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Immobilienertragsteuer

Stabilitätsgesetz 2012 - Besteuerung von Immobilienverkäufen

Stabilitätsgesetz 2012 – Abschaffung der Spekulationsfrist

Mit einem Gesamtvolumen von rd. EUR 880 Milliarden machen Immobilien 60 bis 70% des österreichischen Privatvermögens aus. Bisher war die Veräußerung von Immobilienvermögen nach Ablauf einer zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei. Das Stabilitätsgesetz 2012 sieht nun in Anlehnung an die Vermögenszuwachssteuer von Kapitalvermögen eine Beteuerung von Immobilienverkäufen vor. Mit 1. April 2012 wird die bisher geltende Spekulationsfrist abgeschafft und durch eine neue Immobilienertragsteuer ersetzt.

 

Zeitpunkt der Anschaffung ist entscheidend

Die Besteuerung hängt nunmehr vom Zeitpunkt der Anschaffung ab – die Bestimmungen sind auf Liegenschaften anzuwenden, die nach dem 1.4.2002 angeschafft wurden und nach dem 31.3.3012 veräußert werden. Dadurch wird Immobilienbesitz, der heute steuerfrei veräußert werden könnte (sogenanntes „Altvermögen“), wieder in die Steuerpflicht hineingezogen.

 

Anwendung der Immobilienertragsteuer

Die neue Immobilienertragsteuer wird 25 % betragen und Endbesteuerungswirkung haben. Für Altvermögen, das eigentlich mit April 2012 nach alter Rechtslage steuerfrei verkauft werden könnte, wird es keine Ausnahme geben, lediglich eine reduzierte Steuerbasis.

 

Veräußerung von Altvermögen ohne Umwidmung: Grundstücke, die vor dem 1. April 2002 erworben oder vor dem 1. Jänner 1988 umgewidmet wurden, werden bei der Veräußerung mit 3,5 % vom Verkaufserlös besteuert.

Veräußerung von Altvermögen (Anschaffung vor 1. April 2002) mit Umwidmung: Grundstücksumwidmungen von Grünland in Bauland, die ab 1. Jänner 1988 erfolgt sind, werden bei der Veräußerung mit 15 % vom Verkaufserlös belastet. Sowohl bei der Veräußerung von Altvermögen ohne als auch mit Umwidmung wird auf Antrag des Steuerpflichtigen der tatsächlich niedrigere Wertzuwachs im Rahmen der Veranlagung besteuert.

Veräußerung von Neuvermögen: Gewinne aus der Veräußerung von Liegenschaften, die nach dem 1. April 2002 erworben wurden, werden ab 1. April 2012 mit 25 % versteuert. Die Besteuerung erfolgt vom Verkaufsgewinn (nach Abzug der Anschaffungskosten).

 

Weiterhin steuerfrei bleiben Veräußerungen von Immobilien, welche als Hauptwohnsitz genutzt (entweder 2 Jahre ab Anschaffung oder 5 Jahre innerhalb der letzten 10 Jahre) wurde oder selbst hergestellt (keine Verwendung zur Erzielung von Einkünften in den letzten 10 Jahren) wurden.

 

Mehr zum Thema: Artikel "DiePresse" vom 4. März 2012 zur Frage der möglichen Verfassungswidrigkeit der rückwirkenden Neuregelung.


Artikel als pdf downloaden: Immobilien_Steuer auf fiktive Gewinne_DiePresse_04.03.2012.pdf

 

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