkt. Bei einem Investment in den japanischen Index Nikkei 225 besteht selbst nach 20 Jahren die Möglichkeit, noch auf Verlusten zu sitzen. Hier wird die Leidensfähigkeit der Anleger sicher auf eine harte Probe gestellt.
In der Zeit als Markowitz seine Arbeit veröffentlichte, waren derart lange Verlustphasen an den Aktienmärkten noch nicht aufgetreten. Allerdings sollte niemand davon ausgehen, dass ein Ereignis, welches bisher nicht aufgetreten ist, zukünftig nicht auftreten kann. Wer nicht davon ausgeht, dass jede Anlageklasse im betrachteten Anlagezeitraum steigt, wird das Rebalancing deutlich kritischer sehen. Wenn eine oder mehrere Anlageklassen einen lang andauernden Abwärtstrend aufweisen, verstärkt Rebalancing die negativen Auswirkungen, indem immer wieder neues Geld in diese Anlageklasse investiert wird, welches aus den profitablen Anlageklassen abgezogen wird. Die alte Börsenweisheit: „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“ wird dadurch ins Gegenteil verkehrt.
Psychologische Hindernisse
Auch aus psychologischer Sicht ist das passive Investieren nicht einfach durchzuhalten. Viele Anleger betrachten ihr Portfolio nicht als Ganzes, sondern bilden so genannte „mentale Konten“ für jedes Einzelinvestment und orientieren sich an ihren Einstiegspreisen. Dies führt häufig dazu, dass der Anleger in der Krise seinen passiven Ansatz nicht durchhält und die stark gefallenen Positionen in Panik nahe dem Tiefpunkt abstößt. Hier wäre es sicher vorteilhaft, Verluste zu begrenzen und damit auch den Stress des Anlegers zu reduzieren. Obendrein zeigen Untersuchungen, dass bei Anlegern ein Verlust schwerer wiegt als ein Gewinn in gleicher Höhe. Man spricht hier von Verlustaversion. Wer in Kundenauftrag Vermögen betreut, tut gut daran Kapitalrückgänge niedrig zu halten, wenn er seine Kunden dauerhaft halten will. Außerdem sollten große Verluste in jeder einzelnen Position des Kundendepots tunlichst vermieden werden.
Veränderte Finanzmärkte
Die zunehmende Dynamik an den Finanzmärkten, wo sich beispielsweise zwei große Abwärtsbewegungen in den letzten 10 Jahren ereigneten, machen reine Kauf-Halte-Strategien zum Glücksspiel. Der Ausgang wird stark vom Ein- und Ausstiegszeitpunkt abhängig. Und es ist nicht unbedingt damit zu rechnen, die Dynamik an den Finanzmärkten wieder abnimmt und das Niveau der guten alten Zeit erreicht. Ebenfalls ist zu beobachten, dass sich die Entwicklungen an den Aktienmärkten verschiedener Länder immer mehr angleichen. Wenn die US-Aktienmärkte fallen, so fallen auch die Aktienmärkte in Europa und Asien. Früher war diese Tendenz nicht so ausgeprägt, so dass eine Diversifikation über Ländergrenzen wirkungsvoller war. Ein weiteres Problem tritt in Krisenzeiten auf. Dann neigen viele Finanzmärkte dazu im Gleichschritt in die Tiefe zu rasen. Und damit verliert die Diversifikation gerade dann ihre Wirkung, wenn der Anleger sie am meisten braucht. Das wurde auch im Krisenjahr 2008 im besonderen Maße deutlich. Rendite und Risiko messen
Bevor man sich die Anlageergebnisse der Beispiele ansieht, sollte man sich über die Kriterien zu deren Beurteilung Gedanken machen. Unstrittig ist sicher, dass neben der Rendite auch das Risiko einbezogen werden sollte. Meist ist es so, dass ein mehr an Rendite, durch ein höheres Risiko erkauft werden muss. Während die Rendite sich mit der durchschnittlichen Rendite (geometrisch) pro Jahr noch recht eindeutig bestimmen lässt, sind die Kennzahlen zur Quantifizierung des Risikos vielfältiger. In der Wissenschaft wird normalerweise die Standardabweichung der Renditen als Maß für das Risiko einer Anlage herangezogen. Allerdings trifft die Betrachtung nicht immer den Kern.
Stellen Sie sich beispielsweise zwei Kapitalanlagen vor: die eine hat eine konstante Rendite von drei Prozent in jeder Zeitperiode und die zweite hat in acht von zehn Fällen ebenfalls eine Rendite von drei Prozent je Zeitperiode. Jedoch hat die zweite Anlageform in zwei Zeitperioden eine Rendite von sechs Prozent. Die Standardabweichung der Rendite der zweiten Kapitalanlage ist damit höher als die erste. Aber ist das Risiko dadurch wirklich größer? Das Problem dieses Risikomaßes ist, dass auch positive Abweichungen als Risiko angesehen werden.
Den Anleger interessiert normalerweise nicht, ob seine Rendite vom Durchschnitt abweicht. Er möchte nichts von seinem Kapital verlieren. Hier ist der maximale Kapitalrückgang in Prozent sicher ein Maß, was dem Risikoempfinden des Anlegers näher kommt. Der maximale Kapitalrückgang stellt den größten Rückgang des Kapitals von einem zuvor erreichten Höchststand dar. Oder anders ausgedrückt, es ist der größte Verlust, der entsteht, wenn der Anleger den schlechtesten Ein- und Ausstiegszeitpunkt im Betrachtungszeitraum gewählt hätte.
Um die Rendite ins Verhältnis zum Risiko zu setzen, sind die Sharpe-Ratio und das MAR-Ratio mehr oder weniger gängige Kennzahlen. Die Sharpe-Ratio stellt die jährliche Rendite minus den risikolosen Zins ins Verhältnis zur anualisierten Volatilität der Renditen. Das MAR-Ratio ergibt sich aus dem Verhältnis von jährlicher Rendite zu maximalen Kapitalverlust.
Die Testbedingungen
An einer Reihe von einfachen Beispielen soll die Wirkungsweise und die zu erzielende Rendite, sowie das Risiko verschiedener Ansätze betrachtet werden. Zu diesem Zweck werden 100.000 Euro jeweils ab dem 1. Januar 1998 investiert und die Entwicklung bis zum 1. November 2009 betrachtet. Dabei wird die Wertentwicklung von ETFs auf der Basis des zugrunde liegenden Indizes simuliert, da es zum Startzeitpunkt noch keine ETFs für die betrachteten Märkte gab. Selbstverständlich wird eine für den jeweiligen ETF übliche Verwaltungsgebühr, sowie Transaktionskosten einberechnet. Für den Aktienmarkt wurde der DAX, für den Rentenmarkt der REX und für den Rohstoffbereich der CRB verwendet. Während beim DAX und REX kein Währungsrisiko für Anleger aus dem Euroraum auftritt, hat beim CRB, wie zum Beispiel auch bei Gold, Silber und Platin, nicht nur die Preisentwicklung der Rohstoffe, sondern auch die Wechselkursentwicklung von Euro zu US-Dollar einen Einfluss auf das Ergebnis. Der Geldmarkt wird durch ein Eonia-ETF abgebildet.
Jede Anlageklasse für sich betrachtet
Wer im Betrachtungszeitraum nur in ein DAX-ETF investiert hatte, erzielte eine durchschnittliche Jahresrendite von 1,63 Prozent und hatte dafür mit einem zwischenzeitlichen Kapitalrückgang von -73 Prozent sicher die ein oder andere schlaflose Nacht. Er wird sicher neidisch auf den REX geschaut haben, der eine Rendite p. a. von 5,08 Prozent erzielte und das bei einem maximalen Kapitalrückgang von nur -5,53 Prozent. Am schlechtesten erging es sicher dem reinen Rohstoff-Investor, er verlor sogar jährlich 1,55 Prozent. Hier hat der Verfall des US-Dollar zu dem Verlust geführt. In US-Dollar gerechnet wäre immerhin ein Jährlicher Zuwachs von 0,81 Prozent zustande gekommen.
Ein Mix aus Anlageklassen
Im nächsten Schritt betrachten wir die Ergebnisse eines diversifizierten Portfolios aus allen drei Anlageklassen. Wir investieren jeweils 30 Prozent in einen DAX-, einen REX, und einen CRB-ETF. Weitere zehn Prozent werden am Geldmarkt in ein Eonia-ETF investiert. Bei dieser Portfolio-Zusammensetzung wurde ohne Rebalancing eine Rendite p. a. von 2,27 Prozent erzielt und der maximale Kapitalverlust lag bei -25,94 Prozent. Durch die Streuung konnte eine Rendite erzielt werden, die über einen reinen DAX oder CRB Investment liegt. Auch der maximale Kapitalrückgang wurde gegenüber diesen beiden Anlageklassen deutlich reduziert. Allerdings wäre der Anleger mit einem Investment in einen Eonia-ETF mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 3,09 Prozent noch deutlich besser gefahren.
Auch wenn das Portfolio jeweils zum Jahresanfang neu rebalanciert wird, führt dies nicht zu deutlichen Verbesserungen bei der Rendite oder zur Risikoreduktion. Die Rendite steigt zwar auf 2,52 Prozent pro Jahr, dafür erhöht sich auch der maximale Kapitalverlust auf -28,38 Prozent. In diesem Beispiel hat Rebalancing also nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Rendite-Risiko-Relation geführt.
Verlustbegrenzung durch Stopps
Als nächstes nutzen wir neben dem Rebalancing auch noch einen nachgezogenen 10-Prozent-Stopp zur Verlustbegrenzung. Wird eine Anlageklasse im Laufe des Jahres ausgestoppt, so wird das Geld bis zum Rebalancing am Jahresanfang in Eonia-ETFs investiert. Am Jahresanfang wird dann die ursprüngliche Aufteilung in den Anlageklassen wieder hergestellt. Mit einer Rendite von 4,38 Prozent und einem maximalen Kapitalrückgang von nur -6,84 Prozent hat sich die Begrenzung der Verluste durchaus bezahlt gemacht.
Einfache Trendfolge-Strategie
Bei unserem letzten Beispiel ersetzen wir das Rebalancing durch eine trendfolgende Methodik aus der Technischen Analyse. Um nicht den Anschein von nachträglicher Optimierung zu erwecken, verwenden wir mit dem 200-Tage-Durchschnitt den wohl bekanntesten Indikator aus der Technischen Analyse. Sobald der Kurs einer Anlageklasse über den Durchschnitt verläuft, werden 30 Prozent des Kapitals investiert. Wenn der Kurs wieder unter den Durchschnitt fällt oder der nachgezogene 10-Prozent-Stopp erreicht wird, wird wieder in den Geldmarkt, sprich das Eonia-ETF umgeschichtet. Mit diesem Ansatz liess sich mit begrenzten Aufwand, eine Rendite von immerhin 7,13 Prozent erwirtschaften, und das bei einem vergleichsweise niedrigen maximalen Kapitalrückgang von -6,63 Prozent.
Sicher ist der 200-Tage-Durchschitt keine optimale Lösung, da es beispielsweise in ausgedehnten Seitwärtsphasen zu einigen Fehlsignalen kommt. Aber hier sind bereits Methoden verfügbar, die solche Schwachstellen deutlich reduzieren. Auch wurde in diesem Beispiel nur auf steigende Kurse gesetzt und die Möglichkeiten, die Short-ETFs eröffnen nicht berücksichtigt.
Resümee
Die Beispiele zeigen, dass sich durch gezielte Verlustbegrenzung, die Rendite steigern und das Risiko reduzieren ließ. Die Verwendung einer trendfolgenden Ein- und Ausstiegsstrategie anstelle des eher antizyklisch wirkenden Rebalancings hat zu einer deutlichen Renditesteigerung bei gleichzeitig erheblich verbesserten Risikokennzahlen geführt. Sicher kann behauptet werden, dass diese Ergebnisse Zufall sind, doch haben wir eine Reihe weiterer Test über längere Zeiträume und mit mehr Märkten durchgeführt, die diese Ergebnisse bestätigen. Hier lassen sich mit moderner Software schnell eigene Ideen überprüfen. Jeder sollte seine Strategie testen, bevor er danach sein Geld oder das Geld seiner Kunden investiert.
Diversifikation 2.0
Grundsätzlich soll an dieser Stelle nicht die Vorteilhaftigkeit von Diversifikation in Frage stellt werden, sondern viel mehr hinterfragt werden, ob Diversifikation über Märkte allein ausreichend ist, um der zunehmenden Volatilität an den Finanzmärkten gerecht zu werden. Neben der Diversifikation erscheint der Einsatz von Stopps sinnvoll. Wer aktive Strategien einsetzt, sollte nicht nur über die Anlageklassen diversifizieren, sondern auch ein Bündel von Strategien mit einem positiven Erwartungswert einsetzen. Denn auch Anlagestrategien können temporär versagen und dann hilft ein Strategie-Portfolio, den Anlageerfolg zu verstetigen. Eine Diversifikation über verschiedene Handelstaktiken und auch Zeitebenen kann zu einer deutlich verbesserten Rendite-Risiko-Relation führen. Und ETFs eignen sich schließlich nicht nur zum passiven Investieren, sondern bieten auch für aktive Investoren einen Mehrwert.
|
|
21.12.2009: Asset Allocation: Der Balanceakt zum Jahresende
Mit dem Jahresende ist der typische Zeitpunkt für Anleger gekommen, das eigene Portfolio unter die Lupe zu nehmen. Wie schon im vergangenen Jahr dürfte sich die Gewichtung der Anlagen im Portfolio stark verschoben haben. Das Problem: Es passt nicht mehr zum Anlageziel und Risikoprofil des Anlegers. Zeit, die optimale Asset Allocation wieder herzustellen.
Verschobenes Risikoprofil
Das Jahresende naht und mit ihm das jährliche Ritual vieler Anleger, sich mit der eigenen Kapitalanlage zu beschäftigen. Wie hat sich das Portfolio entwickelt? Welche Anlagen waren top, welche ein Flop? Tatsache ist, dass Anlegerdepots in den meisten Jahren – und speziell in den vergangenen beiden Jahren – durch Marktbewegungen ordentlich durchgerüttelt wurden. Das ist ein Problem, denn die Zusammensetzung passt dann oft nicht mehr zum Anlageziel und Risikoprofil des Anlegers.
Die Verschiebung ist zum einen die Folge der extremen Kursbewegungen – Anfang des Jahres ging es noch steil bergab und seit einigen Monaten wieder ordentlich bergauf. Allein der DAX legte seit Anfang März um rund 51 Prozent zu (Stand 15.12.2009). Zum anderen dürften die Anleger aber auch selbst ihre Portfolios durch ihre Reaktionen auf die extremen Kursbewegungen aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Denn typischerweise gilt: Steigen die Kurse, kaufen Anleger, fallen die Kurse, verkaufen sie Wertpapiere.
Rebalancing ein Muss
Was sollten Anleger also beachten, wenn sie ihre Portfolios zum Jahresende unter die Lupe nehmen? „Nach elf Monaten hoher Volatilität ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Großteil der Anleger ihre Portfoliogewichtung überholen muss“, sagt Henrik Amilon, Senior Research Analyst bei Sparinvest. „Voraussetzung ist, dass die Anleger eine Strategie haben und mit Hilfe eines professionellen Finanzberaters ihre optimale Asset Allocation kennen. Nun gilt es, diese für ihr Risikoprofil optimale, prozentuale Gewichtung der einzelnen Anlageklassen wieder herzustellen. Kurz gesagt: Rebalancing ist notwendig.“
Der Rebalancing-Prozess führt automatisch dazu, dass Anlageklassen verkauft werden, deren Wert gestiegen ist. Gleichzeitig wird in Anlagen investiert, die sich schwach entwickelt haben. „Mit dem Rebalancieren haben Anleger gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, sagt Amilon. „Zum einen beschert es ihnen stets ein Portfolio, das ihrem Risikoprofil entspricht. Zum anderen handeln sie endlich einmal antizyklisch, kaufen also billig und verkaufen teuer.“
Quelle: FONDS professionell
|
|
25.11.2009: Studie: Unternehmen rechnen mit Ende der Krise in 2010
___________________________________________________
Deutsche Unternehmen leiden im internationalen Vergleich am meisten unter Cashflow-Problemen infolge säumiger Zahler, rechnen aber mit einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft bis Ende 2010. Das ergab eine Umfrage des Kreditversicherers Atradius unter mehr als 3500 Unternehmen in 20 Ländern.
Atradius sieht in den Studienergebnissen die eigenen Prognosen bestätigt, appelliert aber an alle Marktteilnehmer, den aufkeimenden Aufschwung nicht durch ein rein rückwärts gerichtetes Kreditmanagement zu gefährden „Wichtiger ist eine angemessene Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des betreffenden Unternehmens“, so Michael Karrenberg, Leiter Risikomanagement bei Atradius Deutschland. „Diese so genannte ‚antizipative Bonitätsanalyse’ praktizieren wir bei Atradius bereits im Rahmen unserer Kreditversicherung. Um den Aufschwung aber nachhaltig zu finanzieren, ist ein Umdenken aller Marktteilnehmer erforderlich.“
Die eigene Erfahrung zeige, dass sich das Insolvenzrisiko für Unternehmen im Aufschwung noch einmal erhöht, weil steigende Umsätze nicht finanziert werden können. Grund: Die Vorlage der von der Wirtschaftskrise gebeutelten Jahresabschlüsse löst eine rapide Verschlechterung vieler Kreditnehmer-Ratings aus. Um dem entgegenzusteuern, sind laut Atradius-Deutschland-Chef Thomas Langen nicht nur Banken und Kreditversicherer in der Pflicht, die sich nicht allein auf zurückliegende Daten wie Bilanzen stützen dürfen, sondern auch die Unternehmen selbst.
„Diese müssen mit ihren Kreditgebern eng zusammenarbeiten und aussagekräftige Informationen zur Verfügung stellen, um eine fundierte Kreditentscheidung zu ermöglichen“, so Langen, der ein Umdenken der Unternehmen bereits in seiner täglichen Praxis erkennt: „Die zunehmende Transparenz der Unternehmen führt dazu, dass wir aufgrund der genaueren Informationen viele Risiken anders bewerten und Kreditlimite erhöhen können. In Deutschland sind wir aus diesem Grund in der Lage, den Deckungsschutz für 30.000 Unternehmen zu erweitern.“
Weitere Ergebnisse der Studie im internationalen Vergleich:
• 46 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben im Zuge der Wirtschaftskrise den Anteil ihrer Geschäfte mit Zahlungsziel ausgeweitet, 17 Prozent davon sogar deutlich. Nur in Mexiko und Italien gibt es mehr Unternehmen, die über eine deutliche Ausweitung ihrer Verkäufe mit Zahlungsziel berichten. Bei 42 Prozent der Deutschen blieb der Anteil der Lieferungen auf Rechnung gleich.
• 58 Prozent der deutschen Studienteilnehmer klagen aufgrund von Zahlungsausfällen ihrer Kunden über einen reduzierten, 16 Prozent davon sogar über einen deutlich reduzierten Cashflow. Kein anderes Land der Studie berichtet über ähnlich große Probleme. 32 Prozent der Befragten in Deutschland sehen keine Veränderung in ihrem Cashflow aufgrund säumiger Zahler.
• 39 Prozent der deutschen Studienteilnehmer erwarten, dass ihre Kunden bis Ende 2009 an Finanzkraft einbüßen. Nur Spanien und Irland sind in dieser Hinsicht pessimistischer. 40 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sich die Finanzkraft ihrer Kunden stabilisiert.
• 28 Prozent der befragten deutschen Unternehmen erwarten, dass ihre eigene Finanzkraft
bis Ende des Jahres nachlassen wird. Nur in Irland, Spanien und Frankreich gibt es mehr Unternehmen mit dieser Prognose.
• Die Befragten aus Deutschland stellen sich darauf ein, dass das Bruttoinlandsprodukt
und die Exporte in 2010 weiter anziehen und sich die Unternehmensgewinne stabilisieren werden. Gleichzeitig erwarten die Befragten, dass sowohl die Insolvenzen als auch die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr weiter ansteigen.
• 61 Prozent der Deutschen rechnen wie die meisten anderen Länder insgesamt mit einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft bis Ende 2010. 22 Prozent glauben erst an einen Aufschwung in 2011 und 17 Prozent ab 2012.
Hintergrundinfo zur Studie
Für die aktuelle Studie zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Unternehmen wurden im Zeitraum Mitte Juli bis Anfang August 2009 über 3500 Firmen aus allen Branchen in 20 Ländern befragt: Australien, Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Irland, Italien, Kanada, Mexiko, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien und USA. Die Studienergebnisse können kostenlos unter www.atradius.de heruntergeladen werden. (ir)
Die Atradius-Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkasso-Dienste an und ist in 42 Ländern vertreten. Die Gruppe unterstützt Unternehmen, indem sie sie vor Zahlungsrisiken aus Verkäufen von Waren und Dienstleistungen auf Ziel schützt. Atradius hat mit 160 Büros Zugang zu Bonitätsinformationen über 52 Millionen Unternehmen weltweit und trifft täglich mehr als 22.000 Kreditlimitentscheidungen.
Quelle: FONDS professionell
|
|
27.10.2009: Asset Management in Zeiten der Krise – Sachwerte als Chance
___________________________________________________
Die diesjährige Multi-Asset-Konferenz ist mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. Rund 120 Multi-Asset-Strategen aus ganz Deutschland gaben sich in der bayerischen Landeshauptstadt ein Stelldichein, um sich einen Tag lang über die die jüngsten Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten, Chancen und Risiken in den verschiedenen Anlageklassen auszutauschen und einen Blick in die Zukunft zu wagen. Auf der Agenda standen dabei Fragen wie: „Welche Konsequenzen hat die Finanzkrise für das Asset Management?“, „Welche Anlageklassen sind 2009 gut gelaufen, welche weniger gut?“ und „Wie sollte man sich für das kommende Jahr strategisch aufstellen?“
Mit auf der Rednerliste stand auch die Schweizer Investmentlegende Felix Zulauf. Der Vortrag des eidgenössischen Vermögensverwalters war mit großer Spannung erwartet worden, handelte es sich doch um seinen einzigen öffentlichen Auftritt in Deutschland in diesem Jahr.
Zulauf lieferte eine gewohnt pointierte Analyse der Verfassung der internationalen Finanzmärkte. Der Asset Manager, der mit seinen Prognosen in der Vergangenheit mehrfach ins Schwarze getroffen hat, warnte in seinem Vortrag vor den Folgen einer globalen Bilanzrezession: „Ähnlich wie in Japan die Unternehmen, werden in den nächsten Jahren die privaten Haushalte in den USA und Europa den Fokus auf den Schuldenabbau legen.“
Staat muss aktiver werden – Anstieg der öffentlichen Verschuldung
In einer Situation, in der die Unternehmen wie auch die privaten Haushalte schwer verschuldet sind, sei die traditionelle Geldpolitik zur Wirkungslosigkeit verdammt. Zulauf forderte daher eine aktivere Rolle des Staates bei der Krisenbekämpfung, warnte aber zugleich vor den Folgen staatlicher Konjunkturpolitik: „Der Staat hat in dieser Situation keine andere Wahl. Er muss einspringen und die Schwäche der Wirtschaft ausgleichen, indem er die Ausgaben erhöht“, so Zulauf. Das aber habe zur Folge, dass die öffentliche Verschuldung dramatisch ansteige. „Die Folgen der Fiskalkrise haben unsere Kinder und Enkelkinder zu tragen. Man kann das ein paar Jahre vertuschen. Aber früher oder später muss dieses Problem gelöst werden“, meint Zulauf.
Schwellenländer und Sachwerte sind Optimum
Gegen Ende seiner Analyse wagte der für seine Prognose-Genauigkeit viel gerühmte Vermögensverwalter noch einen Blick in die Zukunft: „Die Musik spielt immer stärker in den Schwellenländern. Diese Länder sind große Sparer, erwirtschaften Überflüsse und haben eine junge und wachsende Bevölkerung – ähnlich wie wir in den 50er Jahren“, so Zulauf. „Wir in Mittel- und Westeuropa sind dagegen heute die älteren Herren, die am Stock gehen und keine große Dynamik mehr haben.“
Mit Blick auf das historisch niedrigen Zinsniveau und den mittelfristig zu erwartenden Anstieg der Inflation beschied Zulauf dem Aktienmarkt bessere Perspektiven als Anleihen. „Eine Sachwertestrategie verspricht in der aktuellen Situation eindeutig die besten Erfolgsaussichten.“
Gold glänzt weiter
Potenzial räumt der Schweizer Vermögensverwalter auch Gold ein. Ihm zufolge ist das Edelmetall „der einzige Vermögenswert, der derzeit auf historischem Höchstkurs ist“. Der Anstieg des Goldpreises sei ein Spiegelbild der laufenden Abwertung unserer Währungen und damit zugleich ein Ausweis des Misserfolgs der Notenbanken. Entsprechend positiv fiel denn auch Zulaufs Einschätzung zur Entwicklung des Goldpreises aus: „Für Gold bin ich weiterhin optimistisch.“
Weitere anwesende Experten
Neben Zulauf steuerten auch Dirk Meiwirth, Portfoliomanager bei der Credit Suisse Asset Management Immobilien KAG (Vortrag: Offene Immobilienfonds – Urgestein oder Auslaufmodell?), Christoph Eibl, Rohstoffexperte der Tiberius Asset Management AG (These: Rohstoffe profitieren von Konjunkturerholung und Nachholbedarf der Schwellenländer), Sandro Näf, Anleihen-Spezialist und Partner bei der dänischen Capital Four Management A/S („High-Yield-Bonds profitieren vom aktuellen Umfeld“), Thomas Rogalla, Schifffahrtsexperte der Solanos GmbH und Florian Siemer, bei der Neue Vermögen Asset Management GmbH als ausgewiesener Kenner für Wald- und Forst-Investments aktiv, ihre Erfahrungen bei.
Multi-Asset-Strategien bewähren sich auch in der Finanzkrise
Christian Gruben, Geschäftsführer der gastgebenden Neue Vermögen Asset Management GmbH, führte die verschiedenen Aspekte in seinem Abschlussvortrag zusammen und ließ in seinem Vortrag die dramatischen Wochen, in der Finanzkrise auf ihrem Höhepunkt war, nochmals Revue passieren: „In den sechs Wochen nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers waren alle Anlageklassen mit Ausnahme von Anleihen von einer Illiquidität bedroht. Auf dem Höhepunkt der Krise war ein exzessiver Anstieg der Korrelationen zwischen den Anlageklassen zu beobachten. Zudem hat die Finanzkrise die Diversifikationspotenziale innerhalb der Anlageklasse Aktien ausgehöhlt. In der Folge haben auch Multi-Asset-Portfolios parallel zu den Märkten an Wert eingebüßt. Erst nachdem es den Notenbanken gelungen ist, den Systemzusammenbruch abzuwenden, haben sich diese Anomalien schrittweise wieder zurückgebildet.“
Zwei Schlussfolgerungen
Zwei Schlussfolgerungen zog der Multi-Asset-Stratege aus dieser Entwicklung: „Investmentfonds sollten sich nicht nur in relativen Kategorien, also in Bezug auf eine Benchmark, messen lassen, sondern auch absolut betrachtet, ein gutes Ergebnis bringen.“ Dies gelte auch für den von ihm gemanagten „NV Strategie Quattro Plus AMI“, der sich in der Finanzkrise in vergleichsweise robuster Verfassung präsentiert hat. Der vermögensverwaltende Fonds bewegt sich heute auf dem Niveau von Ende 2005.
Diversifikation ein Muss
Zudem seien Asset Manager aufgefordert, immer neue Diversifikationspotenziale zu erschließen. Besonders interessant seien dabei Alternative Investments wie etwa Wald oder Schiffe. Und auch in einem weiteren Punkt war sich Gruben einig mit seinen Vorrednern: „In der aktuellen Niedrigzinsphase eröffnet eine breit diversifizierte Sachwertstrategie die besten Chancen.“
Quelle: FONDS professionell
|
|
23.10.2009: Ifo-Geschäftsklimaindex leicht verbessert
___________________________________________________
Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Oktober weiter gestiegen.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 91,9 Punkte von 91,3 im Vormonat, wie das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mitteilte. Die befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftssituation nicht mehr ganz so unzufrieden wie im September. Ihre Geschäftsperspektiven für das kommende halbe Jahr bewerten sie erneut etwas günstiger. Die Erholung setzt sich zögerlich fort.
Im verarbeitenden Gewerbe ist das Geschäftsklima etwas weniger schlecht als im Vormonat. Die weiterhin unbefriedigende Geschäftssituation der Industriefirmen hat sich geringfügig entspannt. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sind die Befragungsteilnehmer zuversichtlicher als im September. Trotz der Aufwertung des Euro sehen die Unternehmen etwas bessere Exportchancen. Den vorhandenen Maschinenpark lasten sie ein wenig stärker aus als im Sommer. Dennoch ist die Geräteauslastung weit unterdurchschnittlich. Den Personalabbau planen die Unternehmen etwas zu verlangsamen.
Im Großhandel ist der Geschäftsklimaindex weiter gestiegen. Die aktuelle Geschäftssituation ist den Befragungsteilnehmern zufolge merklich besser als im Vormonat. Allerdings sehen sie der weiteren Entwicklung kritischer entgegen als zuletzt. Die Einzelhändler sind unzufriedener mit ihrer momentanen Geschäftslage. Zudem sind sie skeptischer bezüglich der Geschäftsentwicklung im nächsten halben Jahr als im September. Das Geschäftsklima hat sich im Einzelhandel daher verschlechtert.
Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima kaum verändert. Die Bauunternehmen sind geringfügig unzufriedener mit ihrer derzeitigen Geschäftslage, bewerten ihre Geschäftsperspektiven aber günstiger als im Vormonat.
Ifo Geschäftsklima
Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 normiert.
Quelle: FONDS professionell
|
|
21.09.2009: Analyse der Woche: Land in Sicht für die deutsche Wirtschaft
___________________________________________________
Rings um den Globus mehren sich die Anzeichen für ein Ende der Wirtschaftskrise. Auch der Konjunkturausblick der Deutschen Bank sieht Licht am Ende des Tunnels. Die Experten von DB Research beurteilen die mittelfristigen Wachstumschancen verhalten optimistisch.
Wichtige Stimmungsindikatoren befinden sich seit einiger Zeit im Aufwärtstrend. So steigt der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex seit seinem Tiefstand im März Monat für Monat kontinuierlich an. Fünf Mal in Folge verbesserte sich das Geschäftsklima – für Experten ein stabiler Aufwärtstrend, auch wenn der Index noch immer unterhalb des langjährigen Mittelwertes liegt. Noch optimistischer sind deutsche Unternehmer hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen. Bereits seit Anfang des Jahres zeigt die Ifo-Kurve steil nach oben. Inzwischen haben die Geschäftserwartungen den Stand des Jahres 2005 erreicht.
Ähnliche Vorzeichen beim Konsumentenvertrauen: Der führende GfK-Konsumklimaindex hat sich seit seinem Tiefpunkt Ende 2008 bis heute stetig verbessert. Trotz steigender Arbeitslosenzahlen und wachsender Sparquote rechnen die Konjunkturexperten der Deutschen Bank im laufenden Jahr mit einem Anstieg des privaten Konsums um etwa einen halben Prozentpunkt. Angesichts der schweren Rezession wäre dies durchaus ein Erfolg.
Produktion zurück auf Wachstumspfad
Auch bei den harten Daten wie Auftragseingänge, Industrieproduktion und Export ist nach den Einbrüchen im Winterhalbjahr eine signifikante Erholung zu verzeichnen. So nahmen die Auftragseingänge, gestützt durch eine anziehende Nachfrage aus dem In- und Ausland, seit März um über 16 Prozent zu. Allein im Juli lagen die Auslandsaufträge um rund 14 Prozent und die Inlandsorders sogar um rund 18 Prozent über dem Tiefststand vom Februar 2009.
Höhere Auftragseingänge führten zu teils kräftigen Produktionserhöhungen. Im Ergebnis wurde erstmals seit fünf Quartalen im zweiten Quartal 2009 mit 0,3 Prozent wieder ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Für 2010 sind die Volkswirte verhalten optimistisch. Die meisten Frühindikatoren deuten auf einen Anstieg der Produktion in allen wichtigen Industriebranchen hin. Für nächstes Jahr ist daher – nicht zuletzt wegen des sehr niedrigen Ausgangsniveaus – mit einem nennenswerten Produktionsanstieg im verarbeitenden Gewerbe von etwa fünf Prozent zu rechnen.
Bodenbildung beim Export
Der deutliche Anstieg der Auftragseingänge belebt auch die Exporte. Setzt sich die günstige globale Entwicklung vor allem in Asien fort, sind weitere positive Impulse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten. Einkaufsmanagerindizes in China und den USA deuten einen nachhaltigen Aufwärtstrend an. Nach Ansicht der Deutschen Bank Research sollten die deutschen Exporte bereits im Mai ihren Abwärtstrend durchbrochen haben. Allerdings ist hier, wie auch bei anderen Konjunkturindikatoren, keine Einbahnstraße nach oben zu erwarten. Gerade die Phasen vor und nach konjunkturellen Wendepunkten zeichnen sich durch starke Schwankungen aus.
Ausblick
Aufgrund der jüngsten positiven Konjunkturdaten gehen die Experten der Deutschen Bank davon aus, dass der konjunkturelle Wendepunkt im zweiten Quartal 2009 erreicht wurde. Im zweiten Halbjahr sollte das Wachstum an Dynamik gewinnen. Als ein von der Weltwirtschaft abhängiges Land hängt die nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft allerdings stark vom globalen Wirtschaftswachstum ab. Die Konjunkturexperten erwarten für die USA für 2010 ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent und für die Weltwirtschaft insgesamt von 2 Prozent. Unter diesen Voraussetzungen halten sie für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von rund 1,0 Prozent für realistisch.
Quelle: FONDS professionell
|
|
16.09.2009: Fed-Chef Bernanke: US-Rezession „wahrscheinlich“ vorbei
___________________________________________________
Nach Einschätzung des US-Notenbankchefs Ben Bernanke hat die US-Wirtschaft die Rezession überwunden. „Aus technischer Sicht ist die Rezession wahrscheinlich vorüber“, so Bernanke. Der Fed-Chef warnte jedoch, dass die Erholung zunächst kaum spürbar sein werde. Auch 2010 werde das Wachstum voraussichtlich moderat bleiben und die Schaffung von Arbeitsplätzen nur langsam vorankommen. Das Wachstum dürfte durch anhaltende Probleme im Finanzsektor und bei der Kreditvergabe belastet werden. Die Rezession ist vorbei, sobald die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich wieder zulegt.
Quelle: FONDS professionell
|
|
15.07.2009: Niedrigster Wert seit 1966: Inflation erreicht Nullpunkt im Juni
___________________________________________________
Die Inflationsrate für Juni 2009 betrug nach Berechnungen der Statistik Austria 0 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit August 1966. Auch gegenüber dem Vormonat Mai sind die Preise im Durchschnitt gleich geblieben. Der nach dem kontinuierlichen Rückgang der Teuerung in den Vormonaten (Mai 0,3%, April 0,7%, März 0,8%) nunmehr eingetretene Stillstand wurde, wie in den letzten Monaten, hauptsächlich durch den statistischen Basiseffekt bei Treibstoffen und Heizöl verursacht. Obwohl die Preise für Treibstoffe und Heizöl in den vergangenen Monaten wieder leicht stiegen, blieben sie dennoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Ohne diese Verbilligungen im Jahresabstand bei Treibstoffen und Heizöl hätte die Inflationsrate 1,6 Prozent betragen.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2005 (VPI 2005) für den Monat Juni 2009 betrug 107,7 (Basisjahr 2005). Gegenüber dem Vormonat (Mai 2009) blieb das durchschnittliche Preisniveau unverändert.
Die harmonisierte Inflationsrate (HVPI 2005) für den Monat Juni 2009 betrug minus 0,3 Prozent (Mai 0,1%, April 0,5%, März 0,6%), der Indexstand des HVPI (Basisjahr 2005) lag im Juni 2009 bei 107,70 (Mai 107,79 revidiert). (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
13.07.2009: „Wir stehen am Anfang der Erholung“
___________________________________________________
In ihrem aktuellen Research-Ausblick „Global View“ für das dritte Quartal 2009 kommt die Bank Sarasin zu dem Schluss, dass sich die Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr 2009 erholen wird. An den Finanzmärkten kam es mit Beginn der Stabilisierung im zweiten Quartal zu einem signifikanten Rückgang der Risikoaversion seitens der Anleger. Die Wende in den Stimmungsindikatoren dürfte nun auch in der Realwirtschaft spürbar werden.
Im einsetzenden Aufschwung empfiehlt die Bank den Anlegern, ihre Portfolios zyklischer auszurichten. Nach der Rallye der Unternehmensanleihen in der ersten Jahreshälfte stehen in der zweiten Jahreshälfte die Aktienanlagen im Vordergrund. Bei den Regionen fokussiert die Bank Sarasin verstärkt auf die Schwellenländer. Fortsetzen dürfte sich die Rotation weg von defensiven hin zu zyklischen Sektoren.
Dass die Produktion von Unternehmen in schwierigen Wirtschaftsphasen kollektiv zu stark eingeschränkt wird und es in der Folge zu Engpässen kommt, ist ein Naturgesetz in jedem Konjunkturzyklus und zeigt sich auch aktuell wieder. Bereits gibt es Berichte, dass in einigen Wirtschaftbereichen die Vorratsbestände zur Neige gehen. Setzt sich dieser Trend fort, ist in der zweiten Jahreshälfte – sofern der Staat weiterhin die gestiegene Sparneigung der Haushalte kompensiert – mit einem zyklischen Aufschwung und einem positiven Wachstum in den meisten Regionen der Welt zu rechnen.
Aktienmärkte profitieren – Wandelanleihen attraktiv
Der zyklische Aufschwung dürfte im zweiten Halbjahr die Staatsanleihen belasten und zu höheren Zinsen führen. Die Aussichten auf eine Tiefinflationsphase im Jahr 2010 und die Weiterführung der Nullzinspolitik der meisten Zentralbanken werden den Zinsanstieg aber begrenzen. Unternehmensanleihen haben mit einer fulminanten Rallye im ersten Halbjahr das zu Jahresbeginn ausgemachte Potenzial beinahe ausgeschöpft.
Die Bank Sarasin setzt deshalb vermehrt auf Aktien, welche am meisten vom Aufschwung profitieren dürften. Ebenfalls attraktiv sind Wandelanleihen, die erstens vom weiteren Rückgang der Risikoprämien und zweitens vom erwarteten Anstieg der Aktienmärkte profitieren können. Inflationsgeschützte Anleihen dürften marginal schlechter rentieren als normale Anleihen, bieten dem Anleger aber die Möglichkeit sich günstig gegen einen Inflationsschub zu versichern.
Dr. Jan Amrit Poser, Leiter Research und Chefökonom der Bank Sarasin: "Insgesamt haben wir wenig Zweifel daran, dass wir am Beginn einer zyklischen Erholung stehen, welche die Weltwirtschaft bis ins Jahr 2010 hinein beflügeln sollte. Ob sich daraus ein selbsttragender Aufschwung entwickelt, wird sich erst 2010 zeigen. Die Rückkehr zu einem positiven Wachstum ab der zweiten Jahreshälfte 2009 sollte aber nicht dahingehend missverstanden werden, dass die schwerste Wirtschaftskrise seit acht Jahrzehnten endgültig der Vergangenheit angehört. Die Voraussetzung, dass der Lagerzyklus überhaupt anspringen kann, ist nämlich eine Stabilisierung der Endnachfrage."
Philipp E. Bärtschi, Chefstratege der Bank Sarasin, ergänzt: "Trotz kurzfristiger Rückschlaggefahr sind wir übergewichtet in Aktien. Die Anleiheanlagen haben wir in den Portfolios bereits deutlich reduziert. Dies hat zu Liquidität geführt, die wir im dritten Quartal nutzen wollen, um die Gewichtung von Aktien und Rohstoffanlagen je nach Marktumfeld weiter zu erhöhen."
Konjunkturelle Risiken sind mittelfristiger Natur
Sarasin nennt drei strukturelle Bremsfaktoren, die den Aufschwung der Wirtschaft mittelfristig dämpfen könnten: Die größte Bremse ist die schwache Kreditvergabe der Geschäftsbanken, die damit als wichtige Konjunkturstütze wegfallen. Die zweite Bremse stellt das Erfordernis der Konsolidierung der Staatshaushalte dar. Um die Staatsfinanzen wieder auf eine solide Basis zu stellen und einen rasanten Schuldenanstieg – vor allem im Hinblick auf die sozialen Systeme der Alterssicherung – zu verhindern, werden fiskalpolitische Impulse zwangsläufig auslaufen. Die dritte Bremse ist die Notwendigkeit einer Rückkehr zu einem internationalen Handelsgleichgewicht. Diese Faktoren werden sich bremsend auf das Wachstum auswirken, müssen aber nicht zwangsläufig zu einer erneuten Konjunkturdelle führen.
Schwellenländer könnten zu Wachstumsmotor werden
Schon auf Wachstumskurs befinden sich die Stimmungsindikatoren der Schwellenländer. Sie haben auf die staatlichen Maßnahmenprogramme stärker angesprochen und können die Binnennachfrage leichter mobilisieren. Dabei profitieren sie mehrheitlich von einer günstigeren Demographie, welche die Basis für künftiges Wachstum bildet. Die Strategie des Hauses, die Schwellenländer und seit März 2009 insbesondere Asien innerhalb des Aktienanteils der Portfolios auszubauen, hat sich ausgezahlt. Die wirtschaftliche Lage allen voran in China, aber auch in Indien, hat sich früher als in den entwickelten Ländern stabilisiert. Das Potenzial ist gemäß der Beurteilung des Researchs der Bank Sarasin für die nächsten zwölf Monate nicht ausgeschöpft.
Aufbau zyklischer Märkte und Sektoren – Fokus auf Aktien mit operativem Hebel
Neben den Schwellenländern scheint auch Japan dank der Wende in den globalen Stimmungsindikatoren zunehmend attraktiv. Mindestens gleich wichtig wie die regionale Positionierung ist jedoch die Aktienauswahl. Hier gilt es vor allem auf Export orientierte Firmen zu setzen, welche den Hauptanteil ihrer Umsätze in Wachstumsmärkten erzielen. Unternehmen mit einem hohen operativen Hebel, das heißt solche deren Gewinne besonders stark auf einen Umsatzanstieg reagieren, sollten in diesem Aufschwung bevorzugt werden. Der Schwerpunkt der Sektorallokation liegt auf den Sektoren Roh-/Grundstoffe und Industrie.
Die steigende Stahlnachfrage von China im ersten Halbjahr weist auf die Belebung der Industrietätigkeit hin. Ebenfalls ist eine starke Nachfrage nach Industriemetallen durch China zu verzeichnen. Die beste Kursentwicklung im zweiten Quartal weist der Finanzsektor auf. Obwohl aufgrund der steigenden Kreditausfälle und der zunehmenden Regulierungsanforderungen die Risiken in diesem Sektor nach wie vor als hoch einzustufen sind, scheint sich die Lage positiv zu entwickeln. Ein weiterer Ausbau zyklischer Sektoren im Verlauf des dritten Quartals ist wahrscheinlich.
Für defensive Sektoren wie Gesundheit und Telekommunikation sieht die Bank Sarasin weiterhin ein unterdurchschnittliches Kursentwicklungspotenzial.
Quelle: FONDS professionell
|
|
12.06.2009: Zinsen für US-Staatspapiere steigen deutlich
___________________________________________________
Die Zinsen, welche die USA Abnehmern von Staatsanleihen zahlen müssen, sind im Zuge der explodierenden Staatsverschuldung des Landes in den letzten Monaten deutlich gestiegen, wie Reuters berichtet. Bei der jüngsten Aktion bot das Finanzministerium zehnjährige Treasuries mit einer Verzinsung von 3,99 Prozent an – so viel wie seit August 2008 nicht mehr. Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach den Staatspapieren gewesen, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.
Bei der jüngsten Auktion von langläufigen US-Staatsanleihen handelte es sich um die erste seit dem Aufkommen von Spekulationen, dass die Vereinigten Staaten wegen der hohen Staatsverschuldung ihre Bonitäts-Bestnote "AAA" verlieren könnten. Auslöser war, dass die Ratingagentur S&P im Mai ihren Ausblick für Großbritannien auf "negativ" gesenkt und damit Befürchtungen weckte, dass das Inselreich – das wirtschaftlich in vielerlei Hinsicht oftmals mit den USA verglichen wird – seine Bestnote "AAA" einbüßen könnte. Beide Länder leiden – wie viele andere Staaten auch – als Folge der Rezession unter geringeren Steuereinnahmen und deutlich gestiegenen Ausgaben für Programme zur Belebung der Konjunktur. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
13.05.2009: Investmentguru Soros: „Freier Fall der Wirtschaft ist gestoppt“
___________________________________________________
"Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt, der Kollaps des Finanzsystems abgewendet", sagte der US-Großinvestor George Soros in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". „Die staatlichen Konjunkturstimuli beginnen zu wirken. Die Abwärtsdynamik lässt nach. Die allgemeine Panik, in der alle nur Geld gehortet haben, ist vorbei. Ein Teil des Geldes, das an der Seitenlinie geparkt war, kommt auf die Finanzmärkte zurück“, so der 79-Jährige weiter.
Die anschließende konjunkturelle Erholung werde voraussichtlich etwa die Hälfte des vorherigen Abschwungs wettmachen und dann in eine Stagnation übergehen.
Dollar bleibt Leitwährung
Dem Dollar als Leitwährung wird Soros zufolge so schnell keine andere Währung den Rang ablaufen. Der Euro habe seine eigenen Schwierigkeiten, der chinesische Renminbi biete keine Alternative. "Ich sehe nicht, dass der Dollar gegen den Euro groß an Wert verliert, im Gegenteil", sagte Soros. (dnu)
|
|
27.04.2009: Starökonom Nouriel Roubini: Der Aufschwung kommt – aber gemächlich
___________________________________________________
Mit seinen oftmals präzisen Vorhersagen hat sich der Ökonom und New Yorker Universitätsprofessor Nouriel Roubini bereits seit längerem einen Namen in der Finanzbranche gemacht. Die Tatsache, dass er tendenziell düstere Prognosen aufstellt, brachte ihm dabei den Spitznamen „Dr. Doom“ ein.
Auch mit Blick auf das Ausmaß der aktuellen Finanzkrise lag Roubini richtig – wobei er sogar ein wenig zu optimistisch war. Denn während er prophezeite, dass von den großen Investmentbanken in den USA binnen zwei Jahren zwei pleite gehen würde und keine einzige unabhängig bleiben würde, dauerte es de facto nur sieben Monate, bis der Fall eingetreten war: Während Bear Stearns und Lehman Brothers kollabierten, wurde Merrill Lynch von der Bank of America übernommen und Morgan Stanley und Goldman Sachs gaben ihren Investmentbankenstatus auf und wandelten sich in normale Geschäftsbanken um.
Seither ist einiges geschehen – wobei sich mittlerweile sogar erste Lichtblicke abzeichnen, wie Roubini in einem Interview mit Steve Forbes anmerkt. Allerdings warnt er davor, zu früh in Euphorie zu verfallen, da es absehbar noch eine ganze Weile dauern dürfte, bis sich eine nachhaltige Erholung an den Finanzmärkten abzeichnet.
Positiv sei, dass die Talfahrt und Schärfe des globalen Abwärtstrends an Momentum verloren habe. Ein Indikator hierfür sei das wieder anziehende US-Wirtschaftswachstum, das per Ende des vierten Quartals und im ersten Quartal 2010 deutlich höher ausfallen sollte, als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, ist Roubini überzeugt. Allerdings dürfte nichtsdestotrotz noch immer ein Minus davor stehen.
Auch andere Faktoren sprechen dafür, dass man kurzfristig vorerst lieber skeptisch bleiben sollte. Zum einen makroökonomische Daten, die weltweit noch für negative Überraschungen sorgen könnten. Gleiches gelte Roubini zufolge auch für Geschäftszahlen und Gewinne, hinzu kämen sinkende Margen, Probleme in einigen Schwellenländern, deflationäre Tendenzen und weitere, erwartete Negativnachrichten aus dem Finanzsektor, wo noch einige Player insolvent gehen dürften, meint Roubini. Angesichts dieses Szenarios sollte man ihm zufolge im Hinterkopf haben, dass die bisherigen Tiefststände womöglich noch einmal getestet werden.
Mittel- bis langfristig gibt sich Roubini allerdings optimistisch, dass sich die globale Wirtschaft wieder erholt und dass Aktien andere Assetklassen wieder outperformen. Auch wenn man vielleicht den richtigen Zeitpunkt, respektive den Start einer neuen Bullen-Ralley verpasst, sei es besser, später einzusteigen und einen Teil der Gewinne zu verpassen, wenn man dafür von robusteren und konsistenteren Stützungsfaktoren ausgehen dürfe.
Weitere Punkte, die Roubini im Interview mit Forbes anspricht sind zudem die Geldpolitik der Fed, bei der es ihm zufolge etliche Fehler gegeben habe, wie die signifikante und lang anhaltende Senkung der Leitzinsen. Weitere Aspekte, bei denen der US-Ökonom Optimierungsbedarf sieht ist zudem die laxe Aufsicht und Regulierung von US-Finanzinstituten, einen Abbau der Leveraging-Aktivitäten und der Liquiditätsquote, der künftig eine stärkere Bedeutung zukommen sollte. Zudem spricht sich Roubini für eine temporäre Verstaatlichung von einigen Banken aus und äußert seine Meinung zum Geithner Plan, dessen Spielraum und Effektivität, sowie Veränderungen, die sich mit Blick auf das Risikomanagement von Finanzinstituten abzeichnen.
In der Quintessenz lasse sich Roubini zufolge sagen, dass eine Erholung kommen werde, aber dass dies eine Zeitlang dauern wird und sich das System nicht aus eigener Kraft erholen kann, sondern dafür auch aggressive Aktivitäten seitens der Regierung vonnöten sind. Als erstes müsse man die Krise in den Griff bekommen, dann die Banken und im Anschluss sollte man dann darüber nachdenken, wie man ein neues internationales Geldsystem gestalten könnte. (ir)
|
|
06.03.2009: US-Experte: Aktienmärkte könnten schon im Sommer profitieren
___________________________________________________
Schon zum Jahresende dürfte mit einer Erholung der US-Wirtschaft zu rechnen sein. Vor diesem Hintergrund könnten die Aktienmärkte einen Teil ihrer starken Verluste bereits im Sommer wieder gut machen. Zu dieser Einschätzung kam Robert Wescott auf einer Veranstaltung von Pioneer Investments für institutionelle Kunden. Wescott ist Präsident des Beratungsunternehmens Keybridge Research und war Wirtschaftsberater im Stab von US-Präsident Bill Clinton.
Nach Ansicht von Wescott sei die beste Strategie für institutionelle Investoren, über die kommenden Monate einen Teil ihrer Anlagen in Staatsanleihen zugunsten von Unternehmensanleihen zu reduzieren. Der weite Spread zwischen hochverzinslichen Unternehmensanleihen und Staatsanleihen preise Kreditausfallraten ein, die erst bei einer weltweiten Depression zu erwarten wären. Die aktuelle Krise jedoch bewege sich wesentlich stärker im Rahmen schwerer Rezessionen, vergleichbar denen von 1974 oder 1982. „Wir teilen Robert Wescotts Einschätzung mit Blick auf Wirtschafts- und Markt-Entwicklung und legen bei unserer Asset Allocation deshalb ein starkes Gewicht auf Firmenanleihen mit Investment Grade“, sagt Jürgen Rauhaus, Investmentchef von Pioneer Investments in Deutschland. „Derartige Anleihen bieten auf dem aktuellen Bewertungsniveau das beste Risiko-/Ertrags-Verhältnis im Fixed-Income-Bereich“.
„Das 787 Milliarden US-Dollar schwere Konjunkturprogramm von Präsident Obama wird mit Blick auf den Umfang nur noch übertroffen von den US-Regierungsausgaben während des Zweiten Weltkriegs“, so Wescott. Zwar könne nur ein geringer Teil dieses Programms schon im Jahresverlauf wirksam werden, „aber mit dem schrittweisen Anlaufen des Programms wird sich ab Ende 2009 beziehungsweise Anfang 2010 eine Geldflut ergießen, die ausreichen sollte, die US-Wirtschaft wieder flott zu machen“, erwartet Wescott. Mit der Erholung der europäischen Wirtschaft rechnet Wescott allerdings erst später im Konjunkturzyklus. Der genaue Zeitpunkt hänge vor allem davon ab, inwieweit es den Politikern gelinge, ihre Konjunkturprogramme zu koordinieren und einen drohenden Protektionismus zu verhindern. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
05.03.2009: EZB senkt Leitzins auf historische 1,5 Prozent
___________________________________________________
Aufgrund der schweren wirtschaftlichen Krise hat die Europäische Zentralbank heute (Donnerstag, 5. März 2009) beschlossen, den Leitzins für die europäische Währungsunion von zwei Prozent auf 1,5 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit ihrem Bestehen zu senken. Damit setzt die EZB auf günstiges Geld, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Niedrige Zinsen, geringe Inflation und gemischte Reaktionen
Trotz der kurzen Pause im Februar hat die EZB den Leitzins jetzt also doch weiter gesenkt. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte einen solchen Beschluss bereits nach der letzten Sitzung des EZB-Rates im Februar in Erwägung gezogen, Experten hatten im Vorfeld beinahe einstimmig eine Senkung auf 1,5 Prozent prognostiziert.
Seit dem vergangenen Sommer ist der europäische Leitzins kontinuierlich gesunken, ebenfalls konjunkturstützend wirkte hierbei eine mit aktuell 1,2 Prozent deutlich geringer ausfallende Inflation. Damit ist die Regelung der Währungsunion erfüllt, nach der sich die Inflation in den 16 Mitgliedsstaaten „nahe bei, aber unter zwei Prozent“ befinden soll.
Die Resonanz auf die Entscheidung der EZB fiel unterschiedlich aus. Während die Wirtschaft die Zinssenkung als angemessen begrüßte, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dierk Hirschel, die Reaktion der EZB käme zu spät und zu zögerlich auf die historische Wirtschaftkrise. Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB den Leitzins in den kommenden Monaten auf ein Prozent weiter senken wird.
Britischer Leitzins ebenfalls gesunken, US-Leitzins bei null Prozent
Auch die britische Notenbank Bank of England senkte den Leitzins für das Vereinigte Königreich von einem Prozent auf 0,5 Prozent, wie der geldpolitische Ausschuss in London mitteilte. Das ist für die Notenbank der tiefste Stand in ihrer mehr als 300-jährigen Geschichte. Zeitgleich kündigten die britischen Währungshüter für den Markt eine Geldspritze von 75 Milliarden Pfund (84 Milliarden Euro) innerhalb der kommenden drei Monate an, um das stockende Kreditgeschäft wieder anzuwerfen.
Verglichen mit den USA sind die europäischen Verhältnisse jedoch noch jenseits des kritischen Bereichs. Die US-amerikanische Notenbank Fed hatte zuletzt ihren Leitzins auf bis zu null Prozent gesenkt – im Gegensatz zu Trichet hat Ben Bernanke damit keine Möglichkeit mehr, bei einem weiteren Niedergang der Konjunktur die Zinsen doch noch ein Stückchen weiter zu senken. (rau)
Quelle: FONDS professionell
|
|
23.02.2009: „Schlimmste Kursrückgänge könnten schon hinter uns liegen“
___________________________________________________
Dr. Martin Hüfner war viele Jahre Chefvolkswirt bei der HVB und Senior Economist bei der Deutschen Bank. Heute berät er Finanzdienstleister und schreibt für verschiedene Publikationen. Hüfner ist seit 2006 volkswirtschaftlicher Berater des führenden österreichischen Discount-Brokers direktanlage.at. Er rechnet damit, dass "das Schlimmste der Kursrückgänge hinter uns liegt."
Unter Aktienanalysten scheine sich derzeit ein Konsens herauszuschälen - nach einem negativen ersten Halbjahr 2008 erwarten die meisten Experten einen Anstieg in der zweiten Jahreshälfte. Von 30 befragten Analysten sehen nur drei den DAX am Jahresende im Minus. "Solch eine einhellige Meinung der Experten macht skeptisch. Erfahrungsgemäß kommt es am Ende doch anders", meint Hüfner. Zusätzliche Informationen seien daher gefragt. "Vielleicht helfen in dieser Unsicherheit ein paar Vergleiche mit der Vergangenheit. In den letzten Monaten sind eine Reihe von historischen Daten veröffentlicht worden, die in paar interessante Schlüsse zulassen."
- Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab es – gemessen am amerikanischen Index S&P 500 – nur ein Jahr, das bei den Aktienkursen so schlecht wie 2008 war. Das war 1931, also mitten in der großen Weltwirtschaftskrise. In allen anderen Jahren sind die Aktienkurse weniger stark zurückgegangen. Das macht deutlich, in welch außergewöhnlichen Situation wir uns befinden. Die Wahrscheinlichkeit, dass 2009 noch einmal so schlecht wird, ist nach den historischen Daten zu urteilen geringer als ein Prozent.
- Es gab in den letzten 180 Jahren nie zwei aufeinander folgende Jahre, in denen sich die Aktienkurse besonders schlecht entwickelten. Nach dem Jahr 1931 gingen die Aktienkurse nur noch um 5 Prozent zurück. Im Jahr darauf (als die Krise volkswirtschaftlich gesehen immer noch nicht beendet war) stiegen die Kurse dann sogar um über 50 Prozent an.
- Ähnlich in anderen Aktienkrisen: Nach dem Einbruch 1974 (um knapp 30 Prozent) wegen der damaligen Ölpreiserhöhung erhöhten sich die Kurse 1975 um über 30 Prozent. In der dotcom-Krise Anfang dieses Jahrzehnts gingen die Notierungen 2002 um über 20 Prozent zurück, schnellten ein Jahr später dann aber um über 20 Prozent wieder noch oben. Die historische Evidenz gibt also einigen Anlass zu Optimismus. "Wenn es 2009 noch nicht richtig nach oben gehen sollte, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir 2010 ein gutes Aktienjahr erleben", so Hüfner.
- Der Aktieneinbruch während der Weltwirtschaftskrise ließ die Aktienmärkte insgesamt über zweieinhalb Jahre um fast 90 Prozent einbrechen. Wenn sich dies jetzt wiederholen würde, stünde also noch einiges bevor. Das hält der Ökonom freilich wegen des heute massiven Gegensteuerns der Politik für unwahrscheinlich.
Hüfners Schlussfolgerungen
Hüfner zieht drei Schlüsse: "Erstens spricht viel dafür, dass 2009 nicht noch einmal ein solches Katastrophenjahr wie 2008 wird. Zweitens war die Krise bisher zu kurz, um sagen zu können, dass sie schon vorbei sein könnte. Die Unsicherheit wird mindestens noch ein, zwei Jahre anhalten. Das dritte: In dieser Zeit müssen die Kurse aber nicht noch weiter nach unten gehen." Laut dem Experten von direktanlage.at spreche viel dafür, dass sich die Notierungen in diesem Jahr bei erheblichen Schwankungen auf niedrigem Niveau halten, dass es im nächsten Jahr dann aber – hoffentlich – kräftiger nach oben geht
|
|
10.02.2009: Barclays mit Milliardengewinn
___________________________________________________
Im Gegensatz zu vielen Rivalen schreibt Barclays in der Finanzkrise Milliardengewinne. Die britische Großbank verdiente 2008 vor Steuern 6,1 Milliarden Pfund (sieben Milliarden Euro). Das sind zwar 14 Prozent weniger als 2007, aber deutlich mehr als am Markt erwartet wurden. Dabei profitierte das Geldhaus von Sondereffekten: So war etwa die Übernahme von Teilen der US-Investmentbank Lehman Brothers zu einem Schnäppchenpreis ein Ergebnistreiber. Zugleich senkte das Geldhaus Personalausgaben und halbierte die Boni für die Banker.
„2009 wird ein weiteres hartes Jahr“, warnte jedoch Barclays-Chef Varley. Nach den Abschreibungen auf Wertpapiere folgten nun in der Rezession erhöhte Kreditausfälle. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
22.01.2009: "Die interessanteste Anlageklasse für 2009 sind Unternehmensanleihen"
___________________________________________________
Das vergangene Jahr hat wieder einmal gezeigt, wie unberechenbar die Entwicklungen an den Kapitalmärkten sein können. Noch nie gab es eine so hohe Korrelation zwischen nahezu allen Anlageklassen wie 2008. Eine gezielte Prognose, was einen Ausblick für dieses Jahr angeht, gestaltet sich angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den Finanz- und Immobilienmärkten schwierig. Im Interview mit Fonds professionell Online (FP) erklärt Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, warum dem so ist und welchen Anlageklassen er derzeit das meiste Potenzial zutraut.
FP: Herr Dr. Ehrhardt, welchen Verlauf erwarten Sie generell an den internationalen Kapitalmärkten für 2009?
Ehrhardt: Viele Börsen werden sicherlich die bereits markierten Tiefststände noch einmal testen, möglicherweise fallen die Kurse sogar noch weiter. Trotz allem sind Aktien aber noch nicht billig. Die Aktien aus dem US-Index S&P 500 werden gegenwärtig mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 bewertet, dem der für dieses Jahr erwartete Gewinn zugrunde liegt. Die Gewinne könnten aber durchaus noch weiter sinken, zum Beispiel wenn der Dollar steigt und damit die Auslandsgewinne dezimiert werden. Das Hauptproblem besteht aber darin, dass die Banken weniger Kredite vergeben und dafür auch noch höhere Zinsen verlangen. Das bremst die Konjunktur und die Gewinne. Weltweit werden die Konsumenten zu sparen beginnen. Diesen Trend halten auch die Konjunkturprogramme nicht auf.
In Anbetracht des Tauziehens zwischen den stärksten Stimulierungsmaßnahmen, die es je gab, und der höchsten Verschuldung, die Wirtschaftsgeschichte je gesehen hat, sind Prognosen ungemein schwer. Positiv ist, dass sehr viel Barmittel auf eine Anlage warten. Daher wird es wahrscheinlich in diesem Jahr erhebliche markttechnische Ralleys geben. Am Schluss dürfte aber die schlechte Gewinnentwicklung der Unternehmen die Kurse wieder auf neue Tiefs drücken. Im Gegensatz zu allen anderen Nachkriegszyklen wird dieses Mal wohl nicht der Zins, sondern der Unternehmensgewinn für die Aktienkurse entscheidend sein.
FP: Sind Aktien überhaupt noch ein Thema oder nicht vielmehr auf Sicht von mehreren Jahren \"out\"?
Ehrhardt: Angesichts der Wertentwicklung werden sich viele Privatanleger weiter von den Aktien abwenden. Im vergangenen Jahr ist kein einziger Bereich des Aktienmarktes gestiegen. Es gab noch nie eine so hohe Korrelation zwischen allen Aktien wie 2008.Trotzdem glaube ich, dass gerade langfristig einzelne Aktienbörsen enorme Wertsteigerungsmöglichkeiten bieten werden. Das war in den letzten 100 Jahren so, und das dürfte auch in Zukunft so bleiben. Das ändert nichts daran, dass manche Regionen auch langfristig uninteressant bleiben. Für Japan gilt das schon seit 20 Jahren.
Aktien haben bisher am besten die schwersten Krisen überdauert. Wenn es wirklich zu höheren Inflationsraten als Folge der extremen Geldschöpfung kommt, wären Aktien vor dem Hintergrund der augenblicklichen Unterinvestierung der Anleger wahrscheinlich die favorisierte Anlageklasse neben Gold.
FP: Was bedeutet die immens starke Nachfrage nach Staatsanleihen? Ist damit der \"nächste Crash\" schon vorgezeichnet?
Ehrhardt: Sieht man einmal von Junk Bonds ab, so sind Unternehmensanleihen mit vergleichsweise guter Bonität in diesem Jahr die interessanteste Anlageklasse. Bei den Staatsanleihen hat sich inzwischen eine Blase gebildet, die zwar noch größer werden kann aber gerade bei längeren Laufzeiten ist die Annahme einer praktisch fehlenden Inflation in den nächsten zehn beziehungsweise 30 Jahren absurd. Längerfristig dürften die Stimulierungsmaßnahmen wieder Inflation auslösen.
FP: In welchen Sektoren oder Regionen sehen Sie die günstigsten Bedingungen für Anleger?
Ehrhardt: Mit Blick auf die Regionen teile ich nicht die Meinung, die dem Prinzip \"first in, first out\" folgt. Ich glaube nicht, dass die USA, die 2007 als erstes Land in die Rezession geriet, auf kurze Sicht am besten abschneiden wird. Länder mit einer guten Produktionsbasis werden relativ besser bestehen als Länder, die im Wesentlichen von ihrem Finanzsystem abhängig sind, wie das bei Großbritannien und den USA der Fall ist.
Allerdings wird die starke Abkühlung der Weltkonjunktur auch die Exportländer Deutschland und China belasten. Trotzdem denke ich, dass die Asiaten sehr flexibel sind und wesentlich mehr Möglichkeiten zur Konjunkturstimulierung haben als die verschuldeten westlichen Länder. Daher eignen sich selektive Engagements in Asien und Südamerika wohl am besten für die Anlage. Bei den Sektoren halte ich weiterhin Versorger, Telekom-Aktien sowie agrarpreis-abhängige Titel wie Düngemittel- und Saatzucht-Unternehmen für relativ am besten.“ (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
15.01.2009: Zinssenkungszyklus noch nicht zu Ende
___________________________________________________
Als notwendigen Schritt bezeichnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) die heutige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 50 Basispunkte. Der außerordentlich scharfe konjunkturelle Abschwung erfordere eine deutlich expansive Ausrichtung der Geldpolitik. Inflationsgefahren bestünden derzeit nicht, dadurch erhalte die EZB den erforderlichen Spielraum auch für eine weitere Lockerung der Geldpolitik.
Der BVR erwartet eine Fortsetzung der konjunkturellen Negativmeldungen auch in den kommenden Wochen. Mit einer allmählichen Erholung der Wirtschaft sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
05.01.2009: Madoff-Skandal: Bank Medici kommt unter Staatskontrolle
___________________________________________________
Für die österreichische Bank Medici hat ihr Engagement in Madoff-Fonds drastische Konsequenzen: die Wiener sind das das weltweit erste Kreditinstitut, das als Folge des Milliardenbetrugs an der Wall Street offenbar unter staatliche Kontrolle gezwungen wird. Die Bestellung eines Regierungskommissars, der weitgehende Kontrolle über das Unternehmen haben soll, stehe „unmittelbar bevor“, wie ‚Der Standard’ berichtet. Laut Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg summieren sich die Investitionen, die Medici-Fonds bei Bernard L. Madoff angelegt haben, auf insgesamt 3,2 Milliarden Dollar. Die Bank Medici gehört zu 75 Prozent der österreichischen Bankerin Sonja Kohn (60) und zu 25 Prozent der Bank Austria.
Vorerst weiter unklar bleibt, wieviel Geld sich geschädigte Anleger bei Madoff noch zurückholen können. Madoff selbst hatte angeblich von lediglich 200 bis 300 Millionen Dollar gesprochen haben, die noch übrig seien. Am Mittwoch hatten Madoffs Anwälte eine Aufstellung aller Vermögenswerte bei der US-Finanzaufsicht SEC eingereicht, zu der sie vom Gericht aufgefordert wurden. Eine Veröffentlichung der Informationen sei allerdings nicht geplant, wie ein SEC-Sprecher gegenüber Bloomberg sagte. Als Grund für die Geheimniskrämerei vermuten einige Experten, dass die SEC so womöglich Gelder schützen will, die auf Offshore-Konten in Steuerparadiesen gelandet sein könnten.
FMA bestellt Wirtschaftsprüfer Gerhard Altenberger zum Regierungskommissär
Eine weitere Entwicklung ist bereits erfolgt, wie aus einer FMA-Pressemittelung hervorgeht. So haben die beiden Geschäftsleiter des konzessionierten Kreditinstituts Bank Medici AG, mit Sitz in 1010 Wien, Operngasse 6/4, Dr. Peter Scheithauer und Mag. Werner Tripolt, zum Ablauf des 2. Januar 2009 ihren Rücktritt erklärt. Infolge dessen hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA heute, 2. Januar 2009, per Bescheid mit sofortiger Wirkung für das konzessionierte Kreditinstitut Bank Medici AG, den Wirtschaftsprüfer DDr. Gerhard Altenberger zum Regierungskommissär bestellt.
Gemäß § 70 (2) Bankwesengesetz (BWG) kann die FMA „bei Gefahr für die Erfüllung der Verpflichtungen eines Kreditinstitutes gegenüber seinen Gläubigern, insbesondere für die Sicherheit der ihm anvertrauten Vermögenswerte, zur Abwendung dieser Gefahr befristete Maßnahmen durch Bescheid anordnen, die spätestens 18 Monate nach deren Wirksamkeitsbeginn außer Kraft treten.“
Insbesondere kann die FMA gemäß § 70 (2) Z 2 „durch Bescheid eine fachkundige Aufsichtsperson (Regierungskommissär) bestellen, die dem Berufsstand der Rechtsanwälte oder der Wirtschaftsprüfer angehört“. Diese Aufsichtsperson hat gemäß § 70 (2) Z 2 lit a „dem Kreditinstitut alle Geschäfte zu untersagen, die geeignet sind, die obige Gefahr zu vergrößern.“
Die Bestellung des Regierungskommissärs durch die FMA erfolgt zum Schutz der finanziellen Belange der Gläubiger sowie zur Sicherheit der dem beaufsichtigten Unternehmen anvertrauten Vermögenswerte, heißt es. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
24.12.2008: Frohe Weihnachten!
___________________________________________________
Das gesamte Team von finaconsult wünscht Ihnen Frohe Weihnachten, besinnliche und erholsame Feiertage und das Beste für das Jahr 2009!
Ihr finaconsult-Team
|
|
04.12.2008: Atrium (ex MEL) wandert auf die Kaufliste von Sal. Oppenheim
___________________________________________________
Sal. Oppenheim nimmt die Aktie von Atrium auf die Kaufliste. Die weitere Entwicklung für die Branche bleibe zwar herausfordernd, zahlreiche positive Entwicklungen seien aber nicht im Kurs der Atrium-Zertifikate eingepreist, so Analyst Peter Szopo.
So wurde das Management internalisiert, das Unternehmen verfügt über 1,3 Mrd. Euro an Cash uns somit über eine Loan-to-Value-Ratio (LTV) von lediglich 6%, die durchschnittliche Laufzeit des Fremdkapitals beträgt mehr als fünf Jahre. Weiters wird die seitens CPI/Gazit zugesagte Kapitalerhöhung zu 7 Euro je Zertifikat weitere 300 Mio. Euro in die Kassen des Unternehmens spülen. Und nicht zuletzt dürften die Investitionen für die kommenden 24 Monate auf weniger als 500 Mio. Euro gekürzt werden.
Auch wenn die Zertifikate von Atrium zuletzt deutlich zugelegt haben, sei der Titel stark unterbewertet, so Szopo. Er passt den Fair Value je Aktie von 7,1 auf 6,7 Euro an, die Empfehlung wandert von "Neutral" auf "Kauf".
(bs)
|
|
10.11.2008: Rohstoffe: Niedriges Niveau führt künftig zu neuen Rekordpreisen
Der lange Schatten der Finanzkrise und die rezessive wirtschaftliche Entwicklung lassen die Rohstoffmärkte nicht aus ihrem Sog. Sowohl Erdöl als auch Industriemetalle befinden sich seit Monaten in einem schier endlosen Abwärtstrend. Angesichts der Unsicherheit der Anleger und ihrer steigenden Risikoscheu setzte lediglich das als Krisenwährung gehandelte Edelmetall Gold zu einer Preisrallye an. Zwar konnte sich etwa der Ölpreis zuletzt bei Preisen zwischen 60 und 65 Dollar je Barrel stabilisieren, aktuell seien Experten zufolge jedoch keine Preisanstiege zu erwarten. In Zukunft werde das derzeit niedrige Niveau hingegen für neue Rekordpreise sorgen.
In Zusammenhang mit Finanzmarktturbulenzen sind neben Gold zwar grundsätzlich auch Investitionen in Öl gefragt. "Ölpreissteigerungen gehen mit dem Anstieg des Goldpreises einher. Der Rohstoff ist ebenso als sicherer Hafen für Anleger zu betrachten", erklärt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, im Gespräch mit pressetext. Im Gegensatz zu dem Edelmetall ist Öl jedoch in erster Linie ein Wirtschaftsgut. Entsprechend fällt der Preis bei sinkender Nachfrage schneller als jener von Gold. "Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist bei Gold weniger stark gewichtet", betont Weinberg.
Die derzeit schwache Nachfrage drückt den Rohölpreis und verhindert notwendige Investitionen in alternative Energien. Dies treibt die Verknappung fossiler Ressourcen weiter voran, was neben irreparablen Klima- und Umweltschäden in Zukunft neue Rekordpreise bedeutet. Darüber hinaus führt ein längerfristig niedriges Preisniveau bei Rohstoffen zu kostenbedingten Kürzungen in Produktion und Förderung. Da die Produktionskosten aufgrund des enormen Preisverfalls teilweise nicht mehr gedeckt werden können und Investitionen gestrichen bzw. aufgeschoben werden, reagieren die Versorger auf die niedrige Nachfrage. Die Angebotseinschränkungen können die Rohstoffpreise in Zukunft jedoch explodieren lassen.
Die Preise für Energiegüter haben sich allein im vergangenen Monat um über 30 Prozent reduziert. Während sich der Goldpreis seit den Höhepunkten der Finanzmarktkrise als Krisenwährung bewährt und stabil entwickelt hat, waren andere Edelmetalle wie Silber oder Platin hingegen von einem Preisverfall betroffen. So hat sich etwa der Silberpreis von rund 20 auf unter zehn Dollar pro Feinunze mehr als halbiert. Wie auch bei Industriemetallen ist diese Entwicklung im Gegensatz zum Goldpreis auf die starke Konjunkturabhängigkeit dieser Edelmetalle zurückzuführen. Ein Ende des Abwärtstrends bei Rohstoffen sei in den kommenden zwölf Monaten nicht abzusehen.
Quelle: FONDS professionell
|
|
21.10.2008: Mark Mobius: „Bullenmärkte leben länger als Bärenmärkte“
___________________________________________________
„Das wichtigste, was ich in den letzten 40 Jahren im Investmentgeschäft gelernt habe, ist, dass Bärenmärkte nicht so lange andauern wie Bullenmärkte. Darüber hinaus fallen Bärenmärkte rein prozentual weniger stark als Bullenmärkte steigen“, betont Dr. Mark Mobius, Executive Chairman von Templeton Asset Management, in einer aktuellen Analyse. Nachfolgend der Originaltext:
Ich weiß, dass viele dies kaum glauben können, da aus psychologischer Sicht - gefühlsmäßig - die guten Zeiten ziemlich schnell zu Ende sind, während die Sorgen offenbar ewig bleiben. Eine Analyse der historischen Zahlen belegt jedoch meine Auffassung. Wir haben alle Bullen- und Bärenmärkte seit 1988 untersucht und festgestellt, dass ein Bullenmarkt im Durchschnitt 22 Monate dauert; ein Bärenmarkt sechs Monate. Der Durchschnittsertrag eines Bullenmarkts lag bei 113 Prozent, während Bärenmärkte durchschnittlich 32 Prozent verloren haben.
Seit Anfang 1988 dauerte der längste Bärenmarkt an den Emerging Markets 17 Monate - von April 2000 bis Oktober 2001. Der MSCI Emerging Markets Index gab 42 Prozent sowohl in US-Dollar als auch in Euro nach.
Dagegen dauerte der längste Bullenmarkt 47 Monate - von Dezember 1990 bis November 1994. Der MSCI Emerging Markets Index legte in diesem Zeitraum um 245 Prozent in US-Dollar (246 Prozent in EUR) zu.
Der beste Zeitpunkt für Investments
Niemand kann auf Dauer Beginn und Ende eines Bullen- oder Bärenmarktes vorhersagen. Wenn mich also jemand fragt: "Wann sollte ich am Aktienmarkt investieren?", so antworte ich: "Die beste Zeit für Anlagen ist dann, wenn Sie das Geld dafür haben." Angesichts der historischen Nachweise zugunsten der Bullenmärkte bestehen bessere Erfolgsaussichten, wenn wir investiert sind, als wenn wir nicht investiert wären.
Wenn wir "investieren" (invest) sagen, dann meinen wir auch "untersuchen" (investigate), da die Untersuchung der Bilanzen, der Gewinn- und Verlustrechnungen und der Management-Teams der Unternehmen uns die Möglichkeit bietet, unterbewertete Titel aufzudecken.
Die bewährte Erfolgsmethode für Anlagen am Aktienmarkt über viele Jahre hinweg ist das Value Investing (Anlegen in Substanzwerte). Value-Anleger konnten bisher beträchtliche langfristige Erträge erzielen, da sie (1) kaufen, wenn Aktien preiswert beziehungsweise unterbewertet sind; und (2) Aktien von Unternehmen auswählen, die über solide Bilanzen und eine gute Rentabilität verfügen und konsistente Gewinne generieren können.
Günstige Kaufgelegenheiten nutzen
Wann kann man am einfachsten preiswerte Aktien kaufen? Wenn alle anderen verkaufen, und wahrscheinlich aus Verzweiflung verkaufen. Häufig leidet der Kurs von fundamental gesunden Aktien unter der schlechten Marktstimmung oder dem geringen Vertrauen der Anleger und nicht unter einer Verschlechterung der Fundamentaldaten der Unternehmen. Zudem wird der Kurs einer Aktie manchmal auf ein Niveau gedrückt, auf dem die mit dem Unternehmen verbundenen Risiken bereits berücksichtigt sind. Anleger sollten stets auf lange Sicht handeln und bereit sein, derartige Chancen zu nutzen.
Der Umkehrschluss stimmt ebenfalls - der beste Zeitpunkt für den Verkauf einer Aktie besteht dann, wenn jeder um Sie herum schnell in den Markt einsteigt. Ist ein Markt auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit, so haben zweifellos auch die Kurse ihren Höhepunkt erreicht.
Derzeit liegen die Märkte in aller Welt insgesamt am Boden und wir nähern uns wahrscheinlich dem Niveau des maximalen Pessimismus. Ist es an der Zeit, in Aktien der Emerging Markets zu investieren?
|
|
15.10.2008: USA befinden sich in Rezession – Staatsdefizit auf Rekordhoch
___________________________________________________
Für Janet Yellen, die Präsidentin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von San Francisco steht fest: Die USA befinden sich anscheinend in einer Rezession. Dies teilte Yellen am Dienstag in Palo Alto im US-Staat Kalifornien mit. Ihr zufolge sei die Wirtschaft im dritten und vierten Quartal schwächer als erwartet ausgefallen und werde wahrscheinlich gar nicht wachsen. Zwar habe der Rückgang der Rohstoffpreise zu einer Stabilisierung der Preise geführt. Allerdings war zuvor bekannt geworden, dass sich das Haushaltsdefizit der USA in Folge der Finanzkrise im abgelaufenen Steuerjahr fast verdreifacht hatte.
Haushaltsdefizit auf Rekordhoch
Wie das Finanzministerium mitteilte, sei das Defizit bis zum Ende des Steuerjahrs 2007/2008 im September auf 454,8 Milliarden Dollar (330 Milliarden Euro) angewachsen – und lag damit über den Annahmen der Regierung, die im Juli noch von einem Minus von 389 Milliarden Dollar ausgegangen war. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Defizit noch bei 161,5 Milliarden Dollar gelegen.
Das jüngste Haushaltsdefizit markiert ein historisches Rekordhoch. Diesen Status hielt bisher das Jahr 2004 inne, in dem ein Defizit von 413 Milliarden Dollar verzeichnet wurde. Als Verschuldungstreiber erwiesen sich unter anderem Ausgaben für Kriegseinsätze und den Arbeitsmarkt. Weitere belastende Faktoren waren zudem sinkende Einnahmen und die hohen Ausgaben für die Rettung der Banken, die dem US-Haushalt extrem zugesetzt haben. So haben die USA gerade erst ein Rettungspaket mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar beschlossen, um faule Kredite aufzukaufen. Eine neue Prognose für das Steuerjahr 2009, war im Bericht des Finanzministeriums nicht enthalten. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
06.10.2008: Dr. Karl Petrikovics tritt als Vorstandsvorsitzender der IMMOFINANZ AG und der IMMOEAST AG zurück
___________________________________________________
Dr. Karl Petrikovics tritt als Vorstandsvorsitzender der IMMOFINANZ AG und der IMMOEAST AG zurück und scheidet aus den Vorständen der beiden Unternehmen aus.
Der Rücktritt erfolgt mit sofortiger Wirkung.
Mag. Thomas Kleibl wurde von den Aufsichtsräten von IMMOEAST und IMMOFINANZ in den jeweiligen Vorstand berufen und als Sprecher beider Gesellschaften bestellt. Seine Funktionsperiode läuft bis zum 31. 10. 2011.
Dr. Petrikovics hat die IMMOFINANZ und die IMMOEAST seit ihrer Gründung (1990 bzw. 1998) geführt. In dieser Zeit etablierten sich die beiden Gesellschaften auf Grund ihres starken Wachstums unter den führenden börsenotierten Immobilienunternehmen Europas.
Der Rücktritt von Karl Petrikovics markiert den Beginn einer neuen Unternehmensphase, in die IMMOFINANZ und IMMOEAST treten. Nach dem starken Wachstum der vergangenen Jahre wird diese von Konsolidierung und weiterer Optimierung des Immobilienportfolios geprägt sein. Diese neue Schwerpunktsetzung fällt mit der Trennung von der Constantia Privatbank zusammen, die die IMMOFINANZ und die IMMOEAST im Rahmen von Managementverträgen geführt hatte.
Thomas Kleibl war in den vergangenen sieben Jahren Mitglied des Vorstands der Austrian Airlines AG und für den Bereich Finanzen verantwortlich, in den vergangenen beiden Jahren auch für den Bereich Technik. Davor war Kleibl sieben Jahre lang in verschiedenen Führungspositionen im Wienerberger-Konzern tätig.
Die Vorstandsteams, von denen die IMMOFINANZ-Gruppe künftig geführt werden wird, bestehen bei der IMMOFINANZ AG aus Mag. Thomas Kleibl, Mag. Daniel Riedl, Mag. Christian Thornton und Mag. Michael Wurzinger; bei die IMMOEAST aus Mag. Thomas Kleibl, Dr. Edgar Rosenmayr und Mag. Christian Thornton.
|
|
30.09.2008: Man Group auch im laufenden Quartal per Ende September 2008 mit Mittelzuflüssen
___________________________________________________
Trotz den Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten verspürt die Man Group weiterhin eine starke Nachfrage nach ihren Produkten. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (per Ende September) betrug der Mittelzufluss schätzungsweise zehn Milliarden US-Dollar und übertraf damit das Niveau der Vorjahresperiode um 25 Prozent.
Die Rücknahmen sowohl der privaten wie auch der institutionellen Anleger blieb tief und verharrte ungefähr auf dem Stand des Vorjahres. Der Nettomittelzufluss für die Berichtsperiode wird auf 4,1 Milliarden geschätzt, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Mehrheit der Man-Produkte hielt zwar mit den relevanten Benchmarks Schritt oder schnitt sogar besser ab, die negativen Einflüsse führen aber dennoch zu einer Verminderung des Fondsvermögens auf 70,3 Milliarden US-Dollar, rund sechs Prozent weniger als Ende März 2008.
Die Nettoerträge aus Managementgebühren konnten im Vorjahresvergleich gehalten werden. Wegen tieferer Performancegebühren und hoher Investitionen in die Mitarbeiter, Produkte und Infrastruktur wird jedoch ein rund 5 Prozent tieferer Gewinn je Aktie erwartet. Dank der komfortablen Eigenkapitalausstattung, der hohen Innovationskraft, der weltweit guten Vernetzung sowie der starken Nachfrage nach Man-Produkten bleibt das Unternehmen sehr gut gerüstet für die Zukunft.
Quelle: FONDS professionell
|
|
01.09.2008: Steigende Inflation verlangt Optimierung der Vermögensstruktur
___________________________________________________
Die Folgen der weltweiten Ressourcenknappheit wie strukturell höhere Inflationsraten stellen Anleger zukünftig vor neue Herausforderungen bei der Vermögensstrukturierung. Das veränderte Marktumfeld biete aber auch Chancen, wenn die zugrundliegenden Zusammenhänge erkannt und die Struktur des Gesamtportfolios an die veränderte Lage angepasst werde. Diese Einschätzung vertrat Jens Wilhelm, für das Portfoliomanagement zuständiges Mitglied des Vorstands von Union Investment, auf einer Presseveranstaltung der Fondsgesellschaft in Werder bei Potsdam.
Rückkehr der Inflation
Nach rund 15 Jahren moderater Geldentwertung rechnet Wilhelm in den kommenden Jahren weltweit mit einem nachhaltigen Anstieg der Inflation. Eine Entwicklung wie in den 70er Jahren mit Inflationsraten über sieben Prozent sei allerdings nicht zu erwarten. Wilhelm: „Die Inflation wird in den Industrieländern – bei zyklischen Schwankungen – dauerhaft auf ein wieder historisch normales Niveau zwischen drei und vier Prozent steigen.“ In diesem Korridor liegt der Durchschnittswert für Deutschland in den vergangenen 50 Jahren, erklärte das Vorstandsmitglied. In den Schwellenländern dürfte das Thema Geldentwertung allerdings deutlich gravierender sein. „Insgesamt wird die Inflation globaler, höher und beständiger. Denn die inflationsdämpfenden Effekte der Globalisierung werden langsam aber stetig nachlassen“, so Wilhelm weiter.
Rohstoffe im säkularen Aufwärtstrend
Einen der zentralen Gründe für steigende Inflationsraten sieht Wilhelm in der weltweiten Ressourcenknappheit, deren Folgen erst in den kommenden Jahren so richtig auf die Märkte durchschlagen werden. „Sowohl bei Öl, Industriemetallen als auch bei den Agrarrohstoffen werden die globale Nachfrage und damit die Preise weiter ansteigen“, so das Vorstandsmitglied. Auslöser hierfür sei der weiterhin anhaltende Aufschwung der Schwellenländer und der damit verbundene Bedarf an nahezu allen natürlichen Ressourcen.
Vor allem die Veränderung der industriellen Struktur – Verschiebung hin zur energieintensiven Schwerindustrie – sowie des privaten Nachfrageverhaltens – immer mehr Menschen in diesen Ländern schaffen den Sprung in die Mittelschicht mit entsprechenden Konsequenzen auf das Konsumverhalten – werden weiterhin für stärkere Nachfrage sorgen.
„Länder wie China, Indien oder Russland werden das globale Wachstum der nächsten Jahre maßgeblich bestimmen und hierbei deutlich mehr Rohstoffe als die entwickelten Länder benötigen, um eine Einheit ihres Bruttoinlandprodukts zu produzieren", so Wilhelm. Trotz der konjunkturell bedingten jüngsten Korrektur an den Rohstoffmärkten werden die Preise mittel- bis langfristig weiter steigen, zeigt sich Wilhelm überzeugt. „Unter anderem durch die steigende Nachfrage und die wachsende Weltbevölkerung werden die Rohstoffpreise weiter nach oben getrieben.“
Anleger riskieren realen Vermögensverlust
Die Wiederkehr der Inflation bezeichnete Wilhelm als „Paradigmenwechsel“ mit einschneidenden Konsequenzen für die Kapitalanlage. Mit dem Auslaufen der Phase historisch niedriger Inflationsraten entfalle der geldpolitische Rückenwind an den Kapitalmärkten. Darüber hinaus wird es für Anleger in Zeiten ansteigender Inflation schwerer, eine Rendite zu erzielen, die einen realen Vermögenszuwachs liefere.
„Im derzeitigen Umfeld benötigt der Anleger mindestens vier Prozent nominale Rendite, um sein Vermögen zu sichern – verdient hat er dann aber noch nichts“, erläuterte Wilhelm. Angesichts der Vermögensstruktur der Deutschen, die mit 43 Prozent in Spareinlagen und Anleihen investiert sind, sei vor diesem Hintergrund deutlicher Handlungsbedarf erkennbar. Wilhelm: „In einem inflationären Umfeld steigt die Bedeutung der Vermögensstrukturierung.“
Einfache Lösungen für einen komplexen Sachverhalt
Anlegern empfiehlt Wilhelm auf die veränderte Lage mit einer Optimierung der strategischen Asset Allokation zu reagieren. Ziel sei es, durch Diversifikation des Portfolios und die erhöhte Beimischung von weitgehend inflationsgeschützten Anlagen das Vermögen zu sichern und darüber hinaus einen stabilen Mehrwert zu erzielen. „Insbesondere das gegenwärtige Marktumfeld bietet Chancen für die Vermögensanlage. Hierbei ist es jedoch wichtig die komplexen Zusammenhänge zwischen Ressourcenknappheit und Inflation zu erkennen und die Portfoliostruktur darauf entsprechend auszurichten“, erklärte Wilhelm. Die Fondsgesellschaften seien aufgerufen, dies durch leicht verständliche Lösungen auf Produktseite zu unterstützen.
Verändertes Marktumfeld unterstreicht die Bedeutung der Vermögensstrukturierung
Wirksamen Inflationsschutz bieten nach Ansicht Wilhelms zum Beispiel Anlagen in Immobilienfonds. Diese Assetklasse dürfte als Grundbaustein eines inflationsgesicherten Portfolios weiterhin nicht fehlen. Auch auf Anleihen sollten Investoren nach wie vor nicht verzichten, hier aber derzeit vor allem so genannte ‚Realzinsanleihen‘ ins Auge fassen. Dabei handelt es sich um Anleihen, bei denen die Höhe des Kupons und der Rückzahlungsbetrag an die Inflationsentwicklung angepasst werden.
Mit Blick auf die Renditeoptimierung insbesondere bei steigender Inflation gehören für Wilhelm in jedem Fall auch Aktien in das Depot. „Investitionen in Substanzwerte sind gewissermaßen ein natürlicher Schutz gegen Geldentwertung“, sagte das Vorstandsmitglied. Chancen böten sich in dieser Anlageklasse vor allem bei Titeln, Branchen und Regionen, die von steigenden Rohstoffpreisen profitieren. Aufgrund der jüngsten Korrekturen an den Börsen der Schwellenländer und der weiterhin überdurchschnittlichen Wachstumsraten in diesen Staaten, seien auch diese Märkte, vor allem für langfristig orientierte Anleger, interessant.
Die Tatsache, dass nicht alle Unternehmen im gleichen Maße auf das veränderte Marktumfeld reagieren können, unterstreiche die Bedeutung einer aktiven Titelselektion.“ Einen großen Stellenwert in der Vermögensstrukturierung misst Wilhelm Rohstoffen bei. „Rohstoffe im Portfolio entfalten eine dreifache Wirkung“, erläuterte Wilhelm. „Sie streuen das Risiko, optimieren die Rendite und bieten Schutz gegen Inflationstendenzen. Daher gehören sie als Beimischung in jedes langfristig ausgerichtete und wachstumsorientiertes Portfolio.“ (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
22.08.2008: Langfristige Fondssparpläne trotzen Börsenschwäche
___________________________________________________
Die weltweite Schwäche der Aktienmärkte hat auch bei Sparplänen mit Investmentfonds ihre Spuren hinterlassen. Gleichwohl sind für die langfristige Geldanlage Aktienfondssparpläne am rentabelsten. So legten in Deutschland, Europa oder weltweit investierende Aktienfonds über 30 Jahre im Schnitt zwischen 6,6 und 8,5 Prozent pro Jahr zu. Dabei sind alle Fondskosten, das heißt Verwaltungsvergütung, Transaktionskosten und Ausgabeaufschlag berücksichtigt. Sparpläne mit Offenen Immobilienfonds lieferten gute Ergebnisse bei relativ geringen Schwankungen. Dies ist der aktuellen Sparplanstatistik des BVI Bundesverband Investment und Asset Management per 30. Juni 2008 zu entnehmen.
Sparer sorgen optimal für den Ruhestand vor, wenn sie trotz zwischenzeitlicher Börsenturbulenzen langfristig auf die Ertragschancen von Aktienfonds setzen. Wer beispielsweise vor 30 Jahren mit einer monatlichen Rate von 100 Euro in Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland investierte, konnte sich über einen Depotwert von 154.300 Euro freuen. Dabei hat der Anleger über die Laufzeit insgesamt 36.000 Euro eingezahlt. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs von 8,5 Prozent. Mit diesem Vermögen kann der Sparer bei Kapitalverzehr in den nächsten 20 Jahren jeden Monat rund 1.000 Euro „Zusatzrente“ erhalten. Dabei wurde in der Auszahlphase eine jährliche Wertentwicklung von fünf Prozent unterstellt.
Am Beispiel der in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse von Sparplänen mit global investierenden Aktienfonds wird deutlich, dass sich ein langer Atem glättend auf das Fondssparen auswirkt. Die Jahresrendite zehnjähriger Sparpläne bewegte sich in einer Bandbreite zwischen minus 3 Prozent (Ende März 2003) und plus 19,1 Prozent (Ende März 2000). Im 30-jährigen Zeitraum lagen die Werte dagegen wesentlich dichter zusammen, das heißt zwischen 6,1 Prozent (Ende September 1990) und 11,3 Prozent (Ende März 2000). Vor diesem Hintergrund sollten Sparer mit einem langfristigen Anlagehorizont in erster Linie auf die Renditechancen von Aktien setzen.
Mischfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland, welche je nach Situation an den Kapitalmärkten ihren Anteil an Aktien und verzinslichen Wertpapieren im Fondsvermögen variieren, legten auf 20-Jahressicht im Schnitt um 6,3 Prozent pro Jahr zu. In den vergangenen 30 Jahren konnte sich der Anleger über 7,8 Prozent jährlichen Zuwachs freuen. Offene Immobilienfonds und Rentenfonds federn schwankungsreichere Anlageklassen in einem gut strukturierten Depot ab. Im 20- und 30- Jahreszeitraum liegen die Renditen der Offenen Immobilienfonds bei soliden 4,0 Prozent beziehungsweise 4,9 Prozent pro Jahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Offene Immobilienfonds einen relativ hohen steuerfreien Anteil aufweisen. Euro-Rentenfonds rentierten über 20 Jahre mit einem jährlichen Zuwachs von im Schnitt 4,4 Prozent beziehungsweise über 30 Jahre mit 5,4 Prozent. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
19.08.2008: Meinl International Power: Gewinn im ersten Halbjahr
___________________________________________________
Meinl International Power hat die Geschäftszahlen des Unternehmens für das Halbjahr per 30. Juni 2008 bekannt gegeben: Der Reingewinn für das erste Halbjahr 2008 beläuft sich zum Stichtag 30. Juni 2008 auf 2,5 Millionen Euro, das Finanzergebnis beträgt 9,9 Millionen Euro und der Betriebsaufwand acht Millionen Euro. Thesaurierte Gewinne in Höhe von 6,3 Millionen Euro werden auf neue Rechnung vorgetragen.
Aktiva von knapp 600 Millionen Euro, Wachstum beträgt 12 Prozent
Die Summe der konsolidierten Aktiva belief sich zum Stichtag 30. Juni 2008 auf 599,3 Millionen Euro. Dies entspricht gegenüber Ende 2007 einem Bilanzwachstum von annualsierten zwölf Prozent. In die bisher unterzeichneten Projekte im europäischen erneuerbaren und konventionellen Energiesektor flossen laut Meinl-Aussendung circa 160 Millionen Euro, das entspricht einer Verdreifachung des entsprechenden Betrages seit Jahresende. Dabei handelt es sich um Investitionen in fünf Windparks, drei Photovoltic Parks und einem Gaskraftwerk. Das Umlaufvermögen (439,2 Millionen Euro) ist unverändert sicher überwiegend in von europäischen Banken mit AA-Rating emittierten Geldmarkttiteln investiert. Das Eigenkapital betrug zum Stichtag 30. Juni 2008 in Summe 546,4 Millionen Euro. Der NAV liegt damit bei 9,44 Euro pro Zertifikat.
Vorhandenes Kapital bis Mitte 2009 voll investiert
Das Unternehmen geht davon aus, bis Mitte 2009 das vorhandene Kapital voll investiert zu haben. Seit Jahresmitte wurde zu den neun bereits kommunizierten Investitionen die Unterzeichnung eines 14MW Photovoltaic Parks in Sizilien und eines 28MW Windparks in Polen bekannt gegeben. Zusätzlich hat sich das Unternehmen ein Windpark-Entwicklungsprojekt in Mazedonien gesichert. Das Projekt soll eine installierte Kapazität von bis zu 40 Megawatt umfassen. Die Inbetriebnahme ist für 2010 geplant, das Projekt befindet sich gegenwärtig in der Genehmigunsphase. Mazedonien hat ähnlich wie viele EU-Staaten ein Fördersystem für Strom aus Windkraft implementiert. Das Fördersystem sieht einen fixen Einspeisetarif für 20 Jahre vor.
|
|
17.07.2008: Meinl European Land hat neue Eigentümer
___________________________________________________
Der Verkauf der Meinl European Land (MEL) an den israelischen Immobilieninvestor Gazit-Globe Ltd und den Citibank-Fonds CPI wurde auf der Kanalinsel Jersey besiegelt. Die Investitionssumme beträgt 800 Millionen Euro. Der Kurs der in Wien börsenotierten Zertifikate der MEL stieg unmittelbar nach Bekanntgabe des Verkaufs von 4,96 Euro auf aktuell 6,38.
Keine der 88.815.000 Zertifikate, die von Somal A.V.V. im Namen der Gesellschaft gehalten werden, haben bei den Beschlussanträgen mit gestimmt, so MEL in einer Aussendung. Die Beschlüsse kamen auch ohne Einsatz der so genannten "Partly Paid Shares" zustande. Sobald der Wechsel in der Haupteigentümerschaft formal vollzogen ist, firmiert die MEL unter "Atrium European Real Estate".
Gazit ist eine multinationale Immobilieninvestmentgesellschaft, die Immobilien im Wert von über acht Milliarden Euro in den USA, Kanada, Europa, Israel und Brasilien kontrolliert. CPI ist ein weltweites Managementunternehmen für Immobilieninvestments mit Büros in den großen Finanzzentren und per 1. Februar 2008 für das Management von über 12,9 Milliarden US-Dollar zuständig. (dnu)
|
|
09.07.2008: Ölpreis stürzt ab
___________________________________________________
Öl verbilligte sich gestern Dienstag, 8. Juli 2008, um über fünf Dollar auf rund 136 Dollar pro Barrel.
Konjunkturängste ließen die Notierungen für Rohöl den zweiten Tag in Folge einbrechen. Auch die nachlassende Angst vor einem Hurrikan im Golf von Mexiko und die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Israel-Konflikt sorgten für einen starken Rückgang des Ölpreises. Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um sechs US-Dollar auf 135,40 US-Dollar. Bereits am Montag waren die Notierungen um vier US-Dollar eingebrochen.
Ölpreis bei 110 US-Dollar?
„Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass die derzeitigen Ölpreise fundamental nicht gerechtfertigt sind. Allerdings haben weder das saisonal nachfrageschwache zweite Quartal noch die inzwischen sichtbaren Belastungen der Ölnachfrage in den Industriestaaten und einigen Entwicklungsländern zu der erwarteten Korrektur der Preise geführt. Da zudem die beginnende Hurrikan-Saison im Atlantik das Risiko von Preisspitzen mit sich bringt und die jüngsten Nachrichten aus Nigeria und dem Iran preisstützend wirken, rechnen wir bis in den Oktober hinein mit Durchschnittsnotierungen von 130 USD pro Barrel, bevor zum Jahresende eine Entspannung der Situation einkehrt und die Preise in Richtung 110 US-Dollar zurücklaufen dürften“, meinen die Analysten der HSH-Nordbank.
Auch Fed-Chef sorgte für gute Stimmung
Der Rückgang des Ölpreises sorgte für Zuversicht bei den Aktienhändlern. Nicht nur der Ölpreis, auch Fed-Chef Ben Bernanke hob die Stimmung auf dem Parkett, indem er weitere Notenbankgelder zur Überwindung der Kreditkrise in Aussicht stellte: Bernanke sagte, die US-Notenbank könne den größten Wall-Street-Banken länger als bislang geplant zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Man prüfe derzeit mehrere Möglichkeiten, darunter auch eine Verlängerung ihrer Notfall-Versorgung mit frischem Zentralbankgeld über den Jahreswechsel hinaus. (dnu)
|
|
02.07.2008: Hohe Zinsaufschläge sprechen für Unternehmensanleihen
___________________________________________________
Die Krise des Finanzsektors, die Mitte 2007 begonnen hat, ist noch nicht überwunden. Die Risikoaversion der Anleger hat deutlich zugenommen und zu einem Abverkauf bei allen risikoreicheren Anlage-Klassen geführt. Wegen der im historischen Vergleich hohen Zinsaufschläge sind Unternehmensanleihen mit guter bis mittlerer Bonität eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen. Fonds mit einer qualitativ hohen Titelauswahl und einer breiten Streuung auf viele Emittenten können im aktuellen Zinsumfeld Renditen zwischen sechs Prozent (Europa) und 8,4 Prozent (BRIK-Staaten) verbuchen, meinen die Anaylsten der Erste-Sparinvest in einer aktuellen Analyse.
Inflation führt zu weiterer Zinserhöhung im Euro-Raum
Nach den entschiedenen Zinsschritten der Federal Reserve Bank, der massiven globalen Liquiditätszufuhr und der Rettung der US-Investmentbank Bear Stearns sind die Rezessionssorgen nicht kleiner geworden. Steigende Inflationsraten beherrschen das Geschehen. In der Euro-Zone lag die Inflation im Juni mit vier Prozent deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Als Reaktion darauf wurden seit Ende März Staatsanleihen wieder stark verkauft. Die Renditen für 10-jährige deutsche Laufzeiten stiegen deshalb von 3,7 Prozent auf aktuell circa 4,6 Prozent. Fonds, die vorwiegend Staatsanleihen im Portfolio halten, weisen im laufenden Jahr deshalb wenig zufriedenstellende Ergebnisse auf. Sowohl in Europa als auch in den USA zeigen sich die Notenbanken über die hohen Inflationsraten besorgt und haben angekündigt, Maßnahmen dagegen einzuleiten. Somit sind weitere Leitzinssenkungen vom Tisch. „Die Anleger sollten sich darauf einstellen, dass es eher zu Zinserhöhungen kommen wird. Für die Euro-Zone erwarten wir in Kürze einen ersten Schritt der EZB von 0,25 Prozent im dritten Quartal 2008. In den USA sollten die ersten Leitzinsanhebungen erst 2009 stattfinden“, betont Erste-Sparinvest-Geschäftsführer Franz Gschiegl.
Zinsen am Geldmarkt momentan höher als bei lang laufenden Staatsanleihen
Die Erwartung steigender Leitzinsen und der hohe Liquiditätsbedarf von Banken drücken sich auch in hohen Geldmarktsätzen aus. Der aktuelle Zinssatz des 3-Monats-Euribor liegt fast bei knapp fünf Prozent und übersteigt damit die Renditen für lang laufende Staatsanleihen. Diese inverse Zinsstruktur in der Euro-Zone stellt eine schlechte Basis für eine Konsolidierung des europäischen Bankensektors dar, weil sich die Institute sehr teuer am Geldmarkt refinanzieren müssen. In den USA zeigt sich ein etwas anderes Bild. Aufgrund der deutlichen Leitzinssenkungen liegen die Geldmarktsätze unter jenen von Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Damit wurde die Basis für eine Entlastung des US-Bankensystems geschaffen.
Bedeutung der Unternehmensanleihen weltweit stark gestiegen
Der Markt für Unternehmensanleihen stellt heutzutage eine bedeutende Alternative zur Kreditfinanzierung dar. Derzeit sind in Europa und in den USA Papiere mit einem zugrunde liegenden Ausleihungsvolumen von gesamt 2.246 Milliarden Euro im Umlauf. Davon sind 1.761 Milliarden dem „besseren“ Investment-Grade zuzuzählen, auf High Yield entfallen 485 Milliarden Euro.
In Unternehmensanleihen stecken zwei Faktoren, die den Kursverlauf beeinflussen: Das volkswirtschaftliche Umfeld und die Risikokomponente, die ein Zinsplus gegenüber „risikofreien“ Staatspapieren liefern soll. Anleger, die jetzt in Unternehmensanleihen investieren, können aufgrund dieser höheren Risikoprämie einen deutlichen Mehrertrag gegenüber Staatsanleihen erwarten. Der Risikoaufschlag bei Investmentgrade-Papieren in der Eurozone beträgt aktuell 1,8 Prozent, Bei High Yield ist er mit 5,5 Prozent noch wesentlich darüber. „Diese Prozentsätze spiegeln auf einen Zeitraum von fünf Jahren eine Ausfallswahrscheinlichkeit von sechs Prozent bei Investment Grade-Anleihen und bei High Yield Anleihen von mehr als 30 Prozent wider“, so Gerhard Beulig, Bereichsleiter Unternehmensanleihen und Emerging Markets. Bei High Yields ist die eingepreiste „Pleitenrate“ so hoch wie in der schlechtesten 5 Jahres-Periode, bei den Investment Grade-Anleihen ist sie sogar drei Mal so hoch. „Auch wenn die Märkte derzeit noch von Unsicherheit über die weitere Entwicklung geprägt sind, das ist schon ein ungewöhnliches hohes Maß an Pessimismus, dem wir nicht folgen können“, empfindet Beulig.
Überblick über die Unternehmensanleihenmärkte
Europa
Relativ moderates bis schwaches Wirtschaftswachstum gekoppelt mit überdurchschnittlich hohen Inflationsraten haben das Thema „Stagflation“ in das Zentrum der Betrachtungen und Analysen geführt. Die Notenbanken befinden sich in einem Dilemma: steigende Zinsen würden zusätzlich Druck auf das Wirtschaftswachstum ausüben - andererseits können die Währungs- und Inflationshüter den Preisanstiegen nicht mehr tatenlos zusehen. D.h. von den Notenbanken sind weltweit gesehen tendenziell Zinserhöhungen zu erwarten.
In der Eurozone ist die fundamentale Lage der Unternehmen mit Ausnahme der Banken besser als erwartet. Aufgrund der relativ hohen Inflation und der latenten Unsicherheit leidet der Konsum in wichtigen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich. Die EZB hat zwar die Leitzinsen unverändert belassen, eine Anhebung auf 4,25 Prozent wird aber immer wahrscheinlicher, betont der Teamleiter Unternehmensanleihen Peter Varga.
USA
So wie Europa zeigt sich auch in den USA ein gemischtes Bild. Der Fall der US-Hauspreise, der vor rund einem Jahr die Bankenkrise ausgelöst hat, setzt sich unvermindert fort. Das Konsumentenvertrauen befindet sich auf einem 30 Jahres-Tief. Die amerikanische Notenbank ließ die Leitzinsen unverändert bei zwei Prozent, betont aber das Risiko steigender Inflation. Die niedrigen Zinsen und der schwache Dollar erhöhen die Absatzchancen von US-Unternehmen auf den Weltmärkten.
Emerging Markets und BRIK-Staaten
In den Emerging Markets hat die US-Finanzkrise bislang kaum Spuren hinterlassen. Die Börsen wurden dennoch in Mitleidenschaft gezogen und korrigierten mancherorts deutlich. An den hohen Wachstumsraten hat sich dank hoher Rohstoffpreise und des Konsum- und Infrastruktur-Booms nichts geändert. Die fundamentale Lage der Unternehmen ist hervorragend, die Bonitätsverbesserung von Brasilien auf Investment Grade unterstreicht die im Gegensatz zu früheren Jahren immer solideren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Unternehmen der BRIK-Staaten überzeugen durch hohes Gewinn-Wachstum und niedrige Verschuldung. Wir empfehlen BRIK-Unternehmensanleihen als Beimischung“, so Varga.
Quelle: FONDS professionell
|
|
23.06.2008: Trotz Subprime-Krise in Finanztitel investieren – neue Sarasin-Studie zeigt wo es geht
___________________________________________________
Boomende Immobilienmärkte, leichtfertige Kreditgewährungsprozesse und Bonitätsprüfungen, lückenhafte Risikokontrollmechanismen seitens der Banken und nicht rechtzeitig erkannte makroökonomische Einflussfaktoren: Das sind die Gründe für die Subprime-Krise. Seitdem ist die Bankenwelt nicht mehr das, was sie einmal war und dürfte vor einem tief greifenden Wandel stehen. Eine aktuelle Researchstudie der Bank Sarasin & Cie AG zum Thema „Banking im Zeichen der Subprime-Krise“ bewertet die Aussichten für Bankaktien weiterhin zurückhaltend. Empfohlen werden derzeit nur Investments in Finanztitel, die minimal oder gar nicht von Subprime-Einflüssen tangiert sind und die über ein intaktes und breit abgestütztes Ertragspotenzial verfügen. Zu diesen gehören: BNP Paribas, BBVA (Banco Bilbao), JPMorgan Chase, Allianz, AXA und Zurich FS.
Die Subprime-Krise geht auf die Vergabe von zinsvergünstigten Hypothekenkrediten an Schuldner mit zweifelhafter oder fehlender Kreditwürdigkeit in den USA zurück. Die Verluste dürften voraussichtlich vier Prozent des Bruttosozialproduktes in den USA übersteigen. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der internationalen Vereinigung der Wertpapier-Aufsichtsbehörden (IOSCO) kritisiert Banken und institutionelle Anleger: Bemängelt werden ungenügende Risikomodelle und interne Kontrollen, welche für die Erkennung der sich aus strukturierten Finanzprodukten ergebenden Risiken notwendig gewesen wären.
Intensive Suche nach Auswegen aus der Krise
Zur Wiederherstellung der gesetzlich geforderten Eigenkapitalausstattung sahen sich zahlreiche betroffene Banken gezwungen, neues Kapital aufzunehmen: dies entweder über Direktbeteiligungen von staatlichen Großinvestoren wie den Sovereign Wealth Funds oder durch Bezugsrechts-Kapitalerhöhungen. Beide Lösungen sind jedoch für die Aktionäre mit erheblichen Verwässerungseffekten verbunden. Zudem bemühen sich die Finanzinstitute, die Problemkredite aus ihren Bilanzen durch Forderungsverkäufe an interessierte Drittinvestoren zu entfernen oder die Risiken durch bilanzielle Umlagerungen deutlich zu minimieren.
Gesamtwirtschaft spürt die befürchteten Spillover-Effekte
Mit zunehmendem Preisverfall von Wohnimmobilien in den USA und sprunghaft gestiegenem Wertberichtigungsbedarf bei Banken sind mittlerweile die gefürchteten Übertragungseffekte der Subprime-Krise auf die Realwirtschaft eingetreten. Die Konsumentenstimmung ist auf dem tiefsten Punkt der vergangenen 28 Jahre angelangt und die USA befinden sich faktisch in einer Rezession. Inzwischen sind auch weitere Länder mit überhitzten Immobilienmärkten, wie Großbritannien, Irland und Spanien, von deutlich fallenden Immobilienpreisen betroffen. In Europa und Asien kann als Folge daraus mit einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums sowie höherer Inflation und steigender Arbeitslosigkeit gerechnet werden.
Aussichten für Bankaktien getrübt
Grundsätzlich rechnen die Spezialisten der Bank Sarasin weiterhin mit einem schwächelnden Kursverlauf der Bankaktien. Banken müssen ihre zukünftige Geschäftstätigkeit wegen den zu erwartenden höheren Eigenmittelkosten und sinkender Kreditnachfrage überdenken. Nach Aussagen von Vertretern verschiedener Aufsichtsbehörden, Notenbanken und Banken dürften die Eigenkapitalvorschriften für Banken generell verschärft werden. Zweifelsohne werden diese in Zukunft bei der Kreditvergabe (Immobilien, Auto, Konsum, Firmen, Kreditkarten) zurückhaltender sein und die Kreditkosten für Kreditnehmer noch stärker risikoabhängig festlegen. Die Kreditnachfrage und das Gesamtkreditvolumen dürften somit in den nächsten Jahren deutlich geringer ansteigen. Dies bedeutet für einige Banken, je nach ihrer Positionierung und ihrem Geschäftsmodell, dass sie neue Einkommensquellen erschließen oder sich mit geringer wachsenden Erträgen zufrieden geben müssen.
Und doch gibt es Nutznießer
Die Bank Sarasin empfiehlt derzeit Anlegern Investments in Finanztitel, die nur minimal oder gar nicht von Subprime-Einflüssen tangiert sind und die über ein intaktes sowie breit abgestütztes Ertragspotenzial verfügen. Konkret empfohlen werden folgende drei Banken: BNP Parias als gut diversifiziertes Unternehmen mit solider Bilanz, die BBVA (Banco Bilbao) als eine wachstumsstarke und ausgesprochen profitable Bank sowie JPMorgan Chase als Bank mit überdurchschnittlicher Eigenkapitalausstattung und Gewinner von Marktanteilen. Auch bei den Versicherungen sieht die Bank Sarasin drei Unternehmen als attraktive Anlage: Allianz, die im Versicherungsgeschäft über signifikantes Einsparpotenzial verfügt und von der erhöhten Nachfrage nach Versicherungspolicen in der Altervorsorge profitieren kann, die finanziell sehr gesunde AXA und die Zurich FS, welche über ein attraktives Geschäftsportfolio verfügt und beim Erreichen ihrer ehrgeizigen Ziele voll auf Kurs liegt. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
05.06.2008: Hedgefonds ziehen sich aus Öl zurück
___________________________________________________
Wie britische Medien berichten, ziehen sich Hedgefonds in jüngerer Zeit aus spekulativen Öl-Positionen zurück. Dieser Schluss wird aus der Analyse von US-Daten gezogen, denen zufolge die spekulativen Long-Positionen zuletzt um 80 Prozent tiefer waren als im Vorjahr als der massive Ölpreisanstieg begann. Analysiert worden waren diese Daten, um heraus zu finden, wie hoch der spekulative Anteil an der Ölvertreuerung war. Während im Juli des Vorjahres an der New York Mercantile Exchange ( NYMEX ) mehr als 127.000 Long-Positionen gezählt wurden, lag der Vergleichswert in der Vorwoche nur noch bei 25.900 Kontrakten.
Quelle: FONDS professionell
|
|
14.05.2008: Umfrage: „Absicherung der Familie“ wichtigster Vorsorgegrund für Österreicher
___________________________________________________
Die „Absicherung der Familie“ ist für die Österreicher eindeutig der wichtigste Beweggrund, persönlich vorzusorgen. 65 Prozent halten dies für „sehr wichtig“, weitere 27 Prozent zumindest für „wichtig“. Dies geht aus der jüngsten, vom britischen Lebensversicherer Clerical Medical in Österreich in Auftrag gegebenen GfK-Umfrage hervor. Dieser Wert liegt damit seit Jahren auf einem gleich hohen Niveau.
Etwas reduziert hat sich dagegen die Motivation „den derzeitigen Lebensstandard abzusichern“. 59 Prozent der Österreicher bezeichnen dies als „besonders wichtig“ - gegenüber 63 Prozent in den Vorjahren.
Nach wie vor überraschend gering ist – trotz massiver Thematisierung in den Medien seit vielen Jahren – die „Schließung der staatlichen Pensionslücke“ als Grund, ein Vorsorgeprodukt zu erwerben: Nur knapp mehr als ein Drittel der Österreicher sehen das als „besonders wichtig“ an, für weitere 45 Prozent ist dieser Aspekt jedoch „wichtig“.
Servicequalität und Kundenfreundlichkeit besonders wichtig
Die „steuersparende Veranlagung des Kapitals“ ist ebenfalls, wie auch schon die Jahre zuvor, kein primärer Beweggrund, persönlich vorzusorgen. Ein „besonders wichtig“ gab es hier nur von einem Viertel der Befragten, allerdings ist dies für 49 Prozent „wichtig“.
Bei den wichtigsten Merkmalen für Vorsorge- bzw. Investmentlösungen sind „Servicequalität, Kundenfreundlichkeit“ sowie „finanzielle Stärke und Sicherheit“ des Produktanbieters praktisch Grundvoraussetzungen. Beide Kategorien sind für weit über 90 Prozent der Österreicher „Wichtig bis sehr wichtig“. Sehr geschätzt werden auch „Tradition und Erfahrung“.
Zukunft der Wiener Börse wird nicht mehr so positiv gesehen
Ob der Produktanbieter ein „börsenotiertes Unternehmen“ ist, scheint für den Großteil dagegen kein besonderer Grund für eine Kaufentscheidung zu sein. Was die Zukunft der Wiener Börse betrifft, so hat die Talfahrt des ATX in den letzten Monaten deutliche Spuren hinterlassen: Sahen im Vorjahr noch 46 Prozent der Österreicher die Zukunft der Wiener Börse „positiv“, so hat sich dieser Wert mit nunmehr 26 Prozent annähernd halbiert. 10 Prozent gehen von einer „gleich bleibenden“ Entwicklung der Wiener Börse innerhalb der nächsten 3 bis 5 Jahre aus, mittlerweile 10 Prozent erwarten eine negative Entwicklung.
Österreich als Finanzplatz geschätzt
Von Jahr zu Jahr mehr schätzen die Österreicher ihr eigenes Land als Finanzplatz: Auf die Frage „Welcher europäische Finanzmarkt genießt das größte Ansehen im Bereich Know-how für Vorsorge und Investment-Entscheidungen“ nennen mittlerweile bereits 23 Prozent Österreich (in den Jahren 2006 und 2007 lagen diese Werte erst bei 15 Prozent bzw. 20 Prozent). Die Alpenrepublik hängt damit deutlich Deutschland (10 Prozent) und Luxemburg (7 Prozent) ab. An erster Stelle liegt nach wie vor die Schweiz (32 Prozent), die allerdings eine Einbuße von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2007 hinnehmen musste.
Die Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des britischen Lebensversicherers Clerical Medical in Österreich Ende April 2008 durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen (Grundgesamtheit: Österreichische Bevölkerung 15+ Jahre). (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
29.04.2008: Jim Rogers und chinesische Aktien: Jetzt erst recht!
___________________________________________________
Dass Investmentlegende Jim Rogers bullish auf Rohstoffe und China sein soll, ist wohl allgemein bekannt. Doch jetzt legt der Altmeister nach: Alles Neugeld gehe in diese beiden Bereiche, sagte er anlässlich einer Konferenz in Peking.
Immerhin hat der CSI 300 Index in 2008 schon 39 Prozent verloren, die Panik sei groß, was oft ein Signal für den Einstieg und einen Boden in den Kursen darstellt. Seit fünf Wochen sei er schon am Kaufen, verriet er in diesem Seminar. Außerdem ließ der in dieser Deutlichkeit wohl unerwünschte Kursrückgang, der China zum zweitschlechtesten Markt bis dato machte, das Regime zu Maßnahmen greifen. So wurde etwa kürzlich die Börsenumsatzsteuer gekürzt, worauf die Kurse am 24. April 2008 um 9,3 Prozent nach oben schossen.
Analysten von Morgan Stanley und Credit Suisse bleiben aber angesichts der nachlassenden Gewinndynamik in China zurückhaltend und sehen chinesische Aktien als Verkauf. Rogers sieht in Verkäufen einen strategischen Fehler, der Aufbau von Positionen in Tourismus und Bildung sei richtig. Daneben hält er noch Investment im Airline-, Wasser- und Landwirtschaftsbereich. Auch die Währung Chinas, den Renmimbi, sieht er nach wie vor unter Aufwertungsdruck. Daneben hält Rogers auch Aktien in Hong Kong, Singapur und Taiwan.
Quelle: FONDS professionell
|
|
17.04.2008: Ölpreis springt über 115 US-Dollar
___________________________________________________
Der Aufwärtstrend für das „schwarze Gold“ ist weiter intakt: Am heutigen Donnerstag hat der Ölpreise seine Rekordjagd fortgesetzt und ist erstmals über die Marke von 115 US-Dollar gestiegen. So waren in der Spitze für ein Fass US-Öl 115,21 Dollar fällig, bevor der Preis wieder knapp unter 115 US-Dollar zurückfiel. Wenig Veränderung gab es indes für Öl der führenden Nordsee-Sorte Brent: Der Preis notierte hier wenig verändert bei 112,64 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich Öl bereits um fast 20 Prozent verteuert. Als Treiber für diese Entwicklung gelten unter anderem der schwache US-Dollar, sowie ein starker Rückgang der US-Benzinvorräte. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
26.03.2008: Konzert mit den NEUEN WIENER KONZERTSCHRAMMELN und TRAUDE HOLZER
LIONSCLUB PRIMAVERA und FINACONSULT laden ein: NEUE WIENER KONZERTSCHRAMMELN und TRAUDE HOLZER am 14. April 2008 um 19:30 Uhr im Festsaal des Neuen Rathauses in Linz.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.finaconsult.at/DE/content/veranstaltungen/index.php
|
|
21.03.2008: Meinl European Land: Käufer gefunden
___________________________________________________
Der israelische Immobilieninvestor Gazit-Globe Ltd und der Citibank-Fonds CPI steigen bei Meinl European Land (MEL) ein. Die Investitionssumme beträgt 800 Millionen Euro.
MEL hat gestern Donnerstag, 21. März 2008, einen Vertrag mit mit CPI/Gazit Holdings Limited (“CPI/Gazit”) - einem Joint Venture zwischen Gazit-Globe Ltd (“Gazit”), einer multinationalen, an der Börse von Tel Aviv gelisteten Immobilieninvestmentgesellschaft (TASE:GLOB), und CPI Capital Partners Europe LP (inkl. deren Schwesterfonds), einem Immobilienfonds, der von einer Geschäftssparte der Citibank International plc, Citi Property Investors, gemanagt wird (“CPI”) - unterzeichnet. Gemäß diesem Vertrag werden CPI/Gazit ein strategisches Investment von bis zu 800 Millionen Euro in MEL tätigen. Darüber hinaus wird eine Veränderung der Management- und Governance-Struktur der Gesellschaft erfolgen.
Eckpunkte der Transaktion:
Ein vereinbartes („underwritten“) neues Investment in der Höhe von 800 Millionen Euro in MEL. Dieses setzt sich aus der Zeichnung von Wandelschuldverschreibungen („convertible securities“) der MEL in der Höhe von 500 Millionen euro und einer Emission von MEL-Zertifikaten in der Höhe von 300 Millionen Euro an MEL-Zertifikatsinhaber, deren Platzierung von CPI/Gazit fest übernommen („underwritten“) wird, zusammen.
Internalisierung des MEL-Managements durch Beendigung des Management Vertrags mit Meinl European Real Estate (“MERE”) (innerhalb einer angemessenen Übergangsfrist von einem Jahr) und die Rekrutierung eines neuen operativen Teams. Alle anderen vertraglichen und operativen Verbindungen mit Meinl Bank AG („MB“) und deren Tochtergesellschaften werden beendet. Die Internalisierung des Managements bringt die Interessen der Anleger und des Managements in Einklang.
Gazit und CPI werden am Board vertreten sein und das Board der MEL wird mit einer Mehrheit von unabhängigen Direktoren, darunter vor allem bekannte Immobilienexperten, neu besetzt. Chaim Katzman, der derzeitige Chairman von Gazit Globe, wird den Vorsitz im Board übernehmen.
Vereinfachung der Eigentümerstruktur der MEL – bei Closing der Transaktion sollen alle Partly Paid Shares der Gesellschaft sowie die Aktien, die den erworbenen eigenen Zertifikaten zugrunde liegen, eingezogen werden.
Die Verpflichtung von CPI/Gazit zur Investition steht nicht unter dem Vorbehalt der Erlangung einer Finanzierung. Das Investment wird aus bei beiden Parteien vorhandenen Cash-Reserven und verfügbaren Kreditlinien von Gazit und Geldern der CPI Capital Partners Europe LP bedient.
”Die vorgeschlagene Transaktion bietet für die Anleger sehr positive Perspektiven. Die Zufuhr von neuem Kapital ermöglicht MEL ihre Expansion in Osteuropa zu beschleunigen. Die Einhaltung strenger Corporate Governance Regeln und die Restruktierung des Managements werden dazu beitragen, das Vertrauen in die Gesellschaft wieder aufzubauen. Wir freuen uns, Gazit und CPI als Investoren in MEL gewonnen zu haben, und sind überzeugt, dass diese wesentlich zur Fortsetzung der Entwicklung der Gesellschaft beitragen werden“, so Georg Kucian, Chairman von MEL. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
19.03.2008: Hedgefonds für Privatanleger derzeit sinnvoll
___________________________________________________
Das Europäische Finanz Forum, die Expertenplattform für Banker und Manager, lud zum monatlichen Talk mit Gastreferent Oliver Prock, Vorstandsvorsitzender Vereinigung Alternativer Investments. Der Investment-Profi referierte über „Hedgefonds und Kleinanleger“. Prock rät interessierten Anlegern aufgrund des volatilen Börseumfeldes einen großen Prozentsatz des Portfolios in Hedgefonds zu investieren.
Oliver Prock, Vorstandsvorsitzender Vereinigung Alternativer Investments sowie Geschäftsführer Salus Alpha Financial Services GmbH, referierte bei der vom Europäischen Finanz Forum monatlichen Vortragsreihe über die Vorteile von Hedgefonds für Kleinanlegern. Diese alternative Anlageform stellt aus Sicht des Finanz-Experten eine sinnvolle Portfolio Beimischung für jedermann dar. „Die unterschiedlichen Trends werden brechen. Ich empfehle einen großen Prozentsatz in Hedgefonds zu investieren, da derzeit an den Kapitalmärkten starke Schwankungen vorherrschen. Die vielen Möglichkeiten, auch bei fallenden Kursen eine positive Performance zu erzielen, machen diese alternativen Investments interessant. Durch die Beimischung von Hedgefonds reduziert man das Risiko und erhöht die Rendite“, informierte Prock.
Prock verteidigte in seinem Vortrag die Rolle von Spekulanten, da „diese aus volkswirtschaftlicher Sicht einen Risikotransfer darstellen“. Der Finanz-Experte kritisierte, dass in letzter Zeit bei Hedgefonds der Leverageanteil zu hoch ist und deshalb zu negativen Auswirkungen auf den Finanzmärkten führen kann.
Quelle: FONDS professionell
|
|
10.03.2008: Trendwende? Aktienmärkte zeigen sich widerstandsfähig
___________________________________________________
Das Kapitalmarkanalyseteam von Allianz Global Investors (AGI) erwartet in den kommenden Wochen eine Probe der Widerstandskraft der Aktienmärkte. Die Serie aus eher schwachen US-Konjunkturdaten sowie erneuten Abschreibungen im Bankensektor setzte sich auch in den letzten Wochen fort. Doch im Gegensatz zum Januar, als jede schlechte Nachricht noch mit einem Donnerschlag ihren Nachhall auf dem Börsenparkett fand, zeigten sich die Aktienmärkte zuletzt sehr widerstandsfähig.
Dennis Nacken aus dem AGI-Kapitalmarktanalyseteam beleuchtet die damit verbundene Frage, ob das bereits die ersten Anzeichen einer Trendwende sind oder ob es sich nur um ein kurzes Aufbäumen an den Kapitalmärkten handelt. Von einer Trendwende zu sprechen, wäre seiner Ansicht nach verfrüht. Zumindest in den nächsten Wochen sei davon auszugehen, dass die Widerstandskraft der Märkte noch auf die eine oder andere Probe gestellt wird, solange sich der Nebel über dem Konjunkturhimmel der USA nicht endgültig gelichtet hat und die Risikobücher im Finanzsektor noch nicht vollends aufgedeckt sind. Denn Unsicherheit sei ein Feind der Märkte.
Unternehmensdaten sprechen für langfristige Stabilisierung
Andererseits scheint das Fundament der Aktienmärkte solide genug, um weiteren Belastungsproben standhalten zu können. So stehe nicht nur die globale Konjunktur mit der zunehmenden Bedeutung der Schwellenländer auf breiteren Füßen, sondern auch die Unternehmensgewinne scheinen besser gefeit vor Abschwächungsphasen. Denn im Gegensatz zu früheren Zyklen ist der Anteil aufstrebender Staaten am Erlöswachstum internationaler Konzerne größer geworden, werden gleichzeitig globale Standortvorteile intensiver genutzt und waren die Unternehmen bisher sehr vorsichtig mit Kapazitätserweiterungen. Die Folgen: tendenziell stabileres Umsatzwachstum, hohe Auslastungen der Maschinen, schlanke Unternehmensstrukturen sowie höhere Gewinnmargen. Ein Indiz dafür sind u. a. die Konzerngewinne für das vierte Quartal 2007, die mit Ausnahme der Banken die Markterwartungen überwiegend übertroffen haben.
Der aktuelle Bewertungsabschlag – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) – von rund 30 bis 40 Prozent zum langjährigen Durchschnitt erscheint daher sehr hoch. Bei den Banken hat das KGV sogar ein historisches Tief erreicht.
Gleichzeitig ist der Pessimismus der Marktteilnehmer hoch. Nacken wertet das als gutes Zeichen. Denn wenn kaum noch jemand ins Bärenlager wechseln kann, haben sich die Investoren überwiegend auf den Abschwung eingestellt und bereits verkauft, was sie verkaufen wollten. Für risikobewusste Investoren kann es durchaus eine Überlegung wert sein, die gefallenen Kurse zum Einstieg für längerfristige Investments zu nutzen. Dieser Einstieg kann auch in mehreren Schritten erfolgen, um im derzeit volatilen Marktumfeld die Durchschnittskosten zu nutzen. Dabei sollte auch die Abgeltungssteuer nicht aus dem Blick verloren werden.
Quelle: FONDS professionell
|
|
29.02.2008: Comeback der hochverzinslichen Anleihen?
___________________________________________________
Glaubt man Stefan Isaacs, Manager des M&G European High Yield Bond Fund, dann brechen wieder attraktive Zeiten für hochverzinsliche Anleihen an: „Es sieht so aus, als würden hochverzinsliche Anleihen wieder bevorzugt, nachdem sie an einer anhaltenden unterdurchschnittlichen Rendite und an der negativen Stimmung gelitten haben“, meint Isaacs.
Europäische hochverzinsliche Anleihen sind in diesem Jahr bislang um rund sieben Prozent gefallen – nur im Jahr 2002 gab es einen schlechteren Start in das Jahr. „Der diesjährige Rückgang ist besonders alarmierend wenn man bedenkt, dass es in Europa eigentlich keine Zahlungsverzüge gab. Der US-Markt für hochverzinsliche Anleihen ist mit drei Prozent etwas moderater gefallen“, so Isaac. Nachfolgend der Originalkommentar:
Ein Großteil der Schwäche bei hochverzinslichen Anleihen lässt sich auf den starken Rückgang bei Aktien zurückführen, weil die beiden Märkte eng miteinander korrelieren. Die europäischen hochverzinslichen Anleihen haben im Vergleich zum US-Markt wahrscheinlich unterdurchschnittliche Leistungen erzielt, da sie in den Jahren 2006 und 2007 nicht synchron mit den US-Anleihen verliefen.
Die Spreads amerikanischer und europäischer hochverzinslicher Anleihen (der Ertragsüberschuss an Zinsen der hochverzinslichen Anleihen gegenüber Staatsanleihen) lagen in der Vergangenheit nah beieinander. In den Jahren 2006 und 2007, haben sich dann aber die Spreads amerikanischer hochverzinslicher Anleihen über denen der europäischen eingeschlichen. Der europäische Markt für hochverzinsliche Anleihen hat nun Einiges aufzuholen gehabt.
Die Stimmung am Markt für hochverzinsliche Anleihen bleibt schlecht. Die mangelnde Risikofreude seitens der Anleger und der Nachfragerückgang bei hochverzinslichen Anleihen bedeuten, dass die Unternehmen seit Juli 2007 nicht in der Lage gewesen sind, neue Anleihen auf den Markt zu bringen. Nichtsdestotrotz erzielen europäische Anleihen mit „BB“-Rating jetzt eine Rendite, die 5,7 Prozent höher ist als die von Staatsanleihen. Seit einiger Zeit verfechte ich die Annahme, dass hochverzinsliche Anleihen eine teure Anlageklasse sind. Meines Erachtens haben hochverzinsliche Anleihen nun aber ein Niveau erreicht, das als fairer Marktwert bezeichnet werden kann. In einigen Bereichen gibt es sogar einen attraktiven Marktwert.
|
|
22.02.2008: Gold: Neues Allzeithoch
___________________________________________________
Der Goldpreis kann im gestrigen New Yorker Handel von 944 auf das neue Allzeithoch von 954 US-Dollar/oz zulegen. Mitte Januar hatte das Edelmetall erstmals die 900 Dollar Marke überschritten. Der schwache Dollar, die Angst der Investoren vor Risiko und anhaltende Inflationstendenzen gelten als Gründe für den Anstieg.
Aufgrund der fundamentalen Verfassung des Goldmarktes hält Martin Siegel, Fondsmanager des PEH Q-Goldmines, eine Umkehr des langfristigen Aufwärtstrends auch bei kurzfristigen Rückschlägen praktisch für ausgeschlossen. Eine sich zuspitzende Finanzkrise an den Papiergeldmärkten – inklusive der dann wertlos verfallenden Zertifikate auf Gold – könnte dabei jederzeit zu einem explosionsartigen Goldpreisanstieg führen, so Siegel auf Goldseiten.de. (dnu)
|
|
07.02.2008: "Vom Konsum der Chinesen profitieren"
___________________________________________________
Jedes Jahr am 7. Februar begrüßen Milliarden von Chinesen auf der ganzen Welt das chinesische Neujahr, das in diesem Jahr das ‚Jahr der Ratte’ ist, die man im Altertum mit materiellem Wohlstand und Reichtum in Verbindung brachte. Während Chinas Bevölkerung, die derzeit unter dem schlimmsten Schneechaos seit langem leidet, sich auf das neue Jahr vorbereitet, werden sich viele Menschen zweifellos Gedanken darüber machen und reflektieren, welchen Wandel ihr Land in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat, schreibt Graham French, Manager des M&G Global Basics Fund, in einem aktuellen Marktkommentar.
Immerhin hat die chinesische Wirtschaft über einen Zeitraum von fünf Jahren zweistellige Wachstumsraten erwirtschaftet. Und während die Wirtschaft boomt, sind auch die Gehälter gestiegen, was zu einer zunehmenden Nachfrage nach hochwertigen Produkten und Dienstleistungen geführt hat.
Konsum als Investmentchance
Das chinesische Neujahr verbringen die Menschen üblicherweise mit der Familie und begehen den Neujahrsabend traditionell mit einem Festessen. Die steigende Nachfrage nach westlichen Lebensmitteln und alkoholischen Getränken in China und anderen Schwellenländern hat teilweise zum Anstieg des Economist Food Price Index um 75 Prozent seit dem Jahr 2005 beigetragen. Es wird prognostiziert, dass der durchschnittliche chinesische Verbraucher, der im Jahr 1985 noch 20 Kilogramm Fleisch aß, dieses Jahr über 50 Kilogramm Fleisch essen wird.
„Das explosive Wachstum in China bietet Anlegern viele Möglichkeiten in konsumnahen Bereichen“, sagt French. Während derzeit 44 Prozent der Bevölkerung in Ballungsräumen leben und im Jahr 2007 rund zwölf Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, gehe die zunehmende Nachfrage nach westlichen Güter und Dienstleistungen mit dem steigenden persönlichen Wohlstand der Menschen einher.
„Der zunehmende Wohlstand des Landes bringt eine neue Generation von Verbrauchern hervor, deren steigendes verfügbares Einkommen für Produkte wie Lebensmittel, Getränke, westliche Markenkleidung und Kosmetikartikel verwendet wird“, so French. Diese Trends böten ein enormes Potenzial für Investitionen in eine Reihe gut geführter Unternehmen mit starken Vermögenswerten in unterschiedlichen Branchen. Selber schöpft French diese Themen durch Investitionen in folgende Bereiche aus: Lebensmittel und Zutaten (Kerry Group), Wein (Constellation Brands), Kleidung und Sportartikelmarken (VF Corp) sowie Pflegeprodukte (Colgate Palmolive). (ir
|
|
09.01.2008: JETZT NEU: Märkte - News
___________________________________________________
In Kooperation mit direktanlage.at bieten wir Ihnen ab sofort wöchentlich den Märkte-Newsletter der direktanlage.at
Informieren Sie sich über das aktuelle Marktgeschehen, lesen sie die direktanlage.at-News und verschaffen Sie sich einen Überblick über interessante Produktangebote.
Inhalt:
Märkte
Wochenrückblick Österreich,
Deutschland & Europa, Japan & Asien
Marktrückblick Rentenmärkte
Index- & Marktmonitor, Tops & Flops
Marktökonomie/Aktueller Newsflash
direktanlage.at – Produktinformation
Finanztermine
Impressum & Disclaimer
Newsletter hier downloaden:
_______________________
Märkte
|
|
08.01.2008: Marktmeinung: Aktienmärkte bleiben auch 2008 volatil
___________________________________________________
Trotz Subprime-Krise, US-Dollar-Schwäche und hoher Volatilität – 2007 war ein durchschnittlich positives Aktienjahr, wie Martin Bruckner Chief Investment Officer der Allianz Investmentbank AG auf einer Pressekonferenz in Wien betonte. Für 2008 erwartet er ebenso eine hohe Volatilität an den Aktienmärkten. „Obwohl die Notenbanken alles unternehmen werden, um die Finanzmärkte in der gegenwärtigen Liquiditätskrise zu beruhigen, wird die Volatilität auch im Börsejahr 2008 hoch bleiben - zumindest bis klar ist, wo noch Risken aus der US-Hypothekenkrise vorhanden sind“, so Bruckner.
Trotzdem raten die Allianz Investmentexperten dazu, Aktien gegenüber Anleihen leicht überzugewichten und die Chancen, die sich derzeit bei ungerechtfertigt abgestraften Unternehmensanleihen und Pfandbriefen bieten, wahrzunehmen.
Die aktuelle Liquiditätskrise wird auch in den ersten Monaten 2008 das bestimmende Thema an den Finanzmärkten bleiben. "Durch die Wertberichtigungen im Zuge der Subprimekrise sind viele Banken gezwungen, Rückstellungen in Milliardenhöhe zu bilden. Da es an Transparenz fehlt, welche Marktteilnehmer wie stark betroffen sind, misstrauen einander die Banken und verleihen untereinander Kapital nur mit hohen Risikoaufschlägen", erklärt Allianz Chief Investment Officer Martin Bruckner die außergewöhnlich hohen Zinsaufschläge im Interbankenhandel. Erst wenn die internationalen Kreditinstitute im ersten Quartal ihre Jahresbilanzen präsentieren, dürfte sich die Lage am Interbankenmarkt wieder entspannen. Bis dahin erwartet der Investmentexperte weiter volatile Börsen, obwohl die Notenbanken mit Liquiditätszuteilungen und eventuellen Zinssenkungen alles unternehmen werden, um die Kapitalmärkte zu beruhigen.
Trotzdem bessere Anlagechancen mit Aktien
Trotz der Gefahr von Rückschlägen am Aktienmarkt sieht Bruckner auf Jahressicht bessere Anlagechancen im Aktiensegment als bei Anleihen. "Aktien sind im Vergleich zu Anleihen günstiger bewertet und haben daher das größere Potenzial. Das globale Wachstum wird sich durch die Liquiditätskrise abschwächen - die Gefahr einer globalen Rezession besteht aus heutiger Sicht aber nicht, da die Emerging Markets mit ihrem weiterhin hohen Wirtschaftswachstum die Konjunkturabschwächung in den Industrieländern zumindest teilweise kompensieren werden", analysiert der Allianz Chief Investment Officer. Bruckner empfiehlt, US-Aktien etwas stärker bei der Asset Allocation zu berücksichtigen, da sich die Bewertungsaufschläge deutlich reduziert haben und der US-Markt historisch als defensiver Aktienmarkt anzusehen ist. Institutionelle Dollar-Anleger, die in Europa stark übergewichtet sind und hohe Währungsgewinne durch die Eurostärke erzielt haben, könnten Gewinne realisieren und in US-Aktien umschichten. Aussichtsreich sind global agierende US-Konzerne, deren Exporte von der Dollarschwäche profitieren.
Emerging-Markets-Aktien übergewichten
Bei den europäischen Exportunternehmen besteht dagegen das Risiko, dass der starke Euro die internationale Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigt und die Gewinnentwicklung belastet. Generell sollte Wachstumswerten der Vorzug gegenüber Zyklikern gegeben werden, da in Phasen einer Konjunkturverlangsamung für profitables Wachstum höhere Aufschläge bezahlt werden. Auf Grund der ungebremsten Konjunkturentwicklung, der Leistungsbilanzüberschüsse sowie der geringen Verschuldung und des Aufwertungsdrucks auf die lokalen Währungen, sollten Emerging-Markets-Aktien weiterhin übergewichtet bleiben. Japan ist wegen des Reformstillstands und der enttäuschenden Inlandskonjunktur kein aussichtsreiches Investmentthema, das Anlagevotum der Allianz Experten lautet deshalb untergewichten.
Relativ geringes Kurspotenzial für US- und Euro-Bundesanleihen
Für die Wertentwicklung von Anleihen wird das weitere Vorgehen der Notenbanken entscheidend sein. Die US-Notenbank Fed wird vermutlich weitere Zinssenkungen zur Beruhigung der Kapitalmärkte vornehmen, die EZB wird aus Rücksicht auf die Finanzmärkte von einer Zinserhöhung Abstand nehmen, obwohl die Inflation schon länger über dem gewünschten Referenzwert liegt. Martin Maier, Geschäftsführer der Allianz KAG, ortet unter diesen Voraussetzungen relativ geringes Kurspotenzial für US- und Euro-Bundesanleihen. Gute Chancen sieht Maier allerdings bei Pfandbriefen und Industrieanleihen, die im Zuge der Liquiditätskrise oftmals unbegründet stark gelitten haben. "Jede Krise bietet auch Chancen. Die deutliche Ausweitung der Spreads bietet für antizyklisch agierende Investoren gute Ertragschancen bei relativ geringem Risiko", erklärt Maier. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
18.12.2007: 2008: Keine Kurskapriolen, aber Solidität
___________________________________________________
2008: Keine Kurskapriolen, aber Solidität
Trotz heftiger Turbulenzen war 2007 für die Finanzmärkte kein allzu schlechtes Jahr, meint Philipp Vorndran, Senior Investment Strategist, Multi-Asset Class Solutions (MACS), Abteilung Asset Manangement bei Credit Suisse, in seinem aktuellen Marktkommentar „Talking Head“. So hätten viele Aktienmärkte seit Jahresbeginn eine vernünftige Wertentwicklung erzielt. Zwar lasse sich nicht leugnen, dass die Konjunkturdaten langsameres Wachstum andeuten, aber Sorgen vor einer möglichen Rezession haben Vorndran und seine Kollegen nicht. Auch wenn man 2008 kein außergewöhnlich gutes Jahr für Aktien erwarte, rechne man damit, dass die Renditen solide ausfallen. Vor diesem Hintergrund habe man jetzt auch Aktien für alle Risikoprofile übergewichtet, da die Bewertungen trotz des schwächeren Wachstums attraktiv bleiben.
Anders sieht es bei Anleihenmärkten aus, wo die Aussichten verhalten bleiben, wenngleich einige gut bewertete Anleihen attraktiv erscheinen. Positiv gestimmt sind Vorndran und seine Kollegen in dieser Hinsicht gegenüber Unternehmensanleihen hoher Bonität, die sie für attraktiv bewertet erachten. Bei Rohstoffen scheint die Stimmung kurzfristig belastet, doch die meisten Gründe für eine langfristig positive Entwicklung bleiben Vorndran zufolge gültig.
US-Aktienmarkt ist Favorit für 2008
Die Conrad Hinrich Donner Bank, Hamburg, erwartet auch für 2008 eine überdurchschnittliche Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten. Nachdem in 2007 die europäischen Märkte und allen voran der Deutsche Aktienmarkt sich deutlich besser als die US-amerikanische Börse entwickelt haben, dürfte sich dies in 2008 umkehren. Auch wenn gegenwärtig noch große Unsicherheiten in den USA existieren, die eine erhöhte Volatilität mit sich bringen, sind die langfristigen Perspektiven für die Bank sehr positiv. So ist man der Meinung, dass nach einem schwachen ersten Halbjahr die US-Konjunktur sich im weiteren Jahresverlauf sehr dynamisch zeigen wird. Neben der expansiven Geldpolitik wird sich der gegenwärtig sehr schwache US-Dollar positiv auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie auswirken und für einen Exportboom sorgen. Die negativen Effekte der Subprime-Krise werden durch diese beiden Faktoren überkompensiert werden. Die weitere Absenkung der US-Notenbankzinsen auf 3,50 Prozent bis zum 2. Quartal 2008 wird die Kapitalströme in die risikobehafteten Langfristanlagen umleiten. Da US-Aktien so günstig bewertet sind, wie Anfang der 1990er existiert ein großes Kurspotential.
US-Dollar hat Tiefpunkt nahezu erreicht
"Wir erwarten, dass der amerikanische Aktienmarkt in 2008 um bis zu 20 Prozent zulegen wird. Da der US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte sich zudem aufwerten sollte, könnten für Euro-Anleger die Gewinne sogar noch höher ausfallen", bringt es Jörg Laser, Bankdirektor und Leiter Private Banking der Conrad Hinrich Donner Bank auf den Punkt. Des einen Freud ist des anderen Leid. Der feste Euro belastete die europäischen Volkswirtschaften und wird die Wachstumsraten leicht unter zwei Prozent drücken. Die EZB wird daher spätestens im 2. Quartal die Zinsen senken. Da dann bereits der Zinssenkungszyklus in den USA nahezu
abgeschlossen sein wird, kann der US-Dollar sich nachfolgend erholen.
DAX in der Spitze bis 9.500
Die europäischen Aktienmärkte werden sich daher - im Vergleich zum amerikanischen Markt - unterdurchschnittlich entwickeln. Mit einem erwarteten Zuwachs von deutlich über 10 Prozent bis zum Jahresende bleiben aber auch die kontinentaleuropäischen Märkte für die Anleger attraktiv. "Der deutsche Aktienmarkt dürfte zudem von der Abgeltungssteuer profitieren. In der Spitze kann der DAX bis 9.500 Punkte steigen, am Jahresende erwarten wir ihn bei 9.000 Punkten", sagt Jörg Laser.
Rentenmärkte sind wenig attraktiv
Auch wenn im Zuge der Zinssenkungen der Notenbank im 1. und 2. Quartal, die langfristigen Zinsen noch einmal unter Druck geraten können, ist spätestens ab Jahresmitte - im Zuge der
Konjunkturaufhellung in den USA - wieder mit anziehenden Renditen zu rechnen. "Im Jahresvergleich bleiben die langfristigen Renditen in etwa stabil. Die Anleger können daher nicht vielmehr als den Kupon verdienen", so Carsten Mumm, Leiter der Vermögensverwaltung der Bank.Er empfiehlt daher das mittlere Laufzeitensegment und eine
Diversifikation in andere risikoarme Kapitalanlagen wie offene Immobilienfonds und Deep-Discount-Zertifikate. Mit der Beruhigung der Subprime-Krise werden sich auch die Geldmarktsätze wieder normalisieren. "Kurzfristige Zinssätze deutlich oberhalb von vier Prozent, gehören schon bald wieder der Vergangenheit an", sagt Carsten Mumm.
Quelle: FONDS professionell
|
|
05.12.2007: Studie: Garantien fressen mehr als 50 Prozent der Rendite
___________________________________________________
„Wer für sein Alter vorsorgen will, fährt mit Wertpapiersparen ohne Garantie am besten – wenn er nur früh genug anfängt und dabei bleibt“, sagt Reinhard Berben, Geschäftsführer der Franklin Templeton Investment Services GmbH und verweist auf die Ergebnisse einer Studie der Frankfurt School of Finance & Management*. Diese bestätigt, dass gerade im Bereich der Altersvorsorge, wo in Anlagehorizonten von 25 Jahren und mehr gedacht werden muss, eine Kapitalgarantie extrem teuer sei. Sie zehre mehr als 50 Prozent der Rendite auf, so Berben.
Im Auftrag von Franklin Templeton Investments hat Professor Uwe Wystup Anlageprodukten mit Garantie klassische Fonds ohne jede Absicherung oder Garantie gegenübergestellt – den Aktienfonds Templeton Growth Fund, Inc. sowie drei weitere in den USA zugelassene Fonds (ein Aktien-, ein Misch- sowie ein Rentenfonds). Der statistische Vergleich unterschiedlicher Anlagezeiträume und unterschiedlicher, auf wissenschaftlicher Grundlage simulierter Marktentwicklungen bestätigt, dass Garantieprodukte langfristig mit gewaltigen Renditeeinbußen verbunden sind.
Während sich Garantieprodukte über einen kurzen Zeitraum von fünf Jahren noch rechneten, überstieg die Renditeeinbuße auf lange Sicht deutlich ihren Nutzen. Nach 25 Jahren schnitten die Fonds ohne Garantie in jedem Szenario mit Abstand besser ab.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Einzelnen:
• Die Garantie kostet in allen drei Marktszenarien (Glücksfall, Normalfall, Unglücksfall) rund die Hälfte der Rendite.
• Garantieprodukte schneiden bestenfalls so gut ab, wie die klassischen Fonds im Normalfall.
• Selbst im Unglücksfall sind die Renditen der Vergleichsfonds ohne Garantie noch doppelt so hoch wie die der Garantieprodukte und deutlich höher als deren garantierte Rendite.
• Kursrückschläge mitteln sich bei langfristigen Investitionszeiträumen aus
|
|
28.11.2007: Meinl European Land: Aufwertungsgewinne lassen Betriebsergebnis steigen
___________________________________________________
Meinl European Land präsentierte das Geschäftsergebnis für die ersten neun Monate des Jahres 2007: Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde von 88 Millionen Euro um 63 Prozent auf 144 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2007 ausgebaut. Der Wert inkludiert Aufwertungsgewinne in Höhe von 124 Millionen Euro (9M 2006: 63 Millionen Euro). Der Gewinn vor Steuern konnte im gleichen Zeitraum von 94 Millionen Euro auf 195 Millionen Euro gesteigert werden. Dies entspricht einer Steigerung von rund 107 Prozent.
Gewinn je Aktie/Zertifikat auf 0,67 Euro gestiegen
Auch der Gewinn je Aktie/Zertifikat der Meinl European Land hat sich positiv entwickelt: Dieser konnte von 0,50 Euro je Aktie/Zertifikat in den ersten neun Monaten 2006 auf 0,67 Euro je Aktie/Zertifikat in den ersten neun Monaten 2007 ausgebaut werden. Dies entspricht einer Steigerung von 34 Prozent.
Mieteinnahmen auf 90 Millionen Euro gesteigert
Die Mieteinnahmen in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 betrugen rund 90 Millionen Euro gegenüber 70 Millionen Euro in der Vergleichsperiode im Vorjahr, was einem Anstieg von 28 Prozent entspricht.
Die Mietsteigerungen basieren auf einer gesteigerten Mietfläche, neuen Mietern sowie höheren durchschnittlichen Mieteinnahmen je m². Dieser Trend ist bei jenen Immobilien erkennbar, die bereits im Vorjahr im Besitz der Gesellschaft waren. Die "like-for-like" Mietsteigerungen zur Vergleichsperiode beliefen sich auf durchschnittlich 3,9 Prozent. In Polen, Rumänien und der Slowakei beliefen sich die "like-for-like" Mietsteigerungen auf mehr als sechs Prozent.
Die Mietverträge mit den Hauptmietern der Meinl European Land laufen in der Regel über 10 bis 15 Jahre, für kleinere Flächen meist zwischen fünf und zehn Jahren. Rund 50 Prozent der Mieter sind internationale Einzelhandelskonzerne. Dazu zählen etwa Metro, Ahold, Rewe, Spar, Obi, Zara, Carrefour, Marks & Spencer, Douglas, H&M, Praktiker oder Deichmann.
Immobilienportfolio um 47 Prozent gesteigert
Meinl European Land besitzt zum 30. September 2007 insgesamt 160 Immobilienanlagen. Der Marktwert dieser Objekte beläuft sich basierend auf den aktuellen Gutachten der international renommierten Immobilienexperten Cushman & Wakefield bzw. Jones Lang Lasalle auf rund 1,8 Milliarden Euro. Damit konnte das Bestandsportfolio der Gesellschaft gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr um 585 Millionen Euro beziehungsweise 47 Prozent gesteigert werden.
Zusätzlich zu den Immobilienanlagen hat die Gesellschaft ein erhebliches Portfolio an Entwicklungsprojekten mit einem Gesamtvolumen von etwa 3,4 Milliarden Euro, von denen bis zum 30. September 2007 bereits 0,6 Milliarden Euro investiert wurden. Darüber hinaus hat die Gesellschaft in Russland, Polen und der Türkei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,5 Millionen m² gesichert. Die Gesellschaft beabsichtigt, auf diesen Grundstücken alleine oder gemeinsam mit starken Entwicklungspartnern weitere Entwicklungsprojekte zu realisieren.
Noch vor Weihnachten wird MEL je ein Shopping Center in St. Petersburg, Russland, mit 27.000m² und in Bialystok, Polen, mit 37.000m² eröffnen. Hauptmieter bei beiden Objekten wird ein von der Metro betriebener "real"-Hypermarkt sein.
Nettovermögenswert von 15,15 Euro je Aktie/Zertifikat basierend auf bestehenden Immobilien Zusätzliches NAV Upside-Potential basierend auf den Projekten und Grundstücken
Die konservative Kapitalstruktur der Gesellschaft zum 30. September 2007 weist eine Eigenkapitalposition von 3,1 Milliarden Euro und langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Milliarden Euro aus. Die Nettocashposition von 1,5 Milliarden Euro dient zur Finanzierung des Investitionsprogramms.
Das Nettovermögen basierend auf den bilanzierten Immobilienobjekten der Gesellschaft beträgt 15,15 Euro je Aktie/Zertifikat. Dieses betrug noch im Juni 15,64 Euro und 16,41 Euro Ende März.
Die Gesellschaft hat auch eine Schätzung des Wertes ihrer Entwicklungspipeline sowie der Grundstücke durchgeführt. Diese erstmalige Bewertung sämtlicher Projekte wurde von Cushman & Wakefield, Jones Lang Lasalle bzw. Colliers durchgeführt. Auf Basis dieser erstmaligen Gutachten ergeben sich erwartete Wertsteigerungen der Entwicklungspipeline und Grundstücke von rund 1,3 Milliarden Euro oder 5,95 Euro je Aktie/Zertifikat. Inklusive dieses Wertsteigerungspotential ergibt sich ein gesamter NAV von EUR 21,10 je Aktie/Zertifikat. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
15.11.2007: Bankschulden reduzieren: Immofinanz platziert Wandelanleihe
___________________________________________________
Die gestern, am 14. November 2007, begebene Wandelanleihe der Immofinanz konnte erfolgreich platziert werden. Dank der hohen Nachfrage seitens institutioneller Investoren war die Emission dreifach überzeichnet, heißt es dazu in einer Unternehmensaussendung. Daher wurde auch die Erhöhungsoption von 100 Millionen Euro in Anspruch genommen und das Emissionsvolumen auf insgesamt 750 Millionen Euro aufgestockt.
Die Wandelanleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Rendite für die Zeichner von 3,75%. Die Emission erfolgte zum Nennwert. Der effektive Wandlungspreis von zwölf Euro liegt über dem NAV (Net Asset Value). Dieser betrug am Ende des ersten Quartals 2007/08 11,30 Euro.
„Die Wandelanleihe wird zur weiteren Reduktion der Bankverbindlichkeiten der Immofinanz genützt werden und ermöglicht eine starke Verringerung der Finanzierungskosten. Unsere Ertragskraft wird damit wesentlich gesteigert werden und davon werden die Aktionäre der Immofinanz profitieren“, so Generaldirektor Karl Petrikovics.
Für die Immofinanz bringe die Emission große Vorteile. „Dank des attraktiven Zinssatzes sinken die Refinanzierungskosten im Vergleich zu einer zehnjährigen Kreditfinanzierung während der Laufzeit der Anleihe um insgesamt rund 125 Millionen Euro“, sagt Petrikovics.
Die Immofinanz hat damit im Jahr 2007 bereits zwei Wandelanleihen begeben. Zeichnungsaufträge kamen aus allen Ländern, in denen die Wandelanleihe zum Kauf angeboten wurde. Auch bei der ersten Emission im Jänner 2007 wurde ein Volumen von 750 Millionen Euro platziert. Deutsche Bank AG, J.P. Morgan Securities Ltd. und Merrill Lynch International fungierten als gemeinsame Bookrunners und gemeinsame Lead Managers der Emission. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
17.10.2007: Fidelity: Asien hat als Region noch deutlich Luft nach oben
___________________________________________________
Wie der Name vermuten lässt, stand auf der jüngsten Fidelity Asia Investment Conference Asien im Fokus. Auf der Konferenz kamen Branchenexperten und Fondsmanager von Fidelity zusammen, um über die Chancen der Anlageregion zu diskutieren.
Für die Investmentspezialisten sind asiatische Aktien wichtiger Bestandteil einer langfristigen Strategie. Die massiven strukturellen Veränderungen, politische Reformen und wirtschaftliche Verbesserungen haben aus Asien inzwischen eine stabile, schnell wachsende Wirtschaftsregion gemacht, deren Unternehmen überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Obwohl die Region bereits seit längerem in vielen Bereichen positives Wachstum verzeichnet, ist das Potenzial laut Meinung vieler Kapitalmarktbeobachter noch lange nicht ausgeschöpft.
„Asien wird in diesem Jahr eine der höchsten Wachstumsraten unter den großen Regionen der Welt erzielen“, sagt Allan Liu, Fondsmanager des Fidelity Funds - South East Asia Fund. „Bedingt durch die Größe seiner Volkswirtschaft und sein rasantes Entwicklungstempo wird China 2007 mit 11,2 Prozent den größten Beitrag zum globalen Wachstum leisten. Damit macht die Volksrepublik den USA die Rolle als globale Wachstumslokomotive streitig."
Ohne Frage: asiatische Unternehmen haben den Sprung auf die Weltbühne geschafft. Zudem stellt die demografische Entwicklung einen echten Produktivitätsvorteil dar. „In Asien - Japan ausgenommen - ist die Bevölkerung deutlich jünger als im Westen“, sagt Arun Mehra, Fondsmanager des Fidelity Funds - India Focus Fund. „Das heißt ein größerer Teil der Bevölkerung befindet sich im arbeitsfähigen Alter und ist zudem besser ausgebildet und kosmopolitischer als die vorangegangene Generation. Dadurch wachsen Asiens Arbeitseinkommen und schaffen die Basis für Konsum und sogar Luxus“.
Ein weiterer positiver Treiber sei zudem die rapide zunehmende Verstädterung, die den Bedarf an Wohnraum, Transport- und Kommunikationsmitteln, Freizeitmöglichkeiten und Dienstleistungen ankurbele. Die stark anziehende asiatische Binnennachfrage stabilisiere dabei das vom Welthandel getriebene Wirtschaftswachstum.
Ein weiterer Pluspunkt der Region ist laut John Ford, CIO Fidelity Japan, zudem die günstige Bewertung der Region. „Obwohl die Märkte Asiens Anlegern in den letzten Jahren bereits hohe Renditen beschert haben, ist die Region angesichts ihrer fundamentalen Stärke alles andere als teuer. Ende Juni 2007 wurde der MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index, bezogen auf den Gewinn der kommenden zwölf Monate, mit einem KGV von 15 gehandelt. Für sämtliche Länder in der Region wird für das kommende Jahr ein solides Gewinnwachstum - im Schnitt um 31 Prozent - prognostiziert. Der KGV-Wert liegt damit nah am globalen Durchschnittswert von 14,7. Diesem liegt allerdings mit 27 Prozent ein geringeres Gewinnwachstum zugrunde.“
Aus Anlegersicht interessant: „Die lokalen Aktienmärkte Asiens weisen nur eine geringe Korrelation mit den westlichen Kapitalmärkten auf“, sagt Ford. „Portfolios mit Titeln aus der gesamten Region bieten somit echte Diversifizierungsvorteile und gleichen einen Teil des Einzelländerrisikos aus.“ (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
10.10.2007: Meinl European Land bleibt im Top-Segment der Wiener Börse
___________________________________________________
Die Meinl European Land Ltd. (MEL) bleibt bis auf weiteres im Prime Market der Wiener Börse, das gibt der Vorstand der Wiener Börse AG, Dr. Michael Buhl und Dr. Heinrich Schaller, heute bekannt.
Die Meinl European Land Ltd. unterwirft sich für die Dauer der Einbeziehung in den Prime Market uneingeschränkt sämtlichen strengen Anforderungen an Emittenten im Prime Market entsprechend der Rechtsauffassung der Wiener Börse AG, dazu zählen auch die Veröffentlichungsvorschriften des österreichischen Börsegesetzes. Für den Zeitraum seit der Aufnahme in den Prime Market per 20. August 2007 konnten nach derzeitigem Kenntnisstand keine Regelverletzungen seitens der MEL festgestellt werden, das bestätigt die von der Wiener Börse durchgeführte Überprüfung der Teilnahme der MEL am Prime Market. Weiters wurde festgestellt, dass sich die gegen MEL erhobenen Vorwürfe auf den Zeitraum vor der Aufnahme in den Prime Market beziehen und der Wiener Börse die umstrittenen Aktivitäten der MEL nicht bekannt waren.
Konkret wurde zwischen der Wiener Börse AG und der Meinl European Land Ltd. in den vergangenen Tagen ausdrücklich vertraglich klargestellt:
·Aktien und Partly Paid Shares („PPS“) bilden ein und dieselbe Aktiengattung. Inhaber von Wertpapieren dieser Aktiengattung sind gleich zu behandeln, unabhängig davon, ob sie PPS, Aktien oder Aktienzertifikate (ADCs, Austrian Depositary Certificates) halten.
·MEL wird Insider-Informationen, die sie unmittelbar betreffen, unverzüglich (ad-hoc) der Öffentlichkeit bekannt geben. Zu Insider-Informationen zählen beispielsweise kursrelevante PPS-, Aktien- oder Aktienzertifikatsrückkäufe, Beteiligungsinformationen und sonstige Tatsachen, die Meinl European Land Ltd. und/oder die PPS oder Aktien (Aktienzertifikate) betreffen.
·MEL wird Aktien, Aktienzertifikate und PPS in Bezug auf die Beteiligungsmeldung gleich behandeln. Es ist das gemeinsame Verständnis, dass Personen, die Aktien, PPS und/oder Aktienzertifikate erwerben oder veräußern, die Veränderungen ihrer Beteiligungen im Sinne des Börsegesetzes zu melden haben. Die Wiener Börse empfiehlt im Interesse aller Marktteilnehmer, die Eigentümer der PPS ehest möglich offen zu legen.
Interesse der Anleger steht im Vordergrund
Nach Vorliegen dieser Ergebnisse hat der Vorstand der Wiener Börse im Interesse des Anlegerschutzes entschieden, MEL derzeit nicht aus dem Prime Market auszuschließen und diese Entscheidung – unabhängig von den Ergebnissen der Überprüfung durch die Finanzmarktaufsicht – unverzüglich bekannt zu geben.
Sollte die Wiener Börse von Regelverstößen der MEL während der Teilnahme am Prime Market Kenntnis erlangen, wird die Wiener Börse AG unverzüglich ein Prüfungsverfahren mit der möglichen Folge des Ausschlusses aus dem Prime Market einleiten, halten die beiden Vorstände der Wiener Börse AG fest. Buhl und Schaller weiter: Ebenso wird die Wiener Börse AG den Verbleib der MEL im Prime Market neu bewerten, sollte die FMA eine erhebliche Rechtsverletzung für den Zeitraum vor der Teilnahme am Prime Market feststellen.
„Der Prime Market ist und bleibt das Premium-Segment der Wiener Börse. Es gelten die strengen Veröffentlichungsvorschriften für alle in diesem Segment gelisteten Unternehmen. Nur jene Unternehmen, die sich uneingeschränkt sämtlichen Anforderungen des Prime Market Regelwerkes unterwerfen, können am Prime Market teilnehmen“, betonen die beiden Vorstandsmitglieder der Wiener Börse.
Quelle: FONDS professionell
|
|
02.10.2007: Dow Jones erklimmt Rekordhoch
___________________________________________________
Der Dow-Jones-Index wurde gestern Montag, 1. Oktober 2007, auf ein neues Allzeithoch getrieben. Dieser schloss um 1,4 Prozent höher auf einem Allzeithoch von 14 088 Punkten. Damit brach das Börsenbarometer seinen Rekord vom Juli. Im Verlauf pendelte es zwischen 13.894 und 14.116 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,3 Prozent auf 1.547 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2.741 Punkte.
Vor allem Werte von Banken und Technologieunternehmen legten zu. Selbst eine Gewinnwarnung der Citigroup als Folge der Kreditkrise konnte die Kauflaune nicht beeinträchtigen. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
21.09.2007: Europäische Aktien haben noch Luft nach oben
___________________________________________________
In den letzten Wochen wurden die europäischen Aktienmärkte von der US-Hypothekenkrise und einer Erhöhung der Risikoprämien durchgeschüttelt. Die hohe Marktvolatilität könnte in den nächsten Wochen noch anhalten, doch die langfristigen Aussichten sind positiv, meinen die Analysten von Threadneedle in ihrem aktuellen Marktkommentar.
Zwar enttäuschten zuletzt die Quartalszahlen einiger Industriefirmen, die eigentlich vom guten Weltwirtschaftsklima profitieren. Dies habe aber nicht an schwächeren Umsätzen gelegen, denn Rückgänge in den USA werden durch Zuwächse in Asien, dem Nahen Osten und Europa ausgeglichen. Vielmehr hätten einige Unternehmen Probleme damit, ihre Kosten zu kontrollieren oder ihr Wachstumstempo beizubehalten. Vor allem kleineren Industriefirmen fällt es zudem manchmal schwer, die Versorgung mit Vorprodukten sicherzustellen. Die Qualität der Unternehmensführung sowie gute Beziehungen zu Kunden und Lieferanten werden immer wichtiger, um eine starke Marktposition und die Preissetzungsmacht aufrechtzuerhalten, heißt es.
Threadneedle hat auf die Marktbewegungen der letzten Zeit reagiert, indem das Risiko in den Portfolios reduziert wurde. Bei einigen Industriewerten wurden Gewinne mitgenommen, eine Übergewichtung in konjunktursensitiven Bereichen wie Chemie, Stahl und Maschinenbau bleibt aber bestehen. Weder Large- noch Small Caps werden bevorzugt, es wird aber mehr Wert auf höchste Qualität gelegt. Favorisiert werden Sektoren am Anfang einer Wachstumsphase, etwa Energieerzeuger und Öldienstleister. Zugekauft wurde im defensiven Sektor Konsumgüter, etwa bei Lebensmittel- und Getränkeherstellern. Untergewichtet wurden dagegen Finanzwerte.
Aus realwirtschaftlicher Sicht bieten die europäischen Aktienmärkte laut den Threadneedle Analysten gute Perspektiven. Das Wachstum in der Eurozone sei ausgeglichener als früher, denn es verlangsame sich in Spanien und Irland, während in den Kernmärkten ein Aufschwung einsetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone dürfte in diesem Jahr um 2,75 Prozent wachsen, im kommenden Jahr ist mit einer leichten Abschwächung auf 2,5 Prozent zu rechnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird zwar wegen des Inflationsdrucks eher eine Straffung der Geldpolitik anstreben, doch der politische Druck auf die Zentralbanker in Richtung einer Lockerung könnte steigen – vor allem, wenn der Euro weiter gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt.
Das Wachstum der Unternehmensgewinne in Europa ist mit erwarteten acht Prozent in diesem Jahr gesund, 2008 dürften immer noch sechs Prozent erreicht werden. Dies wird europäische Aktien weiter unterstützen, wenngleich große Fortschritte auf kurze Sicht schwierig sind. Zu dominant sind derzeit die Probleme auf dem US-Häusermarkt, die den für die Weltwirtschaft wichtigen Konsum in den USA belasten könnten – auch wenn die Zinsentscheidung der Fed am vergangen Dienstag darauf zielt, ein moderates Wachstum zu sichern.
Die Ausweitung der Risikoprämien könnte zudem kurstreibende Fusionen und Übernahmen erschweren, wenn auch nicht ganz verhindern. Unterm Strich sind europäische Aktien mit Kurs/Gewinn-Verhältnissen von rund 13,3 für 2008 aber derzeit sehr attraktiv bewertet, heißt es bei Threadneedle. Dies spreche dafür, dass noch viel Luft nach oben sei. Denn im Schnitt der letzten zehn Jahre lag das vorwärtsgerichtete KGV bei etwa 18. (ir)
Quelle: FONDS professionell
|
|
17.09.2007: Meinl Airport International erwirbt sibirischen Miniflughafen
___________________________________________________
Meinl Airports International hat 100 Prozent am Flughafen "Mukhino" in Ulan Ude in Russland erworben. Die Kaufverträge wurden bereits im August unterzeichnet, nun hat auch die russische Kartellbehörde dem Erwerb durch Meinl Airports International zugestimmt.
Russische Regierung unterstützt Ausbau des Tourismus in der Region
Ulan Ude ist die Hauptstadt der Republik Buryatien in Russland, die international vor allem durch den Baikalsee, mit 25 Millionen Jahren der älteste See und zudem der größte Süßwasserspeicher der Welt, bekannt ist. In Ulan Ude selbst wohnen etwa 350.000 Menschen, im Einzugsgebiet des Flughafens mehr als 500.000. Die russische Regierung hat der Region den besonderen Status als "Touristische Entwicklungszone" verliehen. Neben dem Investitionsprogramm des russischen Staates werden insbesondere Investitionen privater Investoren gefördert, so dass sich für den Flughafen ein enormes Wachstumspotential bietet, heißt es in der Ad-hoc-Meldung von Meinl Airports. Der Flughafen besitzt eine 3,3 km lange, erst 2006 neu gebaute Landebahn und hat damit alle Kapazitäten für Langstrecken-Maschinen. Der "Mukhino" Airport ist bereits heute ein kommerziell genutzter Flughafen mit Linien- und Charterverkehr, wobei zurzeit noch mehrheitlich innerrussische Ziele angeflogen werden.
Ulan Ude hat kürzlich den Status eines internationalen Flughafens erlangt. Neben Zielen in Europa werden nun verstärkt auch Flüge in und aus dem asiatischen Raum angeflogen. So ist Peking nur etwas mehr als eine Flugstunde entfernt. Das Passagieraufkommen belief sich in 2006 auf 150.000 Passagiere (zum Vergleich: Klagenfurt hat ein Passagieraufkommen von ca. 400.000 Passagieren) und wird in den kommenden Jahren massiv ansteigen.
Kaufpreis 24 Millionen US-Dollar - große Investitionen geplant
Der Kaufpreis für den Flughafen beläuft sich auf 24 Millionen US-Dollar. Meinl Airports International wird neben der Modernisierung des Flughafens erhebliche Investitionen in gewerblich genutzte Flughafeninfrastruktur tätigen. Roman Himmler, Chairman der Meinl Airport Managers, erklärt: "Wir werden unser Investitionsprogramm in den nächsten Wochen mit Vertretern der russischen Regierung finalisieren und im Anschluss natürlich unseren Investoren Details bekannt geben." Nadine Gilles, Board Member der Meinl Airport Managers, ergänzt "Wir sehen im Flughafen Ulan Ude erhebliches Wachstumspotential, zumal die Baikalsee-Region nicht nur für den aufstrebenden klassischen Tourismus ideal ist, sondern aufgrund ihrer Besonderheiten auch für Forschungsreisen und Spezialtourismus faszinierende Anreize bietet."
Erster russischer Flughafen im Besitz internationaler Investoren
Die Akquisition des Flughafens Ulan Ude ist aber nicht nur die erste Flughafenakquisition der Meinl Airports International, sondern auch der erste russische Flughafen überhaupt, der an einen internationalen Investor verkauft wurde. Damit ist dieses Projekt richtungsweisend für die Zukunft und für Meinl Airports International ein erster erfolgreicher Eintritt in den Wachstumsmarkt Russland, dem weitere folgen werden. (dnu)
Quelle: FONDS profes
|
|
05.09.2007: Meinl Bank dementiert Zahlungen wegen Kursverfalls
___________________________________________________
Die Meinl Bank hat Kulanzzahlungen an wegen der Kursverluste verärgerte Anleger dementiert: Zahlungen der Meinl Bank-Gruppe an Meinl-European-Land-Anleger habe es nur wegen der Ende Juli aufgetretenen technischen Probleme bei den Orderabwicklungen gegeben, nicht jedoch wegen der Kursbewegungen, sagte der neue MEL-Sprecher, Rupert-Heinrich Staller, gegenüber der APA.
Laut Staller habe man bereits Anwälte beauftragt, gegen die erhobenen Vorhaltungen vorzugehen. Weiters betonte der Sprecher im APA-Interview, dass man sich durch eine enge Kooperation mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) um eine lückenlose Aufklärung aller Vorgänge bemühe: "Für uns ist es genau so wichtig, dass die enormen Short-selling-Aktivitäten Ende Juli, die zu Kursverlusten von 22 Prozent an zwei Tagen geführt haben - aufgeklärt werden. Wir betonen allerdings, dass wir als MEL diesen Short-selling-Aktivitäten aggresiver Marktteilnehmer genau so hilflos gegenüber stehen wie unsere Kleinanleger." (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
29.08.2007: Meinl European Land verbessert Informationspolitik
Wien - Meinl European Land (MEL) hat bis zum heutigen Tag insgesamt 88,8 Millionen ihrer eigenen an der Wiener Börse notierten MEL-Zertifikate zurückgekauft. Das sind genau 29,6 Prozent der insgesamt 300 Millionen gelisteten Wertpapiere. Im dritten Quartal seien zusätzlich zu den bis Ende Juni zurückgekauften 52,3 Millionen Zertifikaten, die um 20,78 Euro pro Stück erworben wurden, bis heute weitere 36,5 Millionen zu einem Durchschnittskurs von 19,93 Euro je Stück gekauft worden, teilte die Gesellschaft am Mittwoch ad hoc mit.
MEL betont in der Mitteilung, dass der Prozess des Erwerbs der 88,8 Millionen Zertifakten "einwandfrei und allen Gesetzen entsprechend" erfolgt sei. Für den Erwerb seien 1,8 Mrd. Euro aufgewandt worden, die in der Bilanz erfolgsneutral gegen das Eigenkapital verbucht werden. Danach betrage das Eigenkapital 3,1 Mrd. Euro, die liquiden Mittel seien ausreichend mit 1,6 Mrd. Euro verfügbar.
Weiters wird betont, dass zu den Veranlagungen der MEL weder Wertpapiere der Meinl Airports Investment Ltd. noch der Meinl International Power Ltd. zählen.
Meinl European Land (MEL) konnten an der Wiener Börse heute einen großen Teil ihrer kräftigen Tagesverluste ausgleichen und lagen zuletzt nur noch 0,73 Prozent bei 12,19 Euro (1.994.362 Stück) im Minus.
Ab sofort wöchentliche Berichte
MEL kündigt in der heutigen Pressemitteilung weiters an, in Reaktion auf die jüngste Verunsicherung ihrer Aktionäre als ersten Schritt ab sofort im Nachhinein freiwillige wöchentliche Berichte über alle weiteren Transaktionen mit Zertifikaten zu veröffentlichen. Im Einklang mit dem Hauptversammlungsbeschluss würden aber "keinesfalls mehr als 90 Mio. Zertifikate" erworben werden.
"Die Verunsicherung der Aktionäre wird ernst genommen, Maßnahmen in den Bereichen Corporate Governance, Transparenz und Kommunikation werden sofort umgesetzt", so die Gesellschaft. Der Erwerb der Zertifikate der Meinl European Land sei im wirtschaftlichen Interesse des Unternehmens und der Aktionäre gelegen und rechtlich vollkommen korrekt gewesen.
Begründung für Erwerb der Zertifikate
Der Erwerb der Zertifikate sei vor allem aus zwei Überlegungen erfolgt: Zum Einen habe das Management, übereinstimmend mit den Kurszielen internationaler Analysten von bis zu 28 Euro den inneren Wert deutlich höher eingeschätzt, als der Markt dies aufgrund des Kursniveaus im 1. Halbjahr getan habe. Zum Zweiten hätten Überlegungen zur Hereinnahme strategischer Partner bestanden, die das Wachstum der Gesellschaft zusätzlich und nachhaltig steigern sollten. "Aufgrund dieser Überlegungen sieht das Management auch keine Veranlassung, die erworbenen Zertifikate unter dem durchschnittlichen Erwerbskurs - von 20,43 Euro - abzugeben, da der innere Wert nach Meinung der Gesellschaft unverändert höher liegt".
Zertifikateverkauf
Von den insgesamt 88,8 Mio. zurückgekauften Zertifikaten wurden 83,9 Mio. Stück über die Börse und 4,9 Mio. Stück OTC ("Over the counter") zu zeitnahen Börsekursen erworben. Von der Meinl Bank AG, deren Beteiligungsunternehmen oder von Fonds der Meinl Bank AG habe die Gesellschaft kein einziges Zertifikat erworben. Verkaufswillige Einzelinvestoren seien nicht bevorzugt worden.
Die liquiden Mittel in Höhe von 1,6 Mrd. Euro für das weitere Wachstum, seien konservativ als Bankguthaben sowie in Staatsanleihen bzw. Bankanleihen mit hervorragender Bonität und kurzer Restlaufzeit veranlagt. Zu den Veranlagungen der MEL zählen weder Wertpapiere der Meinl Airports Investment Limited noch Wertpapiere der Meinl International Power Limited.
Im ersten Halbjahr habe der Gewinn nach Steuern - das Unternehmen berichtete am 23. August bereits davon - um beeindruckende 127 Prozent auf 113 Mio. Euro gesteigert werden können. Das Immobilienportfolio konnte im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro gesteigert werden. "Da dieser Trend in der operativen Entwicklung unverändert anhält, sieht die Gesellschaft den inneren Wert des Unternehmens nach wie vor deutlich über dem durchschnittlichen Erwerbspreis der Zertifikate", so die Gesellschaft. (APA)
|
|
28.08.2007: Meinl International Power: 9,30 Euro Cash pro Aktie
___________________________________________________
Via adhoc-Meldung weist die Meinl International Power AG darauf hin, dass ihre Aktie an der Wiener Börse derzeit deutlich unterbewertet ist. Dividiert man den Cash-Bestand von 560 Millionen Euro durch die Anzahl der Aktien, bleibt ein Net Asset Value von 9,30 Euro pro Aktie - gemessen am letzten Börsenkurs von 7,51 Euro liegt damit derzeit eine 20prozentige Unterbewertung vor.
In der Meldung wird auch Karl-Heinz Grasser, Chairman der Meinl Power Management, zitiert: "Bei einem NAV von EUR 9,30 ist die Aktie derzeit im Vergleich zum Börsekurs deutlich unterbewertet was sich jedoch mit der Bekanntgabe der ersten Projekte ändern sollte. Wir verhandeln zurzeit eine Reihe von neuen Projekten und auch die Abwicklung der Projekte, die wir während der Road Show vorgestellt haben, erfolgt wie geplant. Wir rechnen damit, noch in diesem Quartal erste Akquisitionen bekanntgeben zu können."
Die Gesellschaft bemüht sich auch Sorgen bezüglich der Veranlagung der liquiden Mittel zu zerstreuen, sie sind laut Meinl International Power demnach so investiert: 500 Millionen Euro am Termingeldmarkt veranlagt. Die übrigen liquiden Mittel bestehen derzeit aus kurzfristigen Anleihen mit sehr guter Bonität sowie Barguthaben, welche in Form von Sichteinlagen am Kapitalmarkt veranlagt sind. Es ist geplant, die Mittel sicher in Bankenanleihen und/oder kurzfristige Staatsanleihen zu investieren, um so einerseits die optimale Verzinsung zu gewährleisten aber andererseits auch die Mittel kurzfristig zur Finanzierung der ersten Projekte zur Verfügung zu haben. Selbstverständlich werden keine Investitionen in ABS-Strukturen, subprime Anlagen oder sonstige unsichere oder spekulative Veranlagungen vorgenommen. Grundsätzlich werden keine Veranlagungen in Aktien oder Zertifikate getätigt, noch sind solche vorgesehen. Selbstverständlich wurden und werden keine Veranlagungen
in Aktien bzw. Zertifikate der Meinl European Land oder Meinl Airports International getätigt.
Quelle: FONDS professionell
|
|
20.08.2007: Ad hoc zu den Meinl-Aktien
___________________________________________________
Aktuelle Entwicklungen
Die Lage auf dem weltweiten Kapitalmarkt ist derzeit sehr turbulent und für Aktionäre nicht sehr erfreulich. US Hypothekenbanken befinden sich in einer schweren Krise, welche zwischenzeitlich auf andere Märkte übergreift. Es wird allgemein erwartet, dass die Hypothekenkrise die Risikobereitschaft von Kreditinstituten bei künftigen Kreditvergaben wesentlich beeinflussen wird. Dies hat nach allgemeiner Einschätzung zur Folge, dass es sowohl für Unternehmen, als auch für Privatpersonen zunehmend schwieriger werden wird, Kredite zu erhalten.
Auswirkungen für die Börsen: Derzeit scheint sich bei Aktionären teilweise eine massive Vertrauenskrise gegenüber dem Aktienmarkt einzustellen, obwohl nicht von einer generellen Überteuerung der Aktien auszugehen ist. Somit gilt "cash is king" und dabei werden viele Wertpapiere zum Teil einfach unreflektiert auf den Markt geworfen.
Auch bzw. insbesondere Immobilienaktien wie Meinl European Land blieben von den Kursrückschlagen - trotz zuletzt berichteter, sehr guter Geschäftszahlen und hervorragender Zukunftsprognosen- nicht verschont. Sehr deutlich wird uns vor Augen geführt, dass Fundamentaldaten und Börsenpsychologie nicht immer Hand in Hand gehen müssen.
MEINL EUROPEAN LAND, MEINL AIRPORTS INTERNATIONAL, MEINL INTERNATIONAL POWER:
Gerade in Zentral- und Osteuropa kann auch in den nächsten Jahren mit einem nach wie vor sehr hohen Wirtschaftswachstum gerechnet werden: Es wird allgemein erwartet, dass die Wachstumsraten in Zentral- und Osteuropa deutlich über jenen in Westeuropa liegen wird.
MEINL EUROPEAN LAND
Die weltweiten Turbulenzen auf den Aktienmärkten zeigten auch auf MEINL EUROPEAN LAND Auswirkungen und führten innerhalb der letzten Wochen trotz der stabilen Wirtschaftslage des Unternehmens zu erheblichen Kursrückgängen.
So hat MEINL EUROPEAN LAND innerhalb der letzten Monate eine Reihe an neuen Projekten bekanntgegeben. Zu den zuletzt gesicherten Entwicklungsprojekten zählen ein EUR 100 Mio. Einkaufszentrum in der der 400.000 Einwohnerstadt Kahramanmaras in der Türkei mit einer erwarteten Rendite von rund 12% und ein Einkaufszentrum mit einem Investitionsvolumen von 130 Mio. Euro in der rumänischen Stadt Constanta. Die Rendite für dieses Projekt wird voraussichtlich bei ca. 9 % p.a. liegen.
MEINL EUROPEAN LAND konzentriert sich inzwischen fast ausschließlich auf die Immobilienentwicklung, um so von dem massiven Wertsteigerungspotential dieser Projekte zu profitieren. Am 30 Juli 2007 gab MEINL EUROPEAN LAND bekannt, dass sie das Wertsteigerungspotential ihres Gesamtportfolios bis Ende 2010 auf etwa EUR 2,2 Mrd. schätzt, woraus sich ein Immobilienvermögen von rund EUR 9,2 Mrd. ergeben würde. Basierend auf dieser Berechnung würden die annualisierten Mieteinnahmen per Ende 2010 auf bereits EUR 700 Mio. geschätzt - 2006 waren es EUR 96 Mio.
Trotz des bisher ehrgeizigen Wachstums der Gesellschaft hat sich MEINL EUROPEAN LAND einer konservativen Finanzierungsstrategie verpflichtet: Angaben der Gesellschaft zufolge sind bereits jetzt sämtliche vertraglich fixierten Investitionen der nächsten Jahre vorfinanziert. Aufgrund der konservativen Finanzierungsstrategie dürfte MEINL EUROPEAN LAND beruhigt in die Zukunft schauen und von steigenden Zinsen nahezu unbeeinflusst bleiben. Darüber hinaus kann sich ein etwaiger Anstieg des Zinsniveaus sogar positiv auswirken und zu höheren Zinserträgen für die Gesellschaft führen.
Die Kurskorrektur der MEINL EUROPEAN LAND Aktie liegt im Einklang mit allen anderen großen an der Wiener Börse notierenden Immobiliengesellschaften. Sämtliche Unternehmen notieren derzeit annähernd 30% unter ihren Höchstständen. Francis Lustig, Sprecher von MEINL EUROPEAN LAND, sieht die erstmalige Notiz der Aktie unter ihrem anteiligen NAV als klares Kaufsignal: "Die derzeit günstige Bewertung sowie die Wachstumsaussichten sollten zum Einstieg in MEINL EUROPEAN LAND genutzt werden. Wenn sich der Markt wieder beruhigt, werden vor allem wachstumsorientierte Unternehmen wie MEINL EUROPEAN LAND vom Anlegerinteresse profitieren."
MEINL AIRPORTS INTERNATIONAL, MEINL INTERNATIONAL POWER:
Sowohl bei MEINL AIRPORTS INTERNATIONAL als auch bei MEINL INTERNATIONAL POWER liegt der innere Wert der Aktie (bis zum ersten Investment aufgrund des Cash-Bestands), bei rund 9,30 Euro pro Aktie! Beide Gesellschaften verfügen über ein solides Management; es wird erwartet, dass attraktive Projektinvestitionen vor Abschluss stehen und sodann bekanntgegeben werden.
MEINL AIRPORTS INTERNATIONAL gab Anfang August 2007 bekannt, dass sie derzeit eine Reihe an Projekten in ihrem Zielgebiet, Zentral- und Osteuropa inkl. der gesamten russischen Föderation verfolgt. Teilweise hat die Gesellschaft bereits offizielles Interesse an Beteiligungen bekundet. In dieser Pressemitteilung wird MEINL AIRPORTS INTERNATIONAL wie folgt zitiert "Angesichts des derzeitigen Deal-Flows sind wir sehr zuversichtlich, noch in diesem Quartal unsere ersten Akquisitionen bekanntgeben zu können."
Und auch bei der MEINL INTERNATIONAL POWER wird erwartet, dass die ersten Projekte bevorstehen. Die erst vor wenigen Wochen an die Börse gegangene Gesellschaft rechnet damit, dass "das erste Projekt Ende August, Anfang September fixiert wird und dass dann auch die Stimmung am Kapitalmarkt für die MEINL INTERNATIONAL POWER Aktie umschlagen könnte.
Zusammengefasst ist zu sagen, dass die Zukunftsaussichten für alle drei Gesellschaften durchaus positiv sind. Sobald die Kapitalmärkte sich wieder stabilisiert haben, werden auch wieder die fundamentalen Daten zählen. Hiervon könnten dann Meinl European Land, Meinl Airports International und Meinl International Power profitieren.
Anleger verfügen derzeit über hohe liquide Mittel, welche für Investitionen herangezogen werden können, sobald wieder "Normalität" auf den Märkten eingekehrt sein wird. Es kann erwartet werden, dass sich die Kurse in einem solchen Fall in relativ kurzer Zeit erholen werden. Mittel- und langfristig setzt sich historisch betrachtet stets die fundamentale Entwicklung eines Unternehmens durch.
Downloads:
Meinl European Land
|
|
20.08.2007: Mehrheitsaktionär IMMOFINANZ plant Aufstockung des Anteils an der IMMOEAST
___________________________________________________
Die Mehrheitseigentümerin der IMMOAST, die IMMOFINANZ AG, plant eine Aufstockung ihres Anteils an der IMMOEAST. Die Beteiligung, die zum Ende des Wirtschaftsjahres 2006/07 (per 30. April 2007) 50,46 Prozent betrug, soll auf bis zu 54,9 Prozent angehoben werden. Die Erhöhung der Beteiligung erfolgt durch Aktienkäufe über die Börse. Erste Käufe wurden bereits in den vergangenen Tagen vorgenommen und werden, abhängig von der Entwicklung des Kursniveaus, auch in der laufenden Woche und darüber hinaus fortgesetzt werden.
Als Grund für ihre Maßnahme nennt die IMMOFINANZ die stark gefallenen Aktienkurse, die zuletzt um rund 20 Prozent unter dem bereits zum Ende des Geschäftsjahrs 2006/07 am 30. April 2007 erreichten Net Asset Value (NAV) von 10,20 Euro je Aktie lagen.
Die positive Bewertung der IMMOEAST-Aktie wird auch von zahlreichen Investmentbanken geteilt. So hat erst am Donnerstag die UniCredit (CA-IB) in einer Aktualisierung ihrer Analyse die Kaufempfehlung für die Aktie unter Verweis auf die stark gestiegenen Gewinne bekräftigt. Als Kursziel für einen Zeitraum von zwölf Monaten werden 12 Euro genannt. Dieses liegt damit um rund 3,76 Euro pro Aktie oder 46 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.
Gemessen am Schlusskurs der IMMOEAST-Aktie am vergangenen Freitag würde eine Aufstockung des IMMOFINANZ-Anteils an der IMMOEAST von 50,46 Prozent auf 54,9 Prozent eine Gesamtinvestition von rund 300 Mio. Euro bedeuten.
|
|
14.08.2007: Osteuropas Wirtschaftskraft bleibt robust
___________________________________________________
Das Bruttoinlandsprodukt der osteuropäischen Länder Polen, Tschechien und Rumänien wird auch in den kommenden zwölf Monaten weiter dynamisch wachsen. Diese Einschätzung vertritt W&W Asset Management (W&W AM), eine Tochter der Stuttgarter Finanzdienstleistungsgruppe Wüstenrot & Württembergische.
Die W&W-Prognose stützt sich auf die aktuelle Entwicklung dieses Sommers: Die genannten Länder verzeichnen derzeit eine robuste Binnennachfrage, die sich auf einen Rückgang der Arbeitslosenquote sowie auf hohe Lohnzuwächse stützt. Hinzu kommt das erfreuliche Außenhandelsgeschäft der osteuropäischen Länder auf Basis der positiven gesamteuropäischen Konjunkturentwicklung in den Euro-Ländern, ihren wichtigsten Handelspartnern. Für das Außenhandelsgeschäft zeichnet sich keine Abschwächung ab; stattdessen setzen die Volkswirtschaften Polens, Tschechiens und Rumäniens in diesem Jahr die positive Entwicklung der Vorjahre fort und erzielten bereits im ersten Quartal 2007 Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von fünf bis sechs Prozent.
Allein Ungarn fiel aus dem Kreis der aufstrebenden osteuropäischen Wirtschaften heraus: Aufgrund eines von der Regierung verordneten Sparprogramms verlangsamte sich hier im Jahresvergleich das Wirtschaftswachstum deutlich, von über vier Prozent im Gesamtjahr 2005 und im ersten Quartal 2006 auf nunmehr gut zweieinhalb Prozent im ersten Quartal 2007.
Quelle: W&W Asset Management GmbH
|
|
14.08.2007: Kaufen in der Krise
___________________________________________________
Die Subprime-Krise zieht weiter ihre Kreise. US-amerikanische, europäische und asiatische Aktien brachen am vergangenen Freitag erneut deutlich ein. Der erneute Druck auf die Märkte wurde ausgelöst von der Nachricht, dass die französische Bankengruppe BNP Paribas drei ABS-Fonds schließt, die am US-Kreditmarkt engagiert sind. Daraufhin hat die Europäische Zentralbank (EZB) Liquidität im Wert von 156 Milliarden Euro in den Geldmarkt gepumpt – die größte Intervention der EZB seit dem 11. September 2001. Die Zentralbanken in den USA, Kanada, Japan und Australien folgten dem Beispiel der EZB, um die Liquidität am Markt weiter sicherzustellen.
„Ich sehe natürlich, dass es im Finanzsystem Probleme gibt, wodurch Subprime-Investoren Geld verlieren“, analysiert Trevor Greetham, Director of Asset Allocation bei Fidelity International, die aktuelle Lage. „Die Märkte werden wohl weiter volatil bleiben und von Tag zu Tag auf jede neue Nachricht von einzelnen Finanzinstitutionen mit Schwankungen reagieren.“ Weiter bergab könnte es laut Greetham gehen, wenn sich herausstellt, dass die straffen Kreditkonditionen die Wirtschaft beeinträchtigen. Starke Konjunkturdaten, eine Verbesserung der Kreditvergabe oder Käufe durch Großinvestoren hingegen könnten für eine Erholung sorgen. „Kurzfristig“, so Greetham, „dürfte sich jedoch keine der beiden Richtungen durchsetzen.“
Der gegenwärtige Rückgang sollte nach Ansicht des Kapitalmarkt-Experten immer vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass die globalen Aktienmärkte im letzten Jahr eine fantastische Rallye hingelegt haben. So seien alle wichtigen Marktindizes, bis auf den Nikkei 225, auf Jahresbasis immer noch im Plus. Die jüngste Volatilität habe für die meisten Anleger neue Kaufgelegenheiten geschaffen, da Aktien konservativer bewertet erscheinen. „Ich betrachte die aktuellen Ereignisse als günstige Gelegenheit, solche Positionen aufzustocken, von deren Potenzial ich langfristig überzeugt bin.“ (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
31.07.2007: Meinl European Land – Ist Panik angesagt?
___________________________________________________
Mit einem Minus von 3,35 Euro bzw. 17,54 % an einem einzigen Tag hat wahrscheinlich niemand gerechnet. Insgesamt wurden am Montag, 30.7., an der Wiener Börse 11,562.888 Stück MEL-Aktien (Einfachzählung) mit einem Volumen von fast 200 Mio. Euro gehandelt.
Sehr deutlich sehen wir, dass fundamental gute Nachrichten und Börsenpsychologie nicht miteinander im Einklang stehen müssen. Obwohl es hinsichtlich der Entwicklung der Gesellschaft laufend positive Neuigkeiten gibt, werden diese derzeit vom Markt nicht honoriert.
Am 3. Juli 2007 gab MEL die Akquisition des nächsten Projektes In der Türkei bekannt. In der 400.000 Einwohner zählenden Stadt Kahramanmaras wird ein Einkaufszentrum errichtet. Die Investitionskosten belaufen sich auf voraussichtlich 100 Mio. Euro, die erwartete Rendite liegt bei 12 %
Am 27. Juli gab MEL das nächste Projekt in Rumänien bekannt. In Constanta am Schwarzen Meer, der fünftgrößten Stadt Rumäniens wurden die Verträge zur Errichtung eines Einkaufszentrums mit einem Investitionsvolumen von 130 Mio. Euro unterzeichnet. Die Rendite wird bei ca. 9 % p.a. liegen.
Weitere attraktive Projekte stehen kurz vor Vertragsabschluss.
Meinl European Land rechnet mit einer Steigerung des net asset values von zumindest 15 % p.a. und sieht die eigene Aktie als sehr günstig bewertet. Bis 2010 wird sich das Immobilienportfolio auf voraussichtlich 9,2 Mrd. Euro entwickeln. Die annualisierten Mieterlöse werden schätzungsweise bei rund 700 Mio. Euro liegen.
Voraussichtlich am 23.8.2007 findet eine außerordentliche Hauptversammlung statt. Hierbei plant die Gesellschaft, sich ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 10 % des Grundkapitals genehmigen zu lassen.
Warum diese Kursentwicklung? Die „housingbubble“ in Amerika scheint sich rein psychologisch – ohne fundamentalen Hintergrund - auch auf europäische Werte negativ auszuwirken. Kurstechnisch ist der Kursrutsch durch zahlreiche „knock outs“ von Turbozertifikaten auf die MEL zu erklären. Über 20 (!) Zertifikate wurden heute durch das Unterschreiten von Stop Limits ausgeknockt. Dadurch wurden zahlreiche großvolumige automatisch generierte „Bestens“-Verkäufe ausgelöst.
Wie geht es weiter? Kurzfristig sind Übertreibungen an der Börse immer möglich, langfristig setzen sich die fundamentalen Fakten durch – und die sind bei Meinl European Land nach wie vor sehr gut und Erfolg versprechend.
|
|
30.07.2007: Immofinanz wird erstmals Dividende zahlen
___________________________________________________
Für das Geschäftsjahr 2006/07 wird die Immofinanz erstmals eine Dividende zahlen. Der Vorstand der Immofinanz wird der Hauptversammlung eine Ausschüttung in Höhe von 150 Millionen Euro vorschlagen.
Das bedeutet pro Aktie eine Ausschüttung von 33 Cent. Daraus ergibt sich auf Basis des Kurses vom 25. Juli eine Dividendenrendite von rund 3,4 Prozent. Diese wird damit auch im Vergleich mit Aktien anderer Branchen ausgesprochen attraktiv ausfallen. „Die Immofinanz folgt einem internationalen Trend und entspricht damit auch den mehrfach geäußerten Wünschen und Erwartungen von Kleinaktionärsvertretern,“ so Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics.
Die wichtigste Ertragskennzahl, das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) stieg um 63,3 Prozent von 543,6 Millionen Euro auf 887,7 Millionen Euro. Die Steigerung des Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) fiel mit einem Plus von 75,6 Prozent noch etwas stärker aus. Das EBT erreichte 913,6 Millionen Euro nach 520,4 Millionen Euro.
Deutlich gestiegen ist auch der Umsatz des Konzerns: Mit 518,9 Millionen Euro nach 401,3 Millionen Euro wurde im Jahresvergleich ein Plus von 29,3 Prozent erzielt. Damit einher ging ein sehr erfreulicher Anstieg des Cash Flow. Dieser lag mit 169,6 Millionen Euro um 31,2 Prozent über dem Vorjahresniveau von 129,3 Mio. Euro.
„2006/07 war in jeder Hinsicht das bisher beste der Unternehmensgeschichte der Immofinanz“, fasst Petrikovics zusammen. „Die Ertragskraft unseres Immobilienportfolios ist deutlich gestiegen und der Umsatz ist erstmals auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geklettert. Die Immofinanz kann damit auf ausgezeichnete Finanzkennzahlen verweisen. Diese zeigen eindrucksvoll, dass das starke Wachstum nicht nur problemlos verkraftet werden konnte, sondern dass die finanziellen Perspektiven des Unternehmens auch besser sind denn je.
Quelle: FONDS professionell
|
|
18.06.2007: HCI bringt neuen Schiffsfonds exklusiv für Österreich
___________________________________________________
Nach der in 2005 sehr erfolgreichen Platzierung von MS „Jula S“ setzt HCI die Erfolgsstory fort. „HCI Austria“ investiert in ein hochmodernes und neuwertiges Containerschiff der Größenklasse 2.564 TEU (Schiffsname MS „City of Xiamen“), das sich vor allem durch einen sehr günstigen Baupreis auszeichnet.
Der Kaufpreis von MS „City of Xiamen“ liegt gut 11 % unter dem aktuellen Marktpreis. Auch hier gilt die Regel: Im Einkauf liegt der Gewinn!
Die weiteren Vorteile der Emission „HCI Austria“ (ab einer Zeichnungssumme von € 10.000):
> Nahezu steuerfreie Ausschüttungen
> Beteiligung als Vorzugskommanditist mit bevorrechtigten Ausschüttungen oder als Standardkommanditist mit der Chance auf höhere Ausschüttungen
Prognostizierte Ausschüttungen (inkl. Rückzahlung der Einlage) während der Laufzeit inkl. Veräußerung:
Standardkommanditanteile: ca. 234,4 %
Vorzugskommanditanteile: ca. 202,0 %
> Stetige Erträge durch Poolbeschäftigung
> Starke Nachfrage nach Containerschiffen dieser Größenklasse
> Erfahrener Reeder mit hoher Eigenbeteiligung
> Flexibilität durch bordeigene Kräne und Bugstrahlruder
> Günstige Finanzierungskonditionen
Mehr Informationen zu diesem Produkt erhalten Sie bei Ihrem finaconsult-Berater.
|
|
12.06.2007: Meinl European Land zieht weiter: Kaukasus und Zentralasien im Fokus
___________________________________________________
Meinl European Land beabsichtigt mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ein Joint Venture für die Entwicklung von Einzelhandelsprojekten im Kaukasus sowie in Zentralasien einzugehen, wie die Immobiliengesellschasft in einer Ad-hoc-Meldung informiert.
Zu diesem Zweck wird eine gemeinsame Gesellschaft, die „Meinl Caucasus and Central Asia“ gegründet werden. An dieser Gesellschaft, die sich insbesondere auf Investitionen in Georgien, Armenien und Kasachstan konzentriert, wird die EBRD 35 Prozent der Anteile halten und Meinl European Land 65 Prozent. „Wir sehen in diesen Märkten ein erhebliches Wachstumspotential, wobei jedoch auch das Risikoprofil noch an anderes ist als in den etablierten Märkten. Wir sind stolz, dass wir von der EBRD als Partner für die Realsierung dieser Projekte ausgewählt wurden,“ so Francis Lustig, Sprecher der Meinl European Land.
Das Projektvolumen unter dem Joint Venture beläuft sich auf 375 Millionen Euro. Für dieses Kapital gibt es bereits konkrete Projekte. Diese sollen nach der endgültigen Genehmigung des Joint Ventures seitens der EBRD, welche auf dem Boardmeeting der EBRD im Juli 2007 erfolgen soll, realisiert werden.
Quelle: FONDS professionell
|
|
23.05.2007: HCI Schiffsfonds: Ausschüttung von 230 Mio. Euro geplant
___________________________________________________
Die HCI Capital AG wird 2007 voraussichtlich die Summe von rund 230 Millionen Euro an seine Schiffsanleger ausschütten. Damit werden die prospektierten Ausschüttungen von 216 Millionen Euro deutlich übertroffen.
Die HCI Capital AG wird 2007 an die Anleger der laufenden Schiffsfonds voraussichtlich rund 230 Millionen Euro ausschütten. Die in den Prospekten prognostizierten Ausschüttungen in Höhe von rund 216 Millionen Euro werden damit um rund 6,5 Prozent übertroffen. Bei der Planung seiner Ausschüttungen geht HCI von einem Wechselkurs Euro/ US-Dollar auf aktuellem Niveau und einem weiterhin störungsfreien Schiffsbetrieb aus. Dr. Ralf Friedrichs, Produktvorstand der HCI Capital AG, sieht als einen wichtigen Grund für die Performance die langjährige Markterfahrung der HCI Gruppe: „Mit den 112 bereits abgewickelten HCI-Schiffsfonds haben wir für unsere Anleger im Schnitt eine Vermögensmehrung von 5,5 Prozent im Jahr bei durchschnittlich achteinhalb Jahren Laufzeit erwirtschaftet. Dieser gute Track Record beweist: Wir können Anlegern lohnende Schiffinvestments bieten – heute genauso wie früher.“
In einer veröffentlichten Analyse des Hamburger Fondshauses FondsMedia wurde HCI erneut eine herausragende Expertise im Schiffsbereich bestätigt. Die Studie stellte fest, dass die Performance der laufenden und historischen Schiffsfonds bei HCI im Durchschnitt über der des Gesamtmarkts liegt. Die Gesamtperformance wurde anhand der Tilgungen, Auszahlungen und Liquiditätsreserven der 238 untersuchten Fonds ermittelt. Durch den Vergleich der prospektierten und der tatsächlich eingetretenen Werte der Schiffsfonds wurde die laufende Eigenkapitalrendite („Return on Equity“) berechnet. So war für das gesamte Schiffsportfolio der HCI ein Return on Equity von durchschnittlich 13,8 Prozent p.a. (bezogen auf das investierte Anlegerkapital) geplant. Mit einem realisierten Return on Equity in Höhe von 14,1 Prozent wurden diese Planzahl im Zeitablauf übertroffen. Die jüngeren HCI-Schiffsfonds (ab 1998) verzeichnen einen Return on Equity von durchschnittlich 17,4 Prozent, was einem relativen Plus von rund 18 Prozent gegenüber den Prospektplanungen entspricht. Für das laufende Schiffsportfolio der HCI liegt das geplante Ausgabenbudget bei 2,65 Milliarden Euro, tatsächlich fielen aber nur Ausgaben von 2,32 Milliarden Euro an. Demnach konnten die Planbudgets um 12,2 Prozent unterschritten werden, was einer Einsparung von 322 Millionen Euro für die Anleger entspricht.
Quelle: FONDS professionell
|
|
14.05.2007: Kurssturz an US-Börsen und Rezession unwahrscheinlich
___________________________________________________
Das erste Quartal des Jahres 2007 war an den Weltbörsen von hohen Kursschwankungen geprägt. Nach scharfen Korrekturen Ende Februar in China verbuchten US-Aktien ihren stärksten Wochenverlust seit vier Jahren. Doch die Baisse war nicht von Dauer. Im März hangelte sich der Dow-Jones-Index wieder aufwärts, inzwischen wurde sogar die historische Rekordmarke von 13.000 Punkten überschritten. „Bemerkenswert ist, dass der Dow-Jones-Index in den acht Monaten vor der Korrektur Ende Februar an keinem Tag mehr als zwei Prozent einbüßte und während dieser Zeit 20 Prozent zulegte“, wie Robert C. Doll, Vice Chairman und Chief Investment Officer für globale Aktien bei BlackRock, schreibt. Das hätte es vorher in 50 Jahren nicht gegeben. Diese extrem niedrige Volatilität sei eher eine Ausnahme, jetzt erleben die Märkte den Normalfall. Nachfolgend der Originaltext von Robert C. Doll
Rezessionsängste erscheinen übertrieben
Auch im zweiten Quartal stehen Investoren einer Reihe von Marktrisiken gegenüber. Fraglich sind vor allem das Ausmaß der wirtschaftlichen Abschwächung in den USA und die Reaktion der weltweiten Finanzmärkte. Einige Experten befürchten eine Rezession, die sich durch steigende Ölpreise, geopolitische Spannungen und sich verschärfenden Probleme bei Hypothekendarlehen andeutet. Kurzfristig könnten diese Einschätzungen zunehmen, denn der US-Wohnimmobilienmarkt hat seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Dies könnte die Konsumausgaben weiter belasten. In den kommenden Monaten wird die US-Wirtschaft die niedrigsten Wachstumsraten seit längerer Zeit aufweisen. Positiv zu werten ist die auf historisch niedrigem Niveau bleibende Arbeitslosigkeit und die starke Weltwirtschaft. Davon profitiert vor allem der Export, was Schwächen im Inlandskonsum teilweise kompensiert. Das Wachstum des US-Bruttoinlandsproduktes wird sich im Gesamtjahr zwischen zwei und zweieinhalb Prozent einpendeln. Dieses Niveau ist zu hoch, um eine Rezession auszulösen.
Börsen sind auf gutem Kurs
Ein Kurssturz an den US-Börsen ist ebenso unwahrscheinlich wie eine Rezession. Bedingungen für einen Bärenmarkt sind nicht gegeben, denn die Aktienbewertungen sind solide, der Markt ist nicht überhitzt, und zusätzlich verleihen anhaltend hohe Aktivitäten bei Fusionen, Übernahmen und Buyouts Auftrieb. Auch die US-Notenbank könnte den Markt stützen. Zwar gibt es Inflationsrisiken, doch die Federal Reserve reagiert auf die Wachstumsschwäche. So ist eine Lockerung der Geldpolitik noch vor dem Jahresende zu erwarten. Das positive Börsenszenario könnte nur dann in Gefahr geraten, wenn die Inflation sich verschärft oder die Unternehmensgewinne stärker als erwartet zurückgehen. Beides erscheint derzeit unwahrscheinlich, sodass Aktien trotz zunehmender Volatilität im Rest des Jahres 2007 Anleihen und Geldmarkpapiere in der Wertentwicklung übertreffen dürften.
Was Anleger tun können
Korrekturen und Kursschwankungen erhöhen die Versuchung, den Markt zu verlassen. Dies könnte sich aber als schwerer Fehler erweisen, denn hektisches Ein- oder Aussteigen bringt selten Gewinne. Anleger sollten langfristige Perspektiven im Auge behalten, Börsengewitter aussitzen und Kaufgelegenheiten nutzen. Vor allem sollten sie auf grundlegende Anlagestrategien vertrauen, voll investiert bleiben und sich auf die Diversifikation konzentrieren. Im derzeitigen Umfeld ist ein Qualitätsportfolio mit multinationalen Large Caps am aussichtsreichsten. Besonders attraktiv erscheinen derzeit japanische und lateinamerikanische Aktien. Die Bereiche Energie, Gesundheitswesen und Technologie dürften 2007 besser abschneiden als andere Sektoren. Auch der Rohstoffsektor und andere, mit Aktien und Renten unkorrelierte Anlagen bieten Potenzial. Rohstoffe können zwar sehr volatil sein und tragen spezielle Risiken, fundamental sind die Aussichten aber solide, und ebenso wie alternative Investments sind sie ein gutes Werkzeug zur Diversifizierung.
Quelle: FONDS professionell
|
|
04.05.2007: Panik am US-Immobilienmarkt wird „abgesagt“
___________________________________________________
Immer wieder berichteten Analysten in den letzten Wochen über eine Immobilienkrise in den USA. Der Zusammenbruch der gesamten Branche wurde prognostiziert - schuld sollten die so genannten „subprime mortgages“ sein, also Hypothekenkredite minderwertiger Qualität. Die Analysten der Bank Syz & CO sehen in dem starken Auftrieb der Immobilienbranche allerdings keine Blase, sondern eine Entwicklung, die durch günstige strukturelle Faktoren begründet ist.
In den letzten zehn Jahren haben der sinkende Nominalzins, die Einkommensstabilisierung durch den Dienstleistungssektor, das Bevölkerungswachstum sowie die positive Einstellung zum Eigenheim dazu geführt, dass die Nachfrage nach Immobilien auf der ganzen Welt gestiegen ist. Nur Deutschland ist aufgrund der Wiedervereinigung noch etwas abgeschlagen, und auch Japan hat noch mit den Folgen der letzten Immobilienblase in den 80ern zu kämpfen. Zu dieser Einschätzung kommen die Analysten der Bank Syz & CO.
Eine Aufblähung des Wachstums durch unverantwortlich vergebene Hypothekenkredite und eine damit verbundene Gefahr für die Branche schließen die Schweizer Experten dagegen aus. Die Auswirkungen der Hypothekenkredite mit variablem Zinssatz, die „subprime mortgages“, werden ihrer Ansicht nach weit überschätzt. Die Analysten stützen sich dabei vor allem auf die Zahlen der MBA (Mortgage Bankers Association) zum letzten Quartal des Jahres 2006. Demzufolge sind die Zahlungsrückstande von 30 Tagen und mehr bei dieser Art des Kredits im Vergleich zum vorherigen Quartal nur geringfügig gestiegen, nämlich von 12,56 Prozent auf 13,33 Prozent. Betrachtet man die Quote für die Gesamtheit aller Kredite, dann ist eine Steigerung von 4,67 Prozent zu 4,95 Prozent festzustellen. In den letzten 30 Jahren lag diese Quote jedoch nur ein einziges Mal unter 4 Prozent, nämlich 1995, und nur 1985 lag sie über 6 Prozent. Die aktuellen Zahlungsrückstände bewegen sich also in einer völlig unbedenklichen Spanne.
Nach Ansicht der Genfer Analysten ist an den „subprime mortgages“ allenfalls die variable Verzinsung problematisch, nicht jedoch die möglicherweise fehlende Bonität der Kreditnehmer. In den Jahren 2003 und 2004, als die meisten dieser Kredite vergeben wurden, lag der Leitzins bei 1 Prozent, inzwischen steht er bei 5,25 Prozent. Darum sieht Syz & CO die Entwicklung als Ausläufer des Booms des Geschäftes mit variablen Zinsen vor einigen Jahren. Ein Ende ist bereits abzusehen, denn in den letzten Monaten ist der Anteil solcher Modelle unter den Hypothekenkrediten von 40 Prozent auf 10 Prozent gesunken. Die Federal Reserve könnte den Schuldnern zudem mit einer Reduktion des Leitzinses entgegenkommen.
Syz & CO rechnet damit, dass die Auswirkungen der Zinserhöhung aufgefangen werden können. Das Jahreseinkommen der US-Amerikaner liegt bei elf Billionen US-Dollar mit einem geschätzten Nominalwachstum von 6 Prozent. Gleichzeitig liegt die Sparrate bei nahezu 0 Prozent, so dass davon auszugehen ist, dass auch der Einkommenszuwachs in den Konsum fließen wird. Das größte Risiko besteht darin, dass es wieder zu einer Inflation kommt, die bedeutend und langfristig den Zinssatz erhöhen wird. Von einer Abwärtsspirale der US-Wirtschaft kann daher keine Rede sein.
Quelle: FONDS professionell
|
|
30.04.2007: Meinl Airports ab heute im Börsenhandel
___________________________________________________
Hier finden Sie den aktuellen Kurs:
www.wienerborse.at/marketsearch/?SEARCHVALUE=meinl+airports
|
|
23.04.2007: Meinl Airports: Zeichnungsfrist des IPO wegen Überzeichnung vorzeitig geschlossen
___________________________________________________
Die Zeichnungsfrist des IPO der Meinl Airports International wurde wegen Überzeichnung vorzeitig geschlossen: Das Interesse seitens privater und institutioneller Investoren an der neuen Aktie übersteigt das Angebotsvolumen von 700 Millionen Euro oder 70 Millionen Aktien. Aus diesem Grund wurde die Angebotsfrist bereits am 20. April 2007 um 15 Uhr, vorzeitig geschlossen.
"Wir sind mit dem Verlauf des IPO äußerst zufrieden", freut sich Francis Lustig, Sprecher der Meinl Airports International. "Das starke Interesse der Investoren übertrifft unsere Erwartungen, zeigt aber, dass die Investoren das Geschäftsmodell der Gesellschaft schätzen." Meinl Airports International investiert in Flughäfen oder Teile von Flughäfen. Der Fokus bei den Investitionen liegt einerseits auf Zentral- und Osteuropa und zum anderen auf dem so genannten Non-Aviation Bereich, sprich den Einzelhandelsflächen, Parkhäusern, Hotels und einer Reihe anderer Bereiche im Umfeld von Flughäfen.
Die Aktie wird ab dem 30. April 2007 im Dritten Markt an der Wiener Börse gehandelt werden. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
18.04.2007: Britisches Pfund auf 15-Jahres-Hoch
___________________________________________________
Das Britische Pfund erreichte diese Woche das höchste Niveau seit mehr als 15 Jahren: Am Dienstag, 17. April 2007, erhielt man für einen Pfund 2,0051 US-Dollar. Getrieben wurde die Währung von überraschend hohen Inflationsdaten und der Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die Bank of England. Sehr viele Analysten rechnen mit weiteren Kursgewinnen der britischen Währung: Die Deutsche Bank rechnet noch mit einem Anstieg auf 2,0370. (dnu)
|
|
10.04.2007: "Bloß nicht USA!"
_____________________________________________________________
Während des Ryder Cups, dem alle zwei Jahre in Kentucky abgehaltenen legendären Golfturnier, lassen Fan-Chöre unermüdlich USA-Gesänge von den Rängen schallen. Höchst unwahrscheinlich, dass sich ein ähnliches Szenario im eher ernsthafteren Umfeld der Anlage-Komitees der weltweit größten institutionellen Investoren ähnliche Zuneigungs-Bekundungen abspielen. Im Gegenteil: Falls Großanleger etwas anstimmen würden, wäre es dieser Tage ein lautes „Nay USA“, was sich in etwa als „Bloß nicht USA“ übersetzen lässt.
Der Grund: Institutionelle Investoren sind ihrer Anlagen in den USA überdrüssig geworden! Diese Erkenntnis zieht sich nach Erkenntnissen von State Street momentan kontinuierlich durch alle Anlageklassen. Messungen und Auswertungen der amerikanischen Großbank signalisieren extrem niedrige Zuflüsse in US-Anlagen, nahe einem Rekord-Tief.
In den Währungsmärkten zeigt sich dieses Verhalten eindrücklich: In der zweiten Woche infolge haben spekulative Investoren, also zumeist Hedgefonds, den US-Dollar verkauft und institutionelle Investoren außerdem US-Staatsanleihen abgestoßen. Und es gibt laut State Street keinerlei Anzeichen dafür, dass bereits ein Ende dieses Verkaufstrends in Sicht ist. An den Währungsmärkten macht sich daher eine deutliche Dollar-Schwäche bemerkbar. Entsprechend hält das Strategie-Team von State Street Global Markets derzeit seine größte Short Dollar-Position seit April 2005.
--------------------------------------------------------------------------------
Weitere Details zur Markteinschätzung von State Street Global Markets erhalten interessierte Leser in der als PDF-Datei angehängten aktuellen "Research Note". (hh)
Research Note
|
|
02.04.2007: conwert baut Deutschland-Portfolio massiv aus
___________________________________________________
Die an der Wiener Börse notierte conwert Immobilien Invest AG setzt ihren Expansionskurs auch 2007 fort. So hat conwert im Rahmen ihres bisher größten Paketkaufs in Deutschland ein Immobilien-Portfolio in Potsdam erworben. Die Transaktion umfasst insgesamt 152 Immobilien mit 1616 Wohnungen (112.200 m²) und 34 Gewerbeflächen (5.800 m²) sowie 909 PKW-Stellplätze. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf rund 160 Millionen Euro, die Gesamtnutzfläche auf rund 118.000 m².
Mit dieser Akquisition hat conwert ihr Deutschland-Portfolio massiv ausgebaut. So besitzt conwert in ihrem nach Österreich zweitwichtigsten Markt aktuell rund 700 Immobilien. Der Gesamtwert der Immobilien beläuft sich nach der jüngsten Akquisition in Potsdam auf über 620 Millionen Euro, nach rund 451 Millionen Euro Ende 2006. "Deutschland war aufgrund der attraktiven Rahmenbedingungen - günstige Einstiegspreise ermöglichen selbst bei einem moderaten Mietniveau attraktive, über dem österreichischen Markt liegende Renditen - bereits im Jahr 2006 einer unserer Akquisitionsschwerpunkte. Auch konnten wir uns jetzt eines der viel versprechendsten und größten Neubauprojekte in Ostdeutschland nach der Wende in einer Stadt sichern, die aufgrund ihrer Lage, Charakteristik und Infrastruktur zu den wachstumsstärksten Regionen in Ostdeutschland zählt", erläutert Johann Kowar, Vorsitzender des Vorstandes der conwert, die Expansionsstrategie in Deutschland.
Mit dem Erwerb der 152 Liegenschaften in Potsdam übernimmt conwert den Großteil der Immobilien im Potsdamer Stadtteil Kirchsteigfeld, einem attraktiven Wohngebiet und Vorzeigeprojekt des Wohnungsbaus in der Hauptstadtregion. Insgesamt erweitert conwert ihr Immobilien-Portfolio damit um 2559 Mieteinheiten (1616 Wohnungen, 34 Gewerbeeinheiten, 909 PKW-Stellplätze) mit einer Gesamtnutzfläche von rd.118.000 m².
"Die Wohnungen im Kirchsteigfeld erfreuen sich aufgrund ihrer Lage, der perfekten Infrastruktur und des richtungweisenden städtebaulichen Konzepts starker Nachfrage - genauso wie sich Potsdam insgesamt eines Bevölkerungszuwachses und einer deutlich besseren wirtschaftlichen Entwicklung als weite Teile Ostdeutschlands erfreut", streicht Johann Kowar, Vorsitzender des Vorstandes der conwert, die Vorzüge des Immobilienpakets hervor, um fortzusetzen: "Die Immobilien befinden sich in einem ausgezeichneten Zustand und stellen ertrags- wie auch substanzmäßig eine Bereicherung unseres langfristig orientierten Immobilien-Portfolios dar."
Als Landeshauptstadt Brandenburgs hat Potsdam derzeit rund 144.000 Einwohner und weist seit einigen Jahren eine kontinuierlich steigende Bevölkerungszahl aus. Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg in den nächsten Jahren auf rund 160.000 Einwohner aus. Dies liegt einerseits an dem Status als Landeshauptstadt und der damit bedingten Ansiedlung von Behörden und politiknahen Einrichtungen, andererseits an weltberühmten Kulturgütern (z.B. Schloss Sanssouci) und Grünflächen, den reichhaltigen Kultur- und Bildungsangeboten (Universität) sowie der Ansiedelung von Zukunftsbranchen (Biotechnologie, Informationstechnologie), die Potsdam auch aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu Berlin zu einem attraktiven Wohnort machen. So lassen sich vor allem auch jüngere, besser ausgebildete Menschen gerne in Potsdam nieder, was sich in einer überdurchschnittlich hohen Kaufkraft und einer unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquote widerspiegelt.
„Nicht letzter Meilenstein“
conwert wird ihre Internationalisierungsstrategie auch in Zukunft konsequent fortsetzen. "Das Investment in Potsdam ist ein bedeutender, aber sicher nicht der letzte Meilenstein in der Internationalisierung des Unternehmens", fasst Johann Kowar zusammen. Akquisitionschancen wird conwert sowohl in Märkten, wo das Unternehmen bereits präsent ist, als auch in noch zu erschließenden europäischen Wohnimmobilienmärkten nutzen. "Vor allem in Deutschland werden wir unser Vermögen und auch unsere Erträge dabei sowohl organisch - d.h. durch das Development von bereits im Bestand befindlichen Immobilien, die nach Sanierung/Modernisierung zu attraktiven Preisen vermietet werden - als auch durch neuerliche Zukäufe steigern", so Johann Kowar weiter. Und auch in Ungarn und Tschechien, den beiden anderen Auslandsstandorten der conwert, werden Akquisitionschancen regelmäßig evaluiert und wahrgenommen.
Quelle: FONDS profession
|
|
19.03.2007: EZB: Signale für weitere Zinserhöhung
___________________________________________________
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrem aktuellen Monatsbericht ihre Neigung zu einer weiteren Zinserhöhung unterstrichen. Zuletzt wurde der Zinssatz um 0,25 Prozent auf 3,75 Prozent erhöht.
Das Wachstum im Euro-Raum bleibt nach Einschätzung der EZB stark, während die Preisstabilität auf mittlere Sicht weiterhin nicht gesichert ist. Der EZB-Rat werde deshalb "alle Entwicklungen sehr genau verfolgen, damit die Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht nicht zum Tragen kommen", heißt es im Monatsbericht für März. (dnu)
|
|
07.03.2007: VfGH kippt Erbschaftssteuer
___________________________________________________
Verfassungsrichter machten klar, dass sie keine
grundsätzlichen Bedenken gegen die Erbschaftssteuer
an sich haben - Reparaturfrist bis Mitte 2008
_________________________________________________
Der Verfassungsgerichtshof hat am Mittwoch die derzeitige Erbschaftssteuer aufgehoben. Gekippt wurde der Paragraf 1, Zif. 1 des Erbschaftssteuergesetzes ("Erwerb von Todes wegen"). Für die Reparatur des Gesetzes haben die Verfassungsrichter eine Frist bis 31. Juli 2008 gesetzt.
Grund für die Aufhebung war die Gleichheitswidrigkeit der Besteuerung von Grundvermögen. Hintergrund sind die seit Jahrzehnten nicht mehr veränderten "Einheitswerte" nach denen die Erbschaftssteuer für Grundbesitz berechnet wird. Gleichzeitig machten die Verfassungsrichter jedoch klar, dass sie keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Erbschaftssteuer an sich hegen und dass eine verfassungskonforme Reparatur der Erbschaftssteuer möglich ist.
Auch Schenkungssteuer wackelt
Sollten Regierung und Parlament die Erbschaftssteuer bis zum Ablauf der Reparaturfrist am 31. Juli 2008 nicht neu regeln, dann wäre die Erbschaftssteuer ab diesem Datum abgeschafft. Ob sich SPÖ und ÖVP auf eine gemeinsame Linie einigen können, bleibt jedoch abzuwarten, weil die ÖVP im Wahlkampf die Abschaffung der Erbschaftssteuer versprochen hat, was die SPÖ jedoch ablehnt. "Wenn es keine Mehrheit gibt, ist die Erbschaftssteuerpflicht weg", sagte VfGH-Präsident Karl Korinek dazu in einer Pressekonferenz nach der Urteilsverkündung am Mittwoch in Wien.
Außerdem dürfte nach Aufhebung der Erbschaftssteuer die im selben Gesetz geregelte Schenkungssteuer wackeln. Ein entsprechender Beschwerdefall steht bereits in den kommenden Tagen am Programm der Verfassungsrichter. Ob er auch mit der Aufhebung der Schenkungssteuer rechnet, wollte Korinek allerdings mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht einschätzen.
Was die Reparatur der Erbschaftssteuer angeht, betonte Korinek, dass der Verfassungsgerichtshof weder grundsätzliche Bedenken gegen die Erbschaftssteuer an sich hege, noch gegen die unterschiedliche Besteuerung verschiedener Vermögensarten. Aufgehoben wurde die Erbschaftssteuer demnach, weil die zur Berechnung der Steuer auf Grundbesitz herangezogenen Einheitswerte seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr neu erhoben wurden. Damit werde die Wertentwicklung der Grundstücke nicht angemessen berücksichtigt, so Korinek: "Für die Bemessung der Erbschaftssteuer bedeutet das, dass es nicht darauf ankommt, was jemand konkret heute und jetzt erbt, sondern welchen Wert der Grundbesitz vor Jahrzehnten hatte. Dies ist gleichheitswidrig und somit keine geeignete Bemessungsgrundlage für die Erbschaftssteuer."
Umfassende Reform
Ob zur Reparatur der Erbschaftssteuer eine Zweidrittelmehrheit nötig ist, oder nicht, wollte Korinek nicht beantworten. Hintergrund dieser Frage ist, dass die Erbschaftssteuerbefreiung von Sparbüchern in den 90er Jahren verfassungsrechtlich abgesichert wurde. Korinek meinte, bei der Reparatur des Gesetzes wäre wohl eine umfassende Reform der Erbschaftssteuer nötig. Der Spielraum des Gesetzgebers sei dabei jedoch "unerhört groß", weil es überhaupt keine Erbschaftssteuer geben müsse, weil es aber sehr wohl eine Erbschaftssteuer geben könne.
Wirkung vorerst nur für Anlassfälle
Bereits jetzt als aufgehoben gilt die Erbschaftssteuer für den Anlassfall und für eine Handvoll Betroffener, die bis Anfang März Beschwerden bei Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof eingebracht haben. Für alle anderen Erben bleibt die am Mittwoch aufgehobene Steuer bis zum Ablauf der Reparaturfrist (31. Juli 2008) bzw. bis zur gesetzlichen Neuregelung wie gehabt in Kraft. Das machte VfGH-Präsident Karl Korinek am Mittwoch bei einer Pressekonferenz klar.(APA)
|
|
01.03.2007: China Update
___________________________________________________
Aufgrund der jüngsten Entwicklungen an den chinesischen Aktienmärkten und der teilweise recht vagen Berichterstattung in den Medien, möchten wir Ihnen heute zeitnah einige wichtige Informationen zum chinesischen Aktienmarkt zur Verfügung stellen.
Chinesische Aktienmärkte mit uneinheitlicher Wertentwicklung
Am Dienstag, 27. Februar erlitt der chinesische A-Aktienmarkt (Shanghai SE A Share Index) einen Verlust von 8,70%, der MSCI China verlor allerdings nur 2,46%, der Hong Kong Hang Seng Index nur 1,77% (Quelle Bloomberg, in USD). Der chinesische A-Aktienmarkt ist für ausländische Investoren nur limitiert zugänglich und wird von festlandchinesischen Investoren dominiert, die wiederum keinen Zugang zu den anderen chinesischen Aktienmärkten (B-Aktien und H-Aktien in Hongkong) haben.
Aus diesem Grund entwickelt sich der A-Aktienmarkt nicht parallel zu den anderen chinesischen Märkten (z.B. Performance in 2006 A-Aktien 143,56% versus MSCI China 82,84%, Quelle Bloomberg, in USD). Die Verluste am 27. Februar in Shanghai waren laut Analysten überwiegend durch Gewinnmitnahmen getrieben, da der A-Aktien Index die psychologisch wichtige Marke von 3000 durchbrochen hatte.
Am Mittwoch, 28. Februar konnte der A-Aktienmarkt wieder zulegen (+3,96%, in USD), der Hong Kong Hang Seng verlor 2,41%. (Quelle: Bloomberg)
Wenig Auswirkungen auf den INVESCO PRC Equity Fund
Wichtig für eine Einschätzung der Auswirkungen dieser Entwicklung auf den INVESCO PRC Equity Fund ist ein Blick auf das Portfolio. Der Fonds hält in der Regel nur 2%-3% seines Vermögens in A-Aktien. Per Ende 2006 lag der Prozentsatz bei genau 3,0%. Damit sind die Auswirkungen der A-Aktien auf die Fondsperformance deutlich begrenzt. Wesentlich wichtiger ist die Reaktion der anderen chinesischen Aktienmärkte (B- und H-Aktien). An den deutlich geringeren Kursschwankungen am 27. Februar wird deutlich, dass hier keine Panikverkäufe oder dramatische Gewinnmitnahmen getätigt wurden.
Ausblick
Obwohl das INVESCO- Investmentteam mit einer deutlich höheren Volatilität des chinesischen Aktienmarktes (B-Aktien, H-Aktien, Red Chips) rechnet, erwartet es dennoch positive Renditen für 2007 – wenn auch nicht auf dem hohen Niveau von 2006. Sollte es zu Korrekturen kommen, werden unsere Fondsmanager diese nutzen, um ausgesuchte fundamental starke Aktien hinzuzukaufen. In dem bevorstehenden Umfeld ist besonders die Einzelwertauswahl entscheidend.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr finaconsult-Team
|
|
23.02.2007: Meinl European Land kauft Grund in Istanbul
___________________________________________________
Meinl European Land hat im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für ein 90.000m² großes Grundstück im asiatischen Teil von Istanbul gewonnen. Der Kaufpreis für das gesamte Grundstück beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro. Auf diesem Grundstück plant Meinl European Land ein Einkaufszentrum mit einer vermietbaren Fläche von etwa 50.000m² zu entwickeln. Darüber hinaus verbleibt noch eine beträchtliche Landreserve. Das Investitionsvolumen für das Einkaufszentrum wird inklusive der Kosten für das Grundstück mit etwa 200 Millionen Euro veranschlagt.
Entwicklungspartner für das Projekt ist die Acteeum Gruppe, mit der Meinl European Land im Jahr 2006 eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen hat. Auf Basis dieses Kooperationsvertrages entwickelt Acteeum für die Gesellschaft Einkaufszentren und Fachmarktzentren vor allem in der Türkei und der Ukraine. Die Türkei zählt zu den wichtigsten Investitionsmärkten der Meinl European Land.
|
|
21.02.2007: Japan: Notenbank erhöht Leitzins auf 0,5 Prozent
___________________________________________________
Die japanische Notenbank hat den Leitzins am Mittwoch, 21. Februar 2007 um 25 Basispunkte erhöht. Damit liegt der Zinssatz bei 0,5 Prozent.
Die Erhöhung erfolgte in Form eines Mehrheitsbeschlusses von acht zu einer Stimme im Zinsgremium der Bank. Nach der Bekanntmachung stieg der japanische Yen zum Dollar und Euro. Der Nikkei erholte sich von seinen vorherigen Verlusten.
Die japanische Notenbank hat im Juli 2006 nach sechs Jahren ihre Nullzinspolitik beendet. Die Bank of Japan (BoJ) erhöhte damals den Leitzins auf 0,25 Prozent. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
15.02.2007: US-Immobilienpreise sinken erstmals seit 1997
Der Jahresbericht des online-Immobilienbewertungsanbieters zillow.com bestätigt, was sich seit Monaten ankündigt: Der Höhenflug des amerikanischen Wohnimmobilienmarktes ist vorläufig einmal beendet. Wie zillow.com in einer aktuellen Presseaussendung erklärt, hat sich der durchschnittliche Immobilienpreis gemessen am Zindex™ Home Value Indicator, der die Wertentwicklung aller Immobilien einer Region misst (auch wenn sie nicht verkauft werden) zuletzt im Jahresvergleich abgeschwächt. Demzufolge sind die Wohnimmobilien heute im Jahresvergleich ein halbes Prozent billiger. Stan Humphries, Datananalyst von zillow.com: "Der im vierten Quartal 2006 verzeichnete Preisrückgang im Jahresvergleich ist signifikant und der erste derartige Rückgang, den wir in unseren Daten, die bis ins Jahr 1997 zurückreichen, jemals verzeichnen konnten. Zwar gab es in der Vergangenheit auf Quartalsbasis einige Preisrückgänge, auf Jahresbasis ist dies jedoch der erste derartige Rückgang.“ Laut zillow.com verläuft die Preisabschwächung allerdings keineswegs gleichförmig, während die Preise in manchen Regionen – genannt werden hier etwa Seattle and Portland – weiterhin zulegen, fallen die Wohnungspreise in anderen Städten deutlich. Selbst innerhalb einzelner Bundesstaaten variiert die Entwicklung beträchtlich, während die durchschnittlichen Hauspreise in Lakeland-Winter Haven (Florida) um beinahe 26 Prozent zulegten, fielen sie in Panama City - ebenfalls in Florida - um fast zwölf Prozent.
Stärkste Preisanstiege (Durchschnittspreise im Jahresvergleich):
-Lakeland-Winter Haven, FL (25.88%)
-Yuma, AZ (25.66%)
-Myrtle Beach, SC (21.24%)
-Flagstaff, AZ (19.02%)
-Ocala, FL (17.56%)
Stärkste Preisrückgänge (Durchschnittspreise im Jahresvergleich):
-Panama City, FL (-11.84%)
-San Luis Obispo-Atascadero-Paso Robles, CA (-11.35%)
-Punta Gorda, FL (-9.23%)
-Sarasota-Bradenton, FL (-8.99%)
-Greenville-Spartanburg-Anderson, SC (-8.73%)
Die teuersten Großstädte der USA (gemessen am Zindex):
-San Francisco-Oakland-San Jose, CA ($684,459)
-Salinas, CA ($654,503)
-Santa Barbara-Santa Maria-Lompoc, CA ($627,323)
-Honolulu, HI ($626,452)
-Los Angeles-Riverside-Orange County, CA ($545,409)
Die billigsten Großstädte der USA (gemessen am Zindex):
-Davenport-Moline-Rock Island, IA-IL ($86,201)
-Peoria-Pekin, IL ($91,984)
-Greenville-Spartanburg-Anderson, SC ($96,508)
-Tulsa, OK ($97,186)
-Dayton-Springfield, OH ($103,729)
Über zillow.com
www.zillow.com ist ein seit Anfang 2006 aktiver Internet-Informationsanbieter, der zu nahezu jeder US-Wohnimmobilie (rd. 67 Mio.) online und kostenlos Bewertungen erstellt.
Quelle: FONDS professionell
|
|
07.02.2007: U2-Rockstar Bono Vox geht unter die Heuschrecken
___________________________________________________
Wer hätte das gedacht? Rockstar Bono Vox, Sänger der Gruppe U2, der für seine Globalisierungskritik bekannt ist, wechselt auf die Seite der Wirtschaftsführer und wird Mitgründer der US-Beteiligungsgesellschaft „Elevation Partners“, wie die FAZ berichtet. Der 1,9 Milliarden US-Dollar schwere Private-Equity-Fonds ist auf die Unterhaltungs-, Medien – und Musikindustrie spezialisiert.
Der politische Aktivist Bono Vox, der seine Bekanntheit für soziale Zwecke nützt, setzt sich vor allem für einen Schuldenerlass für Länder der Dritten Welt ein. Auf Initiative des ehemaligen US-Finanzministers John W. Snow wurde Bono im März 2005 sogar als neuer Präsident der Weltbank ins Gespräch gebracht. (dnu)
Website „Elevation Partners“ www.elevation.com
Quelle: FONDS professionell
|
|
30.01.2007: Kurzfristige Rückschläge in China völlig normal
Die chinesischen Aktienmärkte verbuchten Mitte der vergangenen Woche zwischenzeitliche Verluste und zeigten sich zum Wochenende hin schwankungsanfällig. Viele Investoren sehen darin eine natürliche Reaktion auf die steilen Kursanstiege im vergangenen Jahr. Martha Wang, Fondsmanagerin des „Fidelity Funds - China Focus Fund“ sieht die langfristigen Anlagechancen an den chinesischen Börsen dadurch nicht eingeschränkt. Lesen Sie nachfolgend ihre Einschätzung.
Die Entwicklung der chinesischen Aktienmärkte
Der Index für die in der chinesischen Währung Yuan notierten und an den Börsen Schanghai und Shenzhen gelisteten A-Aktien stieg 2006 um 130,6 Prozent. B-Aktien, die im Unterschied zu A-Aktien in US- beziehungsweise Hongkong-Dollar notiert sind, legten durchschnittlich um 109,8 Prozent zu. Der Wert der in Hongkong gehandelten H-Aktien kletterte im Schnitt um 94 Prozent. Damit gehörten die chinesischen Aktienmärkte zu den besten in der Region.
In den ersten Tagen des Jahres 2007 haben die Märkte ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Dies nährte die Sorgen einiger Marktteilnehmer über zu hohe Aktienbewertungen. Weitere belastende Faktoren sind ungünstige gesamtwirtschaftliche Daten: Chinas Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2006 schneller als erwartet, was die Gefahr einer Überhitzung vergrößert, und die Inflationsrate stieg über die Erwartungen hinaus. Auch verzeichneten die chinesischen Märkte zuletzt weiterhin große Kapitalzuflüsse. Diese Faktoren ließen Marktteilnehmer erwarten, dass die Regierung regulierend eingreift, um das Wirtschaftswachstum künftig stärker zu bremsen.
Langfristig ist China ein sehr gutes Investment - die Börsen bieten herausragende Chancen auf Kapitalzuwachs innerhalb des nächsten Jahrzehnts. Doch wenn ich das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Kurssteigerungen an den Aktienmärkten betrachte, halte ich stärkere Schwankungen in den nächsten Monaten für möglich. Ein Großteil des Anstiegs 2006 und auch Anfang 2007 war gerechtfertigt, weil gleichzeitig die Aktiengesellschaften stark wachsende Gewinne verzeichneten.
Doch zuletzt sind die Bewertungen einiger Unternehmen auf ein zu hohes Niveau geschossen. Übertreibungen nach oben gab es auch im Zuge einiger großer Börsengänge. An den Märkten wird derzeit zu Bewertungen gehandelt, die über den historischen Durchschnittswerten liegen. Deshalb überrascht es nicht, dass die Kurse zuletzt schwankungsanfällig waren. Kurzfristige Rückschläge sind durchaus denkbar und stellen eine natürliche Reaktion auf die Kursrallye dar.
Der „Fidelity China Focus Fund“ ist auf eventuelle kurzfristige Volatilität eingestellt. Im Portfolio besitzen derzeit solche Aktien besonders großes Gewicht, die sich langfristig durch gute Wertentwicklungen auszeichnen. Diese Titel besitzen die Fähigkeit, sich in wechselnden Marktsituationen zu bewähren.
Zusätzlich investiere ich verstärkt in leicht handelbare Papiere und habe Termingeschäfte abgeschlossen, um die kurzfristige Liquidität des Fonds zu gewährleisten. Ebenso sind die Geldpositionen im Fonds derzeit auf dem höchstmöglichen Level. So kann der Fonds flexibel auf einen sich verändernden Markt reagieren. Der Fonds ist trotz dieser Maßnahmen in den bedeutendsten Branchen der chinesischen Wirtschaft engagiert, um weiterhin Gewinnchancen wahrzunehmen. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
22.01.2007: Meinl European Land startet bisher größte Kapitalerhöhung
___________________________________________________
Die Meinl European Land hat seit dem Jahresende 2006 Immobilienentwicklungsprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 900 Millionen Euro vertraglich gesichert. Desweiteren befinden sich Projekte mit einem Volumen von einer Milliarde Euro unmittelbar vor der Unterzeichnung. Zur Finanzierung dieser Projekte hat man die bisher größte Kapitalerhöhung der Unternehmensgeschichte gestartet: Investoren haben von 22. Januar bis 9. Februar 2007 die Möglichkeit, 75 Millionen junge Aktien zu einem Bezugspreis von 19,70 pro Aktie zu kaufen. „Mit der heute startenden Kapitalerhöhung bleibt Meinl European Land damit ihrem Anspruch treu, die Finanzierung neuer Projekte zeitnah bei Projektstart zu sichern, aber nie mehr Mittel aufzunehmen als für konkrete Projekte benötigt wird“, erklärt Julius Meinl V.
Für die Kerninvestitionsregionen, wie Zentral- und Osteuropa inklusive Russland, sieht Meinl dabei weiterhin großes Potenzial. Aus diesem Grund hat man sich nun auch dazu entschlossen, in Bulgarien und der Ukraine zu investieren. In Bulgarien entwickelt man derzeit ein 80.000m² großes Einkaufszentrum am Stadtrand von Sofia. In der Ukraine wird ein Einkaufszentrum mit 60.000m² in der Millionenstadt Odessa errichtet.
Meinl European Land ist nunmehr in elf Ländern aktiv und geht mit ihren Investitionen weiter gegen Osten, so ist etwa die Errichtung eines neuen Stadtzentrums in einer russischen Großstadt am Ufer des Uralflusses direkt an der Grenze zwischen Europa und Asien - den Namen wollte man noch nicht preisgeben - geplant.
Zwar will man eine Expansion weiter ostwärts nicht ausschließen, allerdings erklärt Meinl auf die Frage ob man längerfristig auch China ins Auge fasst: „Wir haben die Definition dessen, was Europa ist, bereits etwas gestreckt, mehr als eine kleine Streckung wird aber in diesem Konzept nicht drin sein.“ Investitionen in China und Indien kämen laut Meinl-European-Land- Vorstand Francis Lustig prinzipiell in Frage, aber sicher nicht innerhalb der Meinl European Land. Lustig betont dabei, dass man für diese Regionen eher mit einem eigenen Produkt auf den Markt kommen werde, wobei Lustig eher von einer Investition in Indien als von China ausgeht. (gp)
Quelle: FONDS professionell
|
|
12.01.2007: Investmenttrends 2007
___________________________________________________
Nach den erheblichen Kursanstiegen im Vorjahr wird auch 2007 ein Aktienjahr werden. Wer sich hingegen auf den „sicheren Hafen“ Anleihen verlässt, hat möglicherweise mit unangenehmen Überraschungen zu rechnen. Die Wiener Börse bleibt attraktiv wird aber kein Outperformer bleiben, die großen Investmentthemen des Jahres werden Osteuropa und Immobilienwerte sein.
Wir haben die zehn wichtigsten Trends für die Finanzmärkte und Investoren im Jahr 2007 zusammengefasst. Die Grundaussagen: Aktien bleiben attraktiver als Anleihen, Euro schlägt Dollar und die steigende Volatilität begünstigt Anleger, die ein aktives Portfoliomanagement betreiben und Kursrückgänge für Zukäufe zu attraktiven Preisen nutzen.
Die großen Themen des Jahres werden zum einen die ost- und südosteuropäischen Märkte sein, da der EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens der Region starke Impulse gibt. Zum anderen werden die europäischen Immobilienmärkte durch die Einführung von REITs weiter beflügelt werden. Für den heimischen Aktienmarkt ist durchaus Optimismus angebracht, eine ähnliche Outperformance wie in den vergangenen Jahren ist der Wiener Börse aber nicht zuzutrauen. Auf globaler Ebene ist der anhaltende Asienboom ein beherrschender Faktor für die Finanzmärkte.
Risken birgt für die Aktienmärkte insbesondere das anhaltende Chaos im Irak, das durchaus das Potential hat, die Ölversorgung und damit den Ölpreis massiv zu beeinflussen. In Asien könnten politische Turbulenzen wie zuletzt in Thailand den Aufschwung empfindlich stören. Auf den Rentenmärkten ist vor allem bei langlaufenden Anleihen das Risiko empfindlicher Kursverluste als Folge eines steigenden Zinsniveaus sehr groß.
Die 10 wichtigsten Trends für Finanzmärkte und Geldanleger im Jahr 2007
+ Weltwirtschaft steuert auf „Soft Landing“ zu
+ Aktien schlagen Anleihen klar
+ Restriktive Geldpolitik der EZB
+ Dollar auf Talfahrt, Asien-Währungen weiter auf dem Vormarsch
+ Asien-Boom hält an
+ Irak-Chaos birgt Ölpreisrisiken, Comeback der Energieaktien
+ Steigende Volatilität bringt Chancen für aktive Anleger
+ REIT-Einführung beflügelt europäische Immobilienmärkte
+ Südosteuropa profitiert von EU-Erweiterung
+ Österreich: Von Outperformance zur Normalität
Ihr finaconsult-Team
|
|
03.01.2007: Studie: Rahmenbedingungen für Immobilieninvestments verbessern sich
___________________________________________________
Die internationalen Immobilienmärkte werden immer globaler. Investierten in der Vergangenheit nationale Immobilienunternehmen meist innerhalb ihrer Heimatländer, wandelt sich das Investmentverhalten derzeit zunehmend. Allein im abgelaufenen Jahr 2006 flossen rund 200 Milliarden Euro in Europa in die Assetklasse Immobilien, rund die Hälfte grenzüberschreitend. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr, denn die Rahmenbedingungen für Immobilieninvestments haben sich aus Sicht der institutionellen Investoren deutlich verbessert. Das ist ein Ergebnis der DIFA-Studie „Immobilieninvestitionen in Europa 2006“. Zum zweiten Mal befragte das Marktforschungsinstitut Synovate im Auftrag der DIFA Deutsche Immobilien Fonds AG institutionelle Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zum Investitionsklima in ihren jeweiligen Ländern, zu ihren Zielen und ihren Erwartungen. Aktuell wurden 200 Immobilienprofis repräsentativ befragt – darunter Initiatoren von offenen und geschlossenen Immobilienfonds, Immobilienaktiengesellschaften, REITs, Projektentwickler, Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften.
„Von dem derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa profitieren auch die Immobiliengesellschaften“, sagt Ingo Hartlief, Mitglied des DIFA-Vorstandes und unter anderem zuständig für die Bereiche Bestandsmanagement Inland, Vermietung und institutionelle Immobilienfonds. So sehen die befragten Unternehmen in den kommenden Monaten eine klare Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass institutionelle Investoren derzeit ihren Regional- und Nutzungsfokus deutlich verschieben. Waren in der Vergangenheit vor allem Büroimmobilien in Westeuropa gefragt, wird der Investorenblick sich zukünftig zunehmend auf die CEE-Länder und Asien richten. Zudem gewinnen renditeorientierte Investments an Bedeutung, während unter Risikogesichtspunkten die Immobilienqualität, die Mieterbonität und die Markttransparenz immer entscheidender wird. Daher erwarten die Investoren auch eine Weiterentwicklung der Transparenz, der Standardisierungen von Marktkennzahlen und des Risikomanagements.
|
|
23.12.2006: Frohe Weihnachten!
______________________________________________
Das Team von finaconsult wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2007!
|
|
20.12.2006: OÖ Nachrichten - Umfrage: Wie sorgen Sie vor?
Banken, Versicherungen, private Dienstleister weisen häufig auf die Wichtigkeit der privaten Altersvorsorge hin. Aber wie sorgen die Chefs der Institute selbst für Ihr Alter vor? Haben sie besondere Rezepte, um ihe Rendite zu steigern? Oder setzen sie - so wie die Mehrheit der Österreicher - auf Sicherheit? Die Tageszeitung OÖ Nachrichten haben nachgefragt.
Mehr dazu im Anhang.
Download hier:
Artikel
|
|
06.12.2006: Kempen stellt IMMOFINANZ von „Neutral“ auf „Zukaufen“
Das auf Immobilienwertpapiere spezialisierte niederländische Investmenthaus Kempen hat die IMMOFINANZ AG von der bisherigen Beurteilung „Neutral“ auf „Zukaufen“ hinaufgestuft, als neues Kursziel werden 11,40 Euro genannt. Damit ist die Mutter genauso bewertet wie die Tochtergesellschaft IMMOEAST, die kürzlich von Kempen ebenfalls zum Kauf empfohlen wurde.
Unter der Überschrift „Perfekter Mix aus Ost und West“ werden von Kempen als wichtigste Stärken der IMMOFINANZ AG aufgelistet:
- Das BUWOG/EST-Portfolio, das flächenmäßig immerhin 30 Prozent des gesamten Immobilienbestandes ausmacht, sorgt für einen gesicherten Einnahmenstrom und bietet einiges Aufwertungspotential. Dazu kommen Gewinnsteigerungen durch Effizienzsteigerungen im Management des Unternehmens. Die laufend stattfindenden Verkäufe zeigen klar, dass im Portfolio hohe stille Reserven bestehen.
- Die Tochter IMMOEAST, an der die IMMOFINANZ 51 Prozent der Anteile hält, wird weiterhin vom Rückgang der Marktrenditen in Zentral-und Osteuropa sowie von Wertsteigerungen aus den zahlreichen Entwicklungsprojekten profitieren.
- Der Net Asset Value (innerer Wert) der Aktie wird nach Einschätzung von Kempen von 2005/06 bis 2008/09 um 14,8 Prozent jährlich steigen. Daraus ergibt sich auf 12-Monatssicht ein Kursziel von 11,40 Euro, ca. 15 Prozent über dem aktuellen Wert.
|
|
29.11.2006: Asienboom – Small Caps im Blickpunkt
Viele südostasiatische Aktiengesellschaften setzen nach Ansicht von Joseph Tse, Fondsmanager des Fidelity Funds - Asian Special Situations Fund, derzeit zu einem neuen Kurssprung an und bescheren Anlegern hohe Gewinne. Nachdem bisher vor allem Substanz- und Standardwerte die Werttreiber waren, komme nun die Zeit der kleineren, dynamischen Unternehmen.
Fidelity Fondsmanager Joseph Tse sucht derzeit besonders in der Finanz-, der Gesundheits- und der Agrarbranche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten, um mit seinem Fonds auch künftig die Wertentwicklung des breiten Marktes deutlich zu übertreffen. Der Fidelity Asian Special Situations Fund (ISIN LU0054237671) erzielte seit seiner Auflegung im Oktober 1994 ein Plus von 102,6 Prozent – und übertraf seinen Vergleichsindex um 77 Prozentpunkte.
„Die Erholung nach der Asienkrise hat sich zu einem anhaltenden Boom ausgewachsen. Dieser kommt vielen kleineren Unternehmen zugute, die nun an der Schwelle zum nächsten Wachstumsschritt stehen. In diese Gesellschaften investiere ich derzeit verstärkt, da dort große Wertsteigerungen zu erwarten sind“, erläuterte Tse seine Strategie. „Grundsätzlich wecken Unternehmen mein Interesse, die sich erfolgreich sanieren und umstrukturieren, neue Produkte auf den Markt bringen oder eine neue Geschäftsführung erhalten.“
Banken bieten herausragende Chancen
Herausragende Chancen bietet nach Ansicht von Tse derzeit die Bankenbranche. „Einige kleinere Kreditinstitute aus Hongkong haben in den vergangenen Jahren aufgrund von andauernden Konsolidierungen ihren Aktienkurs gesteigert. Ein verbessertes Kreditwachstum und die Erweiterung des Geschäfts im Bereich Konsumentenkredite macht sie nun zu attraktiven Übernahmezielen für taiwanesische und chinesische Großbanken. Diese Übernahmefantasien beflügeln die Kurse zusätzlich“, sagte Tse.
Gesundheitstourismus
Auch in der Gesundheitsbranche von Ländern wie Malaysia, Singapur und Thailand findet Tse Aktien mit großem Kurspotenzial. „In diesen Ländern gibt es eine wachsende Anzahl von privaten Kliniken, die hochwertige Leistungen zu günstigen Preisen anbieten, etwa Herzoperationen, plastische Chirurgie oder Augenlaserbehandlungen. Vor allem durch den Gesundheitstourismus aus den USA und aus dem mittleren Osten floriert das Geschäft“, so Tse.
Die Agrarbranche in Asien bringe derzeit einige Top-Aktien hervor, meinte der Fondsmanager. „Aus Europa und den USA spüren wir eine wachsende Nachfrage nach Biodiesel. Dies spielt vor allem Plantagenunternehmen in Malaysia und Indonesien in die Hände. Dort wird Palmöl produziert, ein wichtiger Grundstoff für Biodiesel.“ Die Aussichten für Plantagenunternehmen, die die hohe Nachfrage bedienen können, seien daher hervorragend.
Quelle: Fidelity Investment Services GmbH
|
|
16.11.2006: Werden EZB-Zinsen auch 2007 steigen?
Martin Hüfner, Chefökonom des österreichischen Discount-Brokers direktanlage.at, glaubt an eine weitere Erhöhung der Zinsen durch die EZB auch im nächsten Jahr. Er sieht das Zielniveau für Ende 2007 bei 4 Prozent. Entscheidend für die weitere Straffung der Geldpolitik sei die gute Konjunktur, weniger die zu erwartende Inflationsgefahr.
Hüfner sieht die Europäische Zentralbank derzeit in einer nicht gerade komfortablen Situation. Auf der einen Seite ermäßige sich die Preissteigerung von Monat zu Monat, zuletzt auf 1,6 Prozent. Sie liege damit noch unter dem Zielwert von „nahe, aber doch unter 2 Prozent". Auf der anderen Seite erhöhe die EZB die Zinsen für die Notenbankfinanzierung scheinbar unbeirrt weiter. Innerhalb des Gouverneursrates solle es sogar Stimmen geben, die eine noch stärkere Zinsanhebung befürworten.
Anfang Dezember wird die EZB laut Hüfner ihr Refinanzierungsangebot an die Banken noch einmal um einen Viertel Prozentpunkt auf dann 3,5 Prozent verteuern. Dies habe der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, in der vorigen Woche mehr oder weniger deutlich durchblicken lassen. Aber auch danach rechnet Hüfner mit weiteren Zinssprüngen bis Ende 2007.
Zinsanhebungen bringen Spielraum für Zinssenkungen
Die Gründe für diese Zinserhöhung seien aber andere als die, die üblicherweise vorgebracht werden, und die auch die EZB in ihren Stellungnahmen immer wieder betont, meint Hüfner. Weder die Gefahr von Preissteigerungen noch das starke Geldmengenwachstum würden zu einer Anhebung der Zinssätze führen. Entscheidendes Argument sei die gut laufende Konjunktur, so der Experte von direktanlage.at.
Hüfner: "Die Zentralbank steht damit nicht mehr unter dem Druck, die gesamtwirtschaftliche Aktivität mit billigem Geld stützen zu müssen. Die gute Konjunktur hilft der EZB, noch etwas mehr zur Sicherstellung ihrer eigenen Handlungsfähigkeit zu tun. Je höher sie die Zinsen anhebt, umso eher ist sie in der Lage, künftige Rezessions- und Deflationsgefahren - die es früher oder später mit Sicherheit wieder geben wird - mit Zinssenkungen zu bekämpfen."
Mit jeder Zinsanhebung bekomme die EZB mehr „Munition" und mehr Spielraum für künftige Zinssenkungen, so Hüfner weiter. Hüfner sieht die Zielhierarchie der EZB in Bewegung. Die Konjunktur bekomme für die Geldpolitik mehr Bedeutung, Inflation und Geldmenge etwas weniger.
Quelle: FONDS professionell
|
|
02.11.2006: Feeder-Schiffe – von Überteuerung weit entfernt
„Die Neubaupreise für Containerschiffe sind überhöht und die Charterraten sind im Keller.“ Diese Behauptungen halten sich seit Monaten in der Öffentlichkeit. Untersuchungen des Hamburger Emissionshauses OwnerShip haben jedoch gezeigt, dass im Segmentn der Feeder-Schiffe die Neubaupreise in den vergangenen zehn Jahren leicht gesunken sind. Gleichzeitig haben sich die Charterraten um mehr als 50 Prozent erhöht.
Nach Untersuchungen des Hamburger Emissionshauses OwnerShip sind die Neubaupreise bei Feeder-Schiffen in den vergangenen zehn Jahren nahezu gleich geblieben. Die Charterraten bei den 725 TEU Containerschiffen sind im gleichen Zeitraum sogar um mehr als die Hälfte
gestiegen.
Neubaupreise gesunken
Die Neubaupreise von 725 TEU-Containerschiffen betrugen vor zehn Jahren rund 18 Millionen US-Dollar. Heute beträgt der Marktpreis durchschnittlich 20,5 Millionen US-Dollar – ein Anstieg um 13,9 Prozent. „Entscheidend ist jedoch, dass das Gros der deutschen Anleger in Euro
investiert und nicht in US-Dollar“, sagt Olaf Pankow, geschäftsführender Gesellschafter von Ownership. „Deshalb muss bei einer Betrachtung der Entwicklung der Neubaupreise immer der Wechselkurs von US-Dollar und Euro miteinbezogen werden. Tut man dies, zeigt sich, dass der Kaufpreis sogar gesunken ist.“ Vor zehn Jahren betrug der Wechselkurs von Euro zu
Dollar circa 1,1 US-Dollar je Euro. Ein 725 TEU-Containerschiff kostete damit also 16,4 Millionen Euro. Heute beträgt der Wechselkurs 1,3 USDollar je Euro, womit für den Bau 15,8 Millionen Euro anfallen. Das heißt, ein 725 TEU-Containerschiff ist heute circa 4 Prozent günstiger als vor zehn Jahren. „Von einer Überteuerung kann in diesem Segment also keine
Rede sein“, stellt Pankow fest.
Charterratenanstieg um 50 Prozent
Werden die Charterraten in die Betrachtung miteinbezogen, zeigt sich: Vor einem Jahrzehnt hat ein Charterer für ein 725 TEU-Containerschiff 5.000 US-Dollar pro Tag bezahlt – also rund 4.500 Euro. Heute verlangt ein Reeder für das gleiche Schiff 9.000 US-Dollar Charter pro Tag, was knapp 7.000 Euro entspricht. „Die Charterraten für die Feeder-Schiffe sind in den vergangenen zehn Jahren somit um mehr als die Hälfte gestiegen“, so Pankow. „Für ein Feeder-Schiff zahlt man heute also weniger und verdient gleichzeitig rund 50 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Wer da sagt Schiffe rechnen sich nicht, hat falsch kalkuliert oder auf das falsche Segment gesetzt.“
Weiterhin positive Aussichten
Und auch die zukünftigen Entwicklungen im Feeder-Segment sind viel versprechend. „Die Nachfrage nach den kleinen Schiffen wird in den nächsten Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit steigen“, sagt Thomas Wenzel, geschäftsführender Gesellschafter von OwnerShip. „Gleichzeitig ist das Angebot an verfügbarer Tonnage begrenzt.“ Die Feeder-Schiffe
werden im Zubringerverkehr eingesetzt. Sie transportieren die Waren von entlegeneren Regionen zu den Haupthäfen in Asien, Amerika und Europa oder von dort wieder weg. Die Ozeanriesen fahren dagegen auf den Rennstrecken zwischen den Kontinenten. Damit die Ladung tatsächlich an ihr Endziel befördert wird, ist jedes Großcontainerschiff auf kleinere Schiffe angewiesen. „Je nach Transportvolumen werden an jedem Ende der
Strecke bis zu acht Feeder benötigt“, sagt Wenzel. Obwohl bei einem wachsenden weltweiten Handelsvolumen der Bedarf an Feedern also vorhersehbar ist, konzentrieren sich die Ordertätigkeiten mit circa 70 Prozent auf die größeren Segmente ab 4.000 TEU. Lediglich 18
Prozent der neu bestellten Containerschiffe entfallen auf Schiffe bis 1.000 TEU (Quelle: Clarkson Research 2006). Hinzu kommt, dass 21,2 Prozent der Feeder-Flotte älter als 20 Jahre sind und deshalb in den nächsten Jahren abgewrackt werden müssen. „Ein solches Ungleichgewicht zwischen verfügbarer Tonnage und steigender Nachfrage wird in den
nächsten Jahren sehr wahrscheinlich zu steigenden Charterraten im Feeder-Segment führen“, sagt Wenzel.
Quelle: FONDS professionell
|
|
18.10.2006: USA: Hard oder Soft Landing?
Wie wird die US-Wirtschaft landen? – hart oder weich? Dieser Frage geht Lex Hoogduin, Chefvolkswirt bei Robeco, in seinem aktuellen makroökonomischen Ausblick nach.
Die Abkühlung des US-Immobilienmarktes hielt auch im vergangenen Monat an und bislang gäbe es keine klaren Anzeichen, dass der Markt seinen Tiefstand schon erreicht habe, so Hoogduin. Die Entwicklungen am Immobilienmarkt werden sicherlich auch Auswirkungen auf den Konsum und das Bruttoinlandsprodukt der USA haben. Verbraucher hätten bereits seit einigen Jahren eine negative Sparquote, weil sie mehr ausgeben, als sie verdienen. Da eine negative Sparquote auf Dauer nicht tragbar sei, sollte es hier zu einer Korrektur kommen. Idealerweise sollte das stufenweise geschehen, so dass es zu einem „Soft-Landing-Szenario“ in den USA komme. Derzeit geht Lex Hoogduin jedoch eher von einer härteren Landung der US-Wirtschaft aus. Zudem sei eine Rezession zwar nicht das wahrscheinlichste Szenario, könne aber auch nicht komplett ausgeschlossen werden. Grund hierfür sei vor allem, dass die wirtschaftlichen Fakten im Gegensatz zu so genannten „Softdata“ nicht überzeugend auf eine Abkühlung der Wirtschaft hindeuten.
Rallye am Rentenmarkt überraschend
Das Ausmaß der Rallye am Rentenmarkt im letzten Monat sei für ihn eine Überraschung gewesen, so Hoogduin. Da vorerst keine weiteren Zinserhöhungen der amerikanischen Zentralbank (Fed) erwartet werden, sollte sich auch der Aktienmarkt langfristig gut entwickeln. Im Gegensatz dazu könne sich die US-Wirtschaft kurzfristig stärker präsentieren. Längerfristig werde jedoch die Rückkehr zu einer positiven Sparquote in den USA dazu führen, dass die Abkühlung der Wirtschaft stärker ausfallen oder länger andauern könnte, als allgemein angenommen wird.
Insgesamt stellt sich für Hoogduin die Frage, ob die Fed sich ihre derzeitige Warteposition in Bezug auf weitere Zinserhöhnungen auf Dauer leisten kann. Wenn die US-Wirtschaft nicht zusehends abbremst und die Inflation nicht überzeugend oder gar nicht abnimmt, sei es fraglich, ob die Fed die Geduld habe, auf die Abkühlung zu warten. Es könne demnach auch sein, dass ein weiteres Anziehen der Zinspolitik nicht zu vermeiden sei und eine wirkliche Lockerung der Geldpolitik damit erst in der zweiten Hälfte 2007 eintritt.
Eurozone: Inflation im Griff?
Vorläufige Zahlen deuten darauf hin, dass die Inflation in der Eurozone von 2,3 Prozent im August auf 1,8 Prozent im September gefallen ist. Wie wird sich das auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auswirken? Dabei sei zu beachten, dass die EZB mittelfristige Preisstabilität anstrebt, so Hoogduin. Monatliche Fakten und Entwicklungen, die sich als temporär erweisen, beeinflussen die Politik der EZB nicht unmittelbar. Bei dem aktuellen Rückgang der Inflation handele es sich genau um einen solchen temporären Faktor, nämlich den Rückgang des Ölpreises. Zu einer wirklichen Abkühlung werde es wahrscheinlich erst im nächsten Jahr kommen, sagt Hoogduin. Gründe hierfür seien zum einen der Anstieg der Mehrwertsteuer in Deutschland und zum anderen mögliche Auswirkungen einer Abkühlung in den USA. Für das kommende Jahr werde für die Eurozone mit einem Wachstum von etwas über zwei Prozent gerechnet. Unter diesen Voraussetzungen könne die EZB-Politik ein neutrales Niveau erreichen. Nach Meinung von Lex Hoogduin werde dieses neutrale Zinsniveau zwischen 3,75 und 4 Prozent liegen. Einzig ein mittelfristiger Rückgang der Inflation unter 1,5 Prozent und des Wachstums unter 2 Prozent könne die EZB dazu bewegen, die Zinserhöhungen zu stoppen, bevor ein neutrales Niveau erreicht sei.
Vor diesem Hintergrund sei die Rallye am europäischen Rentenmarkt noch überraschender gewesen als die in den USA, so Hoogduin. Eine mögliche Erklärung für diese Entwicklung sei die Tatsache, dass die Risikoprämien für Langzeitzinsen immer noch ungewöhnlich niedrig seien und irgendwann wieder steigen müssen.
Japan: Normalisierungsprozess auf dem richtigen Weg?
Die Kerninflation in Japan ist im Vergleich zum Vorjahr von 0,2 auf 0,3 Prozent angestiegen. Die Preise bewegen sich, wenn auch langsam, in die richtige Richtung und zwar weg von der Deflation. Der Abstand zur „gefährlichen Zone“ sei aber immer noch gering.
Trotz einiger enttäuschender Daten zur japanischen Wirtschaft seien die Bedingungen durchaus stabil, so Hoogduin. Die Bank of Japan (BoJ) kann ihren Weg der Zinsnormalisierung Schritt für Schritt weiter gehen. Derzeit sei es wahrscheinlich, dass alle drei bis vier Monate mit einer Zinserhöhung in Japan zu rechnen sei. Langfristig habe Japan mit einer ungünstigen Haushaltslage und einer rapide alternden Bevölkerung zu kämpfen. Sollte es unter Koizumis Nachfolger Abe zu einer straffen Fiskalpolitik kommen, könne das die Geschwindigkeit des Normalisierungsprozesses der BoJ verlangsamen.
Emerging Markets: Durchweg gute Fundamentaldaten?
Insgesamt wachsen die Emerging Markets auch weiterhin rasant. Asien, hier vor allem China und Indien, tut sich besonders hervor. Einige europäische Emerging Markets würden derzeit unter einer so genannten Reformermattung leiden, so Hoogduin. Die Schwellenländer in Lateinamerika würden derzeit deutlich spüren, dass die Rohstoffpreise nicht mehr rapide steigen. Hier käme in einigen Ländern eine eher populistische statt marktfreundliche Politik erschwerend hinzu.
Die große Frage sei, so Hoogduin, wie die Schwellenländer eine Abkühlung der US-Wirtschaft verkraften werden. Da aber eine Vielzahl dieser Volkswirtschaften mittlerweile verbesserte Fundamentaldaten vorweisen, sei durchaus Raum für Optimismus, so Hoogduin. Allerdings können auch hier nicht alle Emerging Markets in einen Topf gepackt werden, da die Stabilität der Fundamentaldaten von Land zu Land unterschiedlich ist. (rmk)
|
|
06.10.2006: Wie erwartet: EZB-Leitzins auf 3,25 Prozent erhöht
Der EZB-Rat erhöhte den maßgeblichen Hauptrefinanzierungssatz um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent. Damit erhöhte die EZB die Zinsen seit Dezember 2005 zum fünften Mal. Sie liegen jetzt auf dem höchsten Niveau seit November 2002.
Die Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) entsprach nach Auffassung des Bundesverbandes deutscher Banken sowohl hinsichtlich des Zeitpunktes als auch der Höhe nach den Markterwartungen. Die Notenbank setze mit diesem Schritt ihren Kurs der Normalisierung des Zinsniveaus fort. Das sei in Anbetracht eines Wirtschaftswachstums, das in etwa der Zunahme des Produktionspotenzials entspreche, und einer üppigen Liquiditätsausstattung der Euroraums gerechtfertigt.
Allerdings sei im kommenden Jahr eine spürbare Verlangsamung des wirtschaftlichen Aufschwungs zu erwarten. Der jüngste Rückgang der Preissteigerungsrate im Euro-Raum unter die Zwei-Prozent-Marke zeige zudem, dass das Risiko einer deutlichen Verschlechterung des Preisklimas trotz der anhaltend hohen Rohstoffpreise nach wie vor gering sei. Zwar werde die Inflationsrate im Zuge der Steuererhöhung in Deutschland Anfang 2007 anziehen, aus heutiger Sicht dürfte dies aber nur eine vorübergehende Entwicklung sein, vorausgesetzt, dass der Anstieg der Lohnstückkosten moderat bleibt. Vor diesem Hintergrund könnte die EZB spätestens ab Jahresende eine Zinspause einlegen, um unter anderem die unmittelbaren Folgen der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland sowie die damit verbundenen Preis- und Konjunktureffekte abzuwarten. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
02.10.2006: Immofinanz verdoppelt EBIT auf 145 Millionen Euro
Die Immofinanz Immobilien Anlagen AG konnte im 1. Quartal des Wirtschaftsjahrs 2006/07 (1. Mai bis 31. Juli 2006) Steigerungen bei den wichtigsten Ertragskennziffern verbuchen und auch das Größenwachstum des Unternehmens war stark.
Das Ergebnis aus der Geschäftstätigkeit (EBIT) hat sich verdoppelt und verbesserte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs um 98,8 Prozent auf 144,9 Millionen Euro. Die zweite wichtige Ertragskennzahl, das Ergebnis vor Ertragsteuern legte um 77,4 Prozent auf 119,4 Millionen Euro zu.
Die Umsatzerlöse des Unternehmens stiegen um 43,8 Prozent von 81,9 Millionen Euro auf 117,8 Millionen Euro. Das Immobilienvermögen erreichte einen Verkehrswert von 8,02 Milliarden Euro, ein Plus von 60,2 Prozent gegenüber fünf Milliarden im Vorjahr. Die Zahl der Objekte stieg um 83,5 Prozent auf 2.182, die Nutzfläche liegt nur mehr knapp unter der Acht-Millionen-Quadratmeter-Grenze. Mit 7,97 Millionen m² wurde ein Plus von 72,3 Prozent erzielt. Die Bilanzsumme liegt erstmals über zehn Milliarden Euro und beträgt 10,4 Milliarden Euro (plus 82,1 Prozent).
Das Eigenkapital des Unternehmens legte, bedingt durch die eigene Kapitalerhöhung im Mai und Juni 2006 mit einem Volumen von 923 Millionen Euro sowie die Kapitalerhöhung der Tochtergesellschaft Immoeast um 2,75 Milliarden Euro, um 110 Prozent auf 5,67 Milliarden Euro zu.
„Ertragsentwicklung und Wachstum der Immofinanz waren auch in diesem Quartal äußerst zufriedenstellend“, betont Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics. „Unser wichtigstes Standbein in Österreich, die BUWOG/ESG-Gruppe, erreicht ausgezeichnete Ergebnisse. In Zentral- und Osteuropa profitieren wir vom durchschlagenden Erfolg der Immoeast und im Westen profitieren wir davon, dass wir auf dem deutschen Markt antizyklisch investiert haben und unser Immobilienbestand in Deutschland verzeichnet einen deutlichen Wertanstieg.“
Quelle: FONDS professionell
|
|
12.09.2006: Rohstoffe und Energie: Boom bis über das Jahr 2015 hinaus?
Rohstoff- und Energieaktien besitzen nach Ansicht von Fidelity Fondsmanager Sudipto Banerji auch in Zukunft großes Ertragspotenzial. Trotz möglicher Korrekturen könnten sie bis weit über das Jahr 2015 hinaus boomen.
Vor allem bei Öl- und Gasaktien seien die Aussichten gut. Anleger sollten jedoch nicht einseitig in einzelne „Lieblingsaktien“, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette investieren.
Die weltweit steigende Nachfrage nach Energie und Rohstoffen eröffne Anlegern zahlreiche Chancen, meinte Sudipto Banerji. „Man mag es Superzyklus nennen oder nicht – der große Hunger Chinas und Indiens nach Öl, Stahl und anderen Stoffen spricht für dauerhaft hohe Preise. Der anhaltende Boom von Aktien aus diesem Bereich hat also strukturelle Gründe und kann noch zehn Jahre und länger andauern.“ Daran würden auch zwischenzeitliche Korrekturen nichts ändern.
Rohstoff- und Energieaktien seien daher eine ideale Ergänzung für die Portfolios vieler Anleger, so Banerji. Eine erfolgversprechende Strategie sei es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu investieren. „Zu den Gewinnern der Rohstoffhausse gehören die großen integrierten Ölkonzerne ebenso wie kleinere Minenbetriebe, Stahlproduzenten und hoch spezialisierte Ausrüster. Auch Logistikunternehmen, Anlagenbauer und in Einzelfällen auch Banken zählen dazu“, sagte Banerji.
Bei Fidelity leitet Banerji ein Expertenteam für die globalen Roh-stoffmärkte. Zudem ist er für den "Fidelity Industrials Fund" (ISIN LU0114722902) verantwortlich. Beim Fondsmanagement stützt sich Banerji auf die Analysen von 30 Aktienspezialisten in Boston, Hongkong, London und Tokio. Banerji ist für die Gesamtstrategie des Fonds und die gezielte Auswahl besonders aussichtsreicher Titel verantwortlich.
Der "Fidelity Industrials Fund" investiert vergleichsweise konzentriert; er enthält rund 75 günstig bewertete Unternehmen. Öl- und Gaslieferanten besaßen zuletzt mit 35 Prozent des Fondsvermögens das größte Gewicht. Darüber hinaus setzt der Fondsmanager auch auf Aktien aus anderen Industrien (34 Prozent), Grundstoffe (18 Prozent) sowie die Konsumgüterindustrie (5 Prozent).
Eine solche Aufteilung des Vermögens minimiere Risiken, wenn der Rohstofftrend einmal vorübergehend abflauen sollte. Ein Fonds wie der "Fidelity Industrials Fund" stelle daher für viele Anleger eine sinnvolle Alternative zu direkten Investitionen in Rohstoffaktien dar, so Banerji. Geografisch unterliegt er keinerlei Einschränkungen. So investiert der Fondsmanager in den USA, Japan, Europa, Brasilien und weiteren Ländern. Innerhalb eines Jahres konnte der Fonds um 19,8 Prozent zulegen; der Vergleichsindex stieg um 14,6 Prozent. Damit gehört er zu den drei besten Fonds seiner Vergleichsgruppe von 18 Fonds.
Quelle: Fidelity Investment Services GmbH
|
|
06.09.2006: CA IB setzt auf IMMOFINANZ und IMMOEAST
Die CA IB, die Investmentbank der Bank-Austria-Gruppe hat in einer
neuen Analyse die beiden Unternehmen zum Kauf empfohlen.
Das Kursziel für die IMMOFINANZ wurde auf 10 Euro angehoben,
das der IMMOEAST auf 10,31 Euro.
Eine klare Kaufempfehlung für die Aktien der beiden größten österreichischen Immobilienunternehmen, die
IMMOFINANZ Immobilien Anlagen AG sowie deren Tochter IMMOEAST Immobilien Anlagen AG enthält die
jüngste Analyse der CA IB. Die Investmentbanker der Bank-Austria-Gruppe haben damit die „Buy"-Empfehlung
für die IMMOEAST bestätigt und die IMMOFINANZ von Halten auf Kaufen hochgestuft.
Bei der IMMOFINANZ betonen die CA-IB-Experten die Vorteile, die sich aus der Kombination der etablierten
Westmärkte und der boomenden Ostmärkte im Zentrum Europas (der Kernmarkt der IMMOFINANZ) ergeben
und die stabile Renditen bei gleichzeitig hoher Ertragskraft ermöglichen. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres
2006/07 wird mit einem inneren Wert pro Aktie von 9,66 Euro gerechnet, bisher war die CA-IB von 8,89 Euro
ausgegangen. Viel Beachtung schenkt die BA CA auch dem Wohnbaubereich der IMMOFINANZ.
Die Wohnbaugesellschaften BUWOG und ESG hätten ein besonders großes Aufwertungspotential.
Ebenso optimistisch sind die CA-IB-Analysten für die 51-Prozent-Tochter IMMOEAST. Das Kursziel von
10,31 Euro auf Jahressicht liegt um gut 12 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Diese Erwartung stützt sich
auf die deutliche Unterbewertung der Gesellschaft im Vergleich zu anderen großen europäischen Immobilien-
unternehmen, insbesondere solchen, die ebenfalls im Boommarkt Zentral- und Osteuropa engagiert sind.
Das bestehende Portfolio gewinnt durch die tendenziell weiter sinkenden Immobilienrenditen in der Region
laufend an Wert, die verstärkte Expansion in den Bereich Immobilienentwicklung durch die Beteiligung
am Developer-Riesen TriGránit wird ebenso positiv bewertet wie die Tatsache, dass die IMMOEAST
bereits bisher unter Beweis gestellt habe, dass sie angekündigte Investitionsprogramme auch tatsächlich
erfolgreich umsetzen könne.
|
|
04.09.2006: EZB: Leitzins bleibt bei 3 Prozent
Die EU-Währungshüter teilten nach ihrer gestrigen Sitzung (31. August 2006) in Frankfurt mit, dass der Leitzins - nach einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte Anfang August – bei 3 Prozent konstant bleibt. Sehr viele Ökonomen gehen jedoch davon aus, dass die EZB Anfang Oktober den Leitzins auf 3,25 Prozent erhöhen wird.
Seit Dezember 2005 wurde der Zinssatz bereits vier Mal angehoben. Mit der Erhöhung möchte die EZB die Inflation bekämpfen, die über der kritischen Marke von 2 Prozent verhaart. (dnu)
Quelle: FONDS profe
|
|
16.08.2006: Offene Immobilienfonds vs. Rentenfonds
Eine von der Commerz Grundbesitz Gruppe (CGG) in Auftrag gegebene Studie der CE Consulting, München, hat die Entwicklung von Rentenfonds und Offenen Immobilienfonds im längerfristigen Vergleich untersucht und dabei erstmalig auch eine eingehende Analyse des nach Steuern erzielten Anlageerfolges vorgenommen. Untersucht wurden neben der erreichten Vor- und Nachsteuer-Performance die Volatilität, das Rendite-Risiko-Verhältnis und die Kapitalerhaltungsfunktion bzw. Realverzinsung beider Assetklassen.
Basis der Untersuchung war eine Stichprobe von Offenen Immobilienfonds und Rentenfonds, die nach einheitlichen Auswahlkriterien zusammengestellt wurde. So wurden unter anderem in beiden Kategorien nur Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland, Euro-Raum und EWR-Ländern berücksichtigt, die zum Zeitpunkt der Untersuchung seit mindestens zehn Jahren am Markt waren, in Euro geführt werden und ein Fondsvolumen von 175 Millionen Euro oder mehr aufweisen. Die Analysen beziehen sich in der Regel auf den 26-Jahres-Zeitraum vom 31.12.1979 bis zum 31.12.2005. Lediglich für den Vergleich der Renditen nach Steuern und Inflation musste der Untersuchungszeitraum auf 16 Jahre (1990 bis 2005) verkürzt werden, weil für frühere Jahre historische Ausschüttungsdaten und Informationen über die steuerliche Behandlung von Fondsanteilen im Privatvermögen nicht vollständig erhältlich waren. Aus Vereinfachungsgründen wurde bei den steuerlichen Betrachtungen für den gesamten Analysezeitraum ein einheitlicher Spitzensteuersatz von 45 Prozent angenommen.
Offene Immobilienfonds erzielen höhere Nachsteuer-Performance
Im Zeitraum 1980 bis 2005 erzielten die untersuchten Rentenfonds vor Steuern eine durchschnittliche Performance von 6,76 Prozent p. a. Bei den Offenen Immobilienfonds betrug die Performance im Durchschnitt 6,00 Prozent p. a. Ein anderes Bild ergibt sich jedoch bei Berücksichtigung steuerlicher Aspekte. Im Rahmen der Untersuchung wurden erstmals sowohl bei Offenen Immobilienfonds als auch bei Rentenfonds die einkommensteuerfreien Anteile an den Ausschüttungen für Anleger berücksichtigt, die die Fondsanteile im Privatvermögen halten. Für den Untersuchungszeitraum 1990 bis 2005 lag die durchschnittliche Vor-Steuer-Performance der Rentenfonds bei 6,14 Prozent p. a., während Offene Immobilienfonds durchschnittlich 5,46 Prozent erzielten. Die Ausschüttungen der Rentenfonds waren jedoch in diesem Zeitraum relativ konstant zu 94 Prozent und damit fast vollständig einkommensteuerpflichtig. Der relativ geringe steuerfreie Ausschüttungsanteil der Rentenfonds war lediglich auf nach Ablauf der Spekulationsfrist realisierte Kursgewinne und Kuponzahlungen aus Spezialanleihen zurückzuführen.
Bei den Offenen Immobilienfonds ging der durchschnittliche einkommensteuerpflichtige Anteil im Laufe des Untersuchungszeitraums von 80 Prozent p. a. auf unter 50 Prozent p. a. zurück. Zum wachsenden steuerfreien Anteil trug vor allem der zunehmende Auslandsanteil an den Investitionen Offener Immobilienfonds bei. Diese Unterschiede zwischen den Fondskategorien bewirkten, dass Anleger mit Offenen Immobilienfonds nach Steuern eine durchschnittliche jährliche Performance von 4,21 Prozent erzielen konnten, während es bei den Rentenfonds nur 3,91 Prozent waren.
Stabilere Wertentwicklung Offener Immobilienfonds
Bemerkenswert sind die Unterschiede in der Kontinuität der Performance, die zwischen Offenen Immobilienfonds und Rentenfonds festzustellen sind. Vergleicht man beispielsweise die Gruppe der Offenen Immobilienfonds mit der höchsten Durchschnittsverzinsung im Analysezeitraum (4,3 Prozent bis 5,5 Prozent p. a.) mit Rentenfonds, die eine vergleichbare Rendite erzielten, dann ergibt sich, dass diese Renditen bei den Offenen Immobilienfonds mit einer Schwankungsbreite von durchschnittlich 1,4 Prozent p.a. erzielt wurden, während die Schwankungsbreite der ihnen gegenüber stehenden vergleichbaren Rentenfonds-Renditen mit durchschnittlich 2,75 Prozent fast doppelt so hoch war.
Dies war nicht zuletzt dadurch bedingt, dass Rentenfonds in Phasen stark steigender Zinsen eine negative Wertentwicklung hinnehmen mussten, während die Performance der Offenen Immobilienfonds zur selben Zeit positiv und absolut höher als bei den Rentenfonds war. Unter dem Aspekt der Risikominimierung haben Offene Immobilienfonds damit aus Anlegersicht ein vorteilhafteres Rendite-Risiko-Profil im Vergleich zu Rentenfonds.
Offene Immobilienfonds wirken positiv im Portfolio
Insgesamt ergab der langfristige Vergleich zwischen den beiden untersuchten Assetklassen, dass Offene Immobilienfonds unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation etwa gleichwertige oder etwas bessere Ergebnisse wie Rentenfonds liefern – jedoch bei einem deutlich geringeren Wertschwankungsrisiko. Insbesondere bei Betrachtung der Nachsteuer-Performance bieten sie Anlegern im Durchschnitt deutliche Vorteile. Offene Immobilienfonds eignen sich daher zur Reduzierung von Wertschwankungen innerhalb eines Anlageportfolios ebenso wie zur Optimierung des Portfolios unter steuerlichen Aspekten, was insbesondere Im Hinblick auf die ab 1.1.2007 geltende weiteren Reduzierung des Sparerfreibetrages für viele Anleger von besonderem Vorteil sein dürfte. (eg)
Quelle: FONDS professionell
|
|
07.08.2006: Grasser will Erbschafts- und Schenkungsteuer abschaffen
Die aktuellen Diskussionen um ein VfGH-Urteil zum Thema der Einheitswerte bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer sorgt derzeit für einigen Wirbel. Grund für die aktuelle Diskussion ist eine Prüfung des VfGH, ob die Art, wie die Erbschaftssteuer für Grund und Boden berechnet wird, dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht. Dies hat nun wiederum die Frage nach der vollständigen Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer los getreten. Dazu erklärt Finanzminister Grasser in einer aktuellen Aussendung: "Gleichzeitig die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler entlasten und das Steuersystem vereinfachen funktioniert am besten, wenn man bestimmte Steuern einfach als ganzes abschafft. Darum bin ich auch dafür, dass das antiquierte Instrument der Erbschafts- und Schenkungssteuer als solches aufgehoben wird."
"Reform ja - Abschaffung nein", sagt hingegen Werner Muhm, Direktor der Arbeiterkammer Wien, zur Diskussion um die Erbschaftssteuer. Von der letzten Steuerreform haben vor allem die Besserverdiener profitiert. Tatsächlich tragen die Arbeitnehmer jetzt schon über die Lohnsteuer und die Mehrwertsteuer die Hauptlast des Steuersystems, während die großen Vermögen seit der Abschaffung der Vermögenssteuer begünstigt sind. Eine völlige Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer würde die Reichen noch reicher
machen. "Das ist nicht im Sinne einer gerechten Verteilung der Steuerlast", so Muhm. "Denn ist es etwa gerecht, dass ein Arbeitnehmer für den Vermögensaufbau durch Arbeit sehr viel Steuern zahlen muss, ein Millionenerbe aber gar nichts?". Allerdings muss bei einer Reform darauf geachtet werden, dass "kleine" Erben nicht belastet werden. Denkbar wären Ausnahmen für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, die primären Wohnzwecken dienen.
Österreich liegt bei der Vermögensbesteuerung im OECD-Vergleich weit hinten. Nach einer Untersuchung des WIFO verteilt schon das bestehende Steuersystem die Einkommen kaum um: Steuern, die progressiv wirken, zum Beispiel die Einkommensteuer, werden in ihrer
Wirkung konterkariert durch Steuern, die regressiv wirken, zum Beispiel die Umsatzsteuer. Vermögensteuern wirken stark progressiv - gibt man sie zur Gänze auf, verliert man die Möglichkeit, die Einkommensverteilung korrigieren zu können.
Die Erbschafts- und Schenkungssteuer bringt zwar nur ein geringes Aufkommen, sie hat aber eine wichtige Funktion im Steuersystem. Schafft man sie ab, können Firmenanteile unentgeltlich (zum Beispiel innerhalb einer Unternehmerfamilie) verschoben werden - um somit unentgeltlich ein Familiensplitting im Unternehmerbereich zu erreichen. Der daraus resultierende Ausfall an Einkommensteuer würde den Ausfall an Erbschaftsteuer weit übersteigen. (gp)
Quelle: FONDS professionell
|
|
24.07.2006: Entwarnung bei US-Zinsen?
Trotz anhaltenden Nahostkonflikts haben sich die Aktienmärkte in der ersten Wochenhälfte wieder gefangen. In Österreich zog BetandWin den ATX zur Wochenmitte wieder unter 3600 Punkte, nachdem in den USA ein vergleichbares Unternehmen unter Betrugsverdacht geraten war und BetandWin selbst eine Gewinnwarnung veröffentlicht hatte. Die Aktie sank auf das tiefste Niveau seit April 2005, zog am Donnerstag aber wieder auf über 30 Euro an. Die US-Berichtssaison verlief bis jetzt überwiegend erfreulich, gerade bei den Technologieaktien gab es mit Yahoo und Intel durchaus Enttäuschungen. Beflügelt wurden die Märkte vor allem von den verringerten Zinsängsten im Gefolge der Bernanke-Anhörung. Solange sich die geopolitische Lage nicht entspannt, erwartet das Research Team der Volksbank Gruppe von den internationalen Aktienindizes allenfalls eine Stabilisierung auf dem gegenwärtigen Niveau.
Aufgrund der geringen Autonachfrage ist in den USA der Einzelhandelsumsatz im Juni mit -0,1 Prozent M/M schwächer als erwartet ausgefallen (Mai: +0,1 Prozent M/M). Die Industrieproduktion hat sich hingegen auf 4,5 Prozent J/J beschleunigt (Mai: 4,3 Prozent), die Kapazitätsauslastung hat mit 82,4 Prozent den höchsten Stand seit Juni 2000. Trotz rückläufiger Energiepreise ist die Inflationsrate im Juni weiter auf 4,3 Prozent J/J angestiegen (Mai: 4,2 Prozent). Der Anstieg ist vor allem auf die stark anziehenden Mietpreise zurückzuführen. In der Kernrate – ohne Energie und Lebensmittel – beschleunigte sich der Preisauftrieb auf 2,6 Prozent J/J (Mai: 2,4 Prozent). Nach vorläufigen Berechnungen der Universität von Michigan ist das Verbrauchervertrauen im Juli auf 83,0 Punkte gefallen (Juni: 84,9 Punkten). Der Index für das Verarbeitende Gewerbe im Großraum New York sank im Juli unerwartet deutlich auf 15,64 Zähler (Juni: 29,01 Punkte). In der Eurozone ist die Industrieproduktion im Mai mit einer stärker als ursprünglich erwarteten Rate von 4,9Prozent J/J gestiegen (April: 1,7 Prozent). Im Juni verharrte die Inflation wie schon im Vormonat bei 2,5 Prozent J/J. In der so genannten Kernrate – ohne Energie und saisonale Nahrungsmittel – betrug die Teuerung 1,6 Prozent J/J (Mai: 1,5 Prozent). Die Erwartungskomponente des ZEW-Indikators ist im Juli mit einem Stand von 18,1 Punkten deutlich gegenüber den Vormonat eingebrochen (Juni: 37,3).
Trotz wichtiger Daten zur Inflationsentwicklung zeigte sich nur wenig Bewegung bei den US-Geldmarktzinsen. Der Anleihenmarkt profitierte von der Flucht der Anleger in Sichere Häfen und litt nur kurz unter der Veröffentlichung einer unerwartet hohen US-Kerninflationsrate. Die Rede von US-Notenbankchef Bernanke vor dem Kongress dämpfte die Inflations- und Zinsängste der Marktteilnehmer. Zwar betonte Bernanke, dass aufgrund hoher Rohstoffpreise und hoher Kapazitätsauslastung weiterhin Inflationsrisiken bestehen, der sich abkühlende Immobilienmarkt und das sich verlangsamende Wachstum bei den Konsumausgaben deuteten aber auf eine Abschwächung der US-Konjunktur und eine in Zukunft wieder sinkende Kerninflation hin. In der Eurozone kam es im Vorfeld der für Anfang August erwarteten EZB-Leitzinsanhebung zu einem weiteren geringfügigen Anstieg bei den Geldmarktzinsen. Die Rendite der 10-jährige deutschen Bundesanleihe folgte weitgehend der Entwicklung bei US-Staatspapieren. Auf Wochensicht könnten die Renditen in beiden Währungen wieder etwas zulegen, so das Research Team der Volksbank Gruppe.
Während die eher ungünstigen Daten zur Preisentwicklung in den USA den Dollar noch stützen konnten, führten die Spekulationen über ein vorläufiges Ende der US-Zinserhöhungen nach Bernankes Rede zu einem Abverkauf bei der US-Währung. Auf Wochensicht rechnen die Analysten der Volksbank Gruppe mit einer Seitwärtsbewegung des Dollars.
Quelle: FONDS professionell
|
|
06.07.2006: Japan – Ende der Nullzinspolitik?
Gemischte Konjunkturdaten in der vergangenen Woche sowie die Ankündigung einer härteren Zinspolitik der EZB haben den Aktienmärkten teils heftige Kursschwankungen beschert. DAX und EuroStoxx50 tendierten am Ende der Woche nahezu unverändert. „Dagegen sorgten ein weit unter den Markterwartungen liegender Arbeitsmarktbericht sowie höher als prognostizierte Lohnzuwächse in den USA für Kursverluste“, berichtet US-Experte Klaus Breil. Der S&P500 gab um rund 0,4 Prozent nach. Die technologielastige NASDAQ verlor angesichts einer konjunkturellen Abschwächung in den USA ca. 1,9 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht belastete zudem den US-Dollar, der nach einer bis dahin stabilen Wochenentwicklung weiter auf 1,2860 EUR/USD nachgab - das niedrigste Niveau seit Anfang Juni. Neben der konjunktursensitiven Technologiebranche gab auch der Mediensektor in Europa mit einem Minus von 2,3 Prozent überdurchschnittlich nach. Angesichts der hohen Ölpreise erzielte der Energiebereich ein Wochenplus von 1,7 Prozent.
Für Aktieninvestoren gibt es in dieser Woche erste Zahlen zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2006. Traditionell eröffnet der Aluminiumhersteller Alcoa am Montag den Datenreigen. In dieser Woche werden die Berichte von 10 bis 15 S&P500-Unternehmen erwartet. Bekannteste Vertreter: Genentech am Dienstag, Texas Instruments sowie Pepsico am Donnerstag und General Electric am Freitag. „In der Breite wird für die US-Unternehmen mit einem Gewinnplus von mehr als 12 Prozent gerechnet. Für das zweite Halbjahr sind die Analysten noch positiver gestimmt“, sagt Breil. „Vorsicht ist dennoch geboten, denn sofern die Ausblicke nicht den optimistischen Erwartungen entsprechen, könnte sich rasch Enttäuschungspotenzial aufbauen.“
In Deutschland veröffentlicht Südzucker am Donnerstag sein Erstquartalsergebnis. Nach einem enttäuschenden Vorjahresergebnis muss das Unternehmen nun das Vertrauen der Investoren zurück gewinnen. Ebenfalls in dieser Woche werden aus Europa u.a. noch Umsatzdaten von Carrefour und L’Oréal erwartet. SAP gibt erstmals Eckdaten zum Geschäftsgang im abgelaufenen Quartal bekannt. Nächste Woche folgt das detaillierte Ergebnis.
Für die Aktienmarktentwicklung dürfte die Notenbanksitzung der Bank of Japan am Donnerstag und Freitag wichtig sein. Es wird mit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte und damit dem Ende der Nullzinspolitik gerechnet. Sofern die japanische Notenbank die Zinszügel zu schnell bzw. zu kräftig anzieht, könnte sich das kursbelastend auswirken. Viele Analysten machen das Ende der hohen Geldversorgung in Japan für die Kursturbulenzen der vergangenen Wochen verantwortlich: Refinanzierungen wurden dadurch teurer. Der (rekord-)hohe Ölpreis steigt, trotz voller Lager, weiter. „Wir erwarten für die Woche eine weiterhin volatile Entwicklung mit positiver Grundtendenz“, erklärt Breil.
In der laufenden Woche ist mit einer recht ruhigen Entwicklung am Rentenmarkt zu rechnen. Die wichtigsten Daten kommen aus den USA: Angaben zu Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung sowie die Einzelhandelsumsätze. Da in Euroland selbst nur Daten aus der zweiten Reihe veröffentlicht werden, erwartet Cominvest eine Seitwärtsbewegung des Bund-Future um die 115,25.
Quelle: FONDS professionell
|
|
30.06.2006: Österreich: Nachholbedarf im Private-Equity-Bereich
Wie aus den Zahlen der Dachorganisation AVCO (Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation) zum Jahr 2005 hervorgeht, zeigt die Entwicklung der Private Equity-Branche in Österreich weiterhin eine positive Tendenz. Bei den Investitionen in Beteiligungsunternehmen wurde ein leichter Anstieg um zwei Prozent auf 143 Millionen Euro verzeichnet, während im Fundraising 217 Millionen Euro aufgebracht wurden (plus 78 Prozent im Jahresvergleich). Gleichzeitig verbesserte sich das Verhältnis von erfolgreichen Exits zu Abschreibungen von Beteiligungen deutlich, was sich positiv auf den Return on Investment der Private Equity-Investoren auswirken wird. Insgesamt befindet sich die Branche eindeutig auf Wachstumskurs und wird wahrscheinlich demnächst die Rekordwerte aus dem Jahr 2000 übertreffen. Insbesondere die Investitionstätigkeit dürfte bereits im Jahr 2006 vom Anstieg des Fundraisings im Jahr 2005 profitieren.
Westösterreich als Schlusslicht
Allerdings zeigt die zahlenmäßige Entwicklung des Jahres 2005 starke regionale Unterschiede der Private Equity-Investitionen: Während sich im Nordosten Österreichs eine rege Szene für Risikofinanzierungen entwickelt hat, besteht in den anderen Regionen noch deutlicher Nachholbedarf. Oberösterreich hat sich in den letzten Jahren als absoluter Spitzenreiter in Sachen Private Equity etabliert – wie bereits im Jahr zuvor entfiel auch 2005 gut ein Drittel der Investitionen auf oberösterreichische Unternehmen. In Oberösterreich, Niederösterreich und Wien zusammen genommen wurden über 70 Prozent der im Jahr 2005 in Österreich getätigten Portfolioinvestments österreichischer Private Equity Unternehmen getätigt – im Westen Österreichs besteht daher deutlicher Nachholbedarf.
Großbritannien führend in Europa
Vergleicht man die Zahlen des europäischen Branchenverbands EVCA im europäischen Kontext so sind die Unterschiede noch wesentlich stärker ausgeprägt als innerhalb Österreichs. Generell lässt sich in Europa sowohl ein Nord-Süd-Gefälle als auch ein West-Ost-Gefälle ausmachen. Unangefochtene Nummer eins ist demnach erwartungsgemäß Großbritannien, wo 2005 knapp 24 Milliarden Euro an Private Equity in Beteiligungsunternehmen investiert wurden. Besonders auffallend ist auch die weit fortgeschrittene Entwicklung der nordeuropäischen Staaten, wo im Vergleich zu den relativ kleinen Bevölkerungszahlen überaus große Summen an Private Equity veranlagt wurden. So lag beispielsweise Schweden mit gut drei Milliarden Euro an Investitionen deutlich vor bevölkerungsreicheren Ländern wie Italien oder Spanien. Ein ähnliches Bild zeigt ein Blick nach Ost- und Südosteuropa. Besonderer Nachholbedarf besteht etwa in Griechenland, wo im Jahr 2005 eine Investitionssumme von lediglich acht Millionen Euro erreicht wurde. Für die Umsetzung und Entwicklung risikoreicherer Investitionsprojekte stand in Großbritannien somit das 3.000fache an Private Equity zur Verfügung als am Peloponnes.
Österreich im Vergleich
Im Vergleich zu ähnlich großen EU-Staaten zählt auch Österreich noch zu den kleineren Private Equity-Märkten. Zwar gab es 2005 deutlich mehr Private Equity-Investitionen als in unseren östlichen Nachbarländern, in Relation zu vergleichbaren Ländern wie Belgien, Niederlande, Finnland, der Schweiz oder den skandinavischen Staaten besteht jedoch deutlicher Aufholbedarf. Dieser Tatsache sollten sich alle beteiligten Interessensgruppen bewusst sein, wenn es darum geht, ein interessantes Umfeld für die Private Equity-Branche zu schaffen. Man kann nicht oft genug betonen, dass ein florierender Markt für Risikokapital langfristig einen beträchtlichen Standortvorteil im globalen Wettbewerb um Arbeitsplätze darstellen wird. Denn nur durch Innovationen und ein hohes Maß an Unternehmen mit Technologieführerschaft wird sich Europa gegenüber den stark wachsenden Volkswirtschaften in Asien behaupten können.
Quelle: FONDS professionell
|
|
20.06.2006: conwert ab sofort im prime market der Wiener Börse
Mit Wirkung vom Montag, den 19. Juni 2006 werden die Aktien der Conwert Immobilien Invest AG (ISIN: AT0000697750, Kürzel: CWI) in das Marktsegment prime market aufgenommen und im Handelssystem Xetra® in das Handelsverfahren Fortlaufender Handel mit Anfangs-, untertägigen und Schlussauktion überstellt, wie die Wiener Börse mitteilt.
In das Segment prime market werden Aktienwerte einbezogen, die zum Amtlichen Handel oder im Geregelten Freiverkehr zugelassen sind und speziellen Zusatzanforderungen entsprechen.
Die Mindestanforderungen für Unternehmen im prime market sind neben einem ausreichenden Streubesitz (> 25 Prozent und eine Marktkapitalisierung > 15 Millionen Euro. Falls der Streubesitz < 25 Prozent ist, ist eine Marktkapitalisierung > 30 Millionen Euro erforderlich) auch die Betreuung durch einen Specialist im Fließhandel. Weiters werden nach einer Übergangsfrist nur Stammaktien im prime market gelistet, ausländische Titel finden Zugang im prime market nach Entscheidung im Einzelfall. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
|
|
01.06.2006: Vorsicht ja, Angst nein –Investoren gehen mit Zuversicht aus der Marktkorrektur
Schon für die großen Meister wie da Vinci, Tizian und Caravaggio war nicht nur das Sichtbare von Bedeutung, sondern vor allem auch das Unsichtbare, das tiefer liegende Unbekannte. Dies drückten sie im Chiaroscuro aus, einer Maltechnik, die von einem gezielten Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten gekennzeichnet ist. An den Finanzmärkten sind die sichtbaren, allen Marktteilnehmern bekannten Fakten die Marktpreise. Doch wie in einem Chiaroscuro-Gemälde ist das, was verschleiert ist, zum Verständnis des Ganzen oft viel bedeutender, schreiben die Marktexperten von State Street Global Markets in der aktuellen Ausgabe ihrer „Research Notes“
Einen konkreten Einblick in die hintergründigen Marktstimmungen gewähren State Street Global Markets auf Basis der kontinuierlichen Beobachtung des Investorenverhaltens. Das Ergebnis der aktuell vorliegenden Analysen lautet: Ängste vor tiefer greifenden Preiskorrekturen scheinen derzeit das bestimmende Motiv an den Märkten zu sein. Vor dem Hintergrund seien Investoren nun jedoch nicht allgemein risikoscheu, sondern defensiver positioniert - und dies über alle Asset-Klassen hinweg. Eine nachvollziehbare Reaktion, so die State-Street-Experten: Schließlich wären die Anleger über die letzten Monate ruhiges Fahrwasser gewohnt und hätten nun ihre Segel teilweise eingeholt, um den stärkeren Wellengang unbeschadet zu überstehen und die weitere Fahrtrichtung neu zu justieren. Anker werfen, so State Street Global Markets, werden sie gleichwohl nicht. Anders als so mancher Altmeister, der während des Schaffens seines künstlerischen Gesamtwerks in tiefe Depression verfiel, werde die Mehrheit der Investoren mittelfristig wieder mit neuer Zuversicht aus der hell-dunklen Verschleierung treten.
|
|
18.05.2006: Deutsche Wirtschaft klar auf Erholungskurs
„Auch wenn das Wirtschaftswachstum in Deutschland zum Jahresbeginn etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, befindet sich die deutsche Wirtschaft auf einem klaren Erholungskurs“, sagte Prof. Dr. Manfred Weber, geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat Mai. Die Weltwirtschaft boome weiter, die Investitionen in Deutschland zögen an, und am Arbeitsmarkt seien Signale einer allmählichen Stabilisierung zu erkennen. „All dies sind Faktoren, die uns bereits für das laufende Quartal eine etwas hoehere Wachstumsrate erwarten lassen“, stellte Weber fest. Für 2006 sei daher unverändert mit einem Wirtschaftswachstum von 1 3/4 Prozent zu rechnen.
Angesichts der wieder etwas stärker steigenden Steuereinnahmen könnte laut Weber das Haushaltsdefizit in Deutschland in diesem Jahr sogar leicht unter die Obergrenze des Maastricht-Vertrages von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. „Entwarnung kann für die deutschen Staatsfinanzen aber längst noch nicht gegeben werden“, mahnte Weber. Die Schuldenstandsquote sei im vergangenen Jahr auf einen neuen Hoechststand von 68 Prozent gestiegen, und die gegenwärtig anziehenden Zinsen würden den Schuldendienst der öffentlichen Haushalte weiter erhöhen. „Mit Blick auf die Steuererhöhungen im kommenden Jahr muss daher davor gewarnt werden, die steigenden Einnahmen für eine Ausweitung der staatlichen Leistungen zu verwenden“, so Weber. Er widersprach auch der These, die öffentliche Hand in Deutschland sei strukturell unterfinanziert. „Die öffentlichen Haushalte haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.“ Entscheidend sei, für welche Aufgaben der Staat zuständig sein soll und wie effizient er seine Mittel einsetzt. Weber: „Die Vorstellung, allein mit zusätzlichen Staatseinnahmen zu einer besseren staatlichen Aufgabenerfüllung zu gelangen, ist ein Rückfall in ein längst überwunden geglaubtes Staats- und Wirtschaftsverständnis.“
Dass die Europäische Zentralbank im Zuge der konjunkturellen Belebung im Euro-Raum die expansive Geldpolitik behutsam drossele, sei nachvollziehbar, zumal sich das Geldmengenwachstum weiter beschleunigt habe und die Inflationsrate über der 2 Prozent-Marke verharre. Weber zeigte sich zuversichtlich, dass die europäischen Währungshüter weiterhin mit Bedacht und Augenmass vorgehen werden. Bei einer über die Markterwartungen hinausgehenden Zinserhöhung müsse auch das Risiko einer zusätzlichen Euro-Aufwertung bedacht werden.
Quelle: FONDS professionell
|
|
13.05.2006: Immofinanz baut Rumänien-Portfolio aus
Die Immofinanz Immobilien Anlagen AG baut ihr Engagement in Bukarest stark aus. Über ihre Tochtergesellschaft Immoeast verfügt sie über ein Portfolio mit mehr als 160.000 m² Gesamtnutzfläche. Umfangreiche Investitionen werden derzeit im Iride Business Park vorgenommen. Kürzlich wurde an dem vorteilhaft gelegenen Standort zwischen dem Stadtzentrum und dem internationalen Flughafen Otopeni das erste Gebäude der dritten Baustufe mit 9.650 m² Nutzfläche fertiggestellt und an das Telekommunikationsunternehmen Orange als Alleinmieter übergeben. Das zweite Gebäude der dritten Baustufe mit circa 13.000 m² Büronutzfläche soll noch im Mai 2006 fertiggestellt werden. Im Oktober soll die aktuelle Bauphase mit dem dritten Gebäude (8.750 m² Nutzfläche) abgeschlossen werden.
Der Iride Business Park, der 2004 mit damals rund 55.000 m² Nutzfläche als erstes Investment der Immofinanz in Bukarest erworben worden war, verfügt dann über insgesamt rund 87.000 m² Nutzfläche. Wegen der starken Nachfrage seitens internationaler Unternehmen nach weiteren Flächen wird auch ein weiterer Ausbau ins Auge gefasst, durch den der Iride Business Park auf deutlich über 100.000 m² wachsen soll.
Alle Objekte der ersten beiden Baustufen sind vollständig vermietet, ebenso die fertiggestellten Teile der dritten Baustufe. Für die in Bau befindlichen Objekte gibt es bereits eine Vorvermietung von etwa 70 Prozent an erstklassige Unternehmen wie eine Tochter der General-Electric-Gruppe, Bayer oder Interbrew. Auch die anderen Objekte der Immoeast in Bukarest (Feper, Global Business Center, Otopeni, Bukarest Corporate Center, Pipera) sind voll vermietet.
Ein weiteres Investment hat die Immoeast im Umfeld des Inlandsflughafens Baneasa begonnen. Der Baneasa Airport Tower verfügt über eine Mietfläche von circa 6.100 m², die für gesamthafte und kleinflächige Vermietung (ab 500 m²) gut geeignet ist. Die Bauarbeiten sind bereits im Gange, die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2007 vorgesehen. Das Objekt wird im Rahmen eines Joint Ventures errichtet, an dem die Immoeast derzeit 75 Prozent hält. Bei Fertigstellung sollen die restlichen 25 Prozent erworben werden.
Der Baneasa Airport Tower liegt im Baneasa District an der Hauptein- und Ausfahrtsstraße Richtung Norden gegenüber des Baneasa Airports und ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Zentrum her sehr gut erreichbar.
„Bukarest ist einer der Schwerpunktmärkte, in denen wir in den kommenden Jahren eine Reihe von Investitionen in allen Immobilienkategorien vorzunehmen beabsichtigen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Karl Petrikovics. „Im Bürobereich sind wir bereits sehr gut vertreten. In Zukunft planen wir verstärkt auch Objekte in den Bereichen Einzelhandel und Logistik erwerben bzw. entwickeln.“
Quelle: FONDS professionell
|
|
04.05.2006: Markt-Warnsignale nicht auf die leichte Schulter nehmen
____________________________________________________________
Mit dem Deutschen Aktienindex DAX steigt derzeit auch die Risikobereitschaft der Anleger auf einen neuen zyklischen Höchststand. Bei Betrachtung der weltweiten Märkte zeigen sich jedoch einige Indikatoren, die Vorsicht nahe legen. Die Experten von JPMorgan Asset Management (JPMAM) empfehlen, diese Warnsignale nicht zu unterschätzen und eine entsprechende Anlageentscheidung zu fällen.
„Die amerikanische Zentralbank FED hat zwar angedeutet, dass die US-Zinsen kurz vor dem Scheitelpunkt stehen, wir erwarten jedoch einen weiteren Zinsanstieg“, erläutert Michael Mewes, Leiter des Rententeams bei JPMAM in Frankfurt. Er begründet dies mit dem nach wie vor starken Wachstum der US-Wirtschaft, den steigenden Rohstoffpreisen und den wahrscheinlich scheinenden nächsten Zinsschritten auf 5 Prozent oder sogar 5,25 Prozent. „Dennoch sollten die langen Renditen nicht signifikant über das schon erreichte Niveau von 5 Prozent hinaus ansteigen, da die Zinserhöhungen der FED zumindest in Teilbereichen beginnen, erste Wirkungen zu zeigen. So erwarten wir ein Abflachen der Wirtschaft im 2. Halbjahr. Dies ist für Renteninvestoren dann der richtige Zeitpunkt, wieder einzusteigen“, so der Anleihenexperte.
Problem Rohölpreise
Auch die hohen Rohölpreise werden langfristig nicht ohne Folge bleiben. „Bislang hat die steigende Nachfrage den Preisanstieg noch absorbieren können – zur Überraschung vieler Experten“, sagt Ulrike Pfuhl, Aktienspezialistin bei JPMAM in Frankfurt. „Aber bis zu welchem Preis wird diese unelastische Nachfrage anhalten? Sicher ist, dass langfristig hohe Rohstoffpreise das Wirtschaftswachstum in den entwickelten Ländern bremsen können“, unterstreicht Pfuhl.
Hot Money
Die aktuellen zyklischen Höchststände des Gold- und Kupferpreises sowie anderer Rohstoffe sind partiell durch so genanntes „Hot Money“, das heißt hochspekulative Investitionen getrieben. Diese sind naturgemäß sehr volatil. „Wir sind davon überzeugt, dass die Rohstoff-Hausse auf einer strukturellen Aufwertung des Sektors beruht“, betont Aktienexpertin Ulrike Pfuhl. Doch werden durch die Spekulationszuflüsse ihrer Meinung nach die Angebots- und Nachfragekräfte aus dem Gleichgewicht gebracht. Dadurch ist die weitere Entwicklung schwer abzusehen. So befindet sich die Risikobereitschaft der Anleger derzeit auf einem 20- Jahres-Hoch.
Auf Sicherheit setzen
„Auch wenn wir fundamental positiv für Aktieninvestments eingestellt sind: Die aufgeführten Indikatoren legen nahe, bei einer aktuellen Anlageentscheidung etwas stärker auf Sicherheit zu setzen“, unterstreicht Christoph Bergweiler, Leiter Distribution Sales von JPMAM in Frankfurt.
Quelle: FONDS professionell
|
|
27.04.2006: Zinserhöhungszyklus der Fed noch nicht zu Ende
„Das Ende der Zinserhöhungen scheint nahe”, sagt Federal-Reserve-Chairman Ben Bernanke. Dies war das bislang deutlichste Signal der Fed, dass sich der derzeitige Zinserhöhungszyklus seinem Höhepunkt nähert. Im März waren die Zinsen zum 15. Mal in Folge erhöht worden, auf zurzeit 4,75 Prozent.
Trotz aller Anzeichen für ein baldiges Ende der Zinserhöhungen geht der Markt aber offensichtlich noch immer von Zinserhöhungen um weitere 50 Basispunkte aus, sagt Paul Niven, Head of Strategy bei F&C Asset Management plc (F&C).
„Vieles spricht dafür, dass die Fed ihren Zinserhöhungskurs auf kurze Sicht beibehält, aber dann wird die Zinspolitik von der weiteren Entwicklung der Inflations- und Wachstumsaussichten abhängen. Jetzt ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Die Fed hat zwar signalisiert, dass die Zinsen bald ihren Höhepunkt erreichen, aber sie hat nicht gesagt, dass dieser bereits erreicht ist“, meint Paul Niven, und fügt hinzu, dass ein Anstieg der Inflationsrate auf kurze Sicht nicht auszuschließen sei.
Der Anstieg der Verbraucherpreisinflation, die auch Energiepreise berücksichtigt, wird zumindest zum Teil auf die Kerninflationsrate durchschlagen. Wir gehen aber weiterhin davon aus, dass sich der Inflationsdruck mittelfristig verringert, da sich US- und Weltkonjunktur abschwächen.“
Zum Rentenmarktausblick merkt Niven an, dass sich diese Assetklasse in den letzten Monaten besonders schwach entwickelt habe und die Renditen amerikanischer Anleihen so hoch seien wie seit 2002 nicht mehr. „Steigende Anleiherenditen sind ein Zeichen dafür, dass der Markt noch immer von weiteren Zinserhöhungen ausgeht. Daran haben auch die Äußerungen von Ben Bernanke nur wenig geändert. Tatsächlich haben Inflationssorgen die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen seit der Offenmarktausschuss-Sitzung am 18. April über die 5-Prozent-Marke steigen lassen, “ meint Niven. Er fügt hinzu, dass die amerikanischen Aktienmärkte im Gegensatz zu den Rentenmärkten seit der Veröffentlichung des letzten Sitzungsprotokolls gestiegen seien und ein Ende des Zinserhöhungszyklus von den Aktienmärkten positiv aufgenommen würde.
„F&C ist seit einiger Zeit in Renten untergewichtet, und die Äußerungen der Fed ändern daran nichts”, sagt Paul Niven. „Da wir auf kurze Sicht von einer steigenden Inflation ausgehen, sind wir bei Anleihen vorsichtig. Ihre Renditen dürften weiter steigen.“ Niven gab aber auch zu bedenken, dass ein weiterer Anstieg der Anleiherenditen die Aktienmärkte destabilisieren könnte.
Quelle: FONDS professionell
|
|
19.04.2006: Deutschland könnte Konjunkturmotor werden
Stand die weltweite Konjunkturentwicklung im vergangenen Jahr noch stark unter dem Einfluss externer Schocks, bestimmt nunmehr der globale Zinszyklus die Richtung der internationalen Kapitalmärkte. Folgende Faktoren stehen dabei im Blickpunkt der aktuellen Entwicklung: Die übliche Verzögerung der Preisentwicklung hinter der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung, die mehrjährig zeitversetzte Geldpolitik der drei wichtigsten Notenbanken Federal Reserve (Fed), Europäische Zentralbank (EZB) und Bank of Japan (BoJ) sowie die abnehmende Überschussliquidität auf den Kapitalmärkten weltweit.
Nach Jahren äußerst schwacher wirtschaftlicher Entwicklung in der Eurozone scheint sich nunmehr der lange erwartete Konjunkturaufschwung einzustellen. Ausgerechnet Deutschland, die größte europäische Volkswirtschaft und lange Zeit Wachstumsbremse, könnte sich nach Ansicht von Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB), 2006 als Konjunkturmotor etablieren.
Fed dämpft Auswirkungen der Finanzmarktentwicklungen auf Konsumentenpreise
„Die zentrale Aufgabe einer Notenbank ist die Gewährleistung der Preisstabilität“, erklärt Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Die Inflation folgt normalerweise dem Wirtschaftszyklus mit Verzögerung. Seit Juni 2004 hat die Fed daher auf die extremen realen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von teilweise mehr als 4,0 Prozent mit insgesamt 15 Zinsanhebungen (von 1,0 auf 4,75 Prozent) reagiert. „Denn Inflation hat es in den USA seit Ende 2002 von Immobilien bis Rohstoffen überall gegeben, außer bei den Güterpreisen“, so Brezinschek weiter. „Folglich ist das prinzipielle Anliegen der Fed ein Einbremsen der Preisüberwälzungen auf die Konsumentenpreise.“
EZB zieht nach
Im Zuge dieses Phänomens hat sich auch die EZB entschlossen, die mehrjährige expansive Geldpolitik an die geänderten Wachstumsaussichten anzupassen. Mit zwei Zinsanhebungen auf 2,5 Prozent reagierte sie auf die seit den deutschen Wahlen markant verbesserten Stimmungsindikatoren, wobei der IFO-Index seit 1991 nicht mehr so viel Optimismus ausstrahlte. Da jedoch die Teuerungsrate in der letzten Stagnationsphase ein um gut 1,5 Prozentpunkte höheres Ausgangsniveau aufweist als Ende der Neunziger Jahre, muss die EZB die kräftig anziehenden Kreditwachstumsraten mit weiter steigenden Zinsen kontern. „Immerhin“, so Brezinschek, „ist die Liquiditätsausstattung der Wirtschaft mit einem Geldmengenwachstum von 8,0 Prozent pro Jahr nach wie vor üppig.“ Angesichts der Belebung der Ausleihungen von Unternehmen (plus 9,5 Prozent pro Jahr) sowie der Konsumentenkredite (plus 8,2 Prozent pro Jahr) scheint das "billige Geld" zunehmend den Weg in die Realwirtschaft zu finden. Auf Grund der von der verstärkten Finanzaufnahme ausgehenden Überhitzungsgefahr sehen die Experten der RZB den begonnen Zinsaufwärtstrend daher bis zumindest Mitte 2007 vorprogrammiert.
Ende des „kostenlosen“ Geldes in Japan
In Japan ist die Deflation erst zur Jahreswende zu Ende gegangen, weshalb die BoJ verspricht, den Leitzins vorerst weiterhin noch bei Null zu belassen. Die üppige Versorgung des japanischen Bankensektors mit Liquidität wird aber über die nächsten Monate schrittweise abgebaut. Auf Grund des robusten Wirtschaftswachstums – die RZB erwartet heuer ein reales BIP-Wachstum von rund drei Prozent begleitet von einer Inflationsrate von nachhaltig über Null – steht einer Liquiditätsreduktion in den kommenden Monaten und einer ersten Zinsanhebung von 25 Basispunkten spätestens im vierten Quartal (gefolgt von weiteren Anhebungen 2007) damit nichts mehr im Weg. Damit hat nach der US-Notenbank und der EZB nun auch die letzte große Notenbank ein Ende ihrer Tiefzinspolitik eingeleitet, die den Investoren weltweit in den letzten Jahren via Verschuldung in JPY billiges Geld zur Verfügung stellte.
Konjunktur in der Eurozone von Deutschland beflügelt
Nach Jahren äußerst schwacher wirtschaftlicher Entwicklung in der Eurozone scheint sich nunmehr der lange erwartete Konjunkturaufschwung einzustellen. Ausgerechnet Deutschland, die größte europäische Volkswirtschaft und lange Zeit Wachstumsbremse, könnte sich nach Ansicht Brezinscheks 2006 als Konjunkturmotor etablieren. Neben den Exporten sind nunmehr die Investitionen als Wachstumstreiber angesprungen. Daher hat die RZB die BIP-Schätzung für die Eurozone auf 2,3 Prozent angehoben.
Allerdings dürfte angesichts der Konjunkturbelebung der Preissetzungsspielraum von Unternehmen etwas zunehmen und anhaltend hohe Energiekosten weiterverrechnet werden. Zudem könnte die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland zu Beginn 2007 ihre ersten Schatten bereits in dieses Jahr voraus werfen. Er geht daher für 2006 von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,1 Prozent aus und auch nächstes Jahr dürfte die Teuerung knapp über der EZB-Obergrenze von 2,0 Prozent liegen.
Konjunkturverlangsamung nach starkem Q1 in den USA
Alle relevanten Vorlaufindikatoren in den USA befinden sich auf sehr hohen Niveaus, und der Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin sehr fest. Die RZB erwartet dementsprechend ein reales BIP-Wachstum von annualisiert mindestens 4,0 Prozent im ersten Quartal, das sich in den folgenden Quartalen allerdings sukzessive verlangsamen dürfte.
Denn in dem Maße, wie der Immobilienmarktboom in den vergangenen Jahren den privaten Konsum angeheizt hat, sollte ein Ende dieses Preisbooms zu einem Anstieg der derzeit bei praktisch Null liegenden Sparquote führen und den Konsum künftig belasten. Dieses Szenario droht ab dem zweiten Halbjahr 2006 und 2007 auch für die USA. Damit dürfte das Wachstum 2007 mit 2,6 Prozent deutlich unter den langjährigen Schnitt von über drei Prozent fallen. Im zweiten Halbjahr 2006 könnte deshalb in den USA infolge abflauender Konjunktur das erste Mal wieder über Zinssenkungen spekuliert werden, die dann 2007 auch tatsächlich folgen sollten.
Genug Liquidität für tiefe Anleihenrenditen
Ausgehend vom seinem Leitzinsszenario für 2006 rechnet Brezinschek damit, dass der Rentenmarkt ungeachtet der sich abzeichnenden Konjunkturbelebung nach den starken Kursverlusten seit Jahresbeginn nicht unmittelbar weiter unter Druck geraten wird. Etwas geringere Teuerungsdaten in den kommenden Monaten und die vorsorgende Inflationsbekämpfung der EZB sollten die Kurse langjähriger Anleihen vorübergehend stützen. Nach einer Verflachung der Renditekurve ist eine stabile Renditedifferenz zwischen zwei- und zehnjährigen Laufzeiten um die 40 Basispunkte realistisch. „Zehnjährige“ sollten die 4-Prozent-Marke deshalb heuer zwar antesten, aber erst 2007 nachhaltig überschreiten.
Gemäß den unterschiedlichen Zinszyklen dies- und jenseits des Atlantiks zeichnet sich auf Jahressicht eine Einengung der EUR-USD Renditespreads quer über alle Laufzeiten ab.
Nach dem starken Renditeanstieg am US-Anleihenmarkt im ersten Quartal scheint der Markt jetzt wieder reif für eine Erholung der Anleihenkurse. Immerhin preist der Zinsmarkt inzwischen bereits ein US-Leitzinsniveau von über fünf Prozent bis zum Sommer ein – ein Überschreiten dieser Erwartung ist kaum wahrscheinlich. Hinzu kommt, dass die vom Immobilienmarkt ausgehende Konjunkturabkühlung die Anleiherenditen über die niedrigeren Zinserwartungen für 2007 deutlich unter das aktuelle Niveau drücken wird.
US-Konjunkturabflachung und Zinserhöhungszyklus schwächen Aktienmärkte vorübergehend
Die global bedeutendsten Aktienindizes haben in den letzten Wochen ihre höchsten Stände seit mehreren Jahren erreicht. „Kein Wunder, denn das aktuelle Umfeld für die Aktienmärkte kann in der Tat als beinahe ideal eingestuft werden“, erklärt Helge Rechberger, Leiter der RZB-Aktienmarktanalyse. „Das annualisierte US-Wirtschaftswachstum dürfte im ersten Quartal 2006 wieder einmal über der 4-Prozent-Marke liegen. In Europa und Japan geht es konjunkturell spürbar aufwärts, und die meisten Wirtschafts-Vorlaufindikatoren präsentieren sich weiterhin sehr stark“. Die Inflation dürfte unter der Annahme keiner weiteren drastischen Verteuerung der Energie im Jahresverlauf zurückgehen und die Unternehmensgewinne wachsen vielfach klar zweistellig. „Einziger Wermutstropfen bleiben somit die parallel zu den guten Konjunkturdaten steigenden Leitzinsen“, so Rechberger weiter. Wenn nämlich zur Jahresmitte einige Wirtschafts-Vorlaufindikatoren nach unten zu drehen beginnen, dann wird dies vielen Aktieninvestoren bei gleichzeitigem Höchststand der US-Leitzinsen im aktuellen Zinszyklus nicht schmecken.
Der breite amerikanische Aktienmarkt konnte mit den europäischen und japanischen Aktienindizes in einem Umfeld steigender US-Leitzinsen bereits in den letzten beiden Jahren nicht mehr mithalten. Auch wenn diese unterschiedliche Entwicklung nicht allein auf den Zinstrend zurückzuführen ist – die Gewinndynamik und relative Bewertungsniveaus waren ebenso bestimmende Faktoren – so dürfen die grundlegenden Auswirkungen von steigenden Zinsen nicht vernachlässigt werden. In einem ersten Schritt führen höhere Zinsen unter gleich bleibenden Annahmen über einen höheren Diskontierungssatz zu niedrigeren Barwerten und damit niedrigeren „fair values“ für Aktien. Zusätzlich kommt das Thema Liquidität ins Spiel. Die internationalen Aktienmärkte haben in den vergangenen Jahren erheblich von der Versorgung mit „billigem“ Geld profitiert. Durch jede schrittweise Zinsanhebung wird Geld aus dem System genommen. Diese Verteuerung betrifft jedoch auch die einzelnen Unternehmen, indem sich die Finanzierungskosten erhöhen. Dafür, dass sich die direkten Auswirkungen in Grenzen halten, spricht zum einen das absolut gesehen nach wie vor niedrige Zinsniveau sowie andererseits die deutlich verbesserte Bilanzsituation der Unternehmen in den zurückliegenden Jahren. Die Unternehmen haben die Verschuldung sehr stark zurückgefahren und sind somit von steigenden Zinsen weniger stark betroffen als vielleicht noch vor einigen Jahren. Es ist dennoch zu erwarten, dass etwa die unterschiedlichen Stadien im Zinszyklus (vor allem USA/Eurozone) in der relativen Entwicklung im zweiten Quartal Spuren hinterlassen werden.
In diesem Umfeld erwartet Rechberger – beginnend im Verlauf des zweiten Quartals – Rückgänge der breiten US-Indizes im Ausmaß von gut fünf Prozent, die an der Nasdaq, im japanischen Nikkei, aber auch bei einigen europäischen Indizes bis zu 10 Prozent ausmachen können. Dem trägt auch die Sektorausrichtung im aktuellen Marktszenario Rechnung: Bevorzugt werden Sektoren mit einer defensiven Ausrichtung sowie „stabilem“ Wachstum (defensiver Konsum, Gesundheit) während die zyklischen Bereiche (Industrie, zyklischer Konsum, IT) untergewichtet werden.
Asset Allocation
Die RZB startet mit folgender Gewichtung ins bevorstehende zweite Quartal: Gewichtung von 53 Prozent bei Aktien (Benchmark: 50 Prozent), einer Untergewichtung bei Anleihen mit 40 Prozent (Benchmark: 45 Prozent) und einer Übergewichtung Alternative Investments mit sieben Prozent (Benchmark: 5 Prozent).
Im Verlauf der nächsten Monate bedingt die von der RZB erwartete Entwicklung an den Kapitalmärkten eine Rücknahme der Aktiengewichtung auf ein zumindest Benchmark-neutrales Niveau. Die frei werdenden Mittel erhöhen die Anleihenposition. Im Aktiensegment bahnt sich eine Untergewichtung Japans und der Eurozone aufgrund der zunehmenden Zinsängste an, während die geringe Volatilität der US-Börsen und die anhaltend guten Aussichten für die Emerging Markets inklusive Osteuropa für eine Höhergewichtung sprechen. Im Anleihensegment sind dagegen die Eurozone, Osteuropa und (noch) der High-Yield-Markt übergewichtet. Bei USD-Bonds und Eurobonds der Staaten Zentral- und Osteuropas ist mehr Vorsicht geraten.
Quelle: FONDS professionell
|
|
07.04.2006: Zinsanhebungszyklus in den USA und Euro-Zone geht weiter
„Der Zinsanstiegszyklus in den USA und in der Euro-Zone geht weiter“, so lautet das Statement von Mag. Volker Steinberger, Anleihenchef der Capital Invest. „Nachdem die FED in den USA die Leitzinsen Ende März auf 4,75 angehoben und auch weitere Zinsschritte angekündigt hat, rechnen wir auch seitens der EZB mit Leitzinsanhebungen auf mindestens drei Prozent bis Jahresende“, stellt Steinberger weiters fest. Auch die Europäische Zentralbank sieht Inflationsgefahren – weitere Euro-Zinsschritte werden für Mai oder Juni erwartet.
Trotz steigender Zinsen weisen die globalen Aktienmärkte im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von 3,5 Prozent auf (MSCI World free, in Euro) und liegen somit über unseren Erwartungen. Die positiven Trends des Vorjahres dürften sich fortsetzen. Stark unter Druck kamen zuletzt allerdings die Emerging Markets, da dieses Segment durch die höheren risikolosen Zinsen an relativer Attraktivität eingebüßt hat. In der relativen Bewertung (KGV) sind die Emerging Markets nach wie vor im Vorteil.
Die globalen Konjunkturdaten sind weiterhin erfreulich gut. Frühindikatoren in Europa und in Asien, speziell Japan, weisen in Kombination mit den Impulsen aus den so genannten Schwellenländern auf eine robuste Konjunktur in naher Zukunft hin.
Sektoral präsentiert sich ein uneinheitliches Bild, die konjunkturabhängigen Marktsegmente haben jedoch deutlich besser als die defensiven Branchen abgeschnitten. „Speziell der Edelmetall- und Rohstoffbereich konnte von erneuten Inflationsbefürchtungen, verbesserten Wirtschaftsprognosen und einer leichten Schwäche des US-Dollar profitieren, die Versorgersparte hat unter Gewinnmitnahmen gelitten“, meint Mag. Paul Severin, Aktienchef der Capital Invest.
Die Unternehmensergebnisse werden im ersten Quartal 2006 gut ausfallen. „Für die Blue Chips in den USA erwarten die Analysten – gemessen am S & P 500 – für das erste Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal einen Gewinnanstieg von über elf Prozent“, so Severin. Die hohe Profitabilität setzt sich also auch im laufenden Jahr fort. Gute Voraussetzungen für ein Anhalten der positiven Entwicklung an den Aktienmärkten – wenngleich die höheren Zinsen mit einer gewissen Verzögerung dämpfende Wirkung auf das Wirtschaftswachstum haben werden.
Quelle: FONDS professionell
|
|
31.03.2006: Private Equity erobert den Mittelstand
Private Equity Fonds in ganz Europa zeigen ein immer größeres Interesse an etablierten mittelständischen Unternehmen. Im vergangenen Jahr betrug das Transaktionsvolumen im europäischen Buyout-Markt erstmals mehr als 100 Milliarden Euro. Auch die Anzahl der Transaktionen mit einem Wert von jeweils über einer Milliarde Euro erreichte 2005 einen neuen Höhepunkt. Den höchsten Anteil an Buyout-Transaktionen stellen dabei Veräußerungen von Familienbetrieben und Unternehmen im Privatbesitz dar. Auch der Trend zu „Secondary Buyouts" - zu Veräußerungen an einen anderen Finanzinvestor - setzte sich fort. Diese Marktentwicklungen zeigt die jährlich publizierte Studie Europe Buyout Review von Incisive Media und der Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint auf.
Mittelstandsmarkt dominiert
Das gesamte Volumen der Private-Equity-Bruttoinvestitionen für Buyouts im europäischen Markt wuchs im vergangenen Jahr auf 116,5 Milliarden Euro, was einen Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2004 darstellt. Insgesamt wurden 28 Transaktionen über jeweils mehr als einer Milliarde Euro abgeschlossen, deren Gesamtwert damit um 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahm. Der Mittelstandsmarkt dominierte jedoch die Buyout-Aktivitäten 2005 eindeutig: Der Gesamtwert der Deals zwischen 25 und 500 Millionen Euro stieg in Europa um über 17 Prozent auf 42 Milliarden Euro, die Zahl der Transaktionen erhöhte sich um 18 Prozent auf insgesamt 360. Im Segment zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro gab es einen Anstieg der Buyouts um 25 Prozent auf 34 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 24,4 Milliarden Euro. Die Anzahl der Verkäufe von Privat- und Familienunternehmen insgesamt stieg im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 228 Transaktionen, die nun mit 38 Prozent aller Buyouts in ganz Europa das größte Segment stellen. Das zweitstärkste Segment mit 35 Prozent aller europäischen Transaktionen bilden die Secondary Buyouts (Veräußerung an einen weiteren Finanzinvestor). Ihre Zahl wuchs im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 161 Transaktionen. Ihr Gesamtwert stieg sogar um über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 40 Milliarden Euro. Der Anteil der Veräußerungen von Geschäftsbereichen europäischer Großunternehmen – im Jahr 2004 noch das führende Segment – ging dagegen um zehn Prozent auf weniger als 30 Prozent der gesamten Buyout-Aktivitäten zurück, obwohl der Wert dieser Deals um fast 21 Prozent auf über 36 Milliarden Euro wuchs. Public-to-Private-Transaktionen (Delistings von börsennotierten Unternehmen) repräsentierten mit 27 Deals nur fünf Prozent des Marktgeschehens, obwohl sie 20 Prozent zum Gesamtwert der Buyouts im vergangenen Jahr beitrugen.
Private Equity erobert deutschen Mittelstand
Im Jahr 2005 beteiligten sich deutsche Finanzinvestoren an 25 (2004: 22) deutschen Unternehmen mit Unternehmenswerten zwischen 50 und 250 Millionen EUR. Der Gesamtbetrag dieser Investments belief sich auf drei Milliarden (2004: 2,1 Milliarden) EUR. Im klassischen mittelständischen Marktsegment zwischen 25 und 500 Millionen Euro liegt der deutsche Buyout-Markt mit 54 Transaktionen im Gesamtwert von 6,9 Milliarden Euro an dritter Stelle in Europa hinter Großbritannien mit 105 Deals im Gesamtwert von 12,5 Milliarden Euro und Frankreich mit 81 Deals mit einem Wert von 8,3 Milliarden Euro. Daraus ist ein eindeutiger Trend zu einer wesentlich gesteigerten Akzeptanz von Private Equity seitens des deutschen Mittelstands zu erkennen – Finanzinvestoren werden als unternehmerische Partner akzeptiert. Der größte und wichtigste Marktbereich in Deutschland – die klassischen Familienunternehmen – wird daher immer mehr von der Private Equity Industrie erobert. Deutschland nimmt mit einer Steigerung von 66 auf 76 Transaktionen den dritten Platz unter den europäischen Buyouts des Jahres 2005 ein. Einschließlich Österreich und der Schweiz kommt die deutschsprachige Region auf einen Marktanteil von 13 Prozent nach Anzahl der Transaktionen und auf 15 Prozent nach dem Gesamtwert der Buyouts.
Quelle: FONDS professionell
|
|
20.03.2006: Leitzins-Erhöhung ohne Einfluss auf Immobilienpreise
Entwarnung für die Immobilienbranche gibt die britische Fondsgesellschaft Henderson Global Investors nach der jüngsten Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank von 2,75 auf drei Prozent. „Die Wirtschaft hat schon lange auf diese Leitzinserhöhung gewartet, sie war keine Überraschung“, sagt Patrick Sumner. Der Manager des „Henderson Horizon Pan European Property Equity Fund“ glaubt nicht, dass steigende Kreditzinsen einen spürbaren Rückgang der Immobilienpreise bedeuten.
„Lange Zeit waren die Kreditzinsen extrem niedrig. Der Grund war ein geringes Wirtschaftswachstum verbunden mit einer geringen Inflation“, sagt Sumner. „Geld war also extrem günstig: Inflationsbereinigt gab es Kredite schon für weniger als ein Prozent Zinsen.“ Ein Leitzins von drei Prozent sei immer noch sehr niedrig. Laut Sumner basieren die hohen Immobilienpreise in Europa aber nur zu einem Teil auf den niedrigen Kreditzinsen. „Unabhängig davon herrscht nämlich weiterhin ein fundamentaler Angebotsmangel auf dem Immobilienmarkt. Der einzige Markt, in denen wir uns Sorgen um die Immobilienpreise machen, ist Spanien.“
Auch nach der Zinserhöhung würden kommerzielle Immobilien im Durchschnitt noch immer sechs bis sieben Prozent Ertrag bringen. Das seien etwa drei Prozentpunkte mehr Rendite, als Anleihen oder festverzinsliche Wertpapiere abwerfen. Hinzu komme die von Sumner für die nächsten fünf Jahre in Europa erwartete Mietsteigerungen von jährlich zwei bis 2,5 Prozent. „Tritt dieses Szenario ein, werden fremdkapitalfreie direkte Immobilieninvestments voraussichtlich zwischen acht und 9,5 Prozent Gesamtertrag bringen“, so der Immobilien-Experte. Immobilienaktien könnten folglich zwischen zwölf und 15 Prozent Wertsteigerung pro Jahr erreichen, rechne man Kredite, Entwicklung und aktives Management in die Rendite mit ein. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
06.03.2006: Bankenverband rät EZB mit weiteren Zinsschritten zu warten
Zum Beschluss des EZB-Rates, die Leitzinsen um 25 Basispunkte anzuheben, stellt Prof. Dr. Manfred Weber, geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes fest: „Angesichts der verbesserten Wachstumsperspektiven ist es nachvollziehbar, dass sich die EZB von einem Leitzinsniveau lösen möchte, das noch Rezessionsbefürchtungen widerspiegelt. Jedoch ist zu bedenken, dass die Wirtschaft im Euro-Raum nach wie vor nur moderat wächst und die Preisrisiken gering sind. Deshalb kann die EZB nach den beiden jüngsten Zinsschritten nun zunächst die weitere Entwicklung in Ruhe abwarten.“
Weber weist darauf hin, dass der Preisanstieg trotz der Rohstoff-Verteuerung und der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar mäßig geblieben sei. Außerdem gebe es bislang keine Anzeichen von Zweitrundeneffekten. Wenn der Ölpreis nicht erneut kräftig anziehe oder durch übermäßige Lohnabschlüsse Druck auf die Preise ausgeübt werde, dürfte die Inflationsrate im Euro-Raum ab Mitte des Jahres die Zielmarke der EZB wieder unterschreiten. „Einen entscheidenden Beitrag zu anhaltend niedrigen Zinsen müssen allerdings die Tarifparteien leisten. Mit moderaten Lohnabschlüssen würde ein wesentlicher Beitrag zu mehr Beschäftigung und zur Sicherung der Kaufkraft der Einkommen geleistet“, so Weber weiter. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
24.02.2006: Aus 100 Euro monatlich wurden in 30 Jahren 155.000 Euro
Wer in den vergangenen 30 Jahren monatlich 100 Euro in Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland anlegte, kann heute im Schnitt über etwa 155.000 Euro verfügen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Bankenverbandes. Mit internationalen Aktienfonds ließ sich ein ähnliches Ergebnis erzielen. Rentenfonds und offene Immobilienfonds lagen dagegen im 30-Jahresvergleich im Schnitt deutlich niedriger. Für einen langfristigen Vermögensaufbau - beispielsweise auch als zusätzliche Altersvorsorge - bieten Aktienfonds demnach die besten Renditemöglichkeiten. Freilich können die Ergebnisse von Fonds zu Fonds im Einzelfall beträchtlich voneinander abweichen, wie der Bankenverband betont.
Quelle: www.fondsprofessionell.at
|
|
17.02.2006: Hervorragender Jahresstart für Hedgefonds
Laut dem Indexanbieter Credit Suisse/Tremont haben Hedgefonds im Januar von steigenden Aktienkursen und einer gestiegenen Risikobereitschaft profitiert. Die Anteilspreise der Fonds seien um 3,23 Prozent auf US-Dollar-Basis im Vergleich zum Monat Dezember (1,61 Prozent) gestiegen. Oliver Schupp, Präsident von Credit Suisse Tremont Index LLC, betonte, dass dies der höchste monatliche Anstieg des Indexes seit August 2000 sei.
Besonders Long/Short-Aktienfonds und auf Emerging Markets spezialisierte Fonds haben von der gestiegenen Risikobereitschaft profitiert. So stieg der Anteilswert für Long/Short-Aktienfonds im Durchschnitt um 4,18 Prozent und der Wert von Schwellenländerfonds um 5,76 Prozent. Einen guten Monat hatten auch Fonds der Kategorie "Event-Driven", die sich auf Übernahmen und Restrukturierungen konzentrieren. Sie verzeichneten einen Zuwachs von 3,32 Prozent. (dnu)
|
|
31.01.2006: ATX durchbricht 4.000-Marke – „Party noch nicht zu Ende“
Um 10.53 Uhr hat der Wiener Leitindex ATX am 30. Januar 2006 erstmals die 4.000 Punkte-Marke durchbrochen. Bereits das dritte Jahr in Serie setzt der ATX damit seinen Höhenflug fort: Im Juli 2004 „knackte“ er den 2000er, nur ein knappes Jahr darauf fiel die 3.000 Punkte-Marke. In den vergangenen drei Jahren lag die ATX-Performance mit rund 35 Prozent (2003), 57 Prozent (2004) und 51 Prozent (2005) jeweils weit über dem internationalen Schnitt.
Österreichische Anleger profitieren in viel zu geringem Ausmaß
Wer in den letzten Jahren in einen Österreich-Fonds investierte, der konnte sich über jährliche Zuwachsraten freuen, die zum Teil sogar noch über jenen des ATX lagen. „Trotz dieser ebenso beeindruckenden wie nachhaltigen Entwicklung haben die Österreicher die Ertragschancen, die sich auf dem österreichischen Kapitalmarkt bieten, in noch viel zu geringem Ausmaß erkannt“, wundert sich Dr. Michael Buhl, Mitglied des Vorstands der Wiener Börse AG. „Nach wie vor ist das Sparbuch die beliebteste Anlageform. Gerade einmal 7 Prozent der Österreicher sind im Besitz von Aktien. Hier bleibt viel Geld einfach liegen“, so Buhl weiter.
Das von Analysten bereits seit langem erwartete „Ende der Party“ sieht Buhl nicht, denn: „Rund 80 Prozent der ATX-Unternehmen sind in Osteuropa engagiert, dessen dynamisches Wirtschaftswachstum sich auch in den kommenden Jahren als kurstreibender Faktor erweisen wird.“
Ausländische Investmenthäuser sind auf den Zug schon längst aufgesprungen, ganz im Gegensatz zu den österreichischen Anlegern: Während lediglich 2 Prozent des Gesamtvermögens österreichischer Fondsgesellschaften in österreichische Werte investiert wird, entfielen mit Ultimo 2005 bereits 54,5 Prozent der Handelsumsätze auf internationale Mitglieder. Dies spiegelt eine dynamische Entwicklung wider: Erst vor sechs Jahren lag der Anteil ausländischer Mitglieder am Gesamtumsatz bei nahezu Null Prozent, vor zwei Jahren - Ende 2003 - betrug ihr Anteil lediglich 23,2 Prozent.
Quelle: FONDS professionell
|
|
16.01.2006: Vermögensverwalter investieren weiter kräftig in Aktien
Die von firstfive beobachteten Vermögensverwalter setzten ihre rege Handelstätigkeit der Vorwochen auch zu Jahresbeginn 2006 fort. In der Berichtswoche vom 6. bis 12. Januar wurden für 2,6 Millionen Euro Aktien gekauft und für 1,3 Millionen Euro Aktien verkauft. Die Verhältniszahl von Käufen zu Verkäufen stellt sich damit auf 2,0 : 1,0 (Vorwoche: 1,0 : 1,5). Bei den Aktienkäufen ist allerdings zu berücksichtigen, dass 60 Prozent aller Aktien-Käufe auf Titel der Ölbranche entfielen.
Zu den Top-Käufen gehörten Royal Dutch Shell, Chevron und ExxonMobil sowie Deutsche Telekom und Norsk Hydro. Die Top-Verkäufe bei den von firstfive beobachteten Vermögensverwaltern waren neben Bundesanleihe 98 / 28 und Unicredit auch ING, Lonza und Solarworld.
Marktgeschehen
Der deutsche Aktienmarkt konnte in der zweiten Handelswoche des Börsenjahres 2006 die dynamische Aufwärtsbewegung der vergangenen Handelswochen nicht mehr im selben Tempo fortsetzen. Der DAX ist zu Beginn der zweiten Handelswoche in eine Konsolidierungsphase eingetreten, die das Aktienbarometer zeitweise auf die Marke von 5.500 Punkten zurückführte. Dennoch ist ein neues 53-Monats-Hoch von 5.553 Punkten zu konstatieren, welches am Montag vor einer Woche markiert wurde. Oberhalb der Marke von 5.600 Punkten notierte der DAX letztmals am 8. August 2001, also rund einem Monat vor den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den USA.
Der Bund-Future behauptet sich oberhalb der Marke von 122 Prozentpunkten, was mit einer Rendite im zehnjährigen Laufzeitenbereich von 3,27 Prozent korrespondiert. Der Euro kann sich ebenfalls oberhalb der Marke von 1,20 US-Dollar behaupten und damit in der Nähe seines Dreimonatshochs.
Der Goldpreis stieg unterdessen mit Kursniveaus oberhalb der Marke von 550 US-Dollar je Feinunze auf das höchste Niveau seit 1981 oder rund 25 Jahren an. Auch der Silberpreis wurde in diesem Schlepptau deutlich über die Marke von neun US-Dollar je Feinunze gezogen.
--------------------------------------------------------------------------------
firstfive analysiert die realen Investment-Entscheidungen und Ergebnisse führender Vermögensverwalter. Weitere Informationen erhalten interessierte Leser unter www.firstfive.de. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
03.01.2006: Studie: Systematische Finanzplanung wichtiger als reiner Produktverkauf
Eine systematische, langfristige Finanzplanung durch unabhängige Berater wird für die Verbraucher immer wichtiger. Die Suche nach spontanen „Anlageschnäppchen" mit möglichst hoher Rendite hat hingegen keine Priorität. Das sind zwei Ergebnisse aus der aktuellen Herbst-/Winterstudie 2005/06 der Finanzberatungsgesellschaft Plansecur. Für die Studie wurden 260 Finanzberater nach ihren Erkenntnissen aus der Beratungspraxis über das Spar- und Anlageverhalten der Verbraucher und nach ihren Empfehlungen für die private Vermögensbildung befragt.
Im Vordergrund bei einer langfristigen Finanzplanung steht insbesondere die Absicherung des finanziellen und sozialen Status quo. Die befragten Finanzberater berichten, dass für 94 Prozent ihrer Kunden die finanzielle Absicherung oberste Priorität besitze. Dagegen seien lediglich 14 Prozent ernsthaft an renditestarken „Anlageschnäppchen“ interessiert. „Eine qualitativ hochwertige Finanzberatung macht nur mit einem Finanzplanungskonzept Sinn, das alle Lebensbereiche umfasst“, erklärt Plansecur-Geschäftsführer Johannes Szcepan. „Das wissen auch die Verbraucher, die sich nicht mehr auf einzelne Produkte stürzen, sondern auf Kontinuität setzen.“
57 Prozent der Finanzexperten schätzen das Thema „Finanzierung der Ausbildungskosten/-zeit der Kinder“ als sehr wichtig oder wichtig für die Verbraucher ein. Weitere 34 Prozent bemerken, dass auch das Thema „Steuern sparen“ für viele Verbraucher relevanter wird. Wenig bedeutend scheint hingegen das Verhältnis zur Hausbank zu sein: Nur 13 Prozent der Finanzexperten empfinden dieses Thema als sehr wichtig oder wichtig.
Quelle: FONDS professionell
|
|
28.12.2005: Goldnachfrage wird Minenvorräte um 35 Prozent übertreffen
_____
In ihrem aktuellen Marktkommentar sprechen sich nun auch die Anlagestrategen von Threadneedle Investments für ein weiteres Ansteigen des Goldpreises aus. Man erwarte auch für das kommende Jahr eine starke Nachfrage, die die Minenvorräte um etwa 35 Prozent übertreffen werde. Zwar werden derartige Angebotslücken normalerweise durch Verkäufe der Zentralbanken gefüllt – allerdings seien China und Russland laut Treadneedle momentan im Begriff, ihre Goldreserven aufzustocken, somit darf im kommenden Jahr auch von dieser Seite mit einer steigenden Goldnachfrage gerechnet werden. Dominic Rossi, Leiter des internationalen und globalen Aktienteams bei Threadneedle, prognostiziert außerdem ein steigendes Wachstum außerhalb der USA (besonders in Japan). Dieses Wachstum wird sich laut Rossi in 2006 ebenfalls positiv auf den Goldpreis auswirken.
Bestätigt wird diese Prognose von aktuellen Markanalysen der Credit Suisse Asset Management sowie der österreichischen Nationalbank. So spricht sich etwa Philipp Vorndran, Senior Investment Stratege und CEO der Credit Suisse Asset Management (CSAM) Deutschland, in einer aktuellen Ausgabe des „Talking Head“ für einen deutlichen Aufwärtstrend des Goldpreises bis mindestens Ende 2007 aus (vollständige Meldung). Als Grund für diese Entwicklung nennt Vorndran die Entkopplung von Goldkurs und US-Dollar. Mitte 2005 erklärte Vorndran dazu, dass normalerweise die erste Phase anziehender Goldnotierungen lediglich als eine Demonstration der negativen Korrelation zwischen Gold und US-Dollar zu verstehen sei. In einer zweiten Phase würden sich dann US-Dollar und Gold beide nach oben bewegen. Vorndran prognostiziert beiden Phasen ein dreijähriges Anhalten.
Auch Dr. Peter Zöllner, Direktoriumsmitglied der Österreichischen Nationalbank (OeNB), erklärte anlässlich eines Vortrags bei der von der London Bullion Market Association organisierten Goldkonferenz in Johannesburg Mitte November, dass Gold auch in Zukunft sowohl bei den Anlegern als auch bei den Zentralbanken eine wichtige Rolle spielen werde (vollständige Meldung). Die derzeit gute Nachfrage begründete Zöllner mit dem derzeit herrschenden Umfeld weltweit niedriger Realzinsen, das die Attraktivität von Gold auch weiterhin fördern würde.
Superfund-Gründer Christian Baha sieht im derzeitigen Zinsumfeld ebenfalls gute Chancen für das Edelmetall und erklärt im aktuellen Superfund-Newsletter, dass der Zinsgap, also der Abstand zwischen den Leitzinsen der USA und des Euro-Raums, selten größer war als aktuell (vollständige Meldung). Interessant ist laut Baha auch der Vergleich des Goldes mit dem Ölpreis oder auch mit den Rentenmärkten. So ist Gold im Verhältnis zu Öl noch deutlich unterbewertet - Goldpreis und Renditen amerikanischer Treasuries liefen jedoch viele Jahre parallel. Im Jahr 2002 kam es jedoch zu einer Entkoppelung. Denn während der Goldpreis stieg, blieben die Renditen erstaunlich tief. Das ist eine eher ungewöhnliche Entwicklung. Sie zeigt jedoch, dass Gold noch ein gigantisches Potenzial nach oben hat“.
Zusammenfassend lassen die Marktanalysen der letzten zwei Monate einen weiter andauernden deutlichen Anstieg des Goldpreises vermuten. Sicher ist, dass der begehrte Rohstoff auch im nächsten Jahr ein wichtiges Thema sein wird. (eg)
Quelle: FONDS professionell
|
|
15.12.2005: Kempen empfiehlt IMMOFINANZ zum Kauf
- Halbjahresergebnisse zeigen deutliche Wertsteigerung des
Immobilienportfolios
- Net Asset Value deutlich über den bisher prognostizierten Werten
- 12-Monats-Kursziel auf 8,93 Euro angehoben
Das niederländische Investmenthaus Kempen, das führende europäische Institut im Bereich
Immobilienwertpapiere, hat seine Bewertung der IMMOFINANZ Immobilien Anlagen AG von „Neutral“
auf „Kaufen“ erhöht. Ausschlaggebend für die veränderte Bewertung waren die am Mittwoch bekannt
gegebenen IMMOFINANZ-Ergebnisse für die erste Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahrs 2005/06
(1.Mai bis 31. Oktober 2005).
Insbesondere weist Kempen darauf hin, dass der NAV (Net Asset Value oder innerer Wert) in der
Berichtsperiode um sieben Prozent gestiegen ist und damit den ursprünglich prognostizierten Wert um
gut drei Prozent übertroffen hat. Vor allem die Marktenwicklung in Zentral- und Osteuropa, wo die
IMMOFINANZ durch ihre Tochter IMMOEAST stark vertreten ist, eröffne zu dem weiterhin
bedeutendes Wertsteigerungspotential durch die rückläufigen Renditen (yield compression).
Auch erhebliche Einmalgewinne, vor allem durch über den Erwartungen liegende Erlöse aus dem
Verkauf von Immobilien, haben zum erfreulichen Gesamtbild beigetragen. Insgesamt sei die
IMMOFINANZ damit im Vergleich zu anderen internationalen Immobilienunternehmen deutlich
günstiger bewertet. Kempen weist auch auf die risikominimierende Struktur des Portfolios mit einem
Wohnungsanteil von 49 Prozent und einem Fremdkapitalanteil von 36 Prozent hin.
Als Schlussfolgerung hat das Investmenthaus das Kursziel für die IMMOEAST deutlich angehoben.
Auf 12-Monats-Basis wird nun ein Wert von 8,93 Euro statt bisher 8,0 Euro angegeben.
Eine Kaufempfehlung durch Kempen hat erst im September bei der IMMOFINANZ-Tochter
IMMOEAST ein wahres Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Aktienkurs der börsenotierte Zentral- und
Osteuropa-Holding der IMMOFINANZ war stark gestiegen, nachdem Kempen eine „Strong Buy“-
Empfehlung ausgesprochen hatte.
Quelle: Immofinanz
|
|
06.12.2005: Vor der Zinswende in Europa?
„Die Finanzmärkte stehen zurzeit im Banne der Entwicklungen der internationalen Geldpolitik“, schreibt Thomas Steinemann, Chefstratege Vontobel-Gruppe, in einem aktuellen Kommentar zur Zinsentwicklung (siehe auch die beigefügte pdf-Datei). Die Wechselkursbewegungen der letzten Wochen seien hauptsächlich durch Spekulationen über den möglichen Kurs der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) getrieben gewesen. Auch die Aktienmärkte hätten in diesem Jahr die unterschiedliche Geldpolitik reflektiert: Mit sieben Zinserhöhungen von je 25 Basispunkten allein in diesem Jahr und fünf Erhöhungen durch die amerikanische Notenbank im Vorjahr sei der US-Aktienmarkt kaum vom Fleck gekommen.
Im Gegensatz dazu hätten Europäische Zentralbank (EZB) und Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen auf rekordtiefen Werten belassen. Diese grosszügige Geldversorgung – mit entsprechend deutlichen Zuwachsraten der Geldmengenaggregate – habe den jeweiligen Aktienmärkten zu deutlichen Zuwachsraten verholfen.
Konjunkturelle Beruhigung in USA
„In den USA führten die Zinserhöhungen dazu, dass die kurzfristigen Zinsen nun beinahe so hoch sind wie die langfristigen“, so Steinemann, „man spricht dabei von einer flachen Zinskurve.“ Dieser Umstand weise in aller Regel auf eine Beruhigung der Konjunktur im kommenden Jahr hin. Nach einem beeindruckenden Realwachstum der US-Wirtschaft von 3,5 Prozent in 2005 sei ein erwartetes Wachstum von rund 3 Prozent im kommenden Jahr allerdings noch nicht beunruhigend.
Zur Situation in Kontinentaleuropa erklärt Steinemann: „Da die europäischen Notenbanken bisher noch nicht mit Erhöhungen der Notenbankzinsen begonnen haben, ist die Zinskurve entsprechend steiler als in den USA.“ Die Konjunkturdynamik dürfte seiner Erwartung nach in 2006 entsprechend an Fahrt gewinnen. „Sollte sich jedoch die Situation an der Inflationsfront wider Erwarten deutlich verschärfen, so ist mit klaren Zinsschritten der EZB im kommenden Jahr zu rechnen“, ist der Vontobel-Chefstratege überzeugt. Der von EZB-Chef Trichet bereits angekündigte Zinsschritt erhöhe den Spielraum der Schweizerischen Notenbank (SNB) spürbar. Zusammen mit dem schwächeren Franken in diesem Jahr seien ein bis zwei Zinserhöhungen programmiert.
Aktien bleiben attraktiver als Anleihen
„Es ist wenig wahrscheinlich, dass aufgrund der erwarteten Zinsentwicklung die Aktienmärkte in Europa stark negativ betroffen sind“, beruhigt Steinemann. „Sollte es bei den von uns erwarteten Zinserhöhungen bleiben, ist von durchaus attraktiven Renditen an den europäischen Börsen auszugehen.“ Auch wenn die diesjährigen Börsenrenditen kaum wiederholt werden könne, bleiben Aktien aus seiner Sicht attraktiver als Anleihen und seien daher in den Vontobel-Portfolios entsprechend übergewichtet. (hh)
Quelle: FONDS professionell
|
|
30.11.2005: Koalitionsvertrag der neuen deutschen Regierung sieht Erhalt der Tonnagesteuer vor
Die neuen Regierungsparteien in Deutschland sichern in ihrem letzte Woche unterzeichneten Koalitionsvertrag den Erhalt der günstigen Tonnagesteuer zu.
"Die neue Bundesregierung hat ein eindeutiges Signal gegeben, dass die Tonnagesteuer politisch gewollt und für die kommenden Jahre Rechtssicherheit gegeben ist", interpretiert der deutsche "Verband Geschlossene Fonds" den Koalitionsvertrag.
Hinter der Entscheidung für den Erhalt der Tonnagesteuer steht das Ziel der neuen deutschen Bundesregierung, die globale Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft am Standort Deutschland weiter zu stärken.
Dazu gehöre, so der Wortlaut im Koalitionsvertrag, auch die Stärkung des deutschen Reedereistandortes durch die Beibehaltung der Tonnagesteuer.
Die gute Nachricht über den Fortbestand der Tonnagesteuer und somit der günstigen Besteuerung so genannter Tonnagesteuerschiffsfonds schafft auch für die HCI und ihre Anleger steuerlich ein stabiles Umfeld.
|
|
28.11.2005: Asiens Wachstumstempo ungebremst
Fondmanager Andrew Beal von Henderson Global Investors erwartet, dass die asiatischen Volkswirtschaften auch in den kommenden Jahren stärker wachsen als der Rest der Welt. „Die meisten Länder der Region entwickeln sich von Schuldnern zu Nettokapitalgebern, sie werden weniger abhängig vom Ausland und können ihr Wachstum selbst finanzieren“, erläutert der Experte, der seit Anfang September den „Henderson Horizon Pacific Equity Fonds“ (WKN 972 769) übernommen hat. Auf Unternehmensseite sei es erfreulich, dass viele Gesellschaften heute gesünder als noch vor einem Jahr sind. In Punkto Transparenz seien westliche Standards mittlerweile erreicht.
Stock-Picking vor Länderpräferenz
Bei der Auswahl der rund 50 Aktien für seinen Fonds steht für den erfahrenen Asien-Experten ein Stock-Picking-Ansatz an erster Stelle. Durch eine quantitative Analyse der Unternehmenszahlen grenzt Beal das Investmentuniversum zunächst ein. Dann folgt die genaue Analyse der Einzelwerte. „Ich investiere nur in solche Unternehmen, von denen zu erwarten ist, dass sie die Konsens-Schätzungen der Analysten übertreffen.“ Erst abschließend richtet er seinen Blick auf das Herkunftsland der Aktien.
Keine Überraschungen in Indien
Nach Übernahme des „Horizon Pacific Equity Fonds“ von Mike Kerely werde mit der Depotaufstellung im November jetzt zum ersten Mal seine Handschrift deutlich. Nicht fündig werde der Fondsmanager dabei derzeit im oft gepriesenen Boomland Indien. „Die Unternehmen haben hier zwar in der Vergangenheit positiv überrascht. Derzeit sehe ich jedoch keine Werte mehr, die dazu weiterhin in der Lage wären.“
Altersvorsorge in China ein Thema
Anders sei die Situation in China, wo Beal derzeit beispielsweise Positionen in China Life Insurance aufgebaut hat. Das Unternehmen dürfte seiner Meinung nach vom wachsenden Bedarf an Altersvorsorge im Reich der Mitte profitieren. Eine Übergewichtung von China und Taiwan rühre aber alleine schon daher, dass er gegenüber der Benchmark MSCI Ac Pacific (ex Japan) Australien stark untergewichte, so Beal.
Andrew Beal hat sich durch seine Leistungen bei den vorherigen Arbeitgebern Schroder Investment Management und Nicolas Applegate Capital Management als Asien-Experte erwiesen. Er gewann unter anderem den Lipper Award für den besten Fonds über drei Jahre in der Pazifik-Region. Beal ist seit Anfang August 2005 bei Henderson. Er managt den „Henderson Pacific Equity“ aus London aus. Die räumliche Distanz hält er dabei für vorteilhaft. „Sie verhindert, dass ich mich in eine Aktie verliebe“. (rmk)
Quelle: FONDS professionell
|
|
14.11.2005: Rückgang der Charterraten 2006 möglich – HCI beruhigt
Die HCI Capital AG setzt ihren Wachstumskurs mit positiven Neunmonatszahlen fort, wie das Emissionshaus in einer Presseaussendung informiert. So stieg der Konzernüberschuss gegenüber dem Vorjahr um 78,1 Prozent, die Umsatzrendite um 47,9 Prozent. Harald Christ, Vorsitzender des Vorstandes der HCI Capital AG: „Die positive Entwicklung von HCI in den ersten neun Monaten 2005 bestätigt unser wachstums- und ertragsorientiertes Geschäftsmodell. Mit unseren Beteiligungsangeboten wollen wir stärker als der deutsche Markt für geschlossene Fonds wachsen.“
Für die künftige Entwicklung im Bereich Schiffsbeteiligungen wird eine Konsolidierung auf hohem Platzierungsniveau für realistisch eingeschätzt: Für die Schifffahrtsmärkte geben, neben der weltweiten stabilen konjunkturellen Entwicklung, nach wie vor der chinesische Außenhandel, aber vor allem auch Indien oder Brasilien positive Impulse. Im Containerschiffsegment halten sich Angebot und Nachfrage derzeit die Waage. Im Jahre 2006 erwarten Experten aufgrund des hohen Volumens neu abgelieferter Tonnage einen Rückgang der Charterraten und halten ein Sinken der Raten auf das Niveau von 2004 für möglich. Von dieser möglichen Entwicklung weniger berührt verfügt HCI über ein Portfolio von bereits im Jahre 2003 und 2004 zu günstigen Konditionen angebundener Tonnage, die alle mit einer ausreichend langen und auskömmlichen Beschäftigung versehen sind, um eine Abschwächung der Raten überbrücken zu können, versichert HCI in der Presseaussendung. Eine vergleichbare Konstellation betrifft die von HCI zu finanzierenden Tanker und Massengutfrachter, die mit mittel- und langfristigen Chartern oder Poolbeschäftigungen versehen sind, deren Auslauf aller Voraussicht nach in der nächsten Aufwärtsbewegung des Marktzyklus liegen wird.
Umsatzerlös stieg um 20 Prozent
Der Konzernüberschuss liegt zum Ende des dritten Quartals mit 26,9 Millionen Euro 78,1 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums. Die Umsatzrendite stieg um 47,9 Prozent auf 25,0 Prozent. Auch weitere wichtige Ertrags- und Ergebniskennzahlen verbuchen hohe prozentuale Zuwächse. So wuchs der Umsatzerlös der HCI Gruppe in den ersten neun Monaten des Jahres 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,0 Prozent von 89,6 Millionen Euro auf 107,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg in den ersten neun Monaten von 29,9 Millionen Euro in 2004 um 14,4 Prozent auf 34,2 Millionen Euro. Zusätzlich konnten sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 6,2 Millionen Euro erzielt werden.
507,4 Millionen Euro Eigenkapital platziert
Durch den positiven Platzierungsverlauf in den ersten neun Monaten des Jahres 2005, der durch die Regulierungsmaßnahmen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nur geringfügig beeinflusst wurde, konnte die HCI Capital AG 507,4 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Das Volumen des Vorjahreszeitraums in Höhe von 473 Millionen Euro wurde damit um 7,3 Prozent übertroffen. Mit annähernd 390,3 Millionen Euro sind Schiffsbeteiligungen das platzierungsstärkste Produkt des Konzerns. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem 249,9 Millionen Euro platziert wurden, beträgt der Zuwachs 56,2 Prozent.
Immobilienfonds – Kooperation mit der Dresdner Bank
Im Bereich der geschlossenen Immobilienfonds setzte sich der Aufwärtstrend für die HCI Capital AG im Berichtszeitraum ebenfalls fort. Das Platzierungsvolumen stieg von 33,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 35,5 Millionen Euro. Mit dem kürzlich erfolgten Abschluss einer Vertriebsvereinbarung konnte die HCI mit der Dresdner Bank einen starken Partner für den Vertrieb der HCI-Immobilienfonds dazu gewinnen. „Im Immobilienbereich sehen wir für die HCI in den nächsten Jahren großes Potential und freuen uns daher über die Zusammenarbeit mit der Dresdner Bank für unseren Fonds HCI Holland XXV“, so Dr. Ralf Friedrichs, Vorstand der HCI Capital AG.
Die Entwicklung in den übrigen Bereichen: Das Segment Lebensversicherungs-Zweitmarktfonds setzte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf das Produkt britische Zweitmarktkapitallebensversicherungen. Das Platzierungsvolumen betrug 56,3 Millionen Euro. Die Produktlinie Private Equity Dachfonds hat im Verlauf des Berichtzeitraums ein Platzierungsvolumen von 13 Millionen Euro erreicht. Die unter der Konzernmarke HSC konzipierten und vertriebenen Vermögensaufbauprodukte erreichten ein Platzierungsvolumen von 12,3 Millionen Euro.
Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsverlaufs in den ersten drei Quartalen und des im vierten Quartal zur Verfügung stehenden Produktvolumens erwartet der Vorstand im Geschäftsjahr 2005 die Platzierung von 670 - 700 Millionen Euro Eigenkapital nach 635 Millionen Euro im Vorjahr. Vor diesem Hintergrund erwartet die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von 143 bis 148 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss in Höhe von 34 bis 36 Millionen Euro. Bei einem geplanten Ergebnis pro Aktie von 1,42 bis 1,50 Euro bekräftigt der Vorstand für das Jahr 2005 sein Vorhaben, eine Ausschüttungsquote von rund 90 Prozent des Jahresergebnisses vorzuschlagen. (dnu)
Quelle: FONDS profess
|
|
08.11.2005: FMA richtet Info-Line für AMIS-Geschädigte ein
Nach der Eröffnung des Konkurses über die „Amis Financial Consulting AG (AFC)“ durch das Handelsgericht Wien, hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Info-Line für AMIS- Kunden und Vertriebspartner eingerichtet. Die Telefonnummern lauten:
Österreich: 0800 – 24 99 00
Ausland: ++43 / 1 / 217 88
Die Info-Lines sind von Montag bis Donnerstag von 9 – 17 Uhr und am Freitag von 9 bis 15 Uhr erreichbar. Die FMA stellt auch auf ihrer Website www.fma.gv.at weitere Informationen zur Verfügung.
Die FMA kann aber weder Auskünfte über einzelne Vermögensverwaltungsverträge oder -produkte geben, noch darf sie laut Gesetz Kunden oder Vertriebspartnern Empfehlungen geben, ob und wie etwaige Schadenersatzansprüche zu stellen sind oder sie bei deren Durchsetzung unterstützen. Dazu hat die Aufsichtsbehörde die Betroffenen auf den Zivilrechtsweg zu verweisen.
Ansprüche gegen die AFC sind bei deren Masseverwalter Rechtsanwalt Dr. Kurt Freyler, 1010 Wien, Seilerstätte 5, Tel.: ++43 / (0)1 / 513 31 65, Fax: ++43 / (0)1 / 612 20 01, E-Mail: ra-kanzlei@rant-freyler.at geltend zu machen. Weiters ist die AFC entsprechend dem Gesetz Mitglied der „Anlegerentschädigung von WPDLU GmbH“, 1010 Wien, Zedlitzgasse 1; Dr. Andreas Pascher, Tel.: ++43 / (0)664 / 52 48 149, Fax: ++43 / (0)664 / 77 52 48 149, E-Mail: andreas.pascher@aew.at und Mag. Rupert Lanzendorfer, Tel.: ++43 /(0)664 / 144 0 441, Fax: ++43 / (0)664 / 77 144 0 441, E-Mail: rupert.lanzendorfer@aew.at.
|
|
24.10.2005: "Für Sparer bleibt real nichts übrig"
Inflation und KESt höher als Zinsen - Sparer verlieren 2005 gut eine Milliarde an Kaufkraft, sagt OeNB-Direktor Zöllner - Geldvermögen der Österreicher 345 Milliarden Euro
Österreichs Sparer werden im Jahr 2005 gut eine Milliarde Euro an Kaufkraft verlieren. Schuld daran ist die zu erwartende Inflationsrate, die gegenüber 2004 von 2,1 auf 2,4 Prozent steigen dürfte. Im Gegensatz dazu zeigt sich bei den Sparzinsen ein leichter Trend nach unten. Laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) verringerte sich der durchschnittliche Zinssatz in den letzten 18 Monaten von 2,01 auf 1,94 Prozent.
Negativzinssatz von 0,945 Prozent
Nach Abzug der Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 Prozent verbleiben dem Sparer im Durchschnitt real nur noch 1,455 Prozent. Verringert um die prognostizierte Inflationsrate von 2,4 Prozent ergibt sich ein Negativzinssatz von 0,945 Prozent. Bei einem Spareinlagenbestand von rund 133 Mrd. Euro entspricht dies einem Kaufkraftverlust von rund 1,25 Mrd. Euro. \\\"Für Sparer bleibt real nichts übrig\\\", sagte OeNB-Direktor Peter Zöllner am Montag in Wien vor Journalisten. Man müsse aber gleichzeitig bedenken, dass auch die Kredite günstiger geworden sind, so Zöllner.
Geldvermögen Privater bei 345 Milliarden Euro
Von Jahresbeginn bis zur Jahresmitte sind die Geldvermögen der privaten Haushalte laut der heute präsentierten OeNB-Statistik um 11,5 Mrd. Euro oder 3,5 Prozent - inklusive Kurssteigerungen um 4,7 Prozent - auf 345,3 Mrd. Euro gestiegen. Die Zunahme fiel stärker aus als im ersten Halbjahr 2004, als das Wachstum 9,7 Mrd. Euro betrug.
Sparneigung drückt auf Konsumquote
Die Sparneigung der Österreicher habe sich somit weiter erhöht und drücke auf die Konsumquote, so Zöllner. Mit rund 54 Prozent Anteil am gesamten Geldvermögen würden die Österreicher beim Sparen nach wie vor einen Spitzenplatz europaweit wenn nicht sogar weltweit einnehmen.
Die Neuverschuldung im ersten Halbjahr 2005 fiel mit 3,9 Mrd. Euro gleich hoch aus wie im ersten Halbjahr 2004. Der Schuldenstand der privaten Haushalte stieg um 3,2 Prozent auf 123,5 Mrd. Euro.
Nettogeldvermögen 26.000 Euro pro Kopf
Mit einem Nettogeldvermögen von rund 26.000 Euro pro Kopf rangiert Österreich im internationalen Mittelfeld, so Zöllner. Über 30.000 Euro pro Kopf haben die Deutschen, Dänen, Schweden, Franzosen, mehr als 46.000 Euro die Italiener, Briten, Niederländer und Belgier. Beim Vergleich müsse man aber rücksichtigen, dass sich in der Rangliste die unterschiedlichen Anlagegewohnheiten der einzelnen Länder widerspiegelten. Länder, in den etwa die Zukunftsvorsorge schon früher gestartet sei, lägen vor Österreich.
30 Prozent der neuen Geldmittel flossen im ersten Halbjahr 2005 in kurzfristige, liquide Finanzmittel, 35 Prozent wurden für Wertpapierkäufe und weitere 35 Prozent zum Vorsorgesparen bei Versicherungen oder Pensionskassen verwendet. Die gestiegene Bedeutung der Wertpapierveranlagung entspreche dem langjährigen Trend, so Zöllner, der aber 2000 bis 2002 unterbrochen worden sei. Insgesamt bevorzugten private Anleger sichere und liquide Anlageformen wie Bargeld und Einlagen. Der Anteil der Wertpapiere an der Geldvermögensbildung stieg von 21 Prozent im Jahr 2001 auf 37 Prozent im Jahr 2004.
Run auf Wertpapiere
Anleihen, Aktien und Investmentzertifikate wurden im ersten Halbjahr 2005 um rund 4 Mrd. Euro gekauft, um rund 400 Mio. Euro weniger als im ersten Halbjahr 2004. Besonders hoch war diesmal das Interesse an Aktien, das Kaufvolumen von 1,6 Mrd. Euro liegt bereits über jenem des Gesamtjahres 2004. Bei direkten Veranlagungen wurden Wohnbauanleihen inländischer Banken, die bis zu 4 Prozent KESt-befreit sind, und Immobilienaktien ausgewählt, bei Veranlagungen in Investmentzertifikate Wertpapiere mit Kapitalgarantie. (APA)
|
|
17.10.2005: Private Pensionsvorsorge ab 2006 teurer | |